Solarium – Sonnenbräune aus der Röhre

Veröffentlicht von: Dr. rer. nat. Geraldine Nagel (28. November 2016)

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Gerade im Winter möchten viele das Solarium nicht missen. Denn im Sonnenstudio kann man sich wetterunabhängig mithilfe von künstlicher UV-Strahlung bräunen lassen.

Dabei unterscheidet man zwischen Ganzkörperanlagen (Solarium) und solchen, die eher der Gesichtsbräunung dienen (sog. Höhensonne). Sowohl Solarium als auch Höhensonne setzen vor allem auf UV-A-Strahlung, denn sie führt zu einer schnellen Bräune. Da diese im Allgemeinen jedoch nicht sehr lange anhält, werden oft stärkere UV-A-Dosen eingesetzt. Manche Sonnenbanken setzen auch eine kombinierte UV-A- und UV-B-Strahlung ein, deren Verhältnis mit einem Filter regelbar ist.

Egal, ob künstliche oder natürliche UV-Strahlung – zu viel davon schadet Haut und Augen gleichermaßen und kann zu akuten Folgen führen, wie etwa Sonnenbrand, aber auch zu langfristigen Folgen: Wer häufige Sonnenbäder und Besuche im Solarium liebt, erhöht sein Risiko, an Hautkrebs zu erkranken. Denn UV-Strahlung zählt offiziell zu den krebsauslösenden Faktoren und befindet sich laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) auf einer Stufe mit Asbest oder Tabak.

In den letzten Jahrhunderten hat sich das Verhältnis zu Sonnenbräune verändert: Galt früher eine vornehme Blässe als Schönheitsideal, empfinden heute viele Menschen nur eine gebräunte Haut als attraktiv und gesund. Sonnenbäder und regelmäßige Besuche im Solarium sind aus dem Alltag vieler Menschen nicht mehr wegzudenken. Das ist vermutlich mit eine der Ursachen für steigende Hautkrebs-Zahlen. Mittlerweile erkranken jedes Jahr circa 264.800 Deutsche an Hautkrebs. Vor rund zehn Jahren war es nur etwa die Hälfte.

Wer ein paar Vorsichtsmaßnahmen beim Bräunen auf der Sonnenbank beachtet, kann das Sonnenbrand-Risiko zwar senken. Dennoch kann es durch eine regelmäßige Solarium-Nutzung langfristig zu Hautschäden kommen.

Kein Vitamin D aus dem Solarium

In kleinen Mengen hat UV-Strahlung auch positive Effekte – zum Beispiel fördert sie die Produktion von Vitamin D im Körper. Lange Sonnenbäder oder ausgiebige Besuche im Solarium sind hierfür jedoch unnötig: Je nach Hauttyp reichen schon täglich 5 bis 25 Minuten Tageslicht, wobei nur Gesicht und Teile der Arme oder Beine unbedeckt sein müssen, damit genug UV-Strahlung in die Haut gelangt. Außerdem sind zur Vitamin-D-Bildung in der Haut UV-B-Strahlen nötig – in vielen Solarien kommt jedoch nur schnell bräunendes UV-A-Licht zum Einsatz.

Aufs Vorbräunen im Solarium besser verzichten

Viele Menschen gehen extra vor einem Urlaub ins Solarium, in der gut gemeinten Absicht, die Haut so besser auf die stärkere Sonne am Urlaubsort vorzubereiten. Auf so ein "vorbräunen" im Sonnenstudio sollten Sie jedoch besser verzichten. Denn die Bräune aus dem Sonnenstudio entsteht meist durch UV-A-Strahlen, die eine schnelle Bräunung, aber keinen Schutz vor Sonnenbrand bewirken. Für den Eigenschutz der Haut ist dagegen eine allmähliche Steigerung von UV-A- und UV-B-Strahlung notwendig.

Wann nicht ins Solarium?

Verzichten Sie besser auf Solarium oder Höhensonne im Sonnenstudio, wenn

  • Sie eine sehr helle und empfindliche Haut haben (Hauttyp I oder II).
  • Sie sehr viele Muttermale, Sommersprossen oder auffällig große Pigmentmale haben.
  • Sie als Kind schwere Sonnenbrände hatten.
  • Sie Hautkrebs haben oder schon einmal hatten.
  • in Ihrer Familie schon einmal Hautkrebs aufgetreten ist.
  • Sie gerade krank sind.

Schutz für Minderjährige

Kinder und Jugendliche sind besonders in Gefahr, durch UV-Strahlung an Hautkrebs zu erkranken und müssen deshalb geschützt werden. Seit September 2009 ist unter 18-Jährigen die Nutzung von Solarium und Höhensonne in Sonnenstudios daher untersagt.


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