Jemand zerreißt ein Foto, auf dem ein junges Paar zu sehen ist.
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Liebeskummer

Die meisten Menschen durchleiden im Leben irgendwann einmal Zeiten von Liebeskummer. Er ist die Reaktion auf den Verlust oder die Trennung (egal ob endgültig oder auf Zeit) eines Menschen, zu dem eine enge emotionale Bindung bestand, insbesondere dem Partner oder der Partnerin.

Allgemeines

Liebeskummer kann auch dann entstehen, wenn eine Person verliebt ist und das Gegenüber die Liebe nicht erwidert. Auch die unerfüllte Liebe eines Kindes zu Mutter, Vater oder zu Geschwistern kann Liebeskummer herbeiführen.

Liebeskummer ist in seinen Auswirkungen vielen anderen Verlustformen, wie zum Beispiel dem Tod von Freunden oder Verwandten, sehr ähnlich und läuft genau wie Trauer in verschiedenen Phasen ab, die durchlebt werden.

Obwohl er in der Medizin meist nur bedingt zur Kenntnis genommen wird, kann Liebeskummer den Alltag des Betroffenen stark beeinträchtigen und sogar schwere Folgen wie zum Beispiel Depressionen bis hin zum Suizid nach sich ziehen.

Symptome

Liebeskummer kann unterschiedliche Ausmaße annehmen und von leichten Formen mit relativ kurzer Dauer bis hin zu langer Dauer und schwerster Verzweiflung reichen. Nur in seltenen Fällen kommen Menschen lebenslang nicht über den Verlust des Liebes- und Lebenspartners hinweg.

Das Verhalten von Menschen, die unter Liebeskummer leiden, ist für Außenstehende oft nicht nachvollziehbar. Manche Menschen reagieren mit völliger Hingabe, Selbstaufgabe oder Opferbereitschaft, wenn die Liebe zum anderen nicht erwidert wird.

Für Liebeskummer typische Symptome können zum Beispiel sein:

Liebeskummer-Phasen

Liebeskummer läuft meist in mehreren Phasen ab, die im Grunde denen einer Trauerreaktion ähneln:

  • Anfangs will man den Verlust des Partners oft nicht wahrhaben oder leugnet ihn sogar.
  • Zeigt der Partner keinen Willen, einen weiteren Beziehungsversuch zu starten, kommt es häufig zu einem starken Gefühlschaos. Gefühle des Verlusts wechseln sich ab mit Schuldgefühlen oder auch Hass und Wut.
  • Schließlich fängt man an, sich wieder der Zukunft zuzuwenden, aktiver zu werden und sein Leben neu zu ordnen. Die Vergangenheit wird rationaler betrachtet und ein Leben scheint nun auch ohne den Partner möglich zu sein.
  • Letztendlich ist man bereit, das Leben neu in Angriff zu nehmen und wieder mehr auf andere Menschen zuzugehen. Der Liebeskummer ist so gut wie überwunden. Unter Umständen kann es in dieser letzten Phase jedoch auch Rückschritte in frühere Phasen geben. Insbesondere dann, wenn alte Erinnerungen wieder wachgerufen werden.

Wie lange es dauert, bis diese Liebeskummer-Phasen durchlaufen sind, ist individuell sehr verschieden. Während die Phasen bei manchen nur wenige Wochen bis Monate dauern, kann es sich bei anderen über Jahre ziehen, bis der Liebeskummer überwunden ist.

Liebeskummer – was tun?

Normalerweise überwindet eine Person den Liebeskummer nach einiger Zeit von selbst, was allerdings einige Monate oder sogar Jahre dauern kann. Um den Liebeskummer zu lindern, können Sie jedoch selbst einiges tun:

  • Meiden Sie vorrübergehend den Kontakt mit dem verlorenen Liebespartner (Anrufe, Begegnungen, ...).
  • Holen Sie keine Informationen über den möglichen neuen Partner ein.
  • Meiden Sie den Kontakt zu Verwandten und Freunden des ehemaligen Partners.
  • Greifen Sie nicht zu Drogen bzw. Alkohol.
  • Suchen Sie Ablenkung in Dingen, die Sie mögen, z.B. in Form von Hobbys, sportlichen oder kulturellen Aktivitäten.
  • Machen Sie eine Urlaubsreise mit anderen Menschen, z.B. in einer Reisegruppe.
  • Werden Sie sich über die Umstände der Trennung klar.
  • Akzeptieren Sie momentane Gefühle und versuchen Sie nicht "zu funktionieren".
  • Geben Sie sich Zeit, den Liebeskummer zu überwinden.
  • Drücken Sie Ihre Gefühle aus, z.B. mit einem Tagebuch, Gedichte schreiben, Bilder malen, Gesprächen mit Freunden und Verwandten, ...
  • Seien Sie gut zu sich! Ernähren Sie sich gesund, trinken Sie genug und bewegen Sie sich regelmäßig.

In schweren Fällen von Liebeskummer können Sie in Erwägung ziehen, den Wohnort zu wechseln, um nicht ständig durch die Umgebung an den Partner erinnert zu werden.

Ist der Verlust des Partners nach einer angemessenen Zeit nicht überwunden und die Beeinträchtigung durch den Liebeskummer im Alltag für Sie zu groß geworden, scheuen Sie sich nicht, therapeutische Hilfe in Anspruch zu nehmen!