Impfstoff wird in Spritze aufgezogen
© Getty Images/ Cavan Images

Sanofi stellt Zulassungsantrag für Corona-Impfstoff Vidprevtyn®

Der Kampf gegen das Coronavirus geht weiter: Mit Sanofi und Glaxo-Smith-Kline (GSK) hat ein weiterer Hersteller die Zulassung eines Impfstoffs bei der Europäischen Arzneimittel Agentur (EMA) beantragt. Das proteinbasierte Vakzin trägt den Namen Vidprevtyn® und basiert auf der gleichen Technologie wie der inaktivierte Impfstoff von Novavax. Wie das Vakzin von Sanofi funktioniert und wie wirksam Vidprevtyn® gegen Sars-Cov-2 ist.

Vidprevtyn® – so funktioniert der Corona-Impfstoff von Sanofi und GSK

Wie die bereits zugelassenen Corona-Impfstoffe soll auch das Vakzin von Sanofi und GSK den Körper auf eine mögliche Infektion mit Sars-CoV-2 vorbereiten und einen entsprechenden Schutz aufbauen.

Vektor- und mRNA-Impfstoffe enthalten den Bauplan des Spike-Proteins von Sars-CoV-2. Dieses Protein wird nach der Impfung im Körper nachgebaut. Das Immunsystem erkennt das Spike-Protein als Fremdkörper und beginnt, Antikörper und weitere Schutzmechanismen zu produzieren.

Im Gegensatz zu den mRNA- und Vektorimpfstoffen basiert Vidprevtyn® auf einer anderen Technologie: Bei Vidprevtyn® werden Proteinfragmente des Spike-Proteins im Labor künstlich hergestellt und mit einem Wirkverstärker (Adjuvans) versehen. Bei der Impfung kommt der Körper mit den viralen Proteinen in Berührung. Das Immunsystem erkennt diese Proteine als Fremdkörper und beginnt daraufhin, Antikörper und weitere Abwehrzellen zu entwickeln. Der Körper baut die Proteine innerhalb weniger Tage ab. Im Fall einer Corona-Infektion erkennt das Immunsystem die Erreger frühzeitig und beginnt, Antikörper zu produzieren. Die Impfung schützt vor Infektionen und schweren Krankheitsverläufen, kommt es trotz Impfung zu einer Durchbruchsinfektion, leiden Betroffene meist nur an milden Symptomen.

Proteinbasierte Impfstoffe werden auch als inaktivierte Vakzine bezeichnet, da sie sich im Körper nicht vermehren können. Umgangssprachlich werden proteinbasierte Impfstoffe auch als Totimpfstoffe bezeichnet. Wissenschaftlich gesehen ist dies allerdings nicht korrekt, da Vidprevtyn® keine abgetöteten Viruspartikel enthält.

Wie wirksam ist Vidprevtyn®?

An der zulassungsrelevanten Phase-III-Studie zu Vidprevtyn® nahmen mehr als 10.000 freiwillige ungeimpfte Proband*innen aus den USA, Lateinamerika, Asien und Afrika teil.

Insgesamt wurden zwei Dosen des proteinbasierten Impfstoffes im Abstand von 21 Tagen verimpft. Laut einer Pressemitteilung des Herstellers schützt die Impfung gegenüber eines Placebo-Vakzins zu

  • 100 Prozent vor einer Hospitalisierung mit Covid-19. 
  • 57,9 Prozent vor einer symptomatischen Erkrankung mit besorgniserregenden Varianten.
  • 77 Prozent vor einer symptomatischen Delta-Infektion.

Aktuell wird das Vakzin auch als Auffrischung der bereits zugelassenen mRNA- und Vektorimpfstoffe getestet. Der Antikörpertiter konnte nach einer Boosterimpfung mit Vidprevtyn® um das 18- bis 30-Fache gesteigert werden. Eine dritte Impfung mit Vidprevtyn® soll den Antikörperspiegel zudem um das 84- bis 153-Fache erhöhen. Die Zulassung für die Boosterimpfung muss allerdings von der EMA in einem eigenen Antrag genehmigt werden.

Insgesamt werde die Impfung laut den Herstellern gut vertragen, es traten keine Sicherheitsbedenken auf. Eine mögliche Zulassung der Europäischen Arzneimittel Agentur (EMA) wird bereits in den nächsten Wochen erwartet.