Schwangere Frau mit Maske
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COVID-19 in der Schwangerschaft: Coronavirus zerstört die Plazenta!

Eine Corona-Infektion in der Schwangerschaft birgt ein erhöhtes Risiko: Das Coronavirus kann nicht nur der werdenden Mutter einen erheblichen Schaden zufügen, auch das Ungeborene ist betroffen. Amerikanische Wissenschaftler*innen konnten die Delta-Variante bereits im vergangenen Jahr in der Plazenta (Mutterkuchen) nachweisen. Neuere Erkenntnisse zeigen, dass bereits bei einer milden Erkrankung das Risiko einer Totgeburt steigen kann.

Die Plazenta versorgt das ungeborene Kind mit Sauerstoff und Nährstoffen. Zudem produziert der Mutterkuchen Hormone, welche zur Aufrechterhaltung der Schwangerschaft nötig sind. Schädliche Stoffe, Viren und Bakterien werden vom Ungeborenen ferngehalten. Befällt das Coronavirus die Plazenta, kann die Sauerstoffversorgung des Kindes unterbunden werden, die Folge sind Totgeburten oder Todesfälle kurz vor, während oder nach der Geburt.

Internationale Studie liefert erste Erkenntnisse

Insgesamt untersuchten 44 Forschende aus 12 Ländern die Plazenta von 64 ungeimpften Schwangeren, deren Baby bereits vor der Geburt oder kurz nach der Entbindung verstorben war. Zudem hatten Patholog*innen die Möglichkeit, 30 der verstorbenen Kinder zu obduzieren.

Virus befällt Plazenta: Baby wird nicht versorgt

Die Forschenden fanden drei Merkmale einer Sars-CoV-2-Plazentitis. Hierbei handelt sich um eine entzündliche Infektion des Mutterkuchens, welche häufig für Frühgeburten, Abgänge und Totgeburten verantwortlich ist. Eine Plazentitis entsteht in der Regel, wenn Erreger auf die Plazenta übergreifen. Bei den Betroffenen machte sich dies wie folgt bemerkbar:

  1. Massive Ablagerungen von Fibrin in den Blutgefäßen: Fibrinogen ist ein Eiweiß, das in der Blutgerinnung eine wichtige Rolle spielt. Die erhöhte Blutgerinnung kann unter anderem durch Erreger beispielsweise Sars-CoV-2 ausgelöst werden. Die Folge: Eine Blutgerinnungsstörung, welche die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung des Kindes stören und unterbinden kann. 
  2. Nekrosen im villösen Trophoblastgewebe: Das Trophoblastgewebe ist eine Zellschicht, welche für die Versorgung des Babys mit verantwortlich ist. Diese wurde durch die Durchblutungsstörung ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen – was zum Absterben (Nekrose) des Plazentagewebes führt.
  3. Chronische histiozytäre Intervillositis (CHI): Hierbei handelt es sich um eine Entzündungsreaktion des Plazentagewebes, welche mit einem starken Anstieg an Histiozyten einhergeht. Histiozyten sind Zellen des Immunsystems, welche Erreger und Fremdkörper bekämpfen. Ob sie eine Folge oder eine Ursache der Fibrinablagerungen sind, kann in diesem Zusammenhang allerdings nicht geklärt werden.

Bei den 30 verstorbenen Babys wurden zudem die üblichen Anzeichen eines Sauerstoffmangels entdeckt: 

  • Petechiale (punktförmige) Blutungen in den Organen
  • Akute Organblutungen
  • Fortbestand kernhaltiger roter Blutkörperchen

Das Coronavirus selbst wurde zwar in den Organen von einigen Kindern nachgewiesen. Alle Ungeborenen verstarben allerdings an Sauerstoffmangel und nicht an der Corona-Infektion selbst.

 

Impfung kann Leben von Mutter und Kind retten

Um Komplikationen in der Schwangerschaft durch COVID-19 zu verhindern, wird schwangeren Frauen ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel zur Corona-Impfung geraten. Auch ungeimpfte Frauen mit Kinderwunsch sollten sich gegen das Coronavirus impfen lassen, um spätere Folgen zu verhindern.