Ein Mann schaut sich auf dem Computer einen Porno an.
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Pornographie

Unter Pornographie versteht man die Darstellung sexueller Inhalte in Schrift, Ton, Bild oder Film. Ihr Ziel liegt darin, den Betrachter sexuell zu erregen.

Allgemeines

Was genau unter Pornographie verstanden wird, unterscheidet sich je nach der jeweiligen Kultur ab, in welcher sie verbreitet wird. Solange es das geschriebene Wort, die bildende Kunst und vor allem Film und Fotografie beziehungsweise Tonträger gibt, wurde darüber gestritten, ab welchem Punkt eine Darstellung Kunst oder Pornographie ist. Natürlich hängt diese Interpretation sehr von den Kulturen, der Bildung der Menschen und der religiösen Einstellung ab. Auch individuell ist die Wahrnehmung sehr verschieden – was der eine als erotisch empfindet, kann für den anderen pornographisch sein.

Anhand der Art der dargestellten Pornographie lassen sich verschiedenste Formen unterscheiden. Grob kann man die sogenannte einfache (softe) von der harten (Hardcore) Pornographie trennen. In einem Softporno geht es in der Regel eher um die Darstellung erotischer Zärtlichkeiten einschließlich der Nacktheit ohne dabei jedoch Geschlechtsorgane zu zeigen. Zu harter Pornographie zählt unter anderem die Darstellung von Gewalttätigkeiten, sexuellen Aktivitäten mit Kindern oder zwischen Menschen und Tieren.

Während die Verbreitung von einfacher Pornographie unter bestimmten Bedingungen erlaubt ist, sind das Verbreiten und teilweise auch der Besitz und der Erwerb von harter Pornographie in Deutschland verboten.

Auf Männer und Frauen wirkt Pornographie unterschiedlich. Männer reagieren im Allgemeinen auf visuelle Reize stärker als Frauen. Bilder oder Filme, in denen nackte Frauen oder sexuelle Handlungen dargestellt werden, erregen Männer deshalb in der Regel auch stärker. Frauen bevorzugen dagegen häufiger Filme oder Romane mit einer Handlung, die auf sie eine erotische Wirkung haben.

Historisches

Schon immer wurden Erotik und Sexualität in nahezu allen Völkern in den verschiedensten Formen dargestellt. So sind beispielsweise bildnerische und textliche Darstellungen aus dem indischen Kamasutra oder erotischen Darstellungen aus dem frühen China oder Japan bekannt. Auch auf Wandbildern im alten Rom, auf antiken griechischen Vasen oder indischen Tempelreliefs finden sich pornographische Motive.

In der abendländischen Kultur war die Darstellung von Sexualität und von Nacktheit bis ins 18. Jahrhundert hinein die Ausnahme, da sie der christlichen Moralvorstellung widersprach. Aber auch noch im 20. Jahrhundert hat es immer wieder juristische und gesellschaftliche Auseinandersetzungen um dieses Thema gegeben.

Rechtliche Aspekte

Aus Gründen des Jugendschutzes ist die Verbreitung von Pornographie in Deutschland nur stark eingeschränkt erlaubt. Sie ist jedoch nicht grundsätzlich verboten.

StGB § 184 Verbreitung pornographischer Schriften

(1) Wer pornographische Schriften (§ 11 Abs. 3)

  1. einer Person unter achtzehn Jahren anbietet, überlässt oder zugänglich macht,
  2. an einem Ort, der Personen unter achtzehn Jahren zugänglich ist oder von ihnen eingesehen werden kann, ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht,
  3. im Einzelhandel außerhalb von Geschäftsräumen, in Kiosken oder anderen Verkaufsstellen, die der Kunde nicht zu betreten pflegt, im Versandhandel oder in gewerblichen Leihbüchereien oder Lesezirkeln einem anderen anbietet oder überlässt,

    3a. im Wege gewerblicher Vermietung oder vergleichbarer gewerblicher Gewährung des Gebrauchs, ausgenommen in Ladengeschäften, die Personen unter achtzehn Jahren nicht zugänglich sind und von ihnen nicht eingesehen werden können, einem anderen anbietet oder überlässt,
  4. im Wege des Versandhandels einzuführen unternimmt,
  5. öffentlich an einem Ort, der Personen unter achtzehn Jahren zugänglich ist oder von ihnen eingesehen werden kann, oder durch Verbreiten von Schriften außerhalb des Geschäftsverkehrs mit dem einschlägigen Handel anbietet, ankündigt oder anpreist,
  6. an einen anderen gelangen lässt, ohne von diesem hierzu aufgefordert zu sein,
  7. in einer öffentlichen Filmvorführung gegen ein Entgelt zeigt, das ganz oder überwiegend für diese Vorführung verlangt wird,,
  8. herstellt, bezieht, liefert, vorrätig hält oder einzuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Sinne der Nummern 1 bis 7 zu verwenden oder einem anderen eine solche Verwendung zu ermöglichen, oder
  9. auszuführen unternimmt, um sie oder aus ihnen gewonnene Stücke im Ausland unter Verstoß gegen die dort geltenden Strafvorschriften zu verbreiten oder öffentlich zugänglich zu machen oder eine solche Verwendung zu ermöglichen,

wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Absatz 1 Nr. 1 ist nicht anzuwenden, wenn der zur Sorge für die Person Berechtigte handelt; dies gilt nicht, wenn der Sorgeberechtigte durch das Anbieten, Überlassen oder Zugänglichmachen seine Erziehungspflicht gröblich verletzt. Absatz 1 Nr. 3a gilt nicht, wenn die Handlung im Geschäftsverkehr mit gewerblichen Entleihern erfolgt.

(3) bis (7) (weggefallen)

Fußnote

§ 184 Abs. 1 Nr. 7: Mit dem GG vereinbar, BVerfGE v. 17.1.1978 I 405 - 1 BvL 13/76 -

Die Verbreitung sogenannter harter Pornographie hingegen ist grundsätzlich verboten. Hierzu zählen pornographische Darstellungen mit Tieren oder Darstellungen, die Gewalt verherrlichend sind. Ebenso ist nach § 184b die Verbreitung, der Erwerb und der Besitz kinderpornographischer Schriften nicht erlaubt.

Die Verbreitung pornographischer Darstellungen durch Rundfunk und Fernsehen ist in Deutschland nach § 184c verboten. Eine Ausnahme machen sogenannte Bezahlfernsehsender.