Zwei junge Frauen und ein junger Mann, die im Flugzeug nebeneinander sitzen, nehmen eine Bordmahlzeit zu sich.
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Tipps für Flugreisen: Entspannt und gesund fliegen

Ob Ohrendruck, Blähungen oder schwere Beine: Flugreisen können gesundheitliche Probleme mit sich bringen – selbst für gesunde Menschen. Wir haben ein paar Tipps, mit denen Sie Ihren nächsten Flug unbeschwert überstehen.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Welche Probleme beim Fliegen auftreten können

Flugreisende müssen mit verschiedenen Veränderungen klarkommen: Die Luftfeuchtigkeit an Bord ist niedrig, während des Flugs herrscht in der Flugzeugkabine ein geringerer Luftdruck und die Bewegungsfreiheit ist stark eingeschränkt.

Die extrem trockene Luft an Bord – die Luftfeuchtigkeit beträgt nur 5 bis 10 Prozent – führt dazu, dass Haut und Schleimhäute austrocknen. Manche Fluggäste klagen deshalb über trockene Augen und Spannungsgefühle an Haut und Lippen. Zudem können sich die Nasennebenhöhlen leichter entzünden.

Der geringe Luftdruck führt dazu, dass sich die im Körper eingeschlossenen Gase – wie die Luft im Mittelohr und in den Nasennebenhöhlen sowie die Darmgase – um rund 30 Prozent ausdehnen. Die Folgen: ein Druckgefühl auf den Ohren und den Nasennebenhöhlen, teils auch Schmerzen in dem Bereich sowie vermehrte Blähungen, die leicht mit Bauchkrämpfen einhergehen können.

Zudem sinkt durch den geringen Luftdruck die Sauerstoffsättigung des Bluts – im Körper entsteht also ein leichter Sauerstoffmangel. Als Reaktion darauf schlägt das Herz schneller und verbraucht mehr Sauerstoff und der Blutdruck steigt. Wer gesund ist, verkraftet diese Veränderungen aber in der Regel problemlos.

Hingegen kann die eingeschränkte Bewegungsfreiheit im Flugzeug bei längeren Flügen (ab einer Flugdauer von 6 bis 8 Stunden) auch für Gesunde ein Problem sein: Denn durch das lange Sitzen mit angewinkelten Beinen kann eine Venenthrombose entstehen. Das Risiko einer solchen Reisethrombose ist aber mit ungefähr 2 bis 5 Fällen pro 10.000 Langstreckenfluggäste eher gering.

So können Sie vorbeugen

Trockene Haut / Schleimhaut:

  • Packen Sie eine Pflegecreme ins Handgepäck, mit der Sie Haut und Lippen vor Austrocknung schützen können.
  • Nehmen Sie befeuchtende Augentropfen mit an Bord und wenden Sie sie während des Flugs regelmäßig an – vor allem, wenn Sie Kontaktlinsen tragen.
  • Noch besser für Kontaktlinsenträger: Tragen Sie während des Flugs Ihre Brille – so umgehen Sie von vornherein mögliche Komplikationen.

Druck auf den Ohren:

  • Durch Schlucken und Kauen gleicht sich der Druck aus. Es hilft also, wenn Sie vor allem beim Start und bei der Landung trinken, Bonbons lutschen oder Kaugummi kauen.
  • Auch das Valsalva-Manöver sorgt für Druckausgleich: Halten Sie sich die Nase zu und atmen Sie bei geschlossenem Mund gegen den Druck aus.
  • Wenn Sie mit Baby verreisen, stillen Sie es beim Start und bei der Landung oder geben ihm die Flasche. Am Schnuller zu nuckeln hilft auch.
  • Sind Sie erkältet oder hatten Sie schon bei früheren Flügen Probleme im HNO-Bereich, nehmen Sie jeweils rund 20 Minuten vor Start und Landung abschwellende Nasentropfen.

Verdauungsbeschwerden:

  • Tragen Sie im Flugzeug bequeme Kleidung – vermeiden Sie vor allem einengende Rock- bzw. Hosenbünde.
  • Nehmen Sie vor und während des Flugs besser nur leichte Mahlzeiten zu sich. Verzichten Sie vor allem auf blähende Speisen und kohlensäurehaltige Getränke.
  • Verkneifen Sie sich bloß nicht das Pupsen. Um die Belästigung der anderen Fluggäste in Grenzen zu halten, empfiehlt es sich aber, dazu die Toilette aufzusuchen. Angenehmer Nebeneffekt: Die Bewegung wirkt Verdauungsbeschwerden entgegen.

Reisethrombose:

  • Nehmen Sie während des Flugs viel Flüssigkeit zu sich – am besten Wasser. Auf Alkohol und Kaffee sollten Sie an Bord verzichten.
  • Schlagen Sie beim Sitzen nicht die Beine übereinander und engen Sie den Fußraum nicht durch Ihr Handgepäck noch weiter ein.
  • Sorgen Sie für Bewegung: Machen Sie im Sitzen Übungen für die Beinmuskeln und gehen Sie möglichst oft im Gang umher.
  • Wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Venenthrombosen haben (z. B. weil Sie über 60 sind, eine Herzschwäche oder starkes Übergewicht haben), empfiehlt es sich, kniehohe Kompressionsstrümpfe zu tragen: Ziehen Sie die Strümpfe mindestens zwei Stunden vor dem Flug an und tragen Sie sie während der gesamten Flugs.
  • Ein weit verbreiteter Tipp lautet, Acetylsalicylsäure (ASS) einzunehmen, um das Thrombose-Risiko während des Flugs zu verringern. Dass dies wirklich hilft, ist jedoch wissenschaftlich nicht belegt.

Übrigens: Viele Menschen, die nach einem Flug einen Infekt entwickeln, machen dafür das Lüftungssystem verantwortlich. Die Lüftung filtert aber vor allem Keime aus der Kabinenluft heraus. Das größte Ansteckungsrisiko geht also nicht von der Lüftung aus, sondern von keimverseuchten Oberflächen (wie den Klapptischen) und von den anderen Passagieren neben, vor und hinter Ihnen.