Schlaganfall vorbeugen

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (15. Mai 2017)

© iStock

Ein Schlaganfall (auch Apoplex oder Hirnschlag genannt) scheint häufig wie aus heiterem Himmel aufzutreten – tatsächlich gehen ihm jedoch oft über Jahre schleichende Veränderungen an den Gefäßen voraus. Wer frühzeitig aktiv wird, kann einem Schlaganfall deshalb in der Regel vorbeugen!

Etwa 80 Prozent der Betroffenen überleben einen ersten Schlaganfall. Dennoch zählt ein Hirnschlag mit zu den häufigsten Todesursachen in Deutschland. Ob und in welcher Form Folgeschäden auftreten, hängt vor allem davon ab, welche Hirnbereiche geschädigt wurden. Die meisten Betroffene sind zum Zeitpunkt des Schlaganfalls über 60 Jahre alt.

Nur in etwa zwei von zehn Fällen steckt eine Hirnblutung hinter einem Schlaganfall. In etwa acht von zehn Fällen verschließt dagegen ein Blutgerinnsel ein Blutgefäß im Gehirn. Letzteres ist oft die Folge einer langjährigen Arteriosklerose (Arterienverkalkung), in deren Verlauf es zu Gefäßablagerungen kommt.

Einem Schlaganfall können Sie zu großen Teilen vorbeugen, indem Sie die Risikofaktoren für eine Arteriosklerose minimieren!

Bei Ihnen sind bislang alle Werte im grünen Bereich? Wunderbar! Lassen Sie sich trotzdem regelmäßig beim Arzt durchchecken. Eine gute Möglichkeit für über 35-Jährige ist der sogenannte Gesundheits-Check-up, der gesetzlich Versicherten alle zwei Jahre zusteht. Dieser umfasst neben einen körperlichen Untersuchung auch eine Blutprobe, aus der zum Beispiel Blutfett- und Blutzuckerwerte bestimmt werden.

Blutdruck

Langjähriger Bluthochdruck gilt als wichtigster Risikofaktor für einen Schlaganfall. Versuchen Sie deshalb, hohen Blutdruck gar nicht erst entstehen zu lassen beziehungsweise lassen Sie diesen frühzeitig behandeln. Auch wenn Sie bislang keine Probleme mit Bluthochdruck haben, lassen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig kontrollieren!

Blutfettwerte

Hohe Blutfettwerte (z.B. hohe Cholesterinwerte) können zu Arteriosklerose führen. Lassen Sie deshalb regelmäßig beim Arzt Ihre Blutfettwerte überprüfen.

Blutzucker

Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit) kann das Risiko für einen Schlaganfall erhöhen – testen Sie daher regelmäßig Ihre Blutzuckerwerte.

Herzschlag

Wenn Ihnen Unregelmäßigkeiten bei Ihrem Herzschlag auffallen, sollten Sie diese ärztlich abklären lassen. Auf diese Weise können Herzrhythmusstörungen wie etwa das Vorhofflimmern rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Vorhofflimmern erhöht das Risiko für eine Embolie und dadurch auch für einen Schlaganfall.

Lebensstil

Wer einem Schlaganfall vorbeugen will, sollte ganz allgemein auf ein "gesundes Leben" achten, mit allem was dazu gehört: Dazu zählt zum einen regelmäßige Bewegung, das heißt mindestens dreimal pro Woche 30 Minuten Sport. Daneben sollten Sie für ausreichend Schlaf sorgen und sich ausgewogen ernähren. Achten Sie beim Essen auf viel Obst und Gemüse, aber reduzieren Sie den Anteil von Fett und Zucker. Denken Sie außerdem daran, genug zu trinken – am besten möglichst zuckerfreie oder zuckerarme Getränke wie Wasser, Saftschorlen oder Kräutertees.

Übergewicht

Durch Übergewicht steigt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und dadurch langfristig auch für einen Hirnschlag. Indem Sie Übergewicht vermeiden oder reduzieren, können Sie möglichen Folgeerscheinungen wie einem Schlaganfall vorbeugen.

Alkohol

Der regelmäßige Konsum großer Mengen Alkohol kann das Schlaganfall-Risiko erhöhen. Trinken Sie Alkohol deshalb höchstens in Maßen oder verzichten Sie besser noch ganz darauf.

Rauchen

Wenn Sie einem Schlaganfall vorbeugen wollen, sollten Sie auf das Rauchen verzichten. Denn Raucher erkranken doppelt so häufig an Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Nichtraucher.

Stress

Länger andauernder Stress erhöht ebenfalls das Risiko für einen Hirnschlag. Vermeiden Sie deshalb chronischen Stress und achten Sie darauf, immer wieder Phasen der Entspannung in Ihren Alltag einzuflechten. Gelegentlicher Stress ist nicht gesundheitsschädlich, als Dauerzustand ist er jedoch nicht zu empfehlen.