Junges Mädchen erhält Corona-Impfung
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Corona-Impfung bei Jugendlichen: Impfschutz lässt nach

Da der Schutz der Corona-Impfung nach wenigen Monaten nachlässt, rät die Ständige Impfkommission (STIKO) vollständig Geimpften zur dritten Dosis. Die Zahl der neutralisierenden Antikörper gegen Sars-CoV-2 kann auch bei Kindern und Jugendlichen abnehmen. Erste Zahlen des amerikanischen Center for Disease Control and Prevention (CDC) zeigen, dass bereits nach fünf Monaten kein Impfschutz mehr nachweisbar ist.

Impfschutz bei Kindern und Jugendlichen: Erste Auswertungen aus den USA

Die amerikanische Gesundheitsbehörde CDC hat die Daten von sieben verschiedenen Krankenversicherungen ausgewertet. Da Kliniken und Hausärzt*innen bei Infizierten unter anderem den Impfstatus erfassen, liefern die Ergebnisse einen ersten Überblick über die Wirkung der Corona-Impfstoffe. Die Abschwächung der Impfstoffe bei Erwachsenen konnte daher früh erkannt und weiter erforscht werden – auch bei Kindern und Jugendlichen ergeben sich erste Hinweise, dass der Impfschutz schnell nachlassen könnte.

In den USA erhalten Jugendliche ab 12 Jahren bereits seit Mai vergangenen Jahres den mRNA-Impfstoff von BioNTech/Pfizer, im Oktober folgten die jüngeren Kinder ab dem fünften Lebensjahr.

Da die Impfung bei vielen Kindern und Jugendlichen nun bereits mehr als fünf Monate zurückliegt, zeigt sich auch hier eine klare Tendenz zum Abbau der Schutzwirkung

Schutzwirkung der Corona-Impfstoffe bei Jugendlichen nimmt ab

Nach fünf Monaten wurde ein Rückgang der Schutzwirkung bei Jugendlichen im Alter von 16 bis 17 Jahren beobachtet:

  • Die Schutzwirkung fiel von 76 Prozent auf 46 Prozent.
  • Eine Boosterimpfung hob die Wirkung auf 86 Prozent an.

Nach Auftreten der Omikron-Variante verschlechterte sich der Schutz auf 34 Prozent. Die dritte Dosis schützt allerdings mit circa 81 Prozent auch gegen Omikron.

Vor einer schweren Erkrankung mit Hospitalisierung schützen die Vakzine auch nach fünf Monaten weiterhin zwischen 70 und 90 Prozent.

Auch in der Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen wurde ein Rückgang des Impfschutzes registriert, fünf Monate nach der zweiten Dosis zeigte sich in der Delta-Welle ein Rückgang von 92 Prozent auf 79 Prozent. Bereits zu Beginn der Omikron-Welle lag der Schutz bei geringen 45 Prozent, nach fünf Monaten machte sich eine sehr geringe bis keine Schutzwirkung bemerkbar.

Die Wirkung der Boosterimpfung ist in dieser Altersgruppe aufgrund geringer Impfzahlen noch nicht ausreichend erforscht.

Die Corona-Impfung schützt Kinder mit circa 51 Prozent vor der Omikron-Variante, auch hier erwarten Forschende einen Rückgang der neutralisierenden Antikörper.

Vor einer schweren Erkrankung mit Hospitalisierung schützen die Vakzine in allen Altersgruppen auch nach fünf Monaten weiterhin zwischen 70 und 90 Prozent. Hier ist allerdings zu beachten, dass während der Omikron-Wellen insgesamt deutlich weniger Hospitalisierungen beobachtet werden konnten.

Ständige Impfkommission empfiehlt Boosterimpfung bei Jugendlichen

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bereits seit Januar die dritte Impfung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren. Das Robert Koch-Institut rät, das Impfangebot wahrzunehmen, um einen optimalen Impfschutz zu erreichen.