Schwangere Frau mit Maske auf Babybauch
© Getty Images/Pierre Ogeron

Sars-CoV-2 wirkt sich negativ auf die Entwicklung Ungeborener aus

Das Coronavirus beeinflusst nicht nur die Gesundheit werdender Mütter, auch auf die Entwicklung der Ungeborenen kann sich das Virus negativ auswirken. Besonders das Lungenvolumen der Feten soll betroffen sein.

Coronavirus in der Schwangerschaft: Studie liefert Erkenntnisse

Forschende des Klinikums der Max Ludwig-Universität München und des Helmholtz Zentrums München untersuchten den Einfluss des Coronavirus auf die werdende Mutter und das ungeborene Kind.

An der Studie nahmen insgesamt 34 schwangere Frauen teil, welche mittels PCR-Test positiv auf die Alpha-Variante von Sars-CoV-2 getestet wurden. Die werdenden Mütter waren ungeimpft, da zum Zeitpunkt der Untersuchung noch kein Impfstoff für Schwangere zur Verfügung stand.

Die physischen Strukturen des Ungeborenen wurden mithilfe einer speziellen Magnetresonanztomographie (MRT) ermittelt, um die Feten detailliert zu untersuchen.

Schwangere, die nicht an Covid-19 erkrankt waren, standen zudem als Vergleichsgruppe zur Verfügung.

Lungenvolumen bei Ungeborenen von infizierten Müttern deutlich geringer

Die Ergebnisse zeigen, dass das Coronavirus die Entwicklung des Ungeborenen negativ beeinflusst. Laut Studienleitung Sophia Stöcklein hatten die ungeborenen Kinder im Vergleich zur Kontrollgruppe ein geringeres Lungenvolumen. Bei Feten im dritten Trimenon waren im Durchschnitt lediglich 69 Prozent des erwartenden Werts entwickelt.

Coronavirus greift Plazenta an

Das Coronavirus befällt auch die Plazenta (Mutterkuchen) der werdenden Mutter, welcher für die Versorgung der Ungeborenen zuständig ist.

Über diese gelangt das Virus in das Fruchtwasser und somit auch in die Lunge des Fötus. Da im dritten Schwangerschaftsdrittel die Lungenentwicklung und die Zellreifung des Gasaustauschs im Fokus steht, könnte ein Viruskontakt besonders in diesem Zeitraum einen deutlichen negativen Effekt haben.

Weitere Studien zu Corona-Infektionen während der Schwangerschaft und deren Auswirkungen auf die Ungeborenen sollen laut den Forschenden erfolgen.

Bereits veröffentlichte Studien zeigen allerdings, dass eine Corona-Infektion während der Schwangerschaft zu Komplikationen und Gefahren für Mutter und Kind führen kann. Eine Impfung wird daher dringend empfohlen und kann ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel durchgeführt werden.