Das Bild zeigt eine lachende Frau.
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Die Zähne

Die Zähne helfen uns bei der Nahrungsaufnahme und erfüllen als Nahrungszerkleinerer eine wichtige Vorfunktion bei der Ernährung. Die Zähne sind als Teil des Kauorgans im Oberkiefer- und Unterkieferknochen über den Zahnhalteapparat verankert.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Überblick

Ein Zahn kann in einen sichtbaren Abschnitt unterteilt werden, der oberhalb des Zahnfleischs liegt, und in einen nicht sichtbaren Bereich, der im Kieferknochen unter der Mundschleimhaut liegt. Im gesunden Zustand besteht der sichtbare Teil der Zähne aus der sogenannten Zahnkrone, die von Zahnschmelz bedeckt ist. Der längere Teil der Zähne, bestehend aus Zahnhals und Zahnwurzel, liegt dagegen verborgen im Ober- beziehungsweise Unterkiefer.

Die Zahnwurzel liegt im sogenannten Zahnfach (Alveole) und ist über den Zahnhalteapparat mit dem Kiefer verbunden. Es gibt einwurzelige Zähne, wie beispielsweise die Schneidezähne, und mehrwurzelige Zähne, wie die Backenzähne. Die Backenzähne des Oberkiefers besitzen in der Regel drei Wurzeln, die des Unterkiefers zwei Wurzeln.

Die Zähne setzen sich aus drei Schichten zusammen:

  • dem Zahnbein,
  • dem Zahnschmelz und
  • dem Zahnzement.

Diese drei Schichten haben eine sehr harte und knochenähnliche Konsistenz, von denen die härteste der Zahnschmelz ist.

Anfangs besteht das Gebiss aus Milchzähnen, die später den bleibenden Zähnen weichen. Im bleibenden, sogenannten Dauergebiss eines Erwachsenen finden sich insgesamt 32 Zähne:

  • 8 Schneidezähne
  • 4 Eckzähne
  • 8 Prämolaren (vordere Backenzähne)
  • 12 Molaren (hintere Backenzähne)

Die verschiedenen Zähne im menschlichen Gebiss haben dabei unterschiedliche Funktionen bei der Nahrungsaufnahme und-zerkleinerung:

  • Frontzähne:
    • Schneidezähne: Die paarigen Schneidezähne liegen im vorderen Bereich von Ober- und Unterkiefer (jeweils vier). Ihre schmale und scharfe Form erlaubt es, von Lebensmitteln abzubeißen.
    • Eckzähne: Direkt an die Schneidezähne schließen sich die Eckzähne an. Sie haben eine eher kegelartige Form und helfen dabei, Lebensmittel beim Abbeißen festzuhalten. Dadurch erleichtern sie das Abreißen der Nahrung.
  • Seitenzähne:
    • Mahl- bzw. Backenzähne: Die Mahl- bzw. Backenzähne liegen direkt hinter den Eckzähnen. Sie haben eine breite, eher flache Zahnkrone, auf der sich mehrere Höcker befinden. Durch Mahlbewegungen wird die Nahrung zwischen den Kauflächen zerkleinert, sodass diese gut geschluckt werden kann.

Zahnschmelz

Der Zahnschmelz ist eine fast reine Mineralschicht, welche die Zahnkrone als äußerste Schicht überzieht. Er schützt die Zähne gegen äußere schädigende Einflüsse sowie insbesondere vor Abrieb.

Zahnschmelz zählt zu den härtesten Substanzen des menschlichen Körpers. Er besteht zu 95 Prozent aus anorganischen Bestandteilen (hauptsächlich aus Calcium und Phosphat in Form von Hydroxylapatit), zu 1 Prozent aus organischen Substanzen (v.a. Proteine, aber auch Kohlenhydrate und Lipide) und zu 4 Prozent aus Wasser. Einmal beschädigt, kann der Körper den Zahnschmelz nicht neu nachbilden. Mit zunehmendem Alter wird der Zahnschmelz durch die Abnutzung dünner.

Im Zahnschmelz findet ein reger Stoffaustausch mit der Umgebung statt. Mineralien können aus dem Zahnschmelz austreten (Demineralisierung) und ihn dadurch schwächen: Wird das Milieu im Mundraum zu sauer, lösen sich Calcium und Phosphat aus den Zähnen, um die Säure abzupuffern. Mineralien können jedoch auch wieder in den Zahnschmelz eingebaut werden (Remineralisierung) und diesen stärken.

Speichel puffert eine zu starke Ansäuerung im Mundraum ab und kann den Zahnschmelz dadurch in gewissem Rahmen schützen beziehungsweise remineralisieren. Denn im Speichel finden sich Mineralien wie Calciumphosphate, die die Struktur des Zahnschmelzes wieder stärken. Aus diesem Grund können zuckerfreie Kaugummis nach dem Essen die Kariesprophylaxe fördern, denn durch das Kauen wird mehr Speichel produziert.

Der Ein- und Ausbau von Mineralien aus dem Zahnschmelz befindet sich normalerweise in Balance. Werden jedoch mehr Mineralien aus dem Zahnschmelz herausgelöst als wieder eingebaut werden können, schwächt das den Zahnschmelz und Karies kann leichter entstehen.

Verschiedene Faktoren können den Zahnschmelz angreifen, wie zum Beispiel:

  • säurebildende Kariesbakterien bzw. zuckerhaltige Nahrungsmittel
  • säurehaltige Getränke (z.B. Limonaden, Fruchtsäfte)
  • falsche Zahnputztechniken (zu festes Zähneputzen, zu harte Zahnbürste, ...)

Fluoride helfen dabei, den Zahnschmelz widerstandfähiger zu machen. Denn sie erleichtern den Einbau von Calciumphosphat aus dem Speichel und fördern dadurch die Remineralisierung. Die Fluoride gelangen außerdem mit in den Zahnschmelz und stärken diesen dadurch. Ein positiver Nebeneffekt der Fluoridierung ist zudem, dass sie den Stoffwechsel von Kariesbakterien stört und diese sich nicht mehr so leicht vermehren können. Aus diesem Grund sollte man Zahnpasta mit Fluoriden bevorzugen. Auch fluoridiertes Speisesalz ist zu empfehlen.

Dentin (Zahnbein)

Unter dem Zahnschmelz liegt das Dentin (Zahnbein), das den größten Teil der Zahnsubstanz ausmacht: Es reicht vom Kronenbereich bis in die Zahnwurzel und umschließt das Zahnmark. Im Bereich der Zahnwurzel umschließt der Zahnzement das Dentin. Das Dentin im Bereich der Pulpa (pulpales Dentin) hat im Bereich des Zahnschmelzes (Manteldentin) einen niedrigeren Mineraliengehalt.

Im Dentin eingebettet liegen die sogenannten Dentinkanälchen. Sie enthalten die Fortsätze der dentinbildenden Zellen (Odontoblastenfortsätze). Die Odontoblasten selbst befinden sich am Übergang von Pulpa und Dentin. Die Dentinkanälchen beinhalten teilweise auch Nervenzellfortsätze, die Schmerzen auslösen, wenn das Dentin verletzt wird. Um die Dentinkanälchen herum ist das Dentin dichter und fester.

Wie der Zahnschmelz ist das Dentin ein knochenähnliches, hartes Gewebe – wenn auch nicht ganz so hart wie der Zahnschmelz. Das liegt an der etwas unterschiedlichen Zusammensetzung des Dentins. Im Unterschied zum Zahnschmelz besteht das Dentin nur zu etwa 70 Prozent aus anorganischen Substanzen, vor allem den Mineralien Calcium und Phosphat, die in Form von Hydroxylapatit vorliegen. Außerdem besteht das Dentin noch zu 20 Prozent aus organischen Bestandteilen und zu 10 Prozent aus Wasser.

Zahnmark (Pulpa dentis)

Innerhalb des Dentins, also im Kern des Zahns, liegt die Zahnhöhle (Pulpahöhle) mit dem Zahnmark (Pulpa dentis), einer Art Bindegewebe. Im Zahnmark finden sich Blutgefäße, Lymphgefäße und Nervenfasern. Über das Zahnmark werden die Zähne mit Nährstoffen versorgt. Rein räumlich unterscheidet man Kronen- und Wurzelpulpa, die jedoch organisch eine Einheit bilden.

Gesunde Zähne, die ein intaktes Zahnmark beinhalten, bezeichnet man als lebendig oder vital. Das heißt, sie reagieren auf äußere Reize, wie beispielsweise Kälte. Bei erkrankten Zähnen kann sich über dieses System eine Entzündung bis hin zu den Knochen des Wurzelspitzenbereichs ausbreiten (Pulpitis).

Zahnhalteapparat (Parodontium)

Im Zahnhalteapparat (Parodontium) sind die Zähne im Unter- beziehungsweise Oberkiefer verankert. Die Bestandteile des Zahnhalteapparats sind:

  • Zahnfleisch (Gingiva): Unter Zahnfleisch versteht man den Teil der Mundschleimhaut, der den Kieferknochen bedeckt und die Zähne bis zum Beginn der Zahnkrone umfasst.
  • Alveole / Alveolarknochen: Als Alveole bezeichnet man das knöcherne Zahnfach, in dem der Zahn verankert ist. Der Teil des Kieferknochens, indem sich die Alveolen befinden, heißt Alveolarknochen oder -fortsatz.
  • Wurzelhaut (Periodontium): Die Wurzelhaut ist das federnde Bindegewebe, das die Zahnwurzel umgibt und über das der Zahn im Alveolarknochen befestigt ist. Die Wurzelhaut besteht aus Kollagenfasern (Sharpey-Fasern), die sich zwischen dem Zahnzement und der Alveole erstrecken. Sie verlaufen vorwiegend schräg zur Wurzelspitze hin. Die elastische Aufhängung des Zahns mildert den Druck etwas ab, der beim Kauen entsteht. In der Wurzelhaut befinden sich Blutgefäße, Lymphgefäße und Nervenfasern. Letztere leiten vor allem Druckbelastungen weiter.
  • Zahnzement: Vom Übergang der Zahnkrone zur Zahnwurzel an bedeckt ein mineralisiertes, knochenähnliches Bindegewebe, der Zahnzement, die Oberfläche der Zahnwurzel. Der Zahnzement enthält weder Nerven noch Gefäße. Er besteht zu 61 Prozent aus anorganischen, mineralischen Bestandteilen sowie zu 27 Prozent aus organischen Substanzen und zu 12 Prozent aus Wasser. Auch wenn der Zahnzement die Zahnwurzel umgibt, gehört er anatomisch gesehen nicht zum Zahn selbst, sondern zum Zahnhalteapparat.

Das Gebiss

Das Gebiss von Kindern (Milchgebiss) besteht aus 20 Zähnen, das Gebiss von Erwachsenen (Dauergebiss) aus 32 sogenannten bleibenden Zähnen (einschließlich Weisheitszähnen).

Das erwachsene Gebiss setzt sich aus folgenden Zähnen zusammen:

  • 8 Schneidezähne: meißelförmig, mit einfacher Wurzel
  • 4 Eckzähne: mit dreikantiger Schneidekrone und langer Zahnwurzel
  • 8 Prämolaren: vordere Backenzähne, mit zweihöckriger Krone und einer Wurzel
  • 12 Molaren: hintere Backenzähne, mit vier- bis fünfhöckriger Krone; die Molaren des Oberkiefers besitzen drei, die des Unterkiefers zwei Wurzeln

Zahnschema

Unter einem Zahnschema versteht man ein Schema, nach dem die Zähne des menschlichen Gebisses unmissverständlich benannt werden können. Ein in Deutschland gängiges Zahnschema ist das FDI-System, das von der Fédération Dentaire Internationale entwickelt wurde. Bei diesem Zahnschema wird, aus der Sicht des Zahnarztes, jedem Zahn eine Zahl zugeordnet – Rechts und Links sind deshalb vertauscht: Die Zähne werden, beginnend mit der rechten Oberkieferhälfte, vom vorderen Schneidezahn aus zum hinteren Backenzahn durchnummeriert:

Zahnschema nach dem FDI-System

FDI-System FDI-System
Oberkiefer rechts
11, 12, 13, 14, 15, 16, 17, 18
Oberkiefer links
28, 27, 26, 25, 24, 23, 22, 21
Unterkiefer links
38, 37, 36, 35, 34, 33, 32, 31
Unterkiefer rechts
41, 42, 43, 44, 45, 46, 47, 48

Beispiel FDI-System: Der untere rechte Eckzahn hätte demnach die Bezeichnung "43" (sprich: "vier drei").