Thrombose Animation Corona-Virus
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Corona-Infektion: Erhöhtes Thromboserisiko nach Genesung

Eine schwere Covid-19-Erkrankung geht oftmals mit tiefen Venenthrombosen, Lungenembolien und Blutung einher. Sars-CoV-2 kann neben Lunge und Herz auch den Blutgefäßen einen erheblichen Schaden zufügen. Auswertungen aus Schweden zeigen: Das Risiko einer Thrombose bleibt auch nach einer überstandenen Infektion erhöht. 

Studie: Thromboserisiko bleibt bis zu einem halben Jahr erhöht

Forschende aus Schweden werteten im Rahmen der Studie die Gesundheitsdaten aller Schwed*innen aus, welche im ersten Jahr der Pandemie zwischen Februar 2020 und Mai 2021 mit Sars-CoV-2 infiziert waren.

Insgesamt wurden die Daten von einer Million Genesener mit vier Millionen Menschen verglichen, welche negativ auf das Coronavirus getestet wurden. Die Kontrollgruppe erfüllt die gleichen Kriterien in Bezug auf Alter und Geschlecht wie die bisher Infizierten.

Die Ergebnisse mahnen zur Vorsicht: Das Risiko, nach einer Corona-Infektion eine tiefe Venenthrombose zu erleiden, war fünfmal höher als in der Kontrollgruppe.

Thrombose kurz erklärt: Bei Verletzungen gerinnt das Blut, um die Wunde zu verschließen. Ist der wichtige Reparaturmechanismus allerdings gestört und setzt am falschen Ort und zur falschen Zeit ein, besteht Lebensgefahr. Das entstehende Gerinnsel kann die Venen verstopfen und verhindert den Blutfluss. Im schlimmsten Fall löst sich das Blutgerinnsel von der Venenwand und wird in andere Blutgefäße befördert: Durch den Verschluss der Lungenarterie kann eine lebensbedrohliche Lungenembolie entstehen.

Auch das Risiko einer Lungenembolie war in den ersten sechs Monaten nach einer Corona-Infektion um das 32-fache erhöht. Blutungen traten in den ersten 30 Tagen nach der überstandenen Infektion mehr als doppelt so häufig auf als in anderen Lebenszeiträumen der Betroffenen.

Impfung könnte Risiko reduzieren

Die Untersuchungen fanden in einem Zeitraum statt, in welchen ein Impfstoff noch nicht allgemein verfügbar war. Forschende gehen davon aus, dass sich das Risiko nach Durchbruchsinfektionen reduzieren könnte.