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Pfefferminze

Letzte Änderung:
Zuletzt bearbeitet von Astrid Clasen • Medizinredakteurin

Die Pfefferminze ist – wie jede andere Minze auch – eine aromatische Pflanze. Ihr ätherisches Öl macht sie zu einer wirksamen Heilpflanze, weshalb sowohl Pfefferminzblätter als auch das daraus gewonnene Pfefferminzöl als traditionelle pflanzliche Arzneimittel gelten.

Allgemeines

Die Pfefferminze ist wahrscheinlich zufällig in Europa aus verschiedenen Minzearten entstanden und vor allem in Europa und Nordamerika weit verbreitet. Der botanische Name der Pfefferminze lautet Mentha x piperita, wobei:

Die Pfefferminze ist ein ausdauerndes Heilkraut, das eine Höhe von bis zu 60 cm erreichen kann. Der vierkantige Stängel ist wenig verzweigt und häufig violett unterlaufen. Die kreuzgegenständigen, länglichen Blätter duften beim Zerreiben charakteristisch nach Menthol. Die blassrosafarbenen Lippenblüten sind in ährigen Quirlen angeordnet.

Die Pfefferminze ist unter anderem bekannt für ihre lindernde Wirkung bei Verdauungsbeschwerden und gilt seit mindestens zwei Jahrhunderten als eines der beliebtesten Heilkräuter. Neben medizinischen Zwecken nutzen die Menschen die Pfefferminze in weiten Teilen der Erde auch wegen ihres Geschmacks (als Gewürzpflanze bzw. zur Aromatisierung) und wegen ihres Dufts – zum Beispiel:

Als Arzneipflanze verwendet kommen nur die Blätter der Pfefferminze zum Einsatz – allerdings auf unterschiedliche Weise zubereitet. Die daraus hergestellten Arzneimittel sind in folgenden Darreichungsformen erhältlich:

Wirkung und Inhaltsstoffe

Bei der Pfefferminze geht die medizinische Wirkung auf verschiedene Inhaltsstoffe zurück: Die Pfefferminzblätter enthalten ein ätherisches Öl, dessen Hauptbestandteil – Menthol – für den typischen Pfefferminz-Geruch sorgt. Das reine Pfefferminzöl wirkt schleimlösend. Weitere Inhaltsstoffe der Pfefferminze sind Flavonoide, Gerbstoffe und wachsartige Substanzen. Pfefferminze wirkt appetitanregend und krampflösend. Zusätzlich erhöht Pfefferminze die Gallenproduktion. Äußerlich eingesetzt hat Pfefferminzöl zudem eine kühlende Wirkung.

Anwendungsgebiete

Die Pfefferminze ist für verschiedene Anwendungsgebiete als traditionelles Arzneimittel anerkannt: Die Blätter der Pfefferminze können in Form von Tee gegen leichte krampfartige Beschwerden im Magen-Darm-Bereich sowie gegen Verdauungsbeschwerden (wie Blähungen) und Beschwerden der Gallenblase und der Gallenwege zum Einsatz kommen. Zusammen mit anderen Drogen gelten Pfefferminzblätter außerdem als geeignet, um die Verdauungsfunktion zu unterstützen oder um im Bereich der Atemwege die Schleimlösung zu fördern.

Das aus den Blättern der Pfefferminze gewonnene Öl hat teils ähnliche Anwendungsgebiete: Innerlich angewendet soll auch Pfefferminzöl gegen krampfartige Beschwerden des Magen-Darm-Trakts und der Gallenwege sowie bei Verdauungsbeschwerden helfen. Darüber hinaus findet Pfefferminzöl innerlich Verwendung bei Husten und Infektionen der oberen Atemwege einschließlich Erkältungen. Äußerlich kann man Pfefferminzöl ebenfalls gegen Erkältungen anwenden. Zudem soll äußerlich eingesetztes Pfefferminzöl (wegen seines kühlenden Effekts) Muskel- und Nervenschmerzen, Spannungskopfschmerzen sowie Hautsymptome bei unverletzter Haut (z.B. Juckreiz, schmerzhafte Hautreizungen) lindern.

Dosierung und Anwendung

Bei der Pfefferminze hängt die richtige Dosierung unter anderem von der Art der Anwendung ab. Sie können Pfefferminze innerlich als Tee oder als Tinktur, äußerlich zum Einreiben, Inhalieren oder als Mundspülung anwenden. Außerdem ist Pfefferminze Bestandteil vieler Magen-, Darm- und Gallemittel. Die Tagesdosis sollte 3 bis 6 Gramm Droge oder 5 bis 15 Gramm verdünnte Tinktur nicht übersteigen.

Bei Säuglingen und Kleinkindern in den ersten beiden Lebensjahren ist es aus Sicherheitsgründen ratsam, auf die Anwendung von Pfefferminzöl ganz zu verzichten. Wenden Sie auch bei Kleinkindern über zwei Jahren das Pfefferminzöl nur äußerlich an – jedoch nicht im Gesicht oder großflächig. Verreiben Sie zum Inhalieren nur wenige Tropfen Pfefferminzöl auf Brust und Rücken.

Hinweise

Bevor die Pfefferminze als Arzneimittel zum Einsatz kommt, sind folgende Hinweise zu beachten:

Weitere Informationen

Quellen:

Arzneipflanzenlexikon: Pfefferminze. Online-Informationen der Kooperation Phytopharmaka GbR: www.koop-phyto.org (Abrufdatum: 17.7.2014)

Online-Informationen der Europäischen Arzneimittel-Agentur (European Medicines Agency): www.ema.europa.eu (Stand: September 2008)

Kraft, K.: Phytotherapie. Thieme, Stuttgart 2000

Wenigmann, M.: Phytotherapie. Urban und Fischer, München 1999

Augustin, M., Schmiedel, V.: Leitfaden Naturheilkunde. Urban & Fischer, München 2003

Letzte inhaltliche Prüfung: 17.07.2014
Letzte Änderung: 05.04.2018