Das Bild zeigt ein Mädchen und einen Mann beim Zähneputzen.
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Zahnpflege und Mundhygiene

Für dauerhaft gesunde Zähne ist eine tägliche Zahnpflege und Mundhygiene unerlässlich. Nur so lassen sich Folgeerkrankungen wie Karies oder Zahnfleischprobleme verhindern.

Allgemeines

Dabei kommt es allerdings nicht allein auf Häufigkeit und Dauer des Zähneputzens an, sondern bei der Handzahnbürste vor allem auch auf die richtige Putztechnik. Alternativ kann eine elektrische Zahnbürste gute Dienste leisten. Sie ist einfach zu handhaben und hat den Vorteil, dass sie Fehler in der Putztechnik ausgleichen kann.

Für welche Zahnbürste Sie sich letztlich entscheiden, oberstes Ziel bei der Zahnpflege ist es, den Zahnbelag gründlich zu entfernen. Denn er ist die Ursache von Karies, aber auch von Zahnfleischentzündungen (Gingivitis) oder Entzündungen des Zahnbetts (Parodontitis).

Denken Sie deshalb bei der täglichen Zahnpflege unbedingt auch an die Zahnzwischenräume, denn diese erreichen Sie durch einfaches Zähneputzen nicht. Zahnbelag sammelt sich hier jedoch genauso an. Am besten eignet sich Zahnseide, um die Zahnzwischenräume zu reinigen, bei etwas weiteren Zahnabständen leisten Interdentalbürste gute Dienste.

Das richtige Zähneputzen

Häufigkeit und Dauer

"Morgens, mittags, abends, nach jedem Essen, Zähneputzen nicht vergessen!" Der bekannte Merkspruch beschreibt das Ideal der Putzhäufigkeit. Als Minimum sollten Sie wenigstens einmal morgens und abends die Zähne zu putzen. Die Putzzeit sollte mindestens zwei bis drei Minuten betragen.

Putzen Sie die Zähne am besten nach dem Essen, jedoch nicht sofort. Denn säurehaltige Speisen (z.B. Salate mit Essigdressing, Früchte) oder säurehaltige Getränke (z.B. Fruchtsäfte, Limonaden) können den Zahnschmelz für kurze Zeit aufweichen. Als Folge kann das Zähneputzen den Zahnschmelz beschädigen. Warten Sie deshalb am besten wenigstens 30 Minuten, bevor Sie nach dem Essen mit der Zahnpflege beginnen.

Putzvorgang

Das Zähneputzen erfolgt am besten nach einem festen Schema. So ist gewährleistet, dass Sie keine Zahnflächen beim Zähneputzen vergessen. Zum Beispiel können Sie zunächst alle Außenflächen der Zähne putzen, angefangen am Oberkiefer rechts hinten über vorn nach links hinten. Danach verfahren Sie mit dem Unterkiefer genauso. Nach dem gleichen System reinigen Sie als nächstes die Innenflächen und als letztes die Kauflächen der Zähne.

Hinsichtlich des Drucks darf es beim Zähneputzen ruhig etwas sanfter sein: Drücken Sie die Zahnbürste beim Zähneputzen nicht zu fest auf die Zähne, da Sie ansonsten Zahnfleisch und Zahnschmelz schädigen können. Zum Entfernen der weichen Plaque reicht bereits leichter Druck aus. Er sollte nicht mehr als 150 Gramm betragen.

Zahnputztechnik

Für die Handzahnbürste gibt es verschiedene Zahnputztechniken, welche sich im Ansetzen der Zahnbürste sowie der Bewegungsrichtung unterscheiden. Mit der richtigen Putztechnik kann man mit einer Handzahnbürste gute Putzergebnisse erreichen. Hier einige gängige Methoden:

Bass-Technik

Bei der Bass-Technik setzen Sie die Borsten der Zahnbürste in einem 45-Grad-Winkel am Zahnfleischrand an. Rütteln Sie die Bürste zunächst nur leicht und bewegen Sie sie dabei nicht von der Stelle, um den Zahnbelag anzulockern. Führen Sie danach die Bürste mit einer Drehbewegung in Richtung Zunge. Achten Sie jedoch darauf, nicht zu viel Druck auszuüben, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen.

Bei der Rotationstechnik bürsten Sie die Zahnaußenflächen in kleinen kreisenden Bewegungen (über Zahn, Zahnfleischrand und Zwischenräume), die Innenflächen von Rot nach Weiß. Die Frontzähne reinigen Sie mit steilgestelltem Bürstenkopf einzeln und die Kauflächen in kleinen Kreisbewegungen.

Rotationstechnik

Bei der Rotationstechnik werden die Außenflächen in kleinen kreisenden Bewegungen über Zahn, Zahnfleischrand und Zwischenräume geputzt, die Innenflächen von rot nach weiß gebürstet. Die Frontzähne werden mit steilgestelltem Bürstenkopf einzeln und die Kauflächen in kleinen Kreisbewegungen gereinigt.

KAI-Methode

Kinder sollten für das Zähneputzen von Anfang an eine bestimmte Systematik erlernen. Für Kinder angemessen ist die KAI-Methode (Kauflächen, Außenflächen, Innenflächen), die sich den wachsenden Fähigkeiten des Kindes anpasst. Zahnprophylaxe bei Kindern ist auch schon beim Milchgebiss besonders wichtig.

Die Zahnbürste

Die Wahl einer geeigneten Zahnbürste kann die Zahnpflege erheblich verbessern. Andererseits können Zahnbürsten durch falsche Form oder ungeeignete Borsten das Putzen deutlich erschweren und sogar Zahn- und Zahnfleischschäden anrichten.

Die Anforderungen an eine Zahnbürste sind relativ simpel. Eine gute Zahnbürste zeichnet sich vor allem durch folgende Merkmale aus:

  • Kurzer Kopf: Zahnbürsten mit einem möglichst kurzen Kopf (15 bis 25 mm) sowie einem kleinen Borstenfeld mit dicht gesetzten Borstenbündeln sind am besten geeignet, um schwer zugängliche Ecken zu erreichen.
  • Kunststoffborsten mit abgerundeten Enden: Borsten aus Kunststoff trocknen schnell, und erschweren eine Ansiedlung von Bakterien. Abgerundete Borsten verletzen zudem das Zahnfleisch nicht so leicht.
  • Keine Naturborsten: Nicht zu empfehlen sind Naturborsten – da sie innen hohl sind, trocknen sie schwer und bieten Bakterien einen idealen Nährboden.
  • Passende Borstenstärke: Die beste Putzleistung erreichen Sie mit harten Borsten, sofern Sie die richtige Putztechnik haben. Wer falsch putzt oder fest schrubbt, kann mit harten Borsten jedoch schnell Zahnschmelz oder Zahnfleisch schädigen. Weiche und mittelharte Borsten entfernen zwar Zahnbelag nicht ganz so gut wie harte Borsten, sind dafür aber schonender zu Zahnschmelz und Zahnfleisch. Weiche Borsten sind insbesondere bei empfindlichen Zähnen oder freiliegenden Zahnhälsen zu empfehlen. Wegen der nicht ganz so optimalen Putzleistung sollten Sie bei weichen Borsten als Ausgleich auf besondere Gründlichkeit achten.

Zahnbürstenhygiene

Damit die Zahnbürste Ihre Zähne auch effektiv reinigt, muss gewährleistet sein, dass sie nicht mit einem Übermaß an Keimen besiedelt wird. Daher gelten auch für die Zahnbürste einige Pflegeregeln:

  • Gründlich reinigen: Zahnbürste nach Gebrauch mit Wasser gründlich abspülen.
  • Trocken aufbewahren: Der Bürstenkopf muss trocknen können, denn ein warmes, feuchtes Milieu ist der ideale Nährboden für Bakterien. Die Zahnbürste sollte also im Zahnputzbecher mit dem Kopf nach oben stecken.
  • Regelmäßig auswechseln: Wechseln Sie die Zahnbürste etwa alle drei Monate aus.

Elektrische Zahnbürste

Eine elektrische Zahnbürste reinigt die Zähne oft besser als eine Handzahnbürste, vor allem da sie leichter in der Handhabung ist und Fehler in der Putztechnik ausgleichen kann. Zudem weckt sie bei manchen kleinen und großen Kindern den Spieltrieb und animiert dadurch eher zum Zähneputzen.

Sehr gute Putzergebnisse lassen sich zwar auch mit der Handzahnbürste erreichen – sofern man die richtige Putztechnik und genug Ausdauer hat. Hieran hapert es jedoch aus verschiedenen Gründen bei vielen. Die "bequemere" elektrische Zahnbürste ist deshalb in der Regel eine sinnvolle Empfehlung. Gut 50 Prozent der Deutschen verlassen sich in puncto Zahnhygiene inzwischen auf die elektrische Variante.

Aktuell findet man vor allem zwei Formen der elektrischen Zahnbürste:

  • elektrische Zahnbürsten mit rundem Bürstenkopf und
  • sog. Schallzahnbürsten mit einem eher länglichen Kopf.

Beide Systeme bringen gute Putzergebnisse – die Wahl des einen oder anderen Systems ist deshalb vor allem eine Geschmacksfrage.

Welcher Bürstenkopf bei elektrischen Zahnbürsten zu bevorzugen ist oder ob dieser bei elektrischen Zahnbürsten überhaupt einen Unterschied macht, ist bislang nicht ausreichend belegt. Wenn man von den Empfehlungen für Handzahnbürsten ausgeht, dürften jedoch sowohl elektrische Zahnbürsten mit rundem Bürstenkopf als auch jene mit länglichem Bürstenkopf klein genug beziehungsweise nicht zu groß sein.

Bei der Entscheidung für eine elektrische Zahnbürste lohnt es, sich vorab ein wenig zu informieren, denn bei der Leistung gibt es durchaus Unterschiede. Teuer heißt nicht automatisch, dass die Putzleistung sehr gut ist. Sehr gute Leistung gibt es auch bei elektrischen Zahnbürsten im unteren Preissegment. Allerdings bringt auch nicht jede günstige elektrische Zahnbürste optimale Ergebnisse.

Elektrische Zahnbürste mit rundem Bürstenkopf

Elektrische Zahnbürsten mit rundem Bürstenkopf führen meist rotierende und manchmal zusätzlich oszillierende Bürstenbewegungen aus. Einzelne Studien weisen eine intensivere Putzwirkung (weniger Zahnbelag, weniger Zahnfleischentzündungen) als mit Handzahnbürsten nach.

Wichtig beim Putzen mit der elektrischen Zahnbürste mit rundem Kopf: "Klassische" Putzbewegungen sind hier nicht nötig. Sinnvoller ist es dagegen, mit dem runden Bürstenkopf ein paar Sekunden über der Zahnfläche des jeweiligen Zahns stehenzubleiben beziehungsweise diese abzufahren – das erfordert etwas Sorgfalt.

Elektrische Schallzahnbürste

Die elektrische Schallzahnbürste arbeitet neben schwingenden Bewegungen zusätzlich mit "Schallaktivität", wobei der Schalldruck kaum zum Putzergebnis beiträgt. Die Schallzahnbürste hat häufig einen länglichen Bürstenkopf, der eher dem einer normalen Handzahnbürste ähnelt. Durch den länglichen Bürstenkopf erreicht man mit der Bürste in der Regel mehr als einen Zahn, was vor allem Zahnputzmuffel freuen dürfte. Laut Studien zeigen auch Schallzahnbürsten eine sehr gute Reinigungswirkung.

Bewegen Sie die Schallzahnbürste am besten langsam über die Zahnflächen und bürsten Sie zusätzlich sanft vom Zahnfleisch zu den Zähnen (von Rot nach Weiß), ähnlich wie bei der Bass-Technik.

Zahnpasta

Fast alle Zahnpasten im Handel sind heute aus zahnmedizinischer Sicht unbedenklich. Zahnpasta kann zum Beispiel folgende Inhaltsstoffe enthalten:

  • Fluoride: Fluoride festigen den Zahnschmelz und machen ihn widerstandsfähiger gegen den Angriff von Säuren.
  • Schleifkörper von mild bis normal abrasiv (abschabend) sollen Zahnverfärbungen entfernen. Die kleinen, nicht sichtbaren Kügelchen in der Zahnpasta haben aber immer auch einen gewissen Abrieb an Zahnhartsubstanz zur Folge. Vor allem Zahnpasta, welche die Zähne "weiß und glänzend" machen soll, ist in der Regel abrasiver. Eine gute Zahnpasta sollte trotz der enthaltenen Schleifkörper weder Zahnschmelz, noch Zahnbein oder im Mund befindliche Kunststoffe oder Metalle angreifen.
  • Zusätze von antibakteriellen Wirkstoffen wie Chlorhexidin, Sanguinarin oder Triclosan können die Zahl zahnschädigender Bakterien für begrenzte Zeit verringern.
  • Tenside (schaumbildende Substanzen) sorgen dafür, dass die Inhaltsstoffe beim Zähneputzen im Mundraum überall hin gelangen können. Darüber hinaus fördern sie die Entfernung von Zahnbelag.

Zahnzwischenräume

Als Zahnzwischenräume bezeichnet man die Bereiche zwischen zwei nebeneinanderstehenden Zähnen – und die sind eine Problemzone. Denn im Normalfall stehen die Zähne so dicht nebeneinander, dass sie mit normalem Zähneputzen nicht zu erreichen sind. Mögliche Folgen: Zwischenraumkaries oder Parodontitis. Eine spezielle Reinigung der Zahnzwischenräume mit Zahnseide oder Interdentalbürstchen sollte deshalb zur täglichen Zahnpflege dazugehören.

Zahnseide

Zahnseide ist ein sinnvolles Hilfsmittel zur Reinigung der Zähne: Mit Zahnseide können Sie auch die Zahnzwischenräume säubern, die für die Zahnbürste nicht erreichbar sind.

Ob fluoridiert, gewachst oder flauschig – Zahnseide gibt es in ganz unterschiedlichen Ausführungen: Welche die richtige ist, hängt vor allem von den individuellen Zahnverhältnissen ab. Zahnseide eignet sich insbesondere für Zwischenräume mit normalem Zahnabstand – also weder sehr eng, noch sehr weit. Engere Zahnzwischenräume reinigen sich oft leichter mit gewachster Zahnseide. Bei etwas weiteren Zahnabständen ist flauschige Zahnseide zu empfehlen – oder auch eine spezielles Zahnzwischenraumbürstchen.

Die Anwendung von Zahnseide ist anfangs nicht ganz einfach und erfordert etwas Übung. Dennoch lohnt sich der Aufwand und wird mit einer deutlich verringerten Zahl von Kariesschäden belohnt. Erschrecken Sie dabei nicht, wenn es bei den ersten Versuchen möglicherweise zu Zahnfleischbluten kommt, das ist durchaus normal und bessert sich bei regelmäßiger Anwendung rasch.

Zahnseide richtig anwenden

  1. Ca. 40 Zentimeter Zahnseide abreißen und ein Ende ein paar Mal um den rechten Mittelfinger wickeln.
  2. Das andere Ende der Zahnseide um den linken Mittelfinger wickeln.
  3. 10 Zentimeter Faden verbleiben zwischen den Händen.
  4. Zahnseide spannen, beide Daumen auf den Faden pressen. Dazwischen bleiben etwa 2 Zentimeter frei.
  5. Zahnseide vorsichtig mit einer sägeartigen Zick-Zack-Bewegung zwischen den Zähnen einziehen. Achtung: Zahnfleisch dabei nicht verletzen.
  6. Faden V-förmig um den Zahn legen, gegen die Zahnfläche drücken und etwa sieben Mal auf und ab bewegen.
  7. Nach jedem Zwischenraum die Zahnseide um eine (Finger-)Umwicklung weiterrollen und mit einem frischen Abschnitt der Zahnseide weitermachen.
  8. Bei der Reinigung der unteren Zähne sollte der Faden mit den Zeigefingern statt mit dem Daumen gespannt werden.

Gerade am Anfang kann es noch zu leichten Blutungen in den Zahnzwischenräumen kommen. Schon nach wenigen Anwendungen treten diese aber nicht mehr auf.

Zahnseidenhalter

Ein Zahnseidenhalter ist eine kleine Plastikhalterung, in der Zahnseide bereits eingespannt ist. Für manche Menschen erleichtert der Zahnseidenhalter die Reinigung der Zahnzwischenräume. Wer mit der Fingertechnik Probleme hat, sollte einen Versuch hiermit wagen.

Interdentalbürste (Zahnzwischenraumbürste)

Die Interdentalbürste (Zahnzwischenraumbürste) ist eine Art mit kurzen Borsten besetzter, gedrehter Draht an einer Halterung und ähnelt einem kurzen Pfeifen- oder Flaschenreiniger. Eine Interdentalbürste macht vor allem bei größeren Zahnzwischenräumen Sinn und kann hier eine große Hilfe sein. Schieben Sie das Bürstchen immer vollständig durch den Zwischenraum und insgesamt etwa 5-mal hin und her.

Aber auch bei Zahnzwischenräumen, die zur Zahnkrone hin eng, aber zum Zahnfleisch hin weiter sind, kann sie gute Dienste leisten. Hier kann die Interdentalbürste durch den weiteren Bereich des Zwischenraums mit der Spitze voran durch die "Lücke" geführt werden.

Zahnpasta kommt bei der Interdentalbürste nicht zum Einsatz. Nach dem Gebrauch wird sie einfach mit Wasser ausgespült. Bei erstmaliger Anwendung kann es (ähnlich wie bei Zahnseide) unter Umständen zu leichtem Zahnfleischbluten kommen. Dies bessert sich jedoch rasch bei regelmäßiger Anwendung und ist normalerweise nicht bedenklich.

Munddusche

Eine Munddusche reinigt Zähne und Zahnzwischenräume durch einen druckgetriebenen Wasserstrahl. Sie eignet sich vor allem als ergänzende Maßnahme zur Zahnhygiene und ist insbesondere für Betroffene zu empfehlen, die mit Zahnseide und / oder Interdentalbürste nicht zurechtkommen. Auch für Betroffene mit einer festen Zahnspange kann der tägliche, ergänzende Einsatz einer Munddusche nützlich sein, da man mit ihr sowohl die Zahnzwischenräume gut erreicht, als auch leicht um den Draht und die "Brackets" herum kommt. Eine Munddusche sollte am besten immer vor dem Zähneputzen zum Einsatz kommen.

Während ältere Studien die Munddusche in puncto Plaque-Entfernung als nicht effektiv genug befanden und eher Zahnseide oder Interdentalbürsten empfehlen, gibt es mittlerweile viele Studien, die einer Munddusche ebenfalls gute Eigenschaften beim Entfernen von Zahnbelag zusprechen. Allerdings sind die hierzu vorhandenen Studien in der Regel recht klein und uneinheitlich in der Durchführung.

Mundspülung

Mundspülungen können Zahnbelag zwar nicht entfernen, aber verringern und somit helfen, Zahnfleischentzündungen und Zahnfleischbluten vorzubeugen. Eine Mundspülung kann die tägliche Zahnpflege sinnvoll unterstützen, wenn sie mit den richtigen bakteriziden und mineralisierenden Inhaltsstoffen angereichert ist. Produkte mit Chlorhexidin, Zinn-Chlorid oder Amin- und Zinnfluoridlösungen kommen hierbei infrage. Zahnbürste und Zahnseide können Mundspülungen jedoch nicht ersetzen.

Chlorhexidin gilt als die wirksamste Substanz, um Bakterien zu vermindern. Angesichts seiner Nebenwirkungen, wie mögliche Zahnfleischverfärbungen und Geschmacksirritationen, ist die tägliche dauerhafte Anwendung von Mundspülungen mit Chlorhexidin jedoch nicht unbedingt empfehlenswert. Besprechen Sie am besten mit dem Zahnarzt, welche Inhaltsstoffe einer Mundspülung er im Einzelfall für sinnvoll hält.

Video: Hilft Mundspülung gegen Coronaviren?

Mundwasser

Ein Mundwasser ist eine hochkonzentrierte Lösung, die vor allem für einen frischen Atem und guten Geschmack im Mund sorgen soll. Eine zahnreinigende oder kariesprophylaktische Wirkung hat sie nicht. Wie ein Parfum für den Mund überdeckt das Mundwasser Mundgeruch, bekämpft aber nicht die Ursache – denn dieser entsteht in der Regel durch mangelnde Zahnpflege.

Ergänzende Zahnhygieneartikel

Zahnstocher

Der Zahnstocher ist ein preisgünstiges und effektives Hilfsmittel zur schnellen Entfernung größerer Speisereste zwischen den Zähnen, das vor allem immer rasch zur Hand sein kann. Wegen einer möglichen Verletzungsgefahr des Zahnfleischs sollten immer nur medizinische Hölzer zum Einsatz kommen.

Zahnpflegender Kaugummi

Der klare Vorteil von Kaugummis als zusätzlicher Schutzmaßnahme gegen Karies liegt darin, dass er immer "mal zwischendurch" gekaut werden kann, wenn man gerade nicht die Möglichkeit zum Zähneputzen hat. Vor allem direkt nach den Mahlzeiten ist dies sinnvoll.

Die Wirkung des Kaugummikauens besteht in der mechanischen Reinigungswirkung sowie der Anregung des Speichelflusses. Dadurch siedeln sich zum einen weniger Bakterien auf den Zähnen an und es kommt nicht so schnell zu Zahnbelag. Zum anderen erreicht man so eine Neutralisierung des Speichels sowie eine Remineralisation der Zahnoberfläche. Allerdings erzielen lediglich zuckerfreie Kaugummis diese Wirkung; zuckerhaltige Produkte schädigen den Zahn dagegen noch zusätzlich.

Zungenhygiene

Auch die Zunge sollte bei der täglichen Mundhygiene nicht in Vergessenheit geraten. Immerhin bietet ihre raue, zerfurchte Oberfläche – insbesondere im hinteren Drittel, wo kein reinigender Kontakt zum Gaumen besteht – eine ideale Grundlage für winzige Essensreste und Fäulnisbakterien, die zu den Hauptverursachern von schlechtem Atem und Mundgeruch zählen.

Zur Entfernung der Zungenbeläge eignen sich spezielle Zungenschaber oder -bürsten, die möglichst weit hinten angesetzt und mit leichtem Druck über den Zungenrücken nach vorne geführt werden.