Frau erhält Corona-Impfung
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Aspiration vor Corona-Impfung: Was bedeutet das?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt eine Aspiration vor einer Corona-Impfung. Was dies bedeutet und welche Vorsichtsmaßnahme hinter der Methode steckt. 

Aspiration von Ständiger Impfkommission empfohlen

Im wöchentlichen Bericht der STIKO finden sich Updates zur Corona-Situation in Deutschland. Auch Zahlen zur Impfung und möglichen Nebenwirkungen werden im Epidemiologischen Bulletin veröffentlicht. In diesem Bulletin ist seit vergangener Woche ein neuer Hinweis zur Corona-Impfung zu finden: Bei einer „Covid-19 Impfung ist eine Aspiration bei intramuskulärer Applikation zur weiteren Erhöhung der Impfstoffsicherheit sinnvoll“. 

Aspiration: Was bedeutet das?

Als Aspiration wird in der Medizin das Ansaugen einer Substanz unter negativem Druck bezeichnet. Im Falle von Impfungen oder der Injektion von Medikamenten wird die Aspiration durch ein kurzzeitiges Zurückziehen des Spritzenstempels durchgeführt. Hierbei kann zwischen zwei Arten unterschieden werden. 

  1. Erfolgt die Injektion in ein Blutgefäß (intravenös), kann durch die Aspiration sichergestellt werden, dass sich die Kanüle im inneren Hohlraum des Gefäßes befindet. Im Kanülenansatz wird dann Blut sichtbar.
  2. Im Falle einer Injektion in ein Gewebe, beispielsweise intramuskulär oder subkutan (unter die Haut), kann mithilfe der Aspiration überprüft werden, ob ein Gefäß betroffen ist. Ist das der Fall, fließt die Wirkstoffmenge in kurzer Zeit in das Gefäß. Bei manchen Medikamenten wie Insulin kann dies zu schweren Komplikationen führen.

Auch bei Impfungen wurde bis 2016 eine Aspiration empfohlen, um Schmerzen- und Stressreaktionen zu verhindern.

Warum ist die Aspiration bei der Corona-Impfung notwendig?

Warum eine Aspiration im Rahmen der Corona-Impfung empfohlen wird, ist ebenfalls im wöchentlichen Bericht der STIKO und des Robert Koch-Instituts zu finden: „Im Tiermodell kam es nach direkter intravenöser Injektion eines mRNA-Impfstoffs zum Auftreten von Perimyokarditis“. Dies bedeutet: Die Aspiration soll angewandt werden, um mögliche Herzmuskelentzündungen nach einer Corona-Impfung auszuschließen.

Ob eine Aspiration helfen kann, die seltene Nebenwirkung zu verhindern, ist allerdings nicht bewiesen. Forschende gehen davon aus, dass eine Myokarditis (Herzmuskelentzündung) möglicherweise aufgrund hormoneller Einflüsse entsteht. Da besonders junge Männer und Jungen in der Pubertät betroffen sind, könnte der Testosteronspiegel eine Rolle spielen. 

Corona-Impfung auch ohne Aspiration möglich

Wer bereits vollständig geimpft oder geboostert ist, muss sich keine Sorgen machen. Eine mögliche Herzmuskelentzündung wird in der Regel wenige Tage nach der Impfung registriert. Eine Impfung an sich kann auch ohne die Vorsichtsmaßnahme erfolgen. Da die Berichte der Tiermodelle bereits aus dem Jahr 2021 stammen, wird die Aspiration nur als eine weitere Vorsichtsmaßnahme angesehen.