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Fußpilz (Tinea pedis)

Letzte Änderung:
Autor*in: Onmeda-Redaktion | Wiebke Posmyk, Medizinredakteurin

Fußpilz (Tinea pedis) kann man oft schon auf den ersten Blick erkennen: Der betroffene Bereich juckt, ist gerötet, nässt, schuppt und bildet Blasen. Fußilz lässt sich meist mit freiverkäuflichen Salben, Cremes oder Sprays behandeln. Manche schwören auch auf Hausmittel wie Teebaumöl – erwiesen ist die Wirkung dieser Mittel jedoch nicht.

Überblick

Fußpilz  ist hierzulande eine der häufigsten Infektionskrankheiten: Bis zu 15 von 100 Deutschen sind davon betroffen.

Was ist Fußpilz?

Fußpilz ist eine im Fußbereich auftretende Pilzerkrankung der Haut. Auslöser sind bestimmte Pilze, die ausschließlich Haut, Haare und Nägel befallen: sogenannte Dermatophyten. Mediziner bezeichnen eine durch Dermatophyten verursachte Pilzinfektion allgemein als Tinea oder Dermatophytose. Fußpilz heißt daher auch Tinea pedis (lat. pes = Fuß). 

Fußpilz breitet sich typischerweise in der in der obersten Hautschicht aus. Er kann auf die Zehennägel übergehen, sodass zusätzlich ein Nagelpilz entsteht. 

Je höher das Alter, desto eher Fußpilz: Ältere Personen erkranken entwickeln häufiger Tinea pedis als jüngere. Aber auch Kinder sind zunehmend von Fußpilz betroffen. Bei Frauen ist die Tinea pedis etwas weniger verbreitet als bei Männern. Mögliche Gründe hierfür sind Unterschiede in der Fußbekleidung und den Pflegegewohnheiten zwischen Frauen und Männern.

Behandlung

Gegen Fußpilz (Tinea pedis) hilft eine Behandlung mit einem pilzabtötenden oder -hemmenden Mittel (sog. Antimykotikum). Wenn Sie gleichzeitig starke Entzündungen haben, ist es ratsam, diese vor dem Fußpilz zu behandeln – zum Beispiel mit einem speziellen Fußbad.

Antipilzmedikamente zum Auftragen erhalten Sie als Salbe, Creme oder Puder rezeptfrei in der Apotheke. Gängige Wirkstoffe gegen Tinea pedis sind zum Beispiel:


Sind nur Ihre Zehenzwischenräume vom Fußpilz befallen, reicht in der Regel eine örtliche Behandlung mit den rezeptfreien Mitteln aus. Wie lange es dauert, bis der Fußpilz spürbar zu heilen beginnt, hängt vom eingesetzten Mittel ab. Die Antimykotika wirken auf unterschiedliche Arten, weshalb die Anwendungsdauer variiert:

Wenn die äußerliche Behandlung nicht anschlägt, wird der Arzt möglicherweise Antipilzmittel in Tablettenform mit Wirkstoffen wie Itraconazol oder Terbinafin verschreiben. Dies ist in der Regel jedoch nur selten notwendig. Die Therapie mit Tabletten ist im Vergleich zur lokalen Behandlung mit mehr Nebenwirkungen verbunden. Dazu zählen zum Beispiel Magen-Darm-Beschwerden oder Kopfschmerzen und, in seltenen Fällen, Leberprobleme.

Tipps zur weiteren Behandlung

Bei Fußpilz sind für eine erfolgreiche Behandlung nicht nur Medikamente ausschlaggebend. Wichtig ist es auch, dass Sie Ihre Zehen getrennt und trocken halten. Hilfreiche Tipps, um den Hautpilz loszuwerden:

Hausmittel

Helfen Hausmittel gegen Fußpilz? Und wenn ja: welche? Zu häufig empfohlenen Hausmitteln gegen Fußpilz zählen:

Der eine oder andere mag auf eines dieser Hausmittel schwören. Fest steht jedoch: Bislang konnte die Wirkung solcher Hausmittel nicht erwiesen werden – oder aber es gab bisher keine aussagekräftigen Untersuchungen dazu. 

Ansteckung

Fußpilz verbreitet sich meist von Mensch zu Mensch. Eine Ansteckung ist möglich durch  

Indirekt kann man sich überall dort mit Fußpilz anstecken, wo infizierte Personen barfuß gehen und Hautschüppchen hinterlassen. Typische Infektionsquellen sind zum Beispiel Fußböden in öffentlichen Bädern und Duschen, Schuhe, Strümpfe und Teppichböden (v.a. in Hotels). Von einer direkten Ansteckung spricht man, wenn der Fußpilz durch unmittelbaren Hautkontakt weitergegeben wird – zum Beispiel bei Kontaktsportarten wie Judo.

© Jupiterimages/Hemera
Fußpilz kann überall dort lauern, wo Betroffene barfuß gelaufen sind: zum Beispiel auf dem Teppichboden im Hotelzimmer, in der Umkleidekabine von Sportstätten, in der Sauna oder im Schwimmbad.

Fußpilz ist ansteckend. Wenn die Erreger auf einen anderen Menschen übertragen werden, bedeutet das jedoch nicht zwangsläufig, dass diese Person tatsächlich einen Fußpilz entwickelt. Vielmehr müssen dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Ein feuchtes Milieu (wie es besonders in den Zwischenräumen der Zehen herrscht) bietet den idealen Nährboden für Pilze und ist von entscheidender Bedeutung für die Entstehung von Fußpilz. Als wichtigste Ursachen für den Ausbruch der Tinea pedis gelten:

Im englischen Sprachraum ist die Tinea pedis unter der Bezeichnung Athlete's foot (= Sportlerfuß) bekannt, da Sportler häufig von Fußpilz betroffen sind. Ursache hierfür ist die für Sportler typische Kombination aus:

Darüber hinaus entscheiden weitere individuelle Faktoren darüber, ob jemand nach der Ansteckung Fußpilz bekommt oder nicht. Ein erhöhtes Risiko für Tinea pedis haben zum Beispiel Menschen mit

Symptome

Typische Symptome von Fußpilz (Tinea pedis) sind:

  • Hautrötung
  • Hautnässen
  • Hautschuppung
  • Blasenbildung
  • Juckreiz

Oft befällt Fußpilz beide Füße gleichzeitig. Je nachdem, welches Befallsmuster die Symptome erkennen lassen, unterscheidet man drei Formen von Tinea pedis.

1. Fußpilz zwischen den Zehen

Häufig bildet sich Fußpilz in den Zehenzwischenräumen. Die ersten Symptome treten dabei meist zwischen dem vierten und fünften Zeh auf. Diese  Form von Fußpilz nennen Ärzte Tinea pedis interdigitalis (interdigital = zwischen den Fingern bzw. Zehen). Im Anfangsstadium weicht die Haut etwas auf. Anschließend können die betroffenen Hautstellen 

© CDC
Fußpilz befällt oft die Zehenzwischenräume.

Weitere Symptome können kleine Bläschen an den Seitenflächen der Zehen sein. Bleibt die Tinea pedis interdigitalis lange unerkannt und unbehandelt, dehnt sie sich unter Umständen auf Fußsohlen, Fußkanten und den Fußrücken aus.

2. Schuppiger und stark verhornender Fußpilz

Fußpilz kann auch die Fußsohle betreffen (sog. Tinea pedis plantaris) und sich langsam auf die Fußkanten und den Fußrücken ausbreiten. Typische Symptome: Die betroffene Hautpartie schuppt und verhornt (was Mediziner als squamös-hyperkeratotisch bezeichnen). Zunächst bildet sich eine feine, trockene Schuppung auf einer leicht bis mäßig stark entzündeten Haut. Im weiteren Verlauf können sich dicke Hornhautschichten und schmerzhafte Risse bilden, vor allem an den Fersen.

Ein schuppiger und stark verhornender Fußpilz erinnert durch sein Befallsmuster und die Symptome an einen sogenannten Mokassin-Schuh, weshalb man ihn auch als Mokassin-Form bezeichnet. Häufig erkennen die Betroffenen diese Fußpilz-Form gar nicht, sondern glauben, sie hätten eine trockene Haut.


3. Fußpilz mit Bläschen

Bei der sogenannten vesikulos-dyshidrotischen Form von Fußpilz bilden sich flüssigkeitsgefüllte Bläschen am Fußgewölbe und den Fußkanten. Aufgrund der dicken Hornschicht an den Fußsohlen platzen diese Bläschen nicht von selbst auf, sondern trocknen ein. In der Folge spannt und juckt die Haut.

Diagnose

In der Regel ist Fußpilz (Tinea pedis) schon auf den ersten Blick leicht zu erkennen. Um sicherzugehen, dass es sich tatsächlich um Fußpilz handelt, kann der Arzt Hautschuppen von der betroffenen Hautstelle abschaben und anschließend unter dem Mikroskop untersuchen. Seltener ist es notwendig, den genauen Erregertyp im Labor zu bestimmen.  

Neben Fußpilz gibt es noch andere Erkrankungen, die ebenfalls in den Zehenzwischenräumen vorkommen können und ähnliche Symptome hervorrufen. Darum ist es bei Anzeichen einer Tinea pedis wichtig, solche Erkrankungen auszuschließen (sog. Differentialdiagnose). Zu diesen Krankheiten zählen:

© iStock
Meist reicht eine einfache Untersuchung der Füße, um Fußpilz zu diagnostizieren.

Verlauf

Fußpilz (Tinea pedis) kann sehr hartnäckig sein und heilt in der Regel nicht von alleine. Ohne Behandlung geht die Pilzerkrankung also in einen chronischen Verlauf über.

Komplikationen

Zu möglichen Komplikationen zählen:

Vorbeugen

Fußpilz (Tinea pedis) können Sie wirksam vorbeugen, indem Sie folgende Tipps beachten:

Quellen

Fußpilz. Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen: www.gesundheitsinformation.de (Stand: 30.5.2018)

Tinea pedis. Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 4.6.2018)

Hof, H., Dörries, R.: Duale Reihe Medizinische Mikrobiologie. Thieme, Stuttgart 2017

Moll, I.: Duale Reihe Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2016

Gesenhues, S., Ziesché, R., Breetholt, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2013

Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin 2011

Sterry, W. (Hrsg.): Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2011

Plettenberg, A., Meigel, W., Schöfer, H. (Hrsg.): Infektionskrankheiten der Haut. Thieme, Stuttgart 2010

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Fußpilz (Tinea pedis)":

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Letzte inhaltliche Prüfung: 19.06.2018
Letzte Änderung: 20.12.2019