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Schlafstörungen bei Kindern

Letzte Änderung:
Zuletzt bearbeitet von Dr. rer. nat. Geraldine Nagel • Medizinredakteurin

Dass kleine Kinder in der Nacht gelegentlich aufwachen, ist ganz normal. Ob sie dann allein in den Schlaf zurückfinden oder die Eltern dafür brauchen, hängt weniger von ihrem Alter ab als davon, woran sie sich inzwischen gewöhnt haben. In den meisten Fällen handelt es sich dabei nicht um ernsthafte Schlafstörungen bei Kindern.

Allgemeines

Kleine Kinder können noch keinen Sinn darin erkennen, was gut daran sein soll, mehr in der Nacht und weniger am Tag zu schlafen. Sie schlafen, wenn sie müde sind und zur Ruhe kommen, ganz gleich wie früh oder wie spät es ist. Wäre es möglich, würden viele Erwachsene es genau so halten.

Auch tagsüber können die Schlafgewohnheiten sehr unterschiedlich sein und stehen häufig mit denen in der Nacht im Zusammenhang. Manche Kinder schlafen sowohl nachts als auch mittags lang und problemlos. Bei anderen fällt der Mittagsschlaf seit einiger Zeit immer häufiger aus. Sie sind zwar müde und erschöpft, kommen aber nicht zur Ruhe. Wiederum andere schlafen nachts zu wenig und genehmigen sich dann tagsüber einen besonders langen Mittagsschlaf.

Tipps bei Schlafproblemen

Natürlich ist es für einen halbwegs funktionierenden Familienalltag wichtig, dass sich auch die Kleinen allmählich in die üblichen zeitlichen Abläufe einpassen. Nur erzwingen lässt sich ein geregeltes Schlafverhalten nicht. Gleichwohl können einige Tipps es Kind und Eltern leichter machen, zu ihrem Schlaf zu kommen:

Ältere Kinder: Frühaufsteher

Wie bei den Erwachsenen gibt es Kinder, die morgens nach dem Aufstehen sofort wach und präsent sind, während andere eine längere Anlaufzeit brauchen, um "auf Touren" zu kommen. Oft zählen die Ersteren auch zu den Frühaufstehern, die – solange sie sich noch nicht selbst zu beschäftigen wissen – auf die Gesellschaft mindestens eines schlaftrunkenen Elternteils angewiesen sind.

Wenn sich Eltern am Wochenende darauf freuen, ein wenig ausschlafen zu können, zeigt sich oft, wie gut die Kinder sich an den frühen Rhythmus der Werktage gewöhnt haben: Ob Sommer oder Winter, Dienstag oder Sonntag – stets wachen die Kleinen in den frühen Morgenstunden auf und wollen, dass man mit ihnen spielt.

© Banana Stock Ltd.
Manche Kinder wollen gleich nach dem Aufstehen spielen.

Vor allem aus Sicherheitsgründen führt etwa bis zum Schulalter kein Weg daran vorbei, aufzustehen und mitzumachen. Deshalb hier einige Empfehlungen, wie Sie bis dahin trotzdem gut über die Runden kommen:

Weitere Informationen

Onmeda-Lesetipps:

Buchtipps:

Schlafen lernen. Sanfte Wege für Ihr Kind

Petra Kunze, Helmut Keudel
128 Seiten Gräfe &

Was tun, wenn das ersehnte Baby nachts nicht schläft und trotz elterlicher Fürsorge weint und schreit? Hierfür kann es zahlreiche Gründe geben: organisch bedingte Störungen, die falsche Schlafumgebung, gestresste Eltern oder falsche Schlafgewohnheiten. Das Buch hilft bei der Suche nach den möglichen Ursachen und beschreibt, welches Schlafbedürfnis kleine Kinder haben und wann professionelle Hilfe angeraten ist. Übernächtigte Eltern profitieren zudem von dem umfangreichen Schatz an Ideen und Ratschlägen, die das Einschlafen der Kinder sanft fördern: vorlesen, allen Schmusetieren gute Nacht sagen, abendliches Bad, Babymassage und vieles mehr.

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Handbuch Kinderschlaf

Alfred Wiater, Gerd Lehmkuhl
344 Seiten Schattauer 2011

Erholsamer Schlaf ist eine Voraussetzung für die gesunde Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Schlafstörungen im Kindesalter werden durch Reifungs- und Entwicklungsfaktoren ebenso beeinflusst wie durch äußere Gegebenheiten. Sie gehen einher mit emotionalen Problemen, Hyperaktivität, Konzentrations- und Lernstörungen. Wenn sie in prägenden Entwicklungsphasen auftreten, können sich daraus nachhaltige Folgen im späteren Leben ergeben. Meist handelt es sich nicht um kurzfristige Phänomene, sondern um eine über mehrere Jahre persistierende Problematik. Die Kinderschlafmedizin beschäftigt sich mit der breiten Palette der Schlafstörungen im Kindes- und Jugendalter. Ihre zahlreichen Schnittstellen beispielsweise zur Neuropädiatrie, Pneumologie oder Kinderkardiologie erfordern fächerübergreifendes Arbeiten. Weil der Kinderschlaf erheblich vom Erwachsenenschlaf differiert, gibt es andere Einteilungen und Normwerte. Auch die Diagnostik z.B. in Schlaflaboren muss speziell darauf ausgerichtet sein, um organische Ursachen gegenüber nicht organisch bedingten Störungen abklären zu können. Das renommierte Autorenteam präsentiert alle Aspekte dieser vielfältigen Erkrankungen und Störungen leitlinienbasiert und kompakt und schafft damit ein fundiertes Referenzwerk für jeden, der mit Schlafstörungen von Kindern und Jugendlichen konfrontiert wird.

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Quellen:

Online-Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): www.kindergesundheit-info.de (Stand: 2010)

Karven, U., Schweiger, D. et al.: Das große Babybuch. Rowohlt, Hamburg 2006

Jahn-Zöhrens, U.: Entspannt erleben: Babys 1. Jahr. Trias, Stuttgart 2005

Largo, R.: Babyjahre. Die frühkindliche Entwicklung aus biologischer Sicht. Piper, München 2001

Letzte inhaltliche Prüfung: 22.02.2012
Letzte Änderung: 30.01.2018