Corona-Viren auf Spritze aufgespießt
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Geimpft und genesen oder doch geboostert? – Diese Kombination bietet den besten Schutz

Das Coronavirus begleitet die Menschen weltweit bereits seit über zwei Jahren. Impfungen und Forschung tragen Früchte, dennoch bleibt die Unsicherheit bei vielen Menschen. Neue Varianten können entstehen und den erworbenen Immunschutz umgehen, auch das Infektionsrisiko scheint mit jeder neuen Variante zu steigen. Eine Studie von Forschenden der LMU und TU München sowie dem Helmholtz Zentrum zeigt, dass drei Kontakte mit dem Spike-Protein ausreichen, um einen effektiven Schutz gegen das Coronavirus zu erlangen.

Covid-19: Dreimaliger Kontakt mit Spike-Protein sorgt für optimalen Immunschutz

Das Coronavirus stellt Forschende immer wieder vor neue Herausforderungen – auf die infektiöse Delta-Variante folgte die ansteckendere Omikron-Mutation. Diese kann zudem der Immunantwort leichter entgehen als bisherige Virustypen.

Die Corona-Impfung schützt in der Regel vor schweren Verläufen, auch gegen andere besorgniserregende Varianten. Neben geimpften sind auch genesene Personen ausreichend vor Sars-CoV-2 geschützt. Erste Daten mit 171 Proband*innen aus dem Gesundheitswesen zeigen, dass ein dreimaliger Kontakt mit dem Spike-Protein des Coronavirus nötig ist, um einen optimalen Immunschutz zu erreichen.

Längsschnittstudie läuft seit Pandemie-Beginn

Die Forschenden begleiteten seit dem Frühling 2020 insgesamt 171 Mitarbeitende des Klinikums rechts der Isar der TU München. 98 der Teilnehmenden waren genesen, 73 ohne vorherige Infektion, wobei alle Personen den mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer erhielten.

Die Fachleute untersuchten das Blut der Proband*innen und bestimmten

  •  die Menge der Antikörper,
  • die Bindungsstärke zwischen Virus-Protein und Antikörpern,
  • und die neutralisierende Wirkung der Antikörper.

Besonders die Bindungsstärke und die neutralisierende Wirkung sind wichtig, um das Virus im Körper zu bekämpfen und zu schwächen.

Wie bereits von den Forschenden erwartet, benötigt das Immunsystem mehr und effektivere Antikörper, um die Omikron-Variante zu neutralisieren.

Um einen optimalen Schutz gegen die Omikron-Variante und weitere Mutationen zu erreichen, sind insgesamte drei Kontakte mit dem Spike-Protein nötig. Egal ob genesen und geimpft, oder dreimal geimpft, die neutralisierenden Antikörper erzielen gegen die Omikron-Variante einen ausreichenden Schutz.

Das Fazit der beiden Forschenden Prof. Dr. Percy A. Knolle (Klinikum rechts der Isar der TUM) und Prof. Dr. Ulrike Protzer (Institut für Virologie der Technischen Universität München und Helmholtz Munich) ist stimmig: „Die durch eine Impfung aufgebaute beziehungsweise verstärkte Immunität ist der Schlüssel zu einem effektiven Schutz vor zukünftigen Varianten des Virus. Aber auch eine Durchbruchsinfektion, so ärgerlich sie ist, erreicht den Effekt einer zusätzlichen Impfung.“