Dunkelhaarige Frau mit einem Tattoo zwischen den Schulterblättern.
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Tattoos, Piercing und Permanent-Make-up im Urlaub

Viele Menschen nutzen den Urlaub, um sich am Ferienort ein Tattoo in die Haut ritzen oder die Hände mit Henna verzieren zu lassen. Doch Vorsicht: Bei mangelnder Sauberkeit und unreinen Produkten kann es passieren, dass man nicht nur die Verzierung aus dem Urlaub mit nach Hause bringt.

Allgemeines

Wer sich im Urlaub den Körper mit Tätowierungen, Piercings oder Henna-Tattoos verzieren lässt, denkt selten darüber nach, welche negativen Folgen dieser Urlaubsspaß nach sich ziehen kann.

Neben der Gefahr von Infektionen mit Bakterien, Pilzen und Viren aufgrund mangelnder Hygiene können zudem die verwendeten Farbstoffe schwere allergische Reaktionen hervorrufen und das Krebsrisiko erhöhen.

Im Gegensatz zu Farbstoffen, die in Kosmetika verwendet werden, unterliegen die bei Tätowierungen und Permanent-Make-ups eingesetzten Farbstoffe keinen Kontrollen oder gesetzlichen Regelungen.

Mangelnde Hygiene

Mangelnde Hygiene erhöht das Risiko von Infektionen. Über verunreinigte Instrumente kann bei Tätowierungen, Permanent-Make-up und Piercings Hepatitis übertragen werden. Hepatitis ist eine der weltweit häufigsten Infektionskrankheiten und wird durch Viren verursacht. Je nach Virustyp unterscheidet man verschiedene Hepatitiden (A-G). Bekannt sind vor allem Hepatitis A, Hepatitis B und Hepatitis C.

Hepatitis kann über Körperflüssigkeiten oder verunreinigte Nadeln, Spritzen und Instrumente übertragen werden. Hepatitis A verheilt meist selbstständig und folgenlos. Schwerwiegender ist Hepatitis B, die Leberzirrhose und Leberkrebs nach sich ziehen kann. Gegen diese beiden Formen der Hepatitis gibt es jedoch eine Impfung, die bei Fernreisen zu empfehlen ist. Die schwerste Form ist jedoch die Hepatitis C, gegen die bislang kein Impfstoff vorliegt.

Neben der Infektion mit Hepatitis können bei mangelnder Hygiene im Rahmen von Tätowierungen, Permanent-Make-up und Piercings auch Infektionen mit anderen Viren, wie etwa HIV, sowie mit Bakterien und Pilzen auftreten.

Farbstoffe

Neben der Übertragung gefährlicher Krankheiten über kontaminierte Instrumente besteht bei Tätowierungen, Permanent-Make-up und Henna-Tattoos die Gefahr allergischer Reaktionen auf die Farbstoffe, die in Haut eingestochen oder auf die Haut aufgebracht werden.

Henna-Tattoos

Im Gegensatz zu echten Tattoos haben Henna-Tattoos den Vorteil, dass sie nach zwei bis drei Wochen von selbst verblassen. Im Urlaub liegt daher für viele Touristen die Versuchung nah, eine derartige Körperverzierung auch einmal auszuprobieren, zumal sie von Künstlern am Strand und auf der Straße oft günstig angeboten wird.

Henna selbst hat keine schädlichen Wirkungen, ist in Europa aber für die kosmetische Anwendung auf der Haut nicht zugelassen. In Touristenorten wird für die Henna-Tattoos außerdem häufig kein pures Henna verwendet. Um die Farbe dunkler und intensiver erscheinen zu lassen, wird dem Farbstoff häufig Para-Phenylendiamin (PDD) hinzugefügt. PDD wirkt stark sensibilisierend auf die Haut und kann nach einmaligem Kontakt, spätestens aber beim nächsten Kontakt sehr häufig zur Entstehung von schwersten Kontaktallergien und Kontaktekzemen führen, die nur sehr langsam ausheilen.

Ist man erst einmal auf PDD sensibilisiert, reagiert man in den meisten Fällen ein Leben lang auch auf chemisch ähnliche Stoffe oder Farben und sollte den Kontakt zu diesen Substanzen daher meiden. Das kann zum Problem werden, denn PDD findet sich nicht nur in Haarfärbemitteln, sondern auch in Farbstoffen von dunklem Leder und dunklen Textilien aller Art sowie in vielen Kunststoffen und Nagellacken. Da es für den Laien unmöglich ist, zu erkennen, ob dem Henna PDD zugesetzt wurde oder nicht, sollte man sich daher bei aller Schönheit gut überlegen, ob der zweiwöchige Spaß eines Henna-Tattoos das Risiko einer lebenslangen Kontaktallergie wert ist.

Tätowierungen, Permanent-Make-up

Bei echten Tätowierungen und Permanent-Make-up werden die Farbstoffe nicht nur auf die Haut aufgetragen, sondern in die unter der Oberhaut (Epidermis) liegende Lederhaut (Dermis) eingestochen, damit die Farbe bei der regelmäßigen Erneuerung der Haut nicht mit den obersten Hautschichten abgestoßen wird. Von hier aus können die Farbstoffe in den Blutkreislauf gelangen und sich im Körper verteilen.

Die verwendeten Farbstoffe können einerseits allergische Reaktionen hervorrufen. Dies geschieht selten – kommt es jedoch zu einer allergischen Reaktion, ist diese meist schwerwiegend. Die Reaktion wird meist durch Metalle ausgelöst, die den Farbstoffen beigemischt sind.

Azofarbstoffe erhöhen andererseits das Krebsrisiko und Verunreinigungen durch Schwermetalle können die Gesundheit zusätzlich belasten.

Aber nicht nur die Tätowierung selber, auch eine mögliche spätere Entfernung kann gesundheitliche Folgen haben. Durch den Laser werden die Farbstoffe gespalten, wodurch die Pigmente mit bisher unbekannten Folgen verändert werden.