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Chloasma (Melasma)

Letzte Änderung:
Nächste Aktualisierung von Dr. rer. nat. Geraldine Nagel • Medizinredakteurin

Als Chloasma oder Melasma werden unbedenkliche Pigmentflecken im Gesicht bezeichnet, die vor allem in der Schwangerschaft auftreten können und oft wie eine Maske erscheinen. Sonneneinstrahlung kann das Chloasma verstärken oder erst auslösen.

Überblick

Auch Männer können ein Chloasma ausbilden, häufiger sind jedoch Frauen – besonders dunklen Typs – betroffen. Die verstärkte Pigmentierung (sog. Hyperpigmentierung) bereitet keine körperlichen Beschwerden und bringt auch keine Komplikationen mit sich. Sie stellt jedoch für die betroffenen Frauen oft eine kosmetische Belastung dar. Denn ein Chloasma entwickelt sich meist symmetrisch im Gesicht, bevorzugt an Stirn, Wangen, Kinn und Schläfen. Die Flecken können blassgelb bis dunkelbraun sein und unterschiedliche Form annehmen:

Besonders auffällig ist das Chloasma oder Melasma, wenn es sich großflächig und wie eine Maske über das Gesicht ausbreitet und sehr dunkel ausfällt.

Ein Chloasma, das sich aufgrund hormoneller Schwankungen entwickelt hat, bildet sich meist zurück, wenn die Hormonkonzentration wieder stabil ist, etwa

Ein nicht-hormonell bedingtes Chloasma kann jedoch dauerhaft bestehen bleiben und lediglich vorübergehend verblassen, wenn die Sonneneinstrahlung geringer ist (etwa im Winter). Es ist daher sinnvoll, bei bestehendem Chloasma oder Melasma starke Sonneneinstrahlung zu meiden. Außerdem können verschiedene Medikamente das Chloasma mildern. Viele Betroffene greifen jedoch letzten Endes darauf zurück, die Pigmentflecken zu überschminken (Camouflage).

Wie entsteht ein Chloasma?

Unter anderem befinden sich in der Haut die sogenannten Melanozyten. Das sind spezialisierte Zellen, die das Pigment Melanin bilden. Melanin ist nötig, um die Haut bei Sonneneinstrahlung vor den UV-Strahlen zu schützen. Wie viel Melanin die Melanozyten bilden, wird hormonell gesteuert, wobei die Konzentration des zuständigen Hormons, Melanotropin, unter anderem abhängig von der Sonneneinstrahlung ist.

Im Falle eines Chloasmas sind entweder mehr Melanozyten als üblich vorhanden oder die Melanozyten produzieren übermäßig viel Melanin – aber auch beides ist möglich. So oder so ist im Ergebnis zu viel Melanin in der Haut vorhanden. Dieses lagert sich in unterschiedlichen Hautschichten (tiefergelegen in der Lederhaut oder weiter oben in der Oberhaut) ab und wird je nach Menge als hellerer oder dunklerer Fleck (Chloasma) auf der Hautoberfläche sichtbar. Sonneneinstrahlung kann den Effekt zusätzlich verstärken.

Da ein Chloasma sich aufgrund der gestörten Melaninproduktion bildet, wird es auch Melasma oder Melanose genannt.

Häufigste Ursache für eine gestörte Melaninproduktion sind hormonelle Schwankungen, besonders in der Schwangerschaft, durch hormonelle Verhütungsmittel oder während der Wechseljahre und, seltener, durch östrogenproduzierende Tumoren. Aber auch andere Auslöser kommen infrage.

Je nach Ursache kann man verschiedene Chloasma-Typen unterscheiden:

Was kann man tun?

Ein Chloasma oder Melasma stellt ein rein kosmetisches Problem dar. Da die Hyperpigmentierung sich aber im Gesicht befindet und häufig besonders auffällig ist, kann sie für die betroffenen Frauen sehr belastend sein.

Zunächst ist es nötig, die Ursache für das Chloasma beziehungsweise Melasma herauszufinden. Hormonell bedingte Hyperpigmentierungen verschwinden meist nach und nach, wenn die Ursache beseitigt wurde, wie etwa nach einer Geburt, nach Absetzen hormoneller Verhütungsmittel oder durch eine Hormonbehandlung während der Wechseljahre.

Auslösende Medikamente sollten in Absprache mit dem behandelnden Arzt abgesetzt oder, wenn möglich, ersetzt werden.

Meiden Sie außerdem direkte Sonneneinstrahlung, um das Chloasma nicht zu verstärken. Verwenden Sie, besonders zur Mittagszeit, einen Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor.

Zu den medikamentösen Möglichkeiten, ein Chloasma zu mildern, gehören Salben mit Wirkstoffen, die auch gegen Akne eingesetzt werden, wie beispielsweise:

Hydrochinon kann jedoch den Hautfarbstoff Melanin aus den behandelten Hautstellen dauerhaft entfernen (depigmentieren), daher sollte dieser Wirkstoff vorsichtig eingesetzt werden.

Außerdem kann oberflächlich die sogenannte Kryochirurgie eingesetzt werden. Dabei vereist man die betroffenen Zellen und entfernt sie anschließend. Diese Anwendung eignet sich aber vorwiegend für Chloasmen oder Melasmen, die sich in der oberen Hautschicht (Epidermis) befinden.

Bei oberflächlichem Chloasma oder Melasma kann auch ein chemisches Peeling mit Glykolsäure und Hydrochinon das Erscheinungsbild verbessern.

Nicht zuletzt greifen betroffene Frauen häufig zu Makeup, um das Chloasma zu überschminken (sog. Camouflage).

Weitere Informationen

ICD-10-Diagnoseschlüssel:

Hier finden Sie den passenden ICD-10-Code zu „Chloasma (Melasma)”:

Quellen:

Online-Informationen des Pschyrembel: www.pschyrembel.de (Stand: 2014)

Altmeyer, P., Paech, V.: Enzyklopädie der Dermatologie, Allergologie, Umweltmedizin. Thieme, Stuttgart 2011

Sterry, W.: Kurzlehrbuch Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2011

Rassner, G.: Dermatologie, Lehrbuch und Atlas. Urban & Fischer, München 2007

Letzte inhaltliche Prüfung: 24.06.2014
Letzte Änderung: 16.07.2019