Das Bild zeigt eine Insel in der Karibik.
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Zentralamerika, Karibische Inseln

Auf den Inseln der Karibik herrscht tropisches Klima mit zeitweise heftigen Regenstürmen und kräftigen Winden.

Länder

Zu den karibischen Inselstaaten gehören die Länder Antigua und Barbuda, Aruba (Niederländische Antillen), Bahamas, Barbados, Cayman Islands, Dominikanische Republik, Grenada, Guadeloupe, Haiti, Jamaika, Kuba, Martinique, Montserrat, Puerto Rico, Saint Kitts und Nevis, Saint Lucia, Saint Vincent und die Grenadinen, Trinidad und Tobago, Turks- und Caicosinseln, Virgin Islands.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Vor allem Reisende, die sich z.B. aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem karibischen Reiseland aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über drohende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Nahrungsmittelbedingte Infektionen sind auf den karibischen Inseln häufig. Eine gute Hygiene ist deshalb besonders wichtig. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Für Reisende in die Dominikanische Republik wird empfohlen, in der warmen Jahreszeit von April bis September auf den Verzehr von Fisch zu verzichten (außer in internationalen Hotels). Die Fische fressen giftige Algen, die in dieser Zeit vermehrt auftreten und für den Menschen gefährlich werden können. Das Leitungswasser wird in vielen der Inselstaaten stark gechlort. Deshalb ist es als Trinkwasser nicht geeignet. Es empfiehlt sich, Wasser generell aus Flaschen zu trinken. Wird dennoch Wasser aus der Leitung zum Trinken, Zähneputzen etc. verwendet, sollte es vorher unbedingt abgekocht werden (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser aus z.B. Flüssen oder Bächen sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

  • Häufig sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus) oder Shigellen (s. Ruhr). Auch Infektionen mit Amöben treten auf. Sie können zu Bauchschmerzen, Durchfällen ("Amöbenruhr") und Leberabszessen führen. Ein weiterer typischer Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis). In Kuba sind Infektionen mit dem Großen Leberegel (Fasciola hepatica) häufig. Sie entstehen durch den Verzehr roher Pflanzenteile, an denen die Parasiten haften.
  • Infektionen mit dem Hepatitis A-Virus sind in den karibischen Inselstaaten keine Seltenheit. Die Übertragung des Virus erfolgt in erster Linie durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch durch Schmutz- oder Schmierinfektion.

Gesundheitsrisiken durch Insekten

  • Bei den durch Insekten übertragenen Krankheiten spielt vor allem in der Regenzeit zwischen Juni und Oktober das Dengue-Fieber eine große Rolle. Die Erkrankung wird von Mücken übertragen und kann zu lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. In Aruba, auf den Bahamas, in der Dominikanischen Republik, in Grenada, Guadeloupe, Jamaika, Haiti, Kuba, Montserrat, Puerto Rico, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Trinidad und Tobago, auf den Turks- und Caicosinseln und den Virgin Islands ist Dengue-Fieber landesweit verbreitet. In Antigua und Barbuda, Aruba, Barbados sowie auf den Cayman Islands sind immer wieder vereinzelte Fälle von Dengue-Fieber zu beobachten. Zur Vermeidung einer Infektion wird dringend empfohlen, auf allen karibischen Inseln für ausreichenden Mückenschutz in Form spezieller Antimückenmittel, Mückennetze und bedeckender Kleidung zu sorgen. Aktuelles: Zuletzt wurden vermehrt Fälle von Dengue-Fieber aus der Dominikanischen Republik, den Regionen um Santo Domingo, San Francisco de Macoris, San Cristobal und Moca, gemeldet. (Stand: Dezember 2006)
  • In den tiefer gelegenen Regionen Haitis (unter 300 m) und landesweit in der Dominikanischen Republik ist Malaria verbreitet. Verstärkt betroffen sind in der Dominikanischen Republik die westlichen ländlichen Provinzen, z.B. Castanuelas, Hondo Valle und Pepillo Salcedo. Reisende nach Haiti und in die Dominikanische Republik sollten grundsätzlich ein Malaria-Notfallpräparat mitnehmen. Die übrigen karibischen Inselstaaten gelten als malariafrei. Aktuelles: Zum ersten Mal wurden Malariafälle von den Bahamas, die bislang als malariafrei galten, gemeldet. Betroffen war die Touristeninsel Exuma südöstlich von Nassau. Auch ausländische Touristen waren unter den Erkrankten. Nachgewiesen wurde der Erreger der gefährlichen Malaria tropica, der vermutlich über Einwanderer eingeschleppt wurde. In den letzten Jahren wurden darüber hinaus verstärkt Erkrankungsfälle bei Reiserückkehrern aus der Dominikanischen Republik - darunter auch Deutschen - registriert. Die Urlauber kamen von den Ferienanlagen der Provinz La Altagracia an der Ostküste (v.a. Punta Cana, Juanillo, Bavaro Beach) und der Provinz Duarte im Norden (v.a. San Francisco de Macoris). Die Gegend von Punta Cana galt seit einigen Jahren als Gebiet mit keinem oder nur geringem Risiko für Malaria. Vermutlich führten massive Überschwemmungen als Folge von Hurrikans zum Wiederauftreten der Krankheitserreger. Die Deutsche Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG) empfiehlt Reisenden in diese Gegend, unbedingt für Mückenschutz in Form von Antimückenmitteln, Mückennetze und bedeckender Kleidung zu sorgen. Alle Reisenden, die nach ihrer Heimkehr aus der Karibik Fieber oder Zeichen eines grippalen Infekts entwickeln, sollten sich unverzüglich in ärztliche Behandlung begeben, um eine Malariainfektion gegebenfalls frühzeitig behandeln lassen zu können. (Stand: Dezember 2006)
  • Auf Haiti ist landesweit Filariose verbreitet. Dabei handelt es sich um eine Infektion mit Filarien, einer Art Fadenwürmern, die sich bevorzugt im Bindegewebe und in den Lymphgefäßen ansammeln. Sie können schwere Hautveränderungen und Schwellungen der Lymphknoten und Gliedmaßen, vor allem der Beine ("Elephantiasis") verursachen. Überträger der Filarien sind Stechmücken.
  • In der Dominikanischen Republik tritt landesweit kutane Leishmaniose ("Orientbeule") auf. Leishmanien sind Parasiten, die durch die Weibchen von Schmetterlingsmücken, insbesondere Sandmücken ("sand flies"), auf den Menschen übertragen werden und zu schweren Hautveränderungen führen können.
  • Große Bedeutung hat Bilharziose, eine Infektion mit Pärchenegeln (Schistosoma). Die Infektion erfolgt über Schwanzlarven der Egel, die Zerkarien genannt werden. Diese schwimmen im Süßwasser umher und dringen bei Kontakt mit einem Menschen in dessen Haut ein. Verschiedene Erkrankungserscheinungen wie Fieber, Hautveränderungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Störungen der Harnblasenfunktion sowie Schädigungen der Lunge, der Leber, des Herzens oder des Gehirns können die Folge sein. Bilharziose tritt in Antigua und Barbuda, Aruba, der Dominikanischen Republik, in Grenada, Guadeloupe, Haiti, Martinique, Montserrat, in Puerto Rico, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und Grenadinen sowie den Virgin Islands auf.

Sonstige Gesundheitsrisiken

  • In der Vergangenheit traten auf Haiti wiederholt Fälle von Tularämie auf. Hierbei handelt es sich um eine pestähnliche Infektionskrankheit, bei der die Erreger (Francisella tularensis) von Nagetieren oder Katzen auf den Menschen übertragen werden. In ländlichen Regionen ist daher Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wild- oder Nagetieren geboten.
  • Auf allen karibischen Inseln sind HIV-Infektionen weit verbreitet. Allein im Jahr 2005 wurden nach Angaben der WHO 37.000 Neuinfektionen mit HIV registriert, 27.000 Personen starben an den Folgen von AIDS. Auf Haiti gelten ca. 12% der Stadtbevölkerung als mit dem Virus infiziert. Haiti hat damit derzeit die größte Anzahl HIV-Infizierter in der Karibik. Bei sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung ist generell große Vorsicht geboten. Das Benutzen von Kondomen wird dringend empfohlen. Vor einer medizinischen Versorgung mit Blutkonserven wird in Hinblick auf mögliche HIV-Infektionen gewarnt, sie sollte nur in unmittelbar lebensbedrohlichen Fällen in Anspruch genommen werden. Auch Spritzen und Kanülen, die in den Krankenhäusern benutzt werden, können verunreinigt sein.

Impfungen

Pflichtimpfungen

  • Bei Direkteinreise in die karibischen Inselstaaten bestehen keine Pflichtimpfungen. Da sich die medizinischen Einreisebestimmungen jedoch immer wieder ändern können, sollten sich Reisende grundsätzlich bei der jeweiligen Botschaft oder Landesvertretung nach den aktuellen Regelungen erkundigen.
  • Bei Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten besteht für Reisende nach Antigua und Barbuda, Aruba, Bahamas, Barbados, Grenada, Guadeloupe, Haiti, Jamaika, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen sowie Trinidad und Tobago eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber). Außerdem wird von allen Personen, die aus oder über Südamerika nach Trinidad und Tobago einreisen, ein Impfnachweis für Gelbfieber verlangt. Da im Landesinneren von Trinidad, vor allem in den südöstlichen Urwaldgebieten, immer wieder Gelbfieber-Infektionen auftreten, wird eine Immunisierung gegen die Erkrankung grundsätzlich für alle Reisenden nach Trinidad empfohlen. In Tobago besteht dagegen kein Infektionsrisiko.

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen auf die karibischen Inseln sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Auf Grund mehrerer Fälle von Kinderlähmung (Poliomyelitis) in der Dominikanischen Republik (Constanza City, La Vega, Mons Nouel, Santiago) sowie auf Haiti (Nan Citron) im Jahr 2000 wird Reisenden in diese Länder die Schutzimpfung gegen die Erkrankung nach wie vor besonders empfohlen. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Trotz aufwendiger Impfaktionen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den besonders betroffenen Regionen der Welt wurde der Erreger noch nicht ausgerottet. So ist nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren sogar massiv angestiegen. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 sind es bis jetzt 1.820 Fälle, die meisten davon in Nigeria und Indien (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion mit Poliomyelitis besteht, sollten grundsätzlich alle Reisenden die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen, empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da auf allen karibischen Inseln Hepatitis A-Infektionen auftreten, sollte auch bei Kurzreisen rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Vor allem bei längerem Aufenthalt auf den karibischen Inseln und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. In Puerto Rico z.B. sind Hepatitis B-Infektionen landesweit verbreitet. Das Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen, weshalb bei sexuellem Verkehr unbedingt Kondome benutzt werden sollten. Für die Immunisierung steht ein Kombinationsimpfstoff (Hepatitis A und B) zur Verfügung.
  • Eine Impfung gegen Typhus wird bei Aufenthalten von mehr als drei Monaten in Antigua und Barbuda, Aruba, auf den Bahamas, in Barbados, auf den Cayman-Islands, in Grenada, Jamaika, Kuba, Martinique, Montserrat, in St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Trinidad und Tobago, auf den Turks- und Caicosinseln sowie den Virgin Islands empfohlen. Bei Reisen in die Dominikanische Republik, nach Guadeloupe, Haiti und Puerto Rico sollte eine Immunisierung gegen Typhus auch bei Kurzreisen erfolgen, da in diesen Ländern entsprechende Infektionen häufiger auftreten.
  • Die Mitnahme von Notfallmedikamenten gegen Malaria wird bei Reisen in die betroffenen Gebiete Haitis und ins Binnenland der Dominikanischen Republik empfohlen. Die Art der Medikation sollte grundsätzlich mit dem zuständigen Arzt oder städtischen Tropeninstitut abgesprochen werden.
  • Tollwut ist in ländlichen Gebieten der Dominikanischen Republik, Haiti, Kuba sowie Trinidad und Tobago verbreitet. Bei normalen Reisenden werden vorbeugende Impfungen gegen die Erkrankung im Allgemeinen nicht durchgeführt. Da die Übertragung von Tollwut auf den Menschen durch den Speichel eines erkrankten Tieres erfolgt, wird Personen, die aus beruflichen oder anderen Gründen für eine Ansteckung besonders gefährdet sind (z.B. Forstarbeit, Jagd, Landaufenthalt), empfohlen, sich über Impfmöglichkeiten zu informieren. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten.

Sonstige Reisetipps

  • Im Meer vor den karibischen Inseln gibt es verschiedene Meerestiere wie Quallen, Seeigel oder Korallen, die für den Menschen gefährlich werden können. Badefreudige sollten sich deshalb grundsätzlich vor Ort erkundigen, an welchen Stellen das Baden ungefährlich ist.
  • Schlangen werden für den Menschen vor allem dann gefährlich, wenn sie sich bedroht fühlen. Aus diesem Grund ist es ratsam, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dazu gehört, nicht auf dem Boden zu schlafen, vor dem Zubettgehen unter die Decke zu schauen, geschlossene Schuhe vor dem Anziehen auszuschütteln, bei Ausflügen in die Natur knöchelhohes Schuhwerk zu tragen, nicht in Büschen oder auf Bäumen herumzukriechen und im Dunkeln eine Taschenlampe zu benutzen.
  • Bei der Reise- und Gesundheitsplanung sind vor allem die teilweise sehr heißen Sommertemperaturen zu berücksichtigen, die zu erheblichen Belastungen des Herz-Kreislaufs führen können. Wichtig ist deshalb, immer reichlich zu trinken. Auch für ausreichenden Schutz der Haut gegen direkte Sonneneinstrahlung sollte gesorgt werden, da diese in der Karibik im Allgemeinen sehr hoch ist.
  • Darüber hinaus ist - insbesondere für gesundheitlich gefährdete Menschen - zu beachten, dass die medizinischen Versorgungsstandards in den meisten karibischen Inselstaaten (insbesondere Antigua und Barbuda, Grenada, Jamaika, St. Kitts und Nevis, St. Lucia, St. Vincent und die Grenadinen, Trinidad und Tobago) erheblich schlechter sind als die in Europa. Die Mitnahme einer Reiseapotheke ist daher unerlässlich. In Kuba werden Ausländer grundsätzlich nur in speziellen Ausländerkrankenhäusern oder Ausländerabteilungen von Krankenhäusern behandelt. Die Kosten für eine Behandlung sind höher als in Deutschland. Generell sollten für den Aufenthalt auf den karibischen Inseln spezielle Reisekrankenversicherungen abgeschlossen werden, die auch einen Rücktransport bei schweren Erkrankungen oder Unfällen beinhalten, abgeschlossen werden. Vor Reiseantritt sind ausführliche Informationen darüber bei der jeweils zuständigen Krankenkasse einzuholen.