Mann spricht in Psychotherapie über seine Nektrophilie
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Nekrophilie

Nekrophilie (griech. nekros = Toter, philia = Zuneigung) bezeichnet ein seltenes, von der gesellschaftlichen Norm abweichendes Sexualverhalten (sog. Paraphilie), bei dem Menschen in krankhafter Weise sexuelle Handlungen an Toten oder mit Leichenteilen vornehmen (sexuelle Leichenschändung) und dabei Lust empfinden. Als Paraphilie ist Nekrophilie in der Nähe des Fetischismus, eventuell auch des Sadismus, anzusiedeln.

Allgemeines

Nekrophilie kommt häufiger in verschleierter Form vor. So kann sich die sexuelle Aktivität eines Nekrophilen auf Menschen richten, die sich während der sexuellen Handlungen bewegungs- und reaktionslos verhalten. Dabei zeigt sie Parallelen zur so genannten Somnophilie, bei welcher eine Person sexuelle Erregung empfindet, wenn sie sexuelle Handlungen an Schlafenden beziehungsweise Personen, die sich schlafend stellen, durchführt.

Nekrophile erreichen ihre sexuelle Erregung und Befriedigung zum größten Teil oder ausschließlich durch sexuelle Handlungen mit Toten beziehungsweise Schlafenden. Die Täter bedürfen in der Regel einer medizinisch-psychologischen Behandlung.

Für nekrophil veranlagte Menschen gilt eine Leiche als eine Mischung aus Gegenstand und einem vollkommen wehrlosen Lebewesen: Das Opfer kann nicht mehr reagieren, wodurch der Täter uneingeschränkte Macht über das Geschehen hat. In Deutschland werden allerdings nur selten Fälle von Nekrophilie bekannt.

Rechtliche Aspekte

Jegliche Form der Leichenschändung, und somit auch die Nekrophilie, ist in Deutschland als Störung der Totenruhe nach § 168 des Strafgesetzbuchs (StGB) strafbar und kann mit Geldstrafen sowie mit Freiheitsstrafen bis zu drei Jahren geahndet werden.

Tötet jemand einen Menschen, um sich nach der Tat an der Leiche sexuell zu befriedigen, so kann die Tat gemäß § 211 StGB als Mord zur Befriedigung des Geschlechtstriebs mit lebenslanger Freiheitsstrafe bestraft werden.

StGB § 168 Störung der Totenruhe

(1) Wer unbefugt aus dem Gewahrsam des Berechtigten den Körper oder Teile des Körpers eines verstorbenen Menschen, eine tote Leibesfrucht, Teile einer solchen oder die Asche eines verstorbenen Menschen wegnimmt oder wer daran beschimpfenden Unfug verübt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer eine Aufbahrungsstätte, Beisetzungsstätte oder öffentliche Totengedenkstätte zerstört oder beschädigt oder wer dort beschimpfenden Unfug verübt.

(3) Der Versuch ist strafbar.