Mann sitzt frustriert auf dem Bett
© Getty Images/stefanamer

Corona-Infektion: Führt Sars-CoV-2 zu Erektionsstörungen?

Die Folgen einer Corona-Infektion sind vielseitig und noch nicht endgültig erfasst. Welche Auswirkungen Sars-CoV-2 auf den menschlichen Körper hat, wird in vielen Untersuchungen und Studien ermittelt. Forschende stellten jetzt einen möglichen Zusammenhang zwischen einer Corona-Infektion und Erektionsstörungen her. Das sind Gründe und Ursachen der möglichen Impotenz.

Potenzprobleme und Corona: Häufiger Zusammenhang

Analysen zeigen, dass Männer nach einer Corona-Infektion häufig an Erektionsstörungen leiden. Die Ergebnisse weisen auf einen Zusammenhang zwischen Sars-CoV-2 und den Potenzstörungen von Männern hin. Das Risiko einer Dysfunktion sei laut Forschenden um circa 20 Prozent erhöht.

Mögliche Gründe der Potenzstörungen nach Covid-19

Forschende untersuchten bisher verschiedene körperliche Ursachen für die Erektionsstörungen nach einer Corona-Infektion. Die Fachleute verfolgen hierbei verschiedene Ansätze.

Gefäßstörung ein Grund für Erektionsprobleme

Sars-CoV-2 greift auch die Gefäße an und kann sogar lange nach einer Infektion Entzündungen hervorrufen. Diese Beschwerden, insbesondere Störungen der Blutgefäße, sind eine häufige Ursache von Erektionsproblemen und könnten den Zusammenhang zwischen Covid-19 und Potenzstörungen erklären. Neben dieser Annahme gibt es allerdings weitere Theorien der Forschenden.

Viruspartikel in Hoden und Keimzellen gefunden

Chinesische Expertenteams konnten Teile des Coronavirus, unter anderem das Spike-Protein, bereits in den männlichen Geschlechtsorganen feststellen. Besonders die Hoden sowie Keimzellen, aus welchen sich die Spermien bilden, waren betroffen.

Testosteronmangel nach Corona-Infektion

Erkrankte mit Covid-19 leiden häufig an einem niedrigeren Testosteronspiegel. Der Mangel des Sexualhormons kann sich ebenfalls negativ auf die Potenz und das Sexualverhalten auswirken.

Teile des Virus im Penis

Auch im Penis konnten bereits Partikel von Sars-CoV-2 nachgewiesen werden. Amerikanische Fachleute untersuchten Betroffene, welche infolge einer Covid-19-Erkrankung aufgrund von Erektionsstörungen eine Penisprothese benötigten. Bei Untersuchungen fanden die Forschenden heraus, dass in den vaskulären Endothelzellen der Blutgefäße des Penis ebenfalls Teile von Sars-CoV-2 inklusive des Spike-Proteins vorhanden sind. Diese könnten die Dysfunktion hervorrufen.

Verlorene Libido bei Geruchs- und Geschmacksverlust

Fachleute aus Italien verfolgen zudem die Theorie, dass auch der mit Covid-19 auftretende Geruchs- und Geschmacksverlust für die Libido eine wichtige Rolle spielen könnte. Sind beide Sinne nicht mehr vorhanden, könnte auch das Sexualverhalten zurückgehen. Ein endgültiger Zusammenhang ist allerdings noch nicht geklärt.

Psychische Belastung – negative Folgen der Pandemie

Auch die Folgen der Corona-Pandemie können sich negativ auf das gemeinsame Sexualverhalten und die Libido von Paaren auswirken. Stresskomponenten wie Homeoffice und mangelnde Freizeitaktivitäten beeinflussen das Liebesspiel und bieten neue, noch unbekannte Stressoren.