Ein positiver Selbsttest wird ausgewertet
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Omikron-Variante: Kann ich mich erneut anstecken?

Die Omikron-Variante des Coronavirus macht auch vor Geimpften und Genesenen nicht Halt. Eine Corona-Infektion trotz Impfung verläuft meist mild, ein vollständiger Schutz vor Omikron ist allerdings nicht gewährt. Auch wer bereits mit der Virusvariante infiziert war, kann sich erneut mit Omikron anstecken.

Täglich grüßt das Murmeltier: Auch Menschen, die geimpft und genesen sind, sind vor einer erneuten Corona-Infektion nicht geschützt. Das Risiko einer Reinfektion mit Omikron ist höher als bei bisherigen Virusvarianten.

Reinfektion mit Omikron möglich

Unter einer Reinfektion mit der Omikron-Variante wird eine erneute Infektion mit Sars-CoV-2 verstanden. Da das Risiko einer erneuten Ansteckung mit Omikron dreimal höher ist als bei bisherigen Varianten, hat auch das Robert Koch-Institut reagiert: Der Status der Genesenen wurde von sechs Monaten auf drei Monate verkürzt.

Grund dafür ist die genetische Struktur der Omikron-Variante. Die Mutation ist nicht nur deutlich infektiöser als ihre Vorgänger, sie verfügt zudem über eine starke Immunflucht. Dies bedeutet, dass das Virus die Fähigkeit besitzt, den neutralisierenden Antikörpern zu entgehen, die durch eine Impfung oder eine vorausgegangene Infektion gebildet wurden.

Niedriger Antikörperspiegel nach mildem Omikron-Verlauf

Forschende aus den USA fanden zudem heraus, dass nach einem milden Verlauf mit Omikron nicht ausreichend Antikörper gebildet werden, um eine erneute Infektion zu unterbinden. Daher wird vollständig Geimpften, welche sich mit Omikron infiziert haben, zudem zu einer Boosterimpfung geraten. So wird der Antikörperspiegel gegen Omikron und weitere Varianten aufrechterhalten.

Abstandsregeln und Maskenpflicht sind weiterhin notwendig, um mögliche Infektionen zu verhindern. Auch regelmäßiges Testen kann helfen, Infektionsketten zu durchbrechen.

Omikron-Infektion schützt nicht vor weiteren Varianten: Geimpfte im Vorteil

Forschende der medizinischen Universität Innsbruck verglichen die Blutseren sowie die Zahl der Antikörper verschiedener genesener Personengruppen, diese umfassten:

  • 15 Personen: Geimpfte mit Omikron-Infektion
  • 18 Personen: Ungeimpfte Genesene mit Omikron-Infektion
  • 11 Personen: Geimpfte Genesene mit einer Omikron- plus einer weiteren Corona-Infektion
  • 15 Personen: Ungeimpfte Genesene mit Omikron und einer weiteren Virusvariante

Das Ergebnis: Geimpfte Personen zeigen eine höhere Immunantwort gegen verschiedene Varianten als Ungeimpfte. Das gilt insbesondere für jene, die bereits mit Omikron und einer weiteren Virusvariante infiziert waren. Ungeimpfte Proband*innen, die bisher mit Omikron infiziert waren, entwickelten bisher nur Antikörper gegen BA.1.

Die Forschenden raten daher weiterhin zur Corona-Impfung und einem zusätzlichen Booster, um vor schweren Verläufen geschützt zu sein.

Erste Studienergebnisse aus Südafrika zeigen zudem, dass eine Omikron-Infektion mit BA.1 nicht ausreichend gegen die sich bereits rasch ausbreitenden Varianten BA.4 und BA.5 wirkt.

In der Regel besteht allerdings kein Grund zur Sorge: Antikörper bilden die erste Schutzbarriere des Immunsystems und verhindern, dass das Virus sich an die menschlichen Zellen bindet. Das Immunsystem ist allerdings alarmiert: Falls die Antikörper-Antwort nicht ausreicht, greifen weitere Mechanismen und verhindern die Ausbreitung des Virus im menschlichen Körper. Eine Impfung oder eine vorausgegangene Infektion können daher üblicherweise schwere COVID-19-Verläufe verhindern.