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Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)

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Nächste Aktualisierung von Wiebke Posmyk • Medizinredakteurin

Beim Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) handelt es sich um eine bösartige Zellwucherung im Bereich der Speiseröhre. Speiseröhrenkrebs kommt recht selten vor und tritt vor allem bei über 60-Jährigen auf.

Überblick

Die Speiseröhre ist ein schlauchförmiger Muskelstrang. Durch diesen Schlauch gleitet die Nahrung vom Mund in den Magen. Die Speiseröhre ist mit Schleimhaut ausgekleidet und lässt sich in einen Hals-, Brust- und Bauchabschnitt unterteilen.

Speiseröhrenkrebs tritt in zwei Formen auf: Entweder als Plattenepithelkarzinom oder als Adenokarzinom. Während das Plattenepithelkarzinom aus Schleimhautzellen hervorgeht, entsteht das Adenokarzinom aus Drüsenzellen.

Experten gehen davon aus, dass der häufige Genuss von hochprozentigem Alkohol und Rauchen die wichtigsten Risikofaktoren für Speiseröhrenkrebs sind. Daneben spielen die Ernährung – zum Beispiel ein hoher Fettanteil in der täglichen Nahrung – sowie die sogenannte Refluxkrankheit, bei der Magensäure in die Speiseröhre aufsteigt, eine Rolle bei der Entstehung von Speiseröhrenkrebs.

Obwohl ein Ösophaguskarzinom die Speiseröhre immer weiter einengt, haben die Betroffenen meist erst in einem weit fortgeschrittenen Speiseröhrenkrebs-Stadium Probleme, Nahrung aufzunehmen. Das liegt daran, dass die Speiseröhre ein sehr dehnbares Organ ist. Wenn der Tumor die Speiseröhre stark verengt, kommt es letztlich zu Symptomen. Folgende Beschwerden sind besonders typisch für Speiseröhrenkrebs:

Der Arzt stellt die Diagnose "Ösophaguskarzinom" mithilfe einer Speiseröhrenspiegelung (Endoskopie). Während der Untersuchung entnimmt er auch Gewebeproben (Biopsie). Um festzustellen, ob und wie weit sich der Speiseröhrenkrebs im Körper ausgebreitet hat, sind weitere Untersuchungen notwendig, zum Beispiel eine Computertomographie (CT).

Die besten Heilungsaussichten bei Speiseröhrenkrebs bestehen, wenn der Arzt den Tumor vollständig operativ entfernt. Eine Strahlentherapie, eine Chemotherapie oder eine Kombination aus beiden Therapieverfahren können den Heilungsprozess unterstützen.

Definition

Definition

Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) ist ein bösartiger Tumor, der meist von der Schleimhaut der Speiseröhre (Ösophagus) ausgeht.

Speiseröhrenkrebs tritt in zwei Formen auf: Entweder als Plattenepithelkarzinom oder als Adenokarzinom. Plattenepithelkarzinome entstehen ursprünglich aus Hautgewebe. Entartet zum Beispiel die Schleimhaut der Speiseröhre und bildet so ein Ösophaguskarzinom, handelt es sich um ein Plattenepithelkarzinom. Entsteht der Krebs hingegen aus Drüsenzellen, sprechen Mediziner von einem Adenokarzinom. Adenokarzinome kommen zum Beispiel im Magen-Darm-Trakt, in der Lunge und auch im unteren Abschnitt der Speiseröhre vor.

Anatomie

Die Speiseröhre ist ein etwa 25 Zentimeter langer, schlauchförmiger Muskelstrang, der Nahrung vom Mund in den Magen transportiert. Man unterteilt sie in drei Abschnitte:

Die Innenseite der Speiseröhre ist – ähnlich wie die Mundhöhle – mit einer Schleimhaut überzogen. Beim Schlucken ziehen sich die Muskelringe der Speiseröhre der Reihe nach von oben nach unten zusammen und befördern die Nahrung auf diese Weise zum Magen.

Speiseröhrenkrebs kann durch entartete Schleimhautzellen (Plattenepithelkarzinom) oder Drüsenzellen (Adenozellen) entstehen. Plattenepithelkarzinome der Speiseröhre können in allen Abschnitten des Organs auftreten. Adenokarzinome befallen typischerweise eher das untere Drittel.

© Onmeda
Anatomie der oberen Verdauungswege

Häufigkeit

In Deutschland erkranken jährlich etwa 4.890 Männer und 1.420 Frauen neu an Speiseröhrenkrebs.

Wenn Männer hierzulande an einer Krebserkrankung versterben, ist in 3,3 Prozent der Fälle ein Ösophaguskarzinom dafür verantwortlich. Bei Frauen ist Speiseröhrenkrebs in nur circa einem Prozent aller Krebssterbefälle die Ursache.

Das Ösophaguskarzinom gilt damit als seltener Tumor, der vor allem bei Männern auftritt: Sie sind etwa viermal häufiger betroffen als Frauen und erkranken im Durchschnitt etwas früher: Das Durchschnittsalter liegt bei Männern um das 66., bei Frauen um das 70. Lebensjahr.

Ursachen

Bei Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) sind die genauen Ursachen bisher nicht vollständig entschlüsselt. Einige Faktoren können das Risiko, an Speiseröhrenkrebs zu erkranken, jedoch erhöhen. Dazu zählen zum Beispiel:

Alkohol und Tabak sind die wichtigsten Risikofaktoren für ein Ösophaguskarzinom. Insbesondere kombiniert erhöhen die beiden "Genussmittel" das Krebsrisiko erheblich.

Weitere Speiseröhrenkrebs-Ursachen sind krebserregende Stoffe in der Nahrung. Hierzu zählen Nitrosamine. Sie entstehen zum Beispiel, wenn gepökelte Nahrungsmittel hohen Temperaturen ausgesetzt sind, etwa beim Backen oder Grillen. Nitrosamine können aber auch im Magen aus besonders nitratreichen Lebensmitteln, zum Beispiel Spinat oder Kopfsalat, gebildet werden. Aflatoxine sind Giftstoffe von Schimmelpilzen, die in der Nahrung vorkommen können (z.B. oft unsichtbar in abgelaufenen Gewürzpulvern). Betelnüsse werden in einigen Weltregionen, zum Beispiel in Asien, als Genussmittel gekaut und können eine Reihe von Krebserkrankungen verursachen, insbesondere im Mund- und Speiseröhrenbereich.

Ausbreitung von Speiseröhrenkrebs

Speiseröhrenkrebs – auch Ösophaguskarzinom genannt – entwickelt sich vorwiegend aus der Speiseröhren-Schleimhaut und breitet sich zunächst entlang der Speiseröhrenwand aus.

Bei ungefähr 50 bis 60 von 100 Speiseröhrenkrebs-Fällen handelt es sich um sogenannte Plattenepithelkarzinome, die aus Schleimhautzellen hervorgehen. Die restlichen Fälle sind sogenannte Adenokarzinome, die sich aus Drüsenzellen bilden (griech. aden = Drüse).

Ohne Behandlung breitet sich der Speiseröhrenkrebs immer weiter aus und kann dabei auch in benachbarte Organe wie die Luftröhre oder die Bronchien eindringen.

Ein Ösophaguskarzinom bildet meist schon früh Absiedelungen in anderen Organen: Die Tochtergeschwulste (Metastasen) breiten sich über die zahlreichen Lymphwege der Speiseröhrenwand aus.

Barrett-Syndrom (Barrett-Ösophagus)

Zu den möglichen Ursachen für Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) gehört das sogenannte Barrett-Syndrom (Barrett-Ösophagus). Beim Barrett-Syndrom wandelt sich die normale Schleimhaut der Speiseröhre (Plattenepithel) in Magenschleimhaut (Zylinderepithel) um. Dies geschieht, wenn ständig Magensäure in die Speiseröhre zurückläuft (sog. Reflux) und die Schleimhaut "verätzt".

Das Barrett-Syndrom gilt als Vorstufe für Speiseröhrenkrebs – es erhöht das Risiko für ein Ösophaguskarzinom.

Das Barrett-Syndrom ist nach seinem Entdecker, Norman Rupert Barrett (1909-1979) benannt. Der Londoner Chirurg beschrieb Anfang der 1970er Jahre als Erster das Krankheitsbild.

Symptome

Beim Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) treten anfangs oft gar keine Symptome auf, sodass die Erkrankung meist erst bemerkt wird, wenn sie schon weit fortgeschritten ist.

In vielen Fällen sind Schluckbeschwerden beim Essen der erste Anlass, einen Arzt aufzusuchen. Da die Speiseröhre ein dehnbares Organ ist, entwickeln sich Schluckstörungen meist schleichend und fallen erst nach mehreren Monaten deutlich auf, wenn der Tumor bereits größer ist. Betroffene mit Speiseröhrenkrebs berichten außerdem recht häufig über Symptome wie Gewichtsverlust und Heiserkeit.

Weitere Speiseröhrenkrebs-Symptome sind ein Druckgefühl oder Schmerzen hinter dem Brustbein und im Rücken, wenn der Tumor die Speiseröhre einengt und sich die Nahrung in der Speiseröhre staut. Bei flüssiger oder weicher Nahrung wie Suppen oder Brei sind diese Beschwerden meist geringer. Schmerzen beim Schlucken treten bei Speiseröhrenkrebs nur selten auf.

Diagnose

Um bei Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) eine Diagnose zu stellen, fragt der Arzt zunächst nach den Beschwerden.

Hat der Patient Schluckstörungen (Dysphagien) und zudem an Gewicht verloren, ist Speiseröhrenkrebs eine mögliche Ursache. Starker Alkohol- und Tabakkonsum sowie eine schleichende Entwicklung der Beschwerden stützen den Verdacht auf Speiseröhrenkrebs.

Zur weiteren Diagnose kommen verschiedene Untersuchungen infrage, die den Verdacht auf Speiseröhrenkrebs entkräften oder bestätigen können. Ist die Diagnose "Ösophaguskarzinom" gesichert, kann der Arzt mithilfe dieser Methoden zudem feststellen, um welche Krebsart es sich handelt und ob sich der Krebs bereits ausgebreitet hat. So kann er anschließend die beste Therapie auswählen.

Speiseröhrenspiegelung (Ösophagoskopie)

Bei der Speiseröhrenspiegelung untersucht der Arzt die Speiseröhre mit einem dünnen, flexiblen Schlauch mit integrierter Kamera (Endoskop). Für die Untersuchung muss der Patient den Schlauch wie bei einer Magenspiegelung "schlucken". Normalerweise ist dies schmerzfrei – jedoch für die meisten Untersuchten eine unangenehme Vorstellung. Aus diesem Grund bietet der Arzt dem Betroffenen in der Regel vorbeugend ein leichtes Schmerz- und/oder Beruhigungsmittel an.

Mit dem Endoskop betrachtet der Arzt die Schleimhaut der Speiseröhre und entnimmt gegebenenfalls kleine Proben (Biopsien) aus auffälligen Bereichen. Diese Proben sind notwendig, um den jeweiligen Tumortyp bei Speiseröhrenkrebs zu bestimmen und so die Diagnose zu sichern. Außerdem liefert die Speiseröhrenspiegelung Antworten auf folgende Fragen:

In manchen Fällen kann der Arzt Speiseröhrenkrebs, der in die Speiseröhre vorragt und die Nahrungspassage behindert, bei dieser Untersuchung gleich oberflächlich entfernen.

Röntgenuntersuchung

Kontrastmitteldarstellung der Speiseröhre

Mithilfe eines breiförmigen Kontrastmittels, das der Betroffene zuvor schluckt, kann der Arzt bei einer Röntgendurchleuchtung sehen, ob die Speiseröhre verengt ist, zum Beispiel durch eine Geschwulst. Die Untersuchung wird auch Ösophagusbreischluck genannt.

Computertomographie

Eine Computertomographie (CT) des Brustkorbs und eventuell auch des Halses zeigt, ob sich der Krebs in die Umgebung der Speiseröhre ausgebreitet hat – beziehungsweise ob Lymphknoten oder andere Organe befallen sind.

Endosonographie

Die Endosonographie ist eine spezielle Form der Ultraschalluntersuchung. Das Vorgehen ähnelt der Speiseröhrenspiegelung, weil der Patient hierbei auch einen kleinen Schlauch schlucken muss. An dessen Spitze ist ein Ultraschallgerät befestigt, mit dem der Arzt die Speiseröhre dann "von innen" untersuchen kann.

Kernspintomographie

Die Kernspintomographie (Magnetresonanztomographie, MRT) ist eine Schichtbilduntersuchung, mit welcher der Arzt den Tumor sehr gut von gesundem Gewebe abgrenzen kann. Dies erlaubt ihm, noch exakter zu bestimmen, wie sich der Speiseröhrenkrebs innerhalb der Speiseröhrenwand und deren Umgebung ausgebreitet hat.

Lungenspiegelung (Bronchoskopie)

Eine Lungenspiegelung (Bronchoskopie) ist eine Sichtuntersuchung der Luftröhre und Bronchien mithilfe eines schlauchförmigen Instruments mit integrierter Kamera (Bronchoskop). Sie ermöglicht dem Arzt, Schleimhautveränderungen der Luftröhre und der nachfolgenden großen Bronchien zu erkennen und gegebenenfalls Gewebeproben für eine mikroskopische Untersuchung zu gewinnen (Biopsie). Verursacht eine Geschwulst Atembeschwerden, kann der Arzt während der Lungenspiegelung diesen Knoten oft teilweise entfernen und so die Beschwerden lindern.

Bauchhöhlenspiegelung (Laparoskopie)

In manchen Fällen ist auch eine Spiegelung der Bauchhöhle angezeigt (Laparoskopie), etwa wenn das Ösophaguskarzinom den unteren Bereich der Speiseröhre befällt und in den Magen hineinwächst. Mittels dieses bildgebenden Verfahrens kann der Arzt beurteilen, ob der Speiseröhrenkrebs bereits Tochtergeschwulste im Bauchraum und den dort liegenden Lymphknoten gebildet hat. Findet der Arzt auffällige Geschwulste, kann er die Laparoskopie auch dazu nutzen, um kleine Gewebeproben für eine feingewebliche Untersuchung unter dem Mikroskop zu entnehmen.

Bestimmung des Krebs-Stadiums (Staging)

In welchem Stadium sich der Speiseröhrenkrebs befindet, erkennt der Arzt daran, wie er feingeweblich unter dem Mikroskop aussieht und wie weit er sich im Körper ausgebreitet hat.

Bei der Stadienbestimmung (Staging) teilt der Arzt ein Ösophaguskarzinom in die sogenannte TNM-Klassifikation ein:

T – Größe des Tumors:

N – Befall von Lymphknoten in der Umgebung des Tumors:

M – Befall weiterer Organe (Metastasen):

Der Arzt teilt die Krankheitsstadien nach diesen Kriterien folgendermaßen ein:

Therapie

Eine Speiseröhrenkrebs-Therapie (Ösophaguskarzinom-Therapie) ist in der Regel sehr erfolgreich, solange sich keine Metastasen in anderen Organen gebildet haben und der ursprüngliche Tumor sich noch nicht sehr weit ausgedehnt hat. Im Zentrum der Therapie steht die Operation. Eine Chemotherapie und/oder Strahlentherapie kommen ebenfalls infrage. Welche Therapie bei einem Patienten mit Speiseröhrenkrebs letztendlich eingesetzt wird, hängt von der Art seines Tumors ab.

Operation

Die besten Aussichten auf Heilung verspricht eine operative Entfernung aller Tumorzellen. Dies ist aber meist nur in einem frühen Krebsstadium erfolgreich. Ob eine Operation möglich ist, hängt davon ab, wo der Speiseröhrenkrebs sitzt und wie weit er sich ausgedehnt hat.

Die Operation des Ösophaguskarzinoms ist ein aufwendiger und großer Eingriff. Der Arzt öffnet sowohl Brustkorb als auch Bauch und entfernt dann den befallenen Teil der Speiseröhre sowie die umgebenden Lymphknoten. Das fehlende Stück Speiseröhre kann der Chirurg ersetzen, indem er den Magen hochzieht und mit dem Rest der Speiseröhre verbindet.

Befindet sich der Speiseröhrenkrebs im unteren Abschnitt der Speiseröhre, reicht unter Umständen auch allein ein Bauchschnitt, durch den der Arzt den Tumor entfernt. Bei Speiseröhrenkrebs, der am Übergang der Speiseröhre zum Magen sitzt oder Teile des Magens mit befallen hat, kann auch eine Entfernung des Magens nötig sein. Die fehlenden Speiseröhrenabschnitte und den Magen ersetzt der Chirurg dann durch ein Stück Darm.

Bei einem Ösophaguskarzinom in einem frühen Stadium kann der Arzt in manchen Fällen den Tumor auch im Rahmen einer Endoskopie entfernen. Je früher der Tumor entfernt wird, desto besser sind die Heilungsaussichten. Dieser Eingriff ist zudem weniger belastend als eine große Operation.

Strahlentherapie

Eine weitere Möglichkeit der Speiseröhrenkrebs-Therapie ist die Bestrahlung. Ist der Tumor zu groß, um operativ entfernt werden zu können, kann die Strahlentherapie den Tumor zuvor verkleinern, sodass im Anschluss doch noch eine Operation möglich ist.

Eine Strahlenbehandlung kann auch die Beschwerden von Speiseröhrenkrebs lindern. Insbesondere Schluckbeschwerden bessern sich hierdurch deutlich.

Nebenwirkungen der Strahlentherapie

In den Wochen bis Monaten nach der Strahlentherapie kann sich eine Reizung der Speiseröhre entwickeln, welche mitunter zu vorübergehenden Schluckbeschwerden führt.

Ist der Tumor durch andere Gewebe wie die Luftröhre durchgewachsen und sterben die Tumorzellen durch die Therapie ab, können sich Lecks oder Verbindungsgänge (Fisteln) zur Luftröhre bilden. Durch diese kann Nahrung aus der Speiseröhre austreten und Entzündungen des umliegenden Gewebes oder der Lunge verursachen (Lungenentzündung).

Brachytherapie (Kleinraumbestrahlung, Afterloading)

Engt der Krebs die Speiseröhre ein, besteht die Möglichkeit einer Bestrahlung von innen, der sogenannten Brachytherapie (Kleinraumbestrahlung, Afterloading). Bei dieser besonderen Form der Strahlentherapie schiebt der Arzt einen dünnen Schlauch in die Speiseröhre und platziert eine winzige radioaktive Strahlenquelle in die Nähe des Tumors. Auf diese Weise wird der Speiseröhrenkrebs von innen bestrahlt und dadurch verkleinert – oder zumindest in seinem Wachstum gebremst. Gleichzeitig bleibt umliegendes Gewebe weitgehend von der Strahlung verschont.

Chemotherapie

Unter dem Begriff Chemotherapie fassen Mediziner eine Therapie mit zellwachstumshemmenden Medikamenten, sogenannten Zytostatika, zusammen. Diese Wirkstoffe blockieren auf unterschiedliche Weise das Zellwachstum, sodass sich Zellen nicht mehr teilen können. Da sich Krebszellen schnell vermehren, sind sie besonders empfindlich gegenüber einer Chemotherapie. Auch bei Speiseröhrenkrebs setzen Ärzte eine Therapie mit Zytostatika ein, um den Tumor zu bekämpfen.

Bei großen Tumoren kommen manchmal Strahlentherapie und Chemotherapie kombiniert als sogenannte Radiochemotherapie zum Einsatz, um den Tumor vor einer Operation zu verkleinern (sog. neoadjuvante Therapie). In Einzelfällen kann der Speiseröhrenkrebs durch diese Kombination auch ohne Operation geheilt werden. Die Radiochemotherapie lindert außerdem die Beschwerden, wenn eine Operation nicht möglich ist.

Lasertherapie

Tumoren, die das Schlucken behindern, kann der Arzt unter Sichtkontrolle während einer Spiegelung der Speiseröhre per Lasertherapie teilweise entfernen. Dabei verdampft er einen kleinen Teil des Tumors. Diese Behandlung wirkt sofort, hat jedoch den Nachteil, dass sie nur die Tumoroberfläche erreicht und der Speiseröhrenkrebs aus der Tiefe rasch wieder nachwächst. Die Behandlung muss daher regelmäßig wiederholt werden.

Photodynamische Therapie

Die photodynamische Therapie ist ein alternatives Verfahren in der Speiseröhrenkrebs-Therapie, das bei Ösophaguskarzinomen in frühen Stadien Anwendung findet. Bei dieser Methode verabreicht der Arzt ein Medikament, welches das Körpergewebe extrem lichtempfindlich macht. Drei Tage nach Gabe der Substanz bestrahlt der Arzt den Tumor mit Laserlicht. Als Nebenwirkung des Medikaments ist die Haut vorübergehend sonnenempfindlicher.

Stent

Ist eine Heilung des Speiseröhrenkrebses nicht mehr möglich, helfen sogenannte Stents (Kunststoffröhrchen oder feines Maschendrahtröhrchen mit Kunststoffüberzug), befallene Speiseröhrenabschnitte abzudichten und offen zu halten. Stents lindern Beschwerden wie Schluckbeschwerden und verbessern die Lebensqualität bei Speiseröhrenkrebs.

PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie)

Bei der perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) legt der Arzt eine dünne Schlauchverbindung durch die Bauchdecke in den Magen. Dieser kleine Eingriff ermöglicht die Ernährung ohne Schluckbeschwerden. Der PEG-Schlauch ragt etwa 20 Zentimeter aus der Haut des Oberbauchs heraus und der Patient kann ihn selbstständig mit flüssiger Nahrung befüllen. Außen wird der Schlauch mit einem Stöpsel verschlossen und für andere unsichtbar unter der Kleidung getragen.

Die PEG soll die Lebensqualität bei Speiseröhrenkrebs auf folgende Weise sichern:

Verlauf

Prognose

Bei früh erkanntem Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) sind Verlauf und Prognose zwar gut, allerdings wird diese Krebsart oft erst in einem späten Stadium erkannt. Je weiter Speiseröhrenkrebs fortgeschritten ist, umso nachteiliger wirkt sich dies auf die Lebenserwartung aus. Durchschnittlich leben fünf Jahre nach der Diagnose noch 20 Prozent der erkrankten Personen.

Nachsorge

Nach einer Speiseröhrenkrebs-OP kann eine regelmäßige Nachsorge die Lebenserwartung und Lebensqualität positiv beeinflussen. Der Arzt kontrolliert dabei, ob der Tumor nach der Operation wieder auftritt. Wie häufig diese Nachsorge-Termine erfolgen, ist jedoch von verschiedenen Faktoren abhängig – etwa vom Verlauf der Krebserkrankung oder davon, wie sich der Betroffene fühlt.

Treten nach dem operativen Entfernen eines Ösophaguskarzinoms Beschwerden auf, zum Beispiel Schluckstörungen, sollte unabhängig von den festgelegten Nachsorge-Terminen ein Besuch beim Arzt erfolgen. Durch die Operation entstehen manchmal Verengungen in der Speiseröhre, die der Arzt aber beseitigen kann.

Rehabilitation

Ob bei Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) eine Rehabilitation sinnvoll und möglich ist, ist von Fall zu Fall verschieden. Stationäre Reha-Aufenthalte nach der Operation sollten Betroffene ausschließlich in speziellen Tumor-Nachsorgekliniken wahrnehmen, die mit den besonderen Erfordernissen von Patienten mit Speiseröhrenkrebs vertraut sind. Solche Reha-Maßnahmen verbessern und sichern die Lebensqualität auf körperlicher, sozialer, psychischer und beruflicher Ebene. Auch für alkoholabhängige Patienten mit Speiseröhrenkrebs gibt es spezialisierte Rehabilitationskliniken.

Vorbeugen

Übermäßiger Alkoholkonsum und Rauchen erhöhen das Risiko für Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom) – Vorbeugen heißt hier Risikofaktoren vermeiden. Verzichten Sie also auf diese Genussmittel.

Auch chronisches Sodbrennen erhöht das Risiko für Speiseröhrenkrebs. Fließt immer wieder Magensäure in die Speiseröhre (sog. Reflux) und "verätzt" dort die Schleimhaut, kann sich ein Barett-Syndrom entwickeln. Beim Barrett-Syndrom verändert sich die Schleimhaut der Speiseröhre unter Umständen zu Vorstufen von Speiseröhrenkrebs. Daher sollten Sie Sodbrennen immer von einem Arzt abklären lassen. Wenn bei Ihnen schon ein Barrett-Syndrom vorliegt, sollten Sie sich von Ihrem Arzt beraten lassen, in welchen Abständen Kontrolluntersuchungen sinnvoll sind, damit der Arzt frühzeitig kleine Tumoren und Ösophaguskarzinom-Vorstufen entdecken und mit guten Heilungsaussichten behandeln kann.

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu "Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom)":

Onmeda-Lesetipps:

Quellen:

Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2015

Braun, J., Dormann, A.J.: Klinikleitfaden Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2013

Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013

Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Heidelberg 2013

Robert Koch-Institut: Krebs in Deutschland 2009/2010. 9. Auflage. Berlin, 2013<

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S3-Leitline der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten: Magenkarzinom. Diagnostik und Therapie der Adenokarzinome des Magens und ösophagogastralen Übergangs. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/009 (Stand: 1.6.2012)

Bhat, S. et al.: Risk of Malignant Progression in Barrett's Esophagus Patients: Results from a Large Population-Based Study. Journal of the National Cancer Institute, Vol. 103, Iss. 13, pp. 1049-57 (16.6.2011)

Meyer H.-J., Buhr H.-J., Wilke, H.: Management des Ösophagus- und Magenkarzinoms. Springer, Heidelberg 2004

Interdisziplinäre Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft und der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie: Ösophaguskarzinom. AWMF-Leitlinien-Register Nr. 032/008 (Stand: Oktober 2003)

Letzte inhaltliche Prüfung: 22.01.2015
Letzte Änderung: 26.04.2018