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Epilepsie

Veröffentlicht von Onmeda-Redaktion

Ein epileptischer Anfall wirkt häufig dramatisch, klingt jedoch meist nach wenigen Minuten ab. Welche Symptome sind noch typisch für eine Epilepsie? Welche Ursachen stecken hinter der Erkrankung? Und welche Medikamente können helfen?

Überblick

Als Ursachen einer Epilepsie kommen beispielsweise erbliche Veranlagung, Stoffwechselstörungen, Missbildungen beziehungsweise Schäden am Gehirn, Entzündungen, Traumata oder Hirntumoren infrage. Je nachdem, wodurch epileptische Anfälle bedingt sind, unterscheidet man folgende Formen von Epilepsie:

Die Anfälle bei der Epilepsie entstehen durch eine unnormale nervliche Erregungsbildung im Gehirn, bei der sich Gruppen von Nervenzellen im Gehirn gleichzeitig krankhaft entladen. Je nach Anzahl und Lage dieser Nervenzellen entstehen unterschiedliche Anfallsformen:

Entsprechend können sich die mit der Epilepsie verbundenen Symptome stark unterscheiden: In manchen Fällen besteht ein epileptischer Anfall nur in einem Aussetzer (sog. Absence), der ein paar Sekunden andauert. Bei einer Epilepsie kann es aber auch zu Zuckungen einer Extremität, umfassenden Bewegungserscheinungen und Bewusstseinserscheinungen oder dem klassischen Grand-Mal-Anfall mit Streckkrämpfen und rhythmischen Zuckungen kommen. Oft laufen die einzelnen Anfälle bei einem Epileptiker aber jedes Mal gleich ab.

Für die Diagnose einer Epilepsie ist es hilfreich, wenn ein Beobachter den Anfall beschreibt. Um den Befund zu bestätigen, kommen ein Elektroenzephalogramm (EEG), bildgebende Verfahren (MRT, CT) und Blutuntersuchungen zum Einsatz.

Die Therapie einer Epilepsie besteht vor allem aus einer langfristigen Anfallsprophylaxe: Hierbei kommen Medikamente zum Einsatz, um weitere epileptische Anfälle zu unterdrücken. Symptomatische Epilepsie-Formen behandelt man außerdem entsprechend ihrer Ursache.

Die Prognose einer behandelten Epilepsie ist recht gut: Die meisten Epileptiker sind durch die Behandlung anfallsfrei.

Allerdings kann es bei der Epilepsie zu einer Komplikation namens Status epilepticus kommen: Dies ist ein besonders lange andauernder epileptischer Anfall oder eine Serie dicht aufeinanderfolgender Anfälle, zwischen denen die Epileptiker das Bewusstsein nicht vollständig wiedererlangen. Dieser Zustand kann lebensbedrohlich sein.

Definition

Epilepsie ist eine chronische Erkrankung, die auf einer Störung im Gehirn beruht: Eine unnormale nervliche Erregungsbildung im Gehirn löst sogenannte epileptische Anfälle aus. Dabei kann ein epileptischer Anfall in unterschiedlicher Form auftreten: Möglich sind Krämpfe (Crampi), aber auch unwillkürliche Bewegungsabläufe oder Dämmerzustände.

Eine Epilepsie liegt per Definition schon dann vor, wenn es nur zu einem Anfall gekommen ist, gleichzeitig aber eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten weiterer epileptischer Anfälle anzunehmen ist.

Bei einer Epilepsie befindet sich das Gehirn dauerhaft in einem Zustand, in dem es dazu neigt, epileptische Anfälle hervorzurufen. Daher sind Epilepsien durch wiederkehrende Anfälle gekennzeichnet. In der Regel ist ein epileptischer Anfall eine vorübergehende, plötzlich auftretende Funktionsstörung des zentralen Nervensystems. Er dauert meist nicht länger als zwei Minuten.

Häufigkeit

Epilepsie tritt mit einer Häufigkeit von rund 0,5 bis 1 Prozent in der gesamten Weltbevölkerung auf, wobei alle Regionen oder Volksgruppen mehr oder weniger gleichermaßen betroffen sind. Noch mehr Menschen – 2 bis 5 Prozent – haben mindestens 1-mal im Leben einen epileptischen Anfall.

In Deutschland leben insgesamt rund 400.000 Epileptiker – jährlich kommen etwa 50 neue Fälle pro 100.000 Menschen dazu. Je nach Altersgruppe schwankt die Rate der neu hinzukommenden Fälle von Epilepsie stark: Bei kleinen Kindern ist sie sehr hoch, sinkt dann aber auf ein deutlich geringeres Niveau, das etwa zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr am niedrigsten ist, und steigt erst im höheren Alter wieder deutlich an.

Ursachen

Eine Epilepsie kann verschiedene Ursachen haben: beispielsweise erblich bedingte Veranlagung, Stoffwechselstörungen, Missbildungen beziehungsweise Schäden am Gehirn, Entzündungen, Traumata oder Hirntumoren. Je nach Ursache unterscheidet man verschiedene Formen von Epilepsie voneinander:

Ein für die Epilepsie kennzeichnender epileptischer Anfall hat seine Ursachen in einer vorübergehenden plötzlichen Funktionsstörung des Gehirns, bei der es zu krankhaften Entladungen (Depolarisationen) in Gruppen von Nervenzellen kommt.

An sich ist dies eine wenig kennzeichnende Reaktion des Gehirns, hinter der keine Epilepsie stecken muss: Auch bei gesunden Menschen können besondere Situationen epileptische Anfälle auslösen. Mögliche Auslöser für epileptische Anfälle sind zum Beispiel:

Bei Epilepsie befindet sich das Gehirn aber grundsätzlich in einem Zustand gesteigerter Erregbarkeit, sodass beim Epileptiker jederzeit auch ohne Auslösereize (d.h. unprovoziert) ein epileptischer Anfall auftreten kann.

Idiopathische Epilepsie

Wenn bei einer Epilepsie keine krankhaften Veränderungen im Gehirn als Ursachen festzustellen sind, liegt eine sogenannte idiopathische Epilepsie vor (idiopathisch = ohne erkennbare Ursache). Diese Form von Epilepsie hat ihre Ursache in einem oder mehreren Schäden am Erbgut – sie ist also erblich (bzw. genetisch) bedingt. Entsprechend bezeichnet man sie auch als genetische Epilepsie.

Symptomatische Epilepsie

Wenn eine Epilepsie ihre Ursachen nachweislich in einer Erkrankung des zentralen Nervensystems oder einer Gehirnschädigung hat, bezeichnet man sie als symptomatische Epilepsie. Symptomatische epileptische Anfälle können zum Beispiel entstehen durch:

Ein epileptischer Anfall ist dabei das Symptom dafür, dass die Gehirnstruktur geschädigt oder der Gehirnstoffwechsel gestört ist. Daher bezeichnet man die symptomatische Epilepsie nach ihren Ursachen auch als strukturelle beziehungsweise metabolische Epilepsie (Metabolismus = Stoffwechsel).

Symptome

Die typischen Epilepsie-Symptome sind epileptische Anfälle: Ein epileptischen Anfall ist gekennzeichnet durch offene, starre, leere oder verdrehte Augen und eine Anfallsdauer von höchstens zwei Minuten. Darüber hinaus haben Epileptiker teils sehr unterschiedliche Anfälle:

So verschieden die Epilepsie-Symptome sein können – bei den meisten Epileptikern sind sie von Anfall zu Anfall gleich.

Dass Epilepsie so vielfältige Symptome hervorrufen kann, liegt vor allem daran, wie sie entstehen: Ein epileptischer Anfall ist Anzeichen für krankhafte Entladungen von Nervenzellen (neuronale Entladungen) im Gehirn. Je nachdem, wie viele Nervenzellen sich gleichzeitig entladen, wo sie liegen und ob sich die Entladungen ausbreiten, können die Auswirkungen sehr unterschiedlich sein. Nach ihrem Ursprungsort unterteilt man epileptische Anfälle in:

Generalisierte Epilepsie

Sind die Epilepsie-Symptome die Folge krankhafter Entladungen im Gehirn, die beide Hirnhälften erfassen, liegt eine sogenannte generalisierte Epilepsie vor. Wo ein generalisierter Anfall seinen Ausgangsort hat, ist oft nicht genau bestimmbar.

Eine generalisierte Epilepsie kann sowohl Anfälle verursachen, die mit Krämpfen einhergehen (sog. konvulsive Epilepsie), als auch solche, bei denen diese Symptome fehlen (sog. nicht-konvulsive Epilepsie). Beispiele für generalisierte Anfälle sind:

Fokale Epilepsie

Sind die Epilepsie-Symptome die Folge von Anfällen im Gehirn, die von einem begrenzten Bezirk der Hirnrinde ausgehen und meist auf bestimmte Gebiete des Gehirns beschränkt bleiben, handelt es sich um eine fokale Epilepsie. Ein fokaler epileptischer Anfall kann sich jedoch auch auf weitere Hirngebiete ausdehnen und in einen generalisierten Anfall übergehen.

Einfach-fokale Anfälle

Wenn eine fokale Epilepsie während der Anfälle keine Bewusstseinsstörungen als Symptome verursacht, handelt es sich um einfach-fokale Anfälle. Ein einfach-fokaler Anfall zeigt Anzeichen für isolierte motorische oder sensible Störungen, zum Beispiel:

Die für einfach-fokale Anfälle typischen Empfindungen breiten sich manchmal auf benachbarte Körperregionen aus. Außerdem kann eine einfach-fokale Epilepsie folgende Symptome verursachen:

Komplex-fokale Anfälle

Macht sich eine fokale Epilepsie durch Anfälle bemerkbar, bei denen Symptome einer Bewusstseinsstörung auftreten, bezeichnet man diese als komplex-fokale Anfälle. Sowohl ein einfach-fokaler Anfall als auch die Bewusstseinsstörungen selbst können den komplex-fokalen Anfall einleiten.

Diagnose

Zur Epilepsie-Diagnose muss der Arzt zunächst vor allem das Anfallsbild analysieren und beurteilen: In diesem Zusammenhang sind auch Angaben von Dritten, die den epileptischen Anfall beobachtet haben, wichtig. Nur so kann der Arzt die Epilepsie von anderen Erkrankungen abgrenzen.

Wenn gleichzeitig eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für das Auftreten weiterer epileptischer Anfälle anzunehmen ist, reicht schon ein einziger epileptischer Anfall aus, um die Epilepsie zu diagnostizieren. Steht die Diagnose fest, gilt es anschließend, nach den möglichen Ursachen zu suchen.

Da ein epileptischer Anfall ein Anzeichen für eine Nervenerkrankung sein kann, ist eine Magnetresonanztomographie (MRT) erforderlich, um festzustellen, ob eine strukturelle Veränderung im Gehirn vorliegt. Um auszuschließen, dass hinter der Epilepsie andere Ursachen (z.B. eine Hirnblutung oder Verkalkung) stecken, kann zusätzlich eine Computertomographie (CT) zum Einsatz kommen.

Außerdem ist bei einer Epilepsie eine Elektroenzephalographie (EEG) hilfreich: Mit dieser Untersuchung kann der Arzt die typischen krankhaften Entladungen von Nervenzellen im Gehirn beim Epileptiker direkt nachweisen und eventuell feststellen, welche Form von Epilepsie vorliegt. Spezielle Untersuchungsmethoden sind die 24-Stunden-EEG-Ableitung und die videoüberwachte EEG-Ableitung.

Unter bestimmten Umständen sind bei einer Epilepsie zur Diagnose weitere Untersuchungen notwendig:

Therapie

Die gegen Epilepsie eingesetzte Therapie besteht aus verschiedenen Elementen: Ein akuter epileptischer Anfall macht Sofortmaßnahmen nötig und eine langfristige Anfallsprophylaxe soll weitere Anfälle verhindern. Außerdem kann ein chirurgischer Eingriff Teil der Behandlung sein.

Sofortmaßnahmen

Die akute Epilepsie-Therapie bei einem Anfall besteht in Sofortmaßnahmen, um den Epileptiker zu schützen: Da epileptische Anfälle in der Regel nach einigen Minuten von selbst abklingen, reicht als Erste Hilfe meistens Folgendes:

Kommt es im Rahmen einer Epilepsie zum sogenannten Status epilepticus, ist dies ein akuter Notfall, der weitere Sofortmaßnahmen und anschließend eine intensivmedizinische Therapie im Krankenhaus erfordert (die Erstmaßnahme besteht in der Regel darin, ein Benzodiazepin – z.B. Lorazepam – zu verabreichen).
Rufen Sie darum immer den Notarzt (112), wenn:

Anfallsprophylaxe

Bei einer Epilepsie ist in der Regel eine Therapie durch sogenannte Antiepileptika zur Anfallsprophylaxe notwendig, wenn mehr als ein epileptischer Anfall pro Jahr auftritt. Antiepileptika sind Medikamente, die Anfälle blockieren sollen. Die Anfallsprophylaxe kann bereits nach dem ersten Anfall beginnen, wenn (z.B. laut EEG) weitere epileptische Anfälle zu erwarten sind.

Welches Medikament zur Anfallsprophylaxe zum Einsatz kommt, hängt von der Form der Epilepsie ab und entscheidet sich für jeden Epileptiker individuell.

Gegen eine fokale Epilepsie sind zur Therapie zum Beispiel Lamotrigin und Levetiracetam geeignet, während bei einer generalisierten Epilepsie Valproinsäure das Mittel der ersten Wahl zur Anfallsprophylaxe ist. Zunächst versucht der Arzt, mit einem einzigen Präparat eine Anfallsfreiheit zu erreichen. Die Dosis ist langsam zu steigern, bis der empfohlene Blutspiegel erreicht ist. Manche Epileptiker bekommen auch mehrere Medikamente gleichzeitig.

Bei der Epilepsie-Therapie in der Schwangerschaft ist allerdings einiges zu beachten:
Zum einen können im ersten Schwangerschaftsdrittel eingenommene Epilepsie-Medikamente zu Fehlbildungen beim Kind führen. Wenn eine schwangere Epileptikerin nur ein einziges niedrig dosiertes Antiepileptikum als Anfallsprophylaxe einnimmt, ist das Fehlbildungsrisiko für ihr Kind aber nicht höher als bei gesunden Frauen.
Zum anderen kann sich der Einsatz von höher dosierter Valproinsäure in der Schwangerschaft negativ auf die Intelligenz und (im ersten Schwangerschaftsdrittel) auf die Hirnentwicklung des Kindes auswirken (mögliche Folgen sind z.B. Autismus oder ADHS). Um in der Schwangerschaft nicht auf Valproinsäure zur Anfallsprophylaxe verzichten zu müssen, ist daher eine Tagesdosis von unter 1000 Milligramm ratsam.

Epilepsiechirurgie

Wenn die Epilepsie-Therapie durch Medikamente nicht den gewünschten Erfolg erzielt, kann die Epilepsiechirurgie weiterhelfen: Ein neurochirurgischer Eingriff kommt bei Epilepsie dann infrage, wenn zwei angemessen durchgeführte Behandlungsversuche mit verschiedenen Antiepileptika die epileptischen Anfälle nicht anhaltend stoppen können.

Eine Anfallsfreiheit bringt die Epilepsiechirurgie in der Regel nur, wenn sogenannte resektive Verfahren zu Einsatz kommen (Resektion = operative Entfernung von Organteilen) – das heißt, wenn der Operateur umgrenzte Hirnbereiche entfernt. Dies birgt das Risiko, dass anschließend bestimmte Hirnfunktionen beeinträchtigt sind. Art und Ausmaß der möglichen Nebenwirkungen nach einem solchen Eingriff sind mitunter schwer vorherzusagen. Deshalb entscheiden Ärzte bei einer Epilepsie sehr zurückhaltend über eine Operation.

Stimulationsverfahren

Alternativ stehen zur Epilepsie-Therapie auch Stimulationsverfahren zur Verfügung, bei denen elektrische Reize (ähnlich wie beim Herzschrittmacher) die Anfallsaktivität positiv beeinflussen sollen: Diese Behandlung kommt besonders für Epileptiker infrage, die nicht auf Medikamente ansprechen und bei denen auch eine Gehirnoperation keinen Erfolg brachte oder nicht möglich ist. Die Stimulationsverfahren machen einen chirurgischen Eingriff nötig, um den Schrittmacher im Brustbereich oder Bauchbereich unter die Haut einzupflanzen und über Elektroden mit dem Zielort zu verbinden.

Am häufigsten kommt zur Epilepsie-Therapie die Vagusnervstimulation (VNS) zum Einsatz. Hier ist der Schrittmacher über eine Elektrode im Halsbereich mit dem Vagusnerv (dem 10. Hirnnerv) verbunden und sendet regelmäßig einen elektrischen Reiz. Völlig frei von Anfällen bleiben die meisten Epileptiker durch dieses Stimulationsverfahren zwar nicht – die Anfallshäufigkeit geht aber oft dauerhaft stark zurück (in bis zu 50 Prozent der Fälle um die Hälfte).

Ein weiteres zur Epilepsie-Therapie eingesetztes Stimulationsverfahren ist die sogenannte tiefe Hirnstimulation, die auch bei anderen Erkrankungen des Nervensystems (wie Parkinson) gute Behandlungsergebnisse erzielt: Hier sendet der Schrittmacher über zwei Elektroden im Gehirn (eine pro Hirnhälfte) elektrische Reize in die Kerngebiete des vorderen Thalamuskerns im Zwischenhirn. Bei schwer behandelbaren Epilepsien sinkt die Anfallshäufigkeit nach zweijähriger Behandlung durch die tiefe Hirnstimulation um mehr als die Hälfte. Über 10 Prozent der so behandelten Epileptiker haben sogar ein halbes Jahr oder länger gar keine Anfälle mehr. Es ist ratsam, sich zu tiefen Hirnstimulation in ein spezielles Epilepsiezentrum zu begeben.

Verlauf

Jede Epilepsie zeigt einen chronischen Verlauf – denn: Das Gehirn eines Epileptikers befindet sich dauerhaft in einem Zustand, in dem es dazu neigt, epileptische Anfälle hervorzurufen. Darum sind Epileptiker, die beruflich Kraftfahrzeuge führen oder in großer Höhe arbeiten, in manchen Fällen zu einem Berufswechsel gezwungen.

Prognose

Der Epilepsie-Verlauf ist durch Medikamente gut zu beeinflussen – die Prognose einer behandelten Epilepsie ist entsprechend gut: Etwa 60 bis 80 Prozent der Epileptiker sind durch die Behandlung anfallsfrei. Wer die Therapie nach Jahren ohne epileptische Anfälle beendet, hat jedoch nur dann ein geringes Rückfallrisiko, wenn die Ursache der Epilepsie wirklich nicht mehr vorhanden ist.

Komplikationen

Epilepsie-Anfälle klingen meistens nach höchstens zweiminütigem Verlauf von selbst ab. Zu Komplikationen kann es bei der Epilepsie kommen,

In beiden Fällen sprechen Mediziner vom Status epilepticus: Dieser Zustand ist für jeden Epileptiker lebensbedrohlich und erfordert eine schnelle und intensivmedizinische Hilfe.

Kommt ein Epileptiker zwischen den Anfällen wieder zu Bewusstsein, handelt es sich nicht um die Epilepsie-Komplikation namens Status epilepticus im Sinne der Definition, sondern um eine Häufung von epileptischen Anfällen.

Vorbeugen

Einer Epilepsie können Sie nicht vorbeugen. Für Epileptiker stehen jedoch Medikamente zur Verfügung, die weitere epileptische Anfälle verhindern können (sog. Anfallsprophylaxe).

Außerdem kann jeder, der Zeuge eines Epilepsie-Anfalls ist, durch geeignete Sofortmaßnahmen dafür sorgen, dass sich der Epileptiker nicht verletzt. Um Menschen mit Epilepsie während eines Anfalls beizustehen, sind folgende Maßnahmen geeignet:

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Epilepsie”:

Onmeda-Lesetipps:

Arzneimittelinformationen zu Epilepsien

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Quellen:

Online-Informationen der Bonner Universitätsklinik für Epileptologie: epileptologie-bonn.de (Abrufdatum: 18.12.2014)

Bromley, R.L., Mawer, G.E., et al.: The prevalence of neurodevelopmental disorders in children prenatally exposed to antiepileptic drugs. Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry 2013 Jun;84(6):637-43

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Erster epileptischer Anfall und Epilepsien im Erwachsenenalter. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/041 (Stand: September 2012)

Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Neurologie: Status epilepticus im Erwachsenenalter. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 030/079 (Stand: September 2012)

Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie. Springer, Berlin 2012

Frank, U.G.: Neurologie und Psychiatrie. Urban & Fischer, München 2010

Stand: 18. Dezember 2014