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Homeoffice: Das hilft gegen Rückenprobleme

Letzte Änderung:
Autor*in: Jasmin Krsteski, Medizinredakteurin

Der Küchentisch wird zum Schreibtisch, die Couch zum Bürostuhl. Ein idealer Arbeitsplatz sieht anders aus, als ihn viele Menschen während der Corona-Pandemie im Homeoffice nutzen. Gut für unsere Gesundheit ist das nicht. Mit unseren Tipps können Sie trotzdem fit bleiben und Rückenschmerzen vorbeugen.

Überblick

Der Nacken schmerzt, die Schultern sind verspannt, im Rücken zwickt es. Bei vielen Menschen, die wegen der Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus im Homeoffice arbeiten müssen, machen sich die häufig ungünstigen Arbeitsbedingungen zu Hause bereits bemerkbar. Auf das Arbeiten von zu Hause waren schließlich die wenigsten Arbeitnehmer eingestellt. Auch der Bewegungsradius vieler Menschen beschränkt sich derzeit auf die Wohnung. Die vielen kleinen Wege zur Bahn, zum Auto oder zum Kopierer fallen weg.

Ohnehin haben rund 80 Prozent der Menschen, die regelmäßig am Bildschirm arbeiten, gesundheitliche Beschwerden. Zu den häufigsten gehören Nackenschmerzen und Kopfschmerzen, Nacken-Schulter-Arm-Syndrom, Kreuzschmerzen und Rückenschmerzen sowie Sehbeschwerden.

Ursachen

In erster Linie entstehen diese Beschwerden, wenn wir den falschen Schreibtisch oder Schreibtischstuhl benutzen. Da für die meisten Menschen die Homeoffice-Zeit vorübergehend ist, lohnt es sich für sie nicht, neue Möbel anzuschaffen.

Es gibt jedoch weitere Faktoren, die sich negativ auswirken und die wir durchaus beeinflussen können. Dazu gehören:

Wer lange am PC sitzt, neigt dazu, den Rücken zu krümmen. Dabei werden die Bandscheiben, die als Puffer zwischen den einzelnen Wirbeln dienen, am oberen und unteren Teil der Wirbelsäule zusammengedrückt. Ist der Druck zu hoch und hält er zu lange an, steigt die Wahrscheinlichkeit von Bandscheibenproblemen bis hin zum Bandscheibenvorfall.

Falsches Sitzen kann außerdem das Binde- und Stützgewebe schädigen und sich ungünstig auf das Herz-Kreislauf-System und das Nervensystem auswirken.

Untersuchungen zufolge kann man Muskel- und Skeletterkrankungen vorbeugen, indem man immer wieder zwischen sitzenden und stehenden Positionen wechselt (Steh-Sitzdynamik). Arbeitsmediziner empfehlen, die Arbeit zu 50 Prozent sitzend und zu je 25 Prozent stehend und in Bewegung zu erledigen, falls möglich. Außerdem sind zwei bis vier Haltungswechsel pro Stunde empfehlenswert.

Wichtig ist auch Bewegung in den Pausen, sowie vor oder nach der Arbeit, damit die Bänder nicht erschlaffen, die Muskeln nicht verkümmern, die Bandscheiben geschmeidig bleiben, die Wirbelkörper ihre Festigkeit behalten und die Beine richtig durchblutet werden.

Darauf sollten Sie achten

Wenn Sie folgende Punkte beherzigen, können Sie gesundheitlichen Problemen vorbeugen:

So sitzen Sie richtig

Kippen Sie im Sitzen das Becken leicht nach vorne. Dabei richtet sich der Brustkorb auf, die Halswirbelsäule streckt sich. In dieser Haltung können Sie auch freier atmen, die Organe haben mehr Platz und die Wirbelsäule hat fast ihre natürliche Form.

Auch wenn Sie sich gerade hinsetzen, verfallen Sie vermutlich automatisch irgendwann wieder in den „Rundrücken“. Suchen Sie sich deshalb einen Punkt, auf den Sie während der Arbeit immer wieder schauen. Nehmen Sie sich vor, Ihre Haltung immer zu korrigieren, wenn Ihr Blick darauf fällt.

Doch nicht nur gerades Sitzen ist wichtig, sondern auch dynamisches. So bringen Sie Bewegung auf den Schreibtischstuhl:

 Falls Sie die Wahl zwischen mehreren Sitzmöglichkeiten haben, wählen Sie diejenige, die diesem Ideal am ehesten entspricht:

Quellen

Online-Informationen der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: www.baua.de (Abrufdatum: 9.4.2020)

Auf und nieder – immer wieder! Mehr Gesundheit im Büro durch Sitz-Steh-Dynamik (PDF). Online-Information der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin: www.baua.de (Abrufdatum: 9.4.2020) 

Berufsgenossenschaft Handel und Warenlogistik (Hg.): Sitzen im Büro. BGHW-Kompakt, Bd. 82 (Juli 2013)

Weitere Informationen

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Letzte inhaltliche Prüfung: 09.04.2020
Letzte Änderung: 14.09.2021