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Zahnstein und Plaque (Zahnbelag)

Über Plaque und Zahnstein spricht wohl kaum jemand gern – aber trotzdem sind sie irgendwann in nahezu jedem Mund zu finden, auch bei gründlicher und regelmäßiger Zahnpflege. Plaque ist dabei nichts anderes als der weiche Zahnbelag, der sich innerhalb kurzer Zeit nach dem letzten Zähneputzen bildet. Wird er nicht beseitigt, verhärtet er sich schon nach wenigen Tagen und wird zu Zahnstein. Doch wie entwickelt sich eigentlich Plaque und welche Folgen haben Plaque und Zahnstein für Zahnfleisch und Zähne?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Zahnstein und Plaque (Zahnbelag)

Bakterien zählen zu den normalen Bewohnern des Mundraums. Sie sind in der Regel harmlos. Zum Problem werden sie erst dann, wenn sie in großer Zahl an den Zahnoberflächen haften bleiben und der Griff zur Zahnbürste ausbleibt, sodass Plaque entsteht. Karies, Zahnfleischentzündungen oder Parodontitis können die Folge einer solchen mangelnden Mundhygiene sein.

Neben einer schlechten Zahn- und Mundpflege gibt es eine Reihe weiterer Faktoren, die Plaque fördern können. Hierzu zählen zum Beispiel:

  • eng stehende Zähne
  • bereits vorhandene Karies
  • bereits vorhandener Zahnstein
  • eine falsche Ernährung
  • die Art der Keime, die sich im Mundraum befinden (Keimzusammensetzung)
  • zu wenig Speichel im Mundraum
  • Füllungs- und Kronenränder, die abstehen

Auch, wer immer regelmäßig und gründlich seine Zähne pflegt, kann Zahnstein entwickeln – es ist nahezu unmöglich, mit herkömmlichen Mitteln zu 100 Prozent frei von Plaque zu bleiben. Daher ist der regelmäßige Gang zum Zahnarzt zusätzlich zur gründlichen Mundpflege ein Muss!

Im Gegensatz zum Zahnstein können Sie die weiche Plaque gut mit Zahnbürste, Zahnseide & Co. beseitigen. Hat sich bereits Zahnstein gebildet, kann nur der Zahnarzt weiterhelfen, denn Zahnstein ist zu hart, als dass man ihn als Laie beseitigen könnte. Mithilfe einer professionellen Zahnreinigung (PZR) kann der Arzt oder das geschulte Praxispersonal Plaque und Zahnstein problemlos entfernen. Es empfiehlt sich, eine solche Reinigung ein- bis zweimal im Jahr durchführen zu lassen.

Was ist Plaque?

Plaque ist der weiche, gelbliche und fest haftende Zahnbelag, der sich bereits innerhalb kurzer Zeit nach dem Zähneputzen auf den Zähnen bildet. Plaque besteht zum großen Teil aus Bakterien.

Insbesondere an Stellen, die für die Zahnbürste nur schwer zugänglich sind, hat Plaque leichtes Spiel – so zum Beispiel in den Zahnzwischenräumen oder in den Furchen auf den Kauflächen der Seitenzähne (Fissuren). Auch im Bereich des Zahnhalses entsteht Zahnbelag sehr rasch. Fährt man mit der Zunge darüber, fühlt sich der Bereich pelzig an.

Nach dem Zähneputzen ist vor dem Zähneputzen – denn schon direkt nach der letzten Reinigung beginnt die erste Phase der Plaquebildung!

Unmittelbar nach der Reinigung bildet sich auf der Zahnoberfläche ein feiner, schützender Biofilm, der aus verschiedenen Eiweißen des Speichels besteht: das sogenannte Pellikel oder Schmelzoberhäutchen. Das Pellikel (lat. pellicula = kleines Fell, kleine Haut) erfüllt im Mundraum sinnvolle Aufgaben: Es schützt den empfindlichen Zahn zum Beispiel vor aggressiven Säuren und sorgt dafür, dass der Zahnschmelz wichtige Mineralien einlagert (Remineralisation). Diese Art dünner Zahnbelag trägt also – im Gegensatz zu Plaque und Zahnstein – zur Zahngesundheit bei.

Das Pellikel ist zunächst bakterienfrei und nicht mit bloßem Auge sichtbar. Nach und nach siedeln sich auf dem Pellikel jedoch verschiedene Bakterien aus der Mundflora an – der Grundstein für Zahnbelag ist gelegt.

Im weiteren Verlauf reichern sich Nahrungsreste inklusive bestimmter Zuckerbausteine (sog. Polysaccharide, Mehrfachzucker), verschiedene Speichelbestandteile und Gewebezellen (Epithelzellen) auf dem Zahn an.

Die Mehrfachzucker bilden eine Art Matrix, eine Oberfläche, auf der Bakterien noch leichter und fester haften können, was die Bildung von Plaque weiter beschleunigt. Zudem dienen die Zuckerbausteine als Nahrungsquelle für Keime. Dabei wandeln sie den Zucker in Säuren um, die den Zahnschmelz angreifen und porös machen. Je poröser der Zahnschmelz, desto eher können Bakterien in den Zahn eindringen und ihn zerstören.

Immer mehr Bakterien siedeln sich im Zahnbelag an und vermehren sich. Die Plaque ist nun anhand ihrer weiß-gelblichen Farbe zu erkennen. Sie sollte jetzt dringend mit der Zahnbürste in Berührung kommen – nach ein bis zwei Tagen lässt sich Zahnbelag nämlich nicht mehr so leicht entfernen.

War die Plaque zunächst noch wasserlöslich, verhärtet sie sich nach wenigen Tagen: Zahnstein entsteht.

Von Plaque zum Zahnstein

  1. Direkt nach der Reinigung bildet sich auf den Zähnen ein feiner, schützender Film (Pellikel).
  2. Mit der Zeit sammeln sich auf dem Pellikel Bakterien an; Zucker aus Nahrungsresten begünstigen, dass sich die Bakterien rasch vermehren und bilden eine Matrix, die den Bakterien Halt gibt.
  3. Im weiteren Verlauf verschmelzen einzelne Plaqueherde zu größeren Bereichen.
  4. Nach frühestens ein bis zwei Tagen wird die Plaque durch Calciumsalze aus dem Speichel zu hartem Zahnstein.

Was ist Zahnstein?

Nach einigen Tagen wird Plaque (Zahnbelag) hart – in diesem Zustand redet man von Zahnstein. Diesen können Sie nicht selbst entfernen. Zahnstein entsteht, wenn der noch weiche Zahnbelag durch Calciumsalze aus dem Speichel mineralisiert und verhärtet.

Wie rasch eine Person Zahnstein entwickelt, ist individuell sehr verschieden.

Bei empfindlichen Personen kann aus altem Zahnbelag schon nach ein bis zwei Tagen Zahnstein entstehen! Daher sollten Sie Zahnbelag frühzeitig entfernen.

Zahnstein ist zunächst einmal ungefährlich für das Zahnfleisch. Das Problem: Durch seine raue Oberfläche bietet Zahnstein weiteren Bakterien optimale Bedingungen, um sich anzusiedeln und Zahnbelag zu bilden. Zahnstein ist daher nicht als eigentliche Ursache für Entzündungen und andere Zahnprobleme anzusehen, aber als Risikofaktor. Unter dem harten Zahnbelag führen verschiedene Stoffwechsel- und Vergärungsprozesse dazu, dass der pH-Wert in einen sauren Bereich absinkt. So können unter dem Zahnstein befindliche Säuren und Bakterien den Zahn weiter zerstören.

Daher ist es besonders wichtig, dass Sie Zahnstein vorbeugen – und bereits entstandenen Zahnstein durch den Zahnarzt behandeln lassen, denn selbst können Sie ihn nicht entfernen.

Zahnstein ist nämlich so hart, dass Sie ihn mit einer herkömmlichen Zahnbürste nicht mehr selbst entfernen können. Vielmehr gehört die Zahnsteinbehandlung in die Hände eines Profis – andernfalls gefährden Sie Ihren empfindlichen Zahnschmelz!

Zahnstein kann sowohl oberhalb des Zahnfleisches als auch in den Zahnfleischtaschen vorhanden sein.

  • Zahnstein oberhalb des Zahnfleisches (supragingivaler Zahnstein) ist weiß, gelb oder bräunlich gefärbt. Er entsteht relativ rasch, insbesondere an den Schneidezähnen im Unterkiefer in Richtung der Zunge und an den oberen Backenzähnen in Richtung Wange.
  • Zahnstein in den Zahnfleischtaschen (subgingivaler Zahnstein) wird auch Konkrement genannt und entwickelt sich im Vergleich zum supragingivalen Zahnstein langsamer. Er befindet sich unter dem Zahnfleisch auf der Wurzeloberfläche der Zähne und hat meist eine bräunliche Färbung, da Blutbestandteile eingelagert sind.

Folgen

Plaque (Zahnbelag) und Zahnstein führen auf Dauer nicht nur zu unangenehmen Gerüchen – sie gefährden auch die Mundgesundheit! Die Bakterien, die den Zahnbelag bilden, sind eine Voraussetzung für Karies. Je weniger Zahnbelag auf Ihren Zähnen entsteht, desto geringer ist auch das Risiko, dass sich Karies bildet. Verhärtete Plaque, also Zahnstein, begünstigt, dass sich weiterer Zahnbelag entwickelt.

Eine gewisse Anzahl an Bakterien gehört zur Mundflora dazu und stellt für gesundes Zahnfleisch und gesunde Zähne kein Problem dar. Je mehr Bakterien sich jedoch auf den Zahnoberflächen befinden, desto eher bildet sich dort und am Zahnfleischrand Plaque. Dadurch verändert sich auch die Mikroflora im Bereich des Zahnfleisches (Gingiva). Bakterielle Stoffwechselprodukte, Toxine (Gifte) und bestimmte Enzyme lockern das Zahnfleisch, sodass es sich leichter entzünden kann. Der Körper reagiert auf die Bakterien mit einem Abwehrmechanismus, der sich als Zahnfleischentzündung (Gingivitis) äußert.

Aber nicht nur die eigenen Zähne, auch Prothesen und Zahnspangen können von Zahnbelag befallen werden. Wer glaubt, dass Zahnersatz oder Spangen weniger Pflege brauchen, irrt sich: Werden sie nicht ausreichend gepflegt, stellen sie eine Gefahr für angrenzende Zähne dar.

So beugen Sie vor!

Wie man Plaque (Zahnbelag) und Zahnstein vorbeugen kann, liegt auf der Hand: Eine regelmäßige und gründliche Mundpflege ist das A & O, um auf Dauer sein strahlendes Lächeln zu erhalten. Je weniger Zahnbelag und Zahnstein Sie haben, desto glatter sind auch die Zähne – und desto schwerer können sich weitere Bakterien auf den Zähnen ablagern.

Bereits wenige Stunden nach dem letzten Zähneputzen bildet sich neue Plaque. Damit sich die Bakterien nicht rasch vermehren und Zähne und Zahnfleisch schädigen, sollten Sie vorbeugen und sowohl die Zahnoberflächen als auch die Zwischenräume sauber halten.

Das tägliche gründliche und technisch richtige Zähneputzen ist dabei nur der Anfang: Auch Zahnseide und Mundspülungen sind unverzichtbare Bestandteile effektiver Mundhygiene, ebenso wie ergänzende Produkte wie etwa ein Zungenschaber. Darüber hinaus können Sie mit einer zahngesunden Ernährung vorbeugen: Zucker- und stärkehaltige Speisen beispielsweise bieten Bakterien unserer Mundhöhle die Grundlage für die Säureproduktion, die wiederum zu Karies führen kann.

Sie tragen eine Prothese oder eine Zahnspange? Dann sollten sie diese genauso gut reinigen wie die richtigen Zähne – denn Zahnbelag kann sich auch auf Zahnersatz & Co. bilden und angrenzende Zähne gefährden.

Wer Zahnstein im Mundraum entdeckt, hat nicht zwangsläufig die Zahnpflege vernachlässigt. Vielmehr ist es individuell sehr unterschiedlich, wie rasch sich aus Zahnbelag der harte Zahnstein entwickelt. Zudem kann man auch trotz gründlicher Mundhygiene nicht sämtliche Plaque mit herkömmlichen Mitteln entfernen. Daher ist es besonders wichtig, ein- bis zweimal im Jahr eine professionelle Zahnreinigung (PZR) durchführen zu lassen. Bereits entstandener Zahnstein gehört in die Hände eines Experten – versuchen Sie niemals, ihn eigenmächtig zu entfernen! Mithilfe der professionellen Zahnreinigung entfernt man Ihnen in der Zahnarztpraxis nicht nur Zahnstein, sondern auch alle weichen Zahnbeläge. Zudem werden die Zähne von oberflächlichen Zahnverfärbungen befreit, poliert und fluoridiert. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten für eine professionelle Zahnreinigung zwar nicht – aber es lohnt sich!

Nicht zuletzt sollte sich jeder zweimal im Jahr für einen Kontrolltermin zum Zahnarzt begeben – im Fall der Fälle kann er Erkrankungen im Mundraum schon frühzeitig behandeln!