Das Bild zeigt eine Frau, die beim Zahnarzt ist.
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Wie oft zum Zahnarzt?

Auch wer gesunde Zähne hat, sollte regelmäßig zu Vorsorgeuntersuchungen zum Zahnarzt gehen. Denn durch eine gezielte Vorsorge kann heute jeder dafür sorgen, dass seine Zähne bis ins hohe Alter gesund bleiben. Doch wie oft ist der Gang zum Zahnarzt notwendig?

Allgemeines

Bei der regelmäßigen Kontrolluntersuchung kann der Zahnarzt viele Erkrankungen der Zähne und des Mundraums, wie Karies, Zahnfleischerkrankungen oder Tumoren bereits im Frühstadium erkennen und rechtzeitig behandeln. Außerdem kann er Sie hinsichtlich der Mundhygiene beraten. Abhängig vom Alter des Betroffenen bieten die Krankenkassen unterschiedliche Vorsorgemöglichkeiten.

Für Kinder sind insgesamt drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen vorgesehen, deren Kosten die gesetzliche Krankenkasse übernimmt. Die zahnärztliche Vorsorge ist insofern wichtig, da ein gesundes Milchgebiss Voraussetzung für ein gesundes bleibendes Gebiss ist. Wer glaubt, den Milchzähnen keine Beachtung schenken zu müssen, weil sie bald ausfallen, ist auf dem Holzweg. Wenn ein Kind seine Milchzähne vorzeitig verliert, kann dies negative Auswirkungen auf die bleibenden Zähne haben, zum Beispiel kann es daraufhin passieren, dass die zweiten Zähne falsch durchbrechen.

Darüber hinaus trägt der frühzeitige Besuch beim Zahnarzt dazu bei, dass sich das Kind von Anfang an an den Zahnarzt, ohne diesen mit Schmerzen in Verbindung zu bringen.

Ältere Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche sollten zweimal im Jahr zur Vorsorge zum Zahnarzt gehen. Für Erwachsene empfiehlt es sich, mindestens einmal pro Jahr die Zahnarztpraxis aufzusuchen. Diese Besuche können sich gesetzlich Versicherte in einem Bonusheft bestätigen lassen. Wer die jährliche Kontrolle über meherere Jahre hinweg wahrgenommen hat, kann den Zuschuss seiner Krankenkasse zum Zahnersatz erhöhen.

Kinder bis 6 Jahre

Es empfiehlt sich, Kinder möglichst früh an den Zahnarzt zu gewöhnen. Planen Sie idealerweise gerade zu Anfang einen Zahnarztbesuch mit Ihrem Kind auch dann ein, wenn noch keine Beschwerden aufgetreten sind – so kann Ihr Kind Vertrauen zum Zahnarzt aufbauen und bringt ihn nicht gleich mit Schmerzen in Verbindung.

Für Kinder gibt es drei Früherkennungsuntersuchungen beim Zahnarzt. Sie dienen der frühzeitigen Erkennung von Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten. Mit ihnen sollen insbesondere jene Kinder betreut werden, die keine Einrichtungen wie zum Beispiel Kindergärten besuchen, in denen gruppenprophylaktische Maßnahmen durchgeführt werden. Die erste Untersuchung sollte im dritten Lebensjahr stattfinden, wenn alle Milchzähne durchgebrochen sind. Danach folgen bis zur Vollendung des sechsten Lebensjahrs zwei weitere Untersuchungen, zwischen denen mindestens ein Abstand von zwölf Monaten liegen sollte.

Die Früherkennungsuntersuchungen beinhalten:

  • eine Einschätzung des Kariesrisikos,
  • eine Ernährungs- und Mundhygieneberatung,
  • die Anleitung zur frühkindlichen Mundhygiene

Gegebenenfalls kommen folgende Maßnahmen dazu:

  • lokale Fluoridierung zur Schmelzhärtung
  • Versiegelung von kariesfreien Fissuren und Grübchen der Backenzähne

Im 30. Lebensmonat ist bei Kindern mit einem hohen Kariesrisiko außerdem die Anwendung von Fluoridlack zur Kariesvorbeugung empfohlen.

In vielen Bundesländern haben die Zahnärztekammern beziehungsweise kassenzahnärztlichen Vereinigungen zahnärztliche Kinderpässe herausgegeben. In ihnen dokumentiert der Zahnarzt, ähnlich wie in den ärztlichen Kinderpässen, die Untersuchungsergebnisse.

Kinder ab 6 Jahre und Jugendliche

Für Kinder ab dem 6. Lebensjahr und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr gibt es ein spezielles Vorsorgeprogramm, das zweimal im Jahr den Besuch beim Zahnarzt erfordert: das Individualprophylaxe-Programm.

Bei dieser Individualprophylaxe erfolgen die Untersuchungen und vorgeschriebenen vorbeugenden Maßnahmen in einem festgelegten zeitlichen Rhythmus. Die Kosten für die Vorsorgebehandlungen im Rahmen der Individualprophylaxe werden von der Krankenkasse übernommen.

Die Individualprophylaxe beinhaltet:

  • Überprüfung des Mundhygienestatus: Wie kariesanfällig sind die Zähne?
  • Aufklärung von Eltern und Kindern über mögliche Ursachen von Karies, Zahnfleischentzündung und anderen Erkrankungen des Mundraumes
  • Ratschläge zur Kariesvermeidung sowie zur optimalen Mundhygiene und Zahnpflege
  • Ratschläge zur zahngesunden Ernährung
  • Fluoridierung der Zähne
  • Versiegelung der kariesfreien Kauflächen der bleibenden hinteren Backenzähne

Erwachsene

Ab dem 18. Lebensjahr ist mindestens einmal im Jahr eine Zahnarztkontrolle zu empfehlen, um Zahnschäden rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.

Wer Vorsorgetermine regelmäßig wahrnimmt, spart im Behandlungsfall Geld: Seit Ende der achtziger Jahre können gesetzlich Krankenversicherte den Zuschuss ihrer Krankenkasse zum Zahnersatz erhöhen, wenn sie ein lückenloses Bonusheft führen, in dem sämtliche Vorsorgeuntersuchungen dokumentiert sind. Wer nachweisen kann, dass er fünf Jahre lang mindestens einmal im Jahr zum Zahnarzt gegangen ist, bekommt einen Bonus von 20 Prozent. Versicherte, die sogar eine regelmäßige Kontrolle über zehn Jahre nachweisen können, erhalten einen Bonus von 30 Prozent.

Außerdem ist eine regelmäßige professionelle Zahnreinigung (PZR) ein- bis zweimal jährlich zu empfehlen. Die Kosten hierfür übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen jedoch nicht und sind daher selbst tragen.