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Haut im Winter

Letzte Änderung:
Zuletzt bearbeitet von Lydia Klöckner • Medizinredakteurin

Draußen Frost, drinnen Heizungsluft: Für die Haut ist der Winter ganz schön stressig. Vor allem klirrende Kälte und trockene Wärme setzen ihr zu. Hier erfahren Sie, warum – und welche Pflege die Haut im Winter braucht.

Hautpflege im Winter

Während der kalten Jahreszeit ist es besonders wichtig, die Haut vor dem Austrocknen zu schützen. Dazu können zum einen Luftbefeuchter beitragen. Zum anderen ist es in der Regel sinnvoll, im Winter auf eine fetthaltige Creme umsteigen. Die Pflege sollte jedoch immer individuell zum jeweiligen Hauttyp passen:

Besondere Vorsicht ist im Winter auch bei der Reinigung geboten: Seifen und alkoholhaltige Gesichtswässer oder Peelings sind im Winter nicht geeignet. Um der Haut keine Feuchtigkeit und kein Fett zu entziehen, bieten sich stattdessen eine sanfte und seifenfreie Reinigungsmittel an. Diese sollten dem pH-Wert der Haut (5,5) angepasst sein.

Langes und heißes Duschen oder Baden entzieht der Haut zusätzlich Feuchtigkeit. Besser ist es, das Wasser auf eine moderate Temperatur (optimalerweise auf Körpertemperatur) einzustellen. Nach dem Duschen sollte man die Haut nicht zu fest mit dem Handtuch abrubbeln, sondern lieber sanft trockentupfen. Auch ist es empfehlenswert, die Haut gleich nach dem Duschen oder Waschen einzucremen. Der Fettfilm hilft ihr dabei, die Feuchtigkeit zu speichern.

Diese Hautpartien benötigen besondere Pflege

Kälte und Trockenheit ist vor allem für Hautstellen belastend, die dünn und nicht von Kleidung bedeckt sind, also etwa für

Um diese Hautstellen zu schützen, empfiehlt es sich

Vor allem die Lippen bedürfen im Winter besonderer Pflege. Sie haben keine eigenen Talg- und Schweißdrüsen und können somit keinen schützenden Fettfilm und ausreichend Feuchtigkeit produzieren. Der sehr dünnen Haut der Lippen fehlt außerdem die grobe Hornschicht. Sie wird schnell spröde und reagiert empfindlich auf UV-Strahlung. Diese ist gerade im Winter gefährlich für Haut und Lippen.

Abhilfe schaffen ein pflegender Lippenbalsam oder Lippenpflegestifte, da sie die Lippen mit einer schützenden Fettschicht überziehen. Sie sorgen außerdem für Feuchtigkeit. Besondere Vorsicht ist beim Wintersport oder bei Aufenthalten im Hochgebirge geboten: Die Haut reagiert speziell im Winter empfindlich auf die intensive Sonneneinstrahlung. Schutz bieten spezielle Pflegestifte mit UV-Schutz.

Typische Winter-Hautprobleme

Die Winterluft enthält wenig Feuchtigkeit. Noch trockener ist die Luft in beheizten Räumen, in denen sich die Menschen im Winter meist aufhalten. Der Haut tut Trockenheit nicht gut: Ihre äußerste Schutzschicht wird poröser und durchlässiger, sodass mehr Wasser austreten kann. Zudem sinkt die Menge feuchthaltender Stoffe in der Haut.

Auch Kälte kann der Haut schaden: Die Blutgefäße unter der Haut ziehen sich zusammen, um so die Wärme im Inneren zu bewahren. Dadurch wird die Haut schlechter durchblutet und somit auch weniger mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Die oberste Hautschicht erneuert sich dann nur noch langsam und die Regenerationsmechanismen arbeiten eingeschränkt. Die Haut ist dadurch empfänglicher für äußere Einflüsse wie zum Beispiel Pilze, Bakterien und Schadstoffe.

All das erklärt, warum viele Menschen im Winter Hautprobleme haben. Zum Beispiel

Darum ist Kälte ein Problem

Die oberste Hautschicht (Epidermis) enthält verschiedene Bestandteile, die die Haut gegen äußere Einflüsse wappnen. Sie verhindern, dass die Haut zu viel Wasser verliert. Wichtig für den Schutz der Haut sind etwa:

Der Winter schwächt diese Schutzfunktionen der Haut. Zum einen bewirkt die trockene Luft, dass die Schicht aus Korneozyten poröser wird und die Haut einen Teil der natürlichen Feuchthaltefaktoren verliert.

Zum anderen bilden die Talgdrüsen der Haut bei Kälte weniger Talg. Auch kann sich der Talg bei Kälte nicht so schnell auf der Haut ausbreiten. Deshalb wird der Fettfilm dünner und durchlässiger.

Extreme Kälte kann sogar dazu führen, dass die Haut die Fettproduktion komplett einstellt. Wenn der Fettfilm fehlt, kann die Feuchtigkeit auf der Hautoberfläche schneller verdunsten. Trockene Heizungsluft begünstigen die Austrocknung zusätzlich. Somit wird die Haut empfindlich, rau und rissig.

Hautpflege von innen

Wer seine Haut von innen stärken möchte, sollte vor allem ausreichend trinken. Die Haut besteht teilweise aus Wasser. Wenn man nicht genug trinkt, trocknet sie aus. Der tägliche Flüssigkeitsbedarf beträgt etwa 1,5 Liter Wasser, Früchte- und/oder Kräutertees.

Hilfreich ist es auch, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten. Frisches Obst und Gemüse liefern Vitamine, Spurenelemente und Feuchtigkeit. Vor allem Vitamin C schützt die Haut vor schädlichen äußeren Einflüssen.

Ein unterschätztes Hautpflege-Mittel ist außerdem Sport: Wenn man sich körperlich anstrengt, wird die Haut besser durchblutet. Wichtig nach dem Sport: Genug trinken!

Quellen

Online-Informationen der Arbeitsgemeinschaft ästhetische Dermatologie und Kosmetologie e. V. (ADK): www.haut.de (Abrufdatum: 11.11.2020)

Dry skin. Online-Informationen der Mayo-Clinic: www.mayoclinic.org (Stand: 20.8.2019)

Wie funktioniert die Haut? Online-Informationen des Instituts für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): www.gesundheitsinformation.de (Stand: 27.3.2019)

Engebretsen, K. A., et al.: The effect of environmental humidity and temperature on skin barrier function and dermatitis. Journal of the European Academy of Dermatology and Venereology, Jg. 30, Nr. 2, S. 223-249 (Februar 2016)

Letzte inhaltliche Prüfung: 11.11.2020
Letzte Änderung: 11.11.2020