Negativer Corona-Test
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Corona-Schnelltests: Wie sicher und zuverlässig sind Selbsttests bei Omikron?

Corona-Schnelltests für zu Hause sind wichtig, um eine Infektion schnell zu erkennen, Infektionsketten zu durchbrechen und die Ausbreitung des Coronavirus zu unterbinden. Da die Laborkapazitäten für die Auswertung von PCR-Tests, dem Goldstandard der Coronadiagnostik, überlastet sind, werden Schnelltests nun nicht mehr nur zu Hause verwendet. Auch in Schulen oder am Arbeitsplatz sind die Schnelltests ein bewährtes Mittel – doch wie zuverlässig sind die Corona-Tests bei der hochansteckenden Omikron-Variante?

Corona-Schnelltests erkennen Omikron-Variante nur bedingt

Um die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Corona-Selbsttests bewerten und einschätzen zu können, hat das Paul-Ehrlich-Institut (PEI) bereits im Herbst vergangenen Jahres eine ausführliche Liste veröffentlicht. Selbsttests erkennen prinzipiell auch die hoch ansteckende Omikron-Variante, doch Forschende mahnen hierbei zu Vorsicht.

Fachleute um Dr. Andreas Osterman des Max von Pettenkofer-Instituts der LMU München haben die Zuverlässigkeit von neun Sars-CoV-2-Antigen-Schnelltests in einer Laborstudie untersucht. Insgesamt wurden 281 Atemwegsproben (PCR) unter die Lupe genommen:

  • 115 der PCR-Proben waren negativ
  • Von 166 positiven Proben enthielten 101 die Omikron-Variante und 65 Proben Delta

Zudem wurden zellkulturexpandierte klinische Isolate, also spezielle Zellen, der besorgniserregenden Varianten (VOC) untersucht.

Um die Zuverlässigkeit der Schnelltests zu ermitteln, warfen die Forschenden einen Blick auf die Nachweisgrenze (LoD). Die LoD (limit of detection) bestimmt den extremsten Wert eines Messverfahrens, bis zu welchem die Messgröße gerade noch zuverlässig erkannt werden kann.

Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen: Um eine Corona-Infektion mit einer 50-prozentigen Wahrscheinlichkeit zu erkennen, muss die Viruslast bei Omikron um das 10-fache höher sein als bei positiven Ergebnissen mit Delta.

Um ein zuverlässiges Ergebnis (95 Prozent) zu erreichen, muss die Viruslast bei einer Omikron-Infektion bis 101-fach höher sein als bei der Delta-Variante.

Omikron-Variante: Schnelltests erkennen geringe Viruslast nicht

Die Schnelltests reagierten bei Omikron-Proben mit einer sehr hohen Viruslast (Ct-Werte < 25) mit einer Wahrscheinlichkeit von 31,4 bis 77,8 Prozent. Bereits bei mittleren Ct-Werten lag die Erfolgsquote allerdings nur noch zwischen 0 und 8,3 Prozent.

Dies zeigt, dass Schnelltests bei symptomlosen Omikron-Infektionen und den ersten Tagen der Erkrankung aufgrund einer zu geringen Viruslast nicht zuverlässig reagieren.

Kontaktpersonen oder Infizierte mit einer geringen Viruslast können daher oftmals nicht früh genug aus dem Verkehr gezogen werden.

Zwischen den verschiedenen Selbsttests auf dem Markt bestehen deutliche Unterschiede hinsichtlich ihrer Zuverlässigkeit. Die Qualität der Corona-Schnelltests wird besonders durch zwei Faktoren bestimmt:

  • Spezifität: Anteil der Nicht-Infizierten mit einem negativen Ergebnis: Über 97 Prozent der getesteten Nicht-Infizierten sollten ein richtiges negatives Ergebnis erhalten. 
  • Sensitivität: Zahl der Corona-Infizierten mit einem korrekten Testergebnis. Für eine gültige Sensitivität sollten 80 Prozent der positiven Personen erkannt werden. 

Wie zuverlässig Ihr Corona-Selbsttest ist, erfahren Sie direkt mit unserem Test-Check.

Tipp: Manche Browser können nicht direkt auf die Kamera zugreifen, um den QR-Code zu scannen. Dies kann in den Einstellungen Ihres Smartphones geändert werden. Alternativ können Sie den Test manuell auswählen.