Im Dunkeln steht eine junge Frau neben einem Auto auf der Straße und nimmt vom Fahrer ein paar Geldscheine entgegen.
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Prostitution

Unter Prostitution versteht man, dass Frauen oder Männer anderen Menschen, meist als Freier bezeichnet, sexuelle Handlungen anbieten und durchführen. Dafür erhalten sie Geld oder andere Vorteile. Dabei kommt es in der Regel zu direktem Körperkontakt. Allerdings fallen auch indirekte Kontakte, wie Telefonsex oder Cybersex, unter die Prostitution.

Allgemeines

Der Begriff Prostitution leitet sich vom Lateinischen prostituere her und bedeutet soviel wie öffentlich hinstellen oder preisgeben. Oft wird die Prostitution als "ältestes Gewerbe der Welt" bezeichnet. Unterteilt werden kann sie in eine freiwillige oder unfreiwillige Prostitution.

Während die Art der Ausübung der Prostitution im Laufe der Geschichte mehr oder weniger gleich geblieben ist, hat sich die Anerkennung in der Gesellschaft und Religion über die Zeit immer wieder verändert.

Statistik

Die Zahlenangaben über Prostitution beruhen auf Schätzungen und auf Hochrechnungen von repräsentativen Befragungen. Zudem ist die Grenze zwischen echter Prostitution und Menschen, die hin und wieder für Sex geldliche oder andere Vorteile erhalten, schwer zu ziehen. Aus diesem Grund sind die Zahlen erheblichen Unsicherheiten unterworfen.

Es wird angenommen, dass in Deutschland zwischen 200.000 bis 400.000 Prostituierte arbeiten, die durch Gelegenheitsprostituierte ergänzt werden. Davon sind etwa 95 Prozent weiblich und 5 Prozent männlich. Man nimmt an, dass pro Tag 250.000 bis eine Million Kunden von ihnen sexuell bedient werden.

Nach Schätzungen von Hilfsorganisationen handelt es sich bei mehr als einem Viertel der Prostituierten um Ausländerinnen, die meist unter falschen Voraussetzungen und oft unter Gewaltanwendung zur Prostitution gezwungen werden (Zwangsprostitution).

Allein in Deutschland wird der jährliche Umsatz mit der Prostitution auf 14,5 Milliarden Euro geschätzt. Etwa die Hälfte der Prostituierten bietet ihre Dienste in Bordellen an, circa 20 Prozent auf der Straße und der Rest als Begleithostessen, in Privatwohnungen oder an ähnlichen Orten.

Rechtliche Aspekte

Durch das Gesetz zur Regelung der Rechtsverhältnisse der Prostituierten (kurz: Prostituiertengesetz, ProstG), das am 1. Januar 2002 in Kraft getreten ist, hat sich die Rechtsstellung der Prostituierten in Deutschland erheblich verbessert. Diesem Gesetz zufolge sind sie in einer ganzen Reihe von Beziehungen als Angestellte zu betrachten. Sie sind somit unter anderem auch sozial- und krankenversichert. Für den "Arbeitgeber" unterliegt die Beschäftigung von angestellten Prostituierten daher nicht mehr einer Verfolgung nach Paragraph 180a des Strafgesetzbuchs. Der Paragraph 180a ist entsprechend geändert worden. Sogar eine Existenzgründung im Rahmen einer Ich-AG ist möglich und wird beim Vorliegen der festgelegten Voraussetzungen von den zuständigen Arbeitsagenturen unterstützt. Ziel der gesetzlichen Regelungen ist es, dass die Prostituierten selbst bestimmt ihrer Tätigkeit nachgehen und auch aus eigenem Antrieb jederzeit wieder aussteigen können.

Eine weitere wichtige Rolle spielt Paragraph 181a, der vor allem dazu dient, die Prostituierten vor Ausbeutung und Unterdrückung zu schützen.

StGB § 181a Zuhälterei:

(1) Mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer

  1. eine andere Person, die der Prostitution nachgeht, ausbeutet oder
  2. seines Vermögensvorteils wegen eine andere Person bei der Ausübung der Prostitution überwacht, Ort, Zeit, Ausmaß oder andere Umstände der Prostitutionsausübung bestimmt oder Maßnahmen trifft, die sie davon abhalten sollen, die Prostitution aufzugeben,

und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhält, die über den Einzelfall hinausgehen.

(2) Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer die persönliche oder wirtschaftliche Unabhängigkeit einer anderen Person dadurch beeinträchtigt, dass er gewerbsmäßig die Prostitutionsausübung der anderen Person durch Vermittlung sexuellen Verkehrs fördert und im Hinblick darauf Beziehungen zu ihr unterhält, die über den Einzelfall hinausgehen.

(3) Nach den Absätzen 1 und 2 wird auch bestraft, wer die in Absatz 1 Nr. 1 und 2 genannten Handlungen oder die in Absatz 2 bezeichnete Förderung gegenüber seinem Ehegatten vornimmt.