Eine Frau schaut in den Spiegel und begutachtet ihre Augen.
© Getty Images

Amsler-Gitter-Test: Makuladegeneration erkennen

Mit dem Alter lässt die Sehkraft bei vielen Menschen nach. Eine häufige Ursache ist die altersabhängige Makuladegeneration (AMD). Mithilfe des Amsler-Gitter-Tests lässt sich feststellen, ob entsprechende Anzeichen vorliegen. Testen Sie, ob Sie womöglich betroffen sind.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Altersabhängige Makuladegeneration

Dass die Sehleistung mit fortschreitendem Lebensalter schwindet, ist nicht ungewöhnlich. Viele ältere Menschen beobachten, dass vor allem die Mitte ihres Blickfelds unscharf wird – die Randbereiche sind hingegen nicht betroffen. Das spricht für eine altersabhängige Makuladegeneration (AMD).

Lesetipp: Augenkrankheiten – welche gibt es?

Altersabhängige Makuladegeneration: Was ist das?

Die Makula (macula lutea), umgangssprachlich auch als "gelber Fleck" bezeichnet, befindet sich in der Mitte der Netzhaut und ist nur wenige Millimeter groß. In diesem Bereich befinden sich besonders viele Sehzellen, weshalb eine gesunde Makula für eine gute Sehkraft essenziell ist. Ist die Makula hingegen beschädigt, können Betroffene nur noch eingeschränkt sehen.

Wie der Name schon sagt, sind die meisten Betroffenen bereits älter. Die altersabhängige Makuladegeneration tritt bei rund 10 bis 20 Prozent aller Menschen über 85 auf.

Zu Beginn nehmen Erkrankte noch Umrisse wahr. Mit Fortschreiten der Makuladegeneration wird es zunehmend schwieriger, einen Gegenstand fokussiert wahrzunehmen. Er erscheint verschwommen, unscharf oder verzerrt. Feinheiten werden dagegen kaum erkannt, und auch Farben können Betroffene nur noch schlecht unterscheiden.

Mehr Informationen zur altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) finden Sie hier.

Amsler-Gitter-Test

Zwar ist die altersabhängige Makuladegeneration bislang nicht heilbar. Dennoch können Betroffene einiges tun, um der Erkrankung entgegenzuwirken. So gilt es, bestimmte Risikofaktoren einzudämmen, etwa

Auch nehmen einige Expert*innen an, dass UV-Strahlung ein möglicher Risikofaktor ist.

Um herauszufinden, ob bei Ihnen Anzeichen für eine Makuladegeneration vorliegen, kann der Amsler-Gitter-Test helfen.

Das müssen Sie tun:

Betrachten Sie das Gitterbild aus etwa 30 bis 40 Zentimeter Entfernung. Das ist etwa eine Handbreit mehr als ein DIN-A4-Blatt. Wenn Sie eine Brille oder Kontaktlinsen tragen, verwenden Sie diese auch beim Test. Der Amsler-Gitter-Test muss für beide Augen getrennt durchgeführt werden.

Decken Sie ein Auge mit der Hand ab, ohne das Auge dabei zuzukneifen. Schauen Sie mit dem offenen Auge auf den schwarzen Punkt in der Mitte des Gitters. Wiederholen Sie anschließend den Sehtest mit dem anderen Auge.

Auswertung des Amsler-Gitter-Tests

Sieht das Gitter unverändert aus, scheint keine altersabhängige Makuladegeneration bei Ihnen vorzuliegen.

Wenn eine oder mehrere der folgenden Aussagen auf Sie zutreffen, kann dies ein Hinweis auf eine beginnende altersabhängige Makuladegeneration sein. Lassen Sie dies zur Sicherheit von Ihrem*Ihrer Augenärzt*in überprüfen!

  • Dem Gitter scheint eine Ecke zu fehlen.
  • Einige Quadrate des Gitters kommen mir größer oder kleiner vor als die anderen.
  • Ich sehe leere Stellen im Gitter.
  • Im Gitter verschwimmen bestimmte Bereiche.
  • Einige Linien wirken verzerrt oder gewellt.
  • Ich sehe einen grauen Schatten im Gitter.

Hinweis: Der Amsler-Gitter-Test kann Ihnen jedoch nur einen Anhaltspunkt geben, ob Ihre Augen möglicherweise von der altersabhängigen Makuladegeneration betroffen sind. Er ersetzt nicht die regelmäßige augenärztliche Untersuchung.