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Kehlkopfentzündung (Laryngitis)

Letzte Änderung:
Zuletzt bearbeitet von Lydia Klöckner • Medizinredakteurin
Geprüft von Dr. med. Frauke Gehring • Allgemeinärztin

Ansteckend ist eine Kehlkopfentzündung nur in bestimmten Fällen. Meist lässt sie sich gut behandeln. Wichtig ist, dass die Betroffenen ihre Stimme schonen. Auch Hausmittel können helfen. Alles Wissenswerte im Überblick

Überblick

Was ist eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis)?
Greifen Viren, Bakterien oder eingeatmete Schadstoffe den Kehlkopf an, kann er sich entzünden. Mediziner sprechen dann von einer Kehlkopfentzündung oder Laryngitis. Sie äußert sich unter anderem durch Heiserkeit und Husten.

Der Kehlkopf ist Teil der oberen Atemwege. Er erfüllt zwei wichtige Funktionen: Er dichtet den Eingang der Luftröhre ab, damit beim Schlucken keine Speisen hineingelangen. Zudem sitzen in ihm die Stimmlippen, mit denen wir Töne erzeugen können.

Entzünden kann sich der Kehlkopf etwa, wenn die oberen Atemwege von einem Infekt betroffen sind, die Stimme überstrapaziert wurde oder man häufig schädliche Stoffe wie Zigarettenrauch einatmet. Darum erkranken zum Beispiel Lehrer und Raucher häufiger an Kehlkopfentzündungen. Eine Sonderform der Kehlkopfentzündung, der Pseudokrupp, trifft vorwiegend Kinder.

© iStock
Beim Atmen sind die Stimmlippen fest geschlossen, beim Sprechen und Singen liegen sie nur locker aneinander. Denn: Um Töne zu erzeugen, müssen die Stimmlippen schwingen können. Erzeugt werden die Schwingungen von der ausströmenden Atemluft.

Ist eine Kehlkopfentzündung ansteckend?

Die Gefahr einer Ansteckung besteht nur, wenn die Kehlkopfentzündung Folge eines bakteriellen oder viralen Infekts ist. Die Erreger können durch winzige Tröpfchen, wie sie beim Niesen, Husten oder Sprechen entstehen, übertragen werden (Tröpfcheninfektion).

Wie lange man ansteckend ist, hängt von der Art des Erregers ab. Die Grippe (Influenza) ist etwa vier bis fünf Tage nach Auftreten der ersten Symptome infektiös. Eine Erkältung kann länger als zwei Wochen lang ansteckend sein.

Behandlung

Gegen die Entzündung und die damit verbundenen Beschwerden können entzündungshemmende Mittel und abschwellende Medikamente helfen. Zudem muss der Betroffene seine Stimme schonen, indem er möglichst nicht spricht und nicht raucht.

Die weitere Behandlung hängt von der Ursache der Kehlkopfentzündung ab:

Eine Kehlkopfentzündung sollte man immer ernst nehmen. Unbehandelt kann sich eine akute Kehlkopfentzündung zu einer chronischen entwickeln. Eine chronische Kehlkopfentzündung kann im schlimmsten Fall dazu führen, dass die Schleimhautzellen entarten und sich zu einer Krebsvorstufe entwickeln.

Hausmittel

Für den wichtigsten Teil der Therapie ist der Patient selbst verantwortlich: Er sollte seine Stimme schonen, nicht rauchen, keinen Alkohol trinken und auf scharfe Gewürze verzichten. Kommt er beruflich ständig mit Schadstoffen in Berührung, sollte er das Problem mit dem Betriebsarzt oder Vorgesetzten besprechen.

Darüber hinaus können verschiedene Hausmittel die mit der Kehlkopfentzündung einhergehenden Beschwerden lindern und die Genesung fördern. Empfehlenswert ist es zum Beispiel, Wasserdampf zu inhalieren (z.B. mit entzündungshemmenden Zusätzen wie Salbei).

Übrigens: Manchmal rührt eine chronische Kehlkopfentzündung daher, dass der Betroffene seine Stimme permanent überstrapaziert. Dadurch können Stimmbandknötchen entstehen, die die Schwingung der Stimmlippen behindern und zu dauerhafter Heiserkeit führen. Dann ist eine logopädische Behandlung zum Erlernen einer weniger belastenden Stimmtechnik sinnvoll.

Dauer & Verlauf

Eine akute Kehlkopfentzündung dauert nicht länger als drei Wochen. War ein viraler Infekt die Ursache, heilt die Entzündung oft schon nach einigen Tagen. Bakterielle Infekte verursachen mitunter länger Beschwerden. Generell hängt der Verlauf vor allem davon ab, wie konsequent der Patient seine Stimme schont.

Eine chronische Kehlkopfentzündung kann viele Wochen dauern. Bei vielen Betroffenen tritt sie wiederholt auf, gerade wenn diese ihre Stimme weiterhin belasten oder schädlichen Einflüssen aussetzen.

Komplikationen

Sind die Stimmlippen stark geschwollen, haben manche Betroffenen Atemnot. Bei Erwachsenen geschieht das selten. Bei Kindern besteht dieses Risiko jedoch eher. Sie sollten deswegen in solchen Fällen stationär im Krankenhaus überwacht werden, bis die Schwellung abgeklungen ist und sie wieder frei atmen können.

Ohne Behandlung kann sich die akute Kehlkopfentzündung zu einer chronischen entwickeln. Wenn der Patient seine Stimme nicht schont, besteht zudem die Gefahr, dass sich Stimmbandknötchen bilden oder eine funktionelle Stimmstörung (Dysphonia functionalis) entwickelt.

Besteht eine chronische Laryngitis über lange Zeit, können die Schleimhautzellen entarten und sich zu einer Krebsvorstufe (Präkanzerose) oder zu einem Krebs entwickeln. Hierzu tragen insbesondere Rauchen und das regelmäßige Trinken größerer Mengen Alkohols bei.

Symptome

Eine Kehlkopfentzündung äußert sich vor allem durch Husten und Heiserkeit. Die Stimme wird rau, weil die Stimmlippen durch die Entzündung anschwellen und sich darauf Beläge bilden. Manchmal ist die Stimme so stark beeinträchtigt, dass die Betroffenen zeitweise überhaupt nicht sprechen können (Aphonie).

Symptome einer akuten Kehlkopfentzündung:

Symptome einer chronischen Kehlkopfentzündung:

Ursachen

Eine Kehlkopfentzündung kann entweder akut oder chronisch sein.

Ursachen einer akuten Kehlkopfentzündung

Eine akute Kehlkopfentzündung entsteht meist durch Erreger, etwa durch:

Übrigens: Vor allem bei Kindern können Atemwegsinfekte auch zu Pseudokrupp (Krupphusten) führen, der ebenfalls mit einer Kehlkopfentzündung einhergeht.

Ursachen einer chronischen Kehlkopfentzündung

Eine unbehandelte akute Kehlkopfentzündung kann sich zu einer chronischen entwickeln, wenn der Betroffene seine Stimme nicht ausreichend schont. Weitere mögliche Ursachen sind:

Diagnose

Im Rahmen der Anamnese fragt der Arzt den Patienten zunächst, welche Beschwerden er hat und wie lange diese schon bestehen. Zudem kann der Arzt fragen, ob der Patient seine Stimme stark belastet hat oder (etwa bei der Arbeit) regelmäßig Schadstoffe einatmet.

Anschließend untersucht der Arzt den Kehlkopf mithilfe eines kleinen Spiegels oder eines Endoskops (Laryngoskopie). Es gibt zwei Arten der Laryngoskopie: die indirekte und die direkte:

Mithilfe der Laryngoskopie kann der Arzt feststellen, ob und wie sich Kehlkopfschleimhaut und Stimmlippen verändert haben. Bei einer Kehlkopfentzündung sieht der Kehlkopf anders aus als bei einer Tuberkulose oder Krebs. Auch unterscheidet sich eine akute Kehlkopfentzündung normalerweise sichtbar von einer chronischen.

Stellt der Arzt eine akute Kehlkopfentzündung fest, sind in der Regel keine weiteren Untersuchungen notwendig.

Vermutet er hingegen eine chronische Kehlkopfentzündung, kann er eine Gewebeprobe der Kehlkopfschleimhaut entnehmen und diese untersuchen lassen. So kann er bösartige Veränderungen wie ein Larynxkarzinom (Kehlkopfkrebs) ausschließen.

Vorbeugen

Häufig rufen Erkältungskrankheiten akute Kehlkopfentzündungen hervor. Um einer Erkältung vorzubeugen, sollte man (vor allem im Winter) großen Wert auf Hygiene legen. Es ist zum Beispiel sinnvoll, sich die Hände zu waschen, wenn man sich in der Bahn oder im Bus an den Haltegriffen festgehalten oder jemandem die Hand geschüttelt hat. Grundsätzlich sollte man sich die Hände nach dem Nachhausekommen und vor dem Essen waschen.

Um einer chronischen Kehlkopfentzündung vorzubeugen, sollte man möglichst:

Wer seine Stimme dauerhaft sehr stark belastet (etwa Lehrer oder Sänger), sollte auf die richtige Stimmtechnik achten. Helfen kann dabei ein Logopäde.

Quellen

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Abrufdatum: 7.5.2019)

Laryngitis. Online-Informationen der Harvard Medical School: www.health.harvard.edu (Stand: Dezember 2018)

Gortner, L., et al. (Hrsg.): Duale Reihe Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2018

Füeßl, H., et al.: Duale Reihe Anamnese und Klinische Untersuchung. Thieme, Stuttgart 2014

Arnold, W., Ganzer, U.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011

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Letzte inhaltliche Prüfung: 07.05.2019
Letzte Änderung: 09.09.2020