Arzneimittelentwicklung Labor
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Long-Covid: Gibt es ein Medikament gegen Corona-Langzeitfolgen?

Die Langzeitfolgen einer Corona-Infektion könnten laut Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) jede zehnte genese Person betreffen. Bisher gibt es keine Medikamente gegen Long-Covid. Forschende arbeiten allerdings bereits an Mitteln gegen die Corona-Langzeitfolgen und deren Symptome. Diese Medikamente könnten bald zur Behandlung von Long-Covid eingesetzt werden.

Mögliche Long-Covid-Medikamente im Überblick

Da die Ursachen von Long-Covid nicht endgültig geklärt sind, können je nach Symptom und Beschwerden verschiedene Medikamente helfen. Neben Überreaktionen des Immunsystems und Veränderung des Lungengewebes können auch Schäden oder Vernarbungen des Lungengewebes für Langzeitfolgen einer Corona-Infektion verantwortlich sein. Forschende untersuchen daher die Wirkung verschiedener Arzneimittel bei Long-Covid. 

BC 007 bei Long-Covid

Das Medikament BC 007 des Biologieunternehmens Berlin Cures sollte eigentlich zur Behandlung bei Autoimmunerkrankungen eingesetzt werden. Dabei bildet das Immunsystem betroffener Personen Antikörper gegen körpereigene Proteine, was zu Durchblutungsstörungen unter anderem am Herzen führen kann. Forschende der Universität Erlangen untersuchten die Wirkung bei Long-Covid-Patient*innen. Die Symptome der Testpersonen (Erschöpfung, Gedächtnis- und Konzentrationsstörungen, verlorener Geschmackssinn) besserten sich im Rahmen der Behandlung. Weitere klinische Studien sind bereits geplant.

MD-004 gegen Corona-Langzeitfolgen

Das Epilepsiemedikament MD-004 wird aktuell vom Pharmahersteller Mercator getestet. Es soll bei Entzündungen im Gehirn der Long Covid-Patient*innen eingesetzt werden. Bisher wurde MD-004 allerdings noch nicht an Betroffenen erprobt.

Rintatolimod ein möglicher Long-Covid-Wirkstoff

Der Wirkstoff Rintatolimod soll laut dem Unternehmen AIM zur Therapie bei Long-Covid erprobt werden. Er aktiviert unteranderem spezifische Rezeptoren der Atemwege, soll somit Entzündungsprozessen entgegenwirken und somit bei Fatigue eingesetzt werden.

AXA1125 bei Erschöpfung nach Covid-19

Das Medikament AXA1125 von Axzella soll helfen, die anhaltende Erschöpfung bei Long-Covid zu reduzieren. Aktuell wird es in Großbritannien getestet. Ursprünglich wurde das Medikament zur Behandlung bei Lebererkrankungen entwickelt. Es reguliert den Stoffwechsel in den menschlichen Zellen. 

Inhalator bei Veränderungen der Lunge

Das inhalierbare Medikament PRS-220 soll gegen Vernarbungen der Lunge (Lungenfibrosen) helfen. PRS-220 des Herstellers Pieris (USA/Deutschland) wird aktuell in klinischen Studien getestet. 

Vitamin A bei Geruchsstörungen

Zusätzlich zu den Medikamenten wird auch Wirkung von Vitamin A bei der Regeneration von Geruchsstörungen aktuell in Großbritannien untersucht. Da Vitamin A nicht überdosiert verwendet werden darf, soll die Behandlung zur Regeneration medizinisch überwacht werden.