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Schnittwunde

Lydia Klöckner
Letzte Änderung:
Zuletzt bearbeitet von Lydia Klöckner • Medizinredakteurin
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Die Schnittwunde gehört zu den häufigsten Verletzungen überhaupt: Ob beim Hantieren mit Messer, Schere, Klingenrasierer, Bruchscherben oder Papier – kurz nicht aufgepasst, und schon hat man sich in den Finger geschnitten.

Überblick

Was ist eine Schnittwunde?
Eine Schnittwunde ist eine mechanische Verletzung durch einen scharfkantigen Gegenstand. Typischerweise hat die Wunde glatte Wundränder, blutet meist stark und geht mit einem Wundschmerz einher.

Schnittverletzungen gehören zu den häufigsten Verletzungen, besonders im Haushalt. Typischerweise haben Schnittwunden glatte Ränder und bluten meist stark. Um den Blutverlust so gering wie möglich zu halten, sollte der Betroffene das verletzte Körperteil hochlagern und anschließend mit einem sterilen Druckverband abdecken. 

© Jupiterimages/iStockphoto
Kleinere Schnittwunden sind harmlos: Ein Pflaster genügt. Hört die Blutung nicht auf, muss man die Wunde von einem Arzt nähen oder kleben lassen.

Ursachen

Eine Schnittwunde entsteht, wenn ein scharfkantiger Gegenstand über die Haut fährt, zum Beispiel

Meist entsteht eine Schnittwunde im Rahmen eines Unfalls. Manche Menschen fügen sich Schnittwunden (besonders an Armen und Beinen) auch selber zu. Ein solches selbstverletzendes Verhalten ist beispielsweise häufig bei Persönlichkeitsstörungen wie der Borderline-Störung zu beobachten.

Symptome

Wie die Schnittwunde genau aussieht und welche Beschwerden damit einhergehen, hängt davon ab, wie tief die Verletzung ist. 

Sind nur die oberen Schichten der Haut durchtrennt, stehen in der Regel der Wundschmerz und eine mehr oder weniger starke Blutung im Vordergrund.

Eine tiefe Schnittwunde, bei der zusätzlich größere Blutgefäße, Sehnen oder Nerven verletzt sind, kann weitere Symptome auslösen:

© iStock
Kleinere Schnittwunden passieren häufig im Alltag – und heilen in der Regel sehr gut ab. Eine solche Schnittwunde kann man selbst mit einem Pflaster versorgen.

Diagnose

Eine Schnittwunde erkennt der Arzt meist schon auf den ersten Blick, da sie sich deutlich von anderen mechanisch entstandenen Wunden (wie etwa Schürfwunden, Quetschwunden oder Platzwunden) unterscheidet.

Um die Schnittwunde optimal versorgen zu können, erkundigt er sich der Arzt, wie genau es zu der Verletzung gekommen ist. So kann er besser einschätzen, ob Blutgefäße, Sehnen oder Nerven betroffen und/oder Fremdkörper oder Krankheitserreger in die Wunde gelangt sein könnten. In dem Zusammenhang ist es auch wichtig, den Tetanusschutz zu prüfen und die Tetanusimpfung gegebenenfalls aufzufrischen.

Therapie

Bei einer Schnittwunde hängt die Behandlung in erster Linie von der Tiefe der Verletzung ab:

Eine sofortige Wundversorgung ist eine wichtige Voraussetzung für eine komplikationslose Wundheilung. Wird eine Schnittwunde nicht innerhalb von sechs Stunden versorgt, beginnt die sogenannte sekundäre oder offene Wundheilung. Diese verläuft wesentlich langwieriger als die Heilung einer sofort behandelten Schnittverletzung und hinterlässt oft deutliche Narben.

Während des Heilungsprozesses ist es ratsam, auf Wassersport und Vollbäder zu verzichten, bis der Arzt die Fäden zieht oder das Klammermaterial entfernt.

Betrifft die Schnittwunde ein Gelenk, sollte der Betroffene dieses möglichst nicht beanspruchen. Bei manchen Schnittwunden im Gelenkbereich ist es erforderlich, das betroffene Gelenk mit einer Schiene ruhig zu stellen, um das Zusammenwachsen der Wundränder zu fördern.

Tetanusschutz

Bei der Therapie jeder Wunde ist der Tetanusschutz zu bedenken, denn: Die meisten Fälle von Tetanus (Wundstarrkrampf) entstehen durch akute Hautverletzungen bei fehlender oder unzureichender aktiver Immunisierung. Wenn die letzte Impfung gegen Tetanus länger als fünf Jahre zurückliegt, ist es demnach sinnvoll, diese auffrischen zu lassen. Besteht bei Ihnen keine Grundimmunisierung, ist eine aktive Tetanusimpfung ratsam.

Erste Hilfe bei einer Schnittwunde

Vor allem tiefe Schnittwunden – zum Beispiel im Rahmen eines Autounfalls – erfordert die richtigen Sofortmaßnahmen:

Wenn große Arterien verletzt sind und die Schnittwunde extrem stark blutet, lässt sich die Blutung womöglich nicht allein mit den genannten Maßnahmen stoppen. In diesem Fall können Sie versuchen, die Blutzufuhr zur verletzten Stelle zu unterbrechen: Dafür ist es nötig, den Puls der zuführenden Schlagader zu suchen und die Arterie gegen einen darunter liegenden Knochen zu drücken. Bei einem verletzten Oberarm befindet sich die hierzu geeignete Stelle innen am Bizeps. Bei großen Blutungen des Beins ist die Mitte der Leistenbeuge zum Abdrücken besonders gut geeignet.

Wichtig: Unterlassen Sie das Abbinden von Extremitäten, denn es ist gefährlich. Dadurch können schwere Folgeschäden entstehen, die nicht selten zum Verlust von Gliedmaßen führen.

Verlauf

Eine richtig versorgte Schnittwunde heilt meist problemlos. Es bleibt nur eine kleine Narbe zurück.

Verschiedene Umstände können den Verlauf der Heilung ungünstig beeinflussen: Wenn eine Schnittwunde verunreinigt oder zu Beginn der Behandlung älter als sechs Stunden ist, kann die Wundheilung länger dauern. Es ist möglich, dass sich dann deutliche Narben bilden.

Narben, die senkrecht zur Beugefalte oder über ein Gelenk verlaufen, können die Beweglichkeit des betroffenen Gelenks einschränken. Unter Umständen ist in diesen Fällen eine operative Korrektur notwendig.

Wenn zusätzlich Nerven, Blutgefäße und Sehnen verletzt sind, können die Folgen (Bewegungseinschränkungen, Lähmungen oder Gefühlsstörungen) den Betroffenen länger zu schaffen machen.

Vorbeugen

Einer Schnittwunde können Sie mit einfachen Maßnahmen vorbeugen: Seien Sie vorsichtig beim Umgang mit scharfen Gegenständen und tragen Sie unter Umständen eine geeignete Schutzausrüstung wie zum Beispiel Handschuhe, Helm oder Knieschützer.

Quellen

Quellen:

Largiadèr, F., Saeger, H.-D., Keel, M.: Checkliste Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2016

Niethard, F. U., et al.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 21.7.2012)

Letzte inhaltliche Prüfung: 24.01.2018
Letzte Änderung: 25.01.2018