Eine Mutter cremt ihre Tochter mit Sonnenmilch ein.
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Optimaler Sonnenschutz: 10 Tipps

Mit dem Beginn der heißen Tage steigen nicht nur die Temperaturen, sondern auch die Zahl der Sonnenstunden. Wer sich mit gutem Gewissen in der Sonne aufhalten möchte, sollte sich gut eincremen – und noch ein paar andere Tipps beherzigt.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

10 Tipps für den optimalen Sonnenschutz

Die Haut brennt, juckt, ist gerötet und schuppt: Ein Sonnenbrand ist unangenehm. Wer sich ständig ungeschützt der Sonne aussetzt, riskiert jedoch weit mehr. Zu viel Sonne kann der Haut dauerhafte Schäden zufügen und im schlimmsten Fall zu Hautkrebs führen. Das lässt sich vermeiden – mit ein paar einfachen Maßnahmen.

1. Mittagssonne meiden

Grundsätzlich gilt: Bei starker Sonneneinstrahlung sollten Sie sich bevorzugt im Schatten aufhalten. Aber auch hier ist Vorsicht geboten. Zwar ist die UV-Strahlung im Schatten schwächer, sie ist jedoch weiterhin vorhanden. So wird zum Beispiel ein Teil des Sonnenlichts durch Wasser und Sand gestreut und reflektiert. Auch im Schatten gilt es deswegen, auf den richtigen Sonnenschutz zu achten.

Nutzen Sie insbesondere die Vormittags- und Nachmittagsstunden für Aktivitäten im Freien wie Sport, Spazierengehen oder Gartenarbeit. Meiden Sie dagegen die Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr.

Hinweis: Babys sollten der direkten Sonneneinstrahlung unabhängig von Tageszeit und UV-Intensität gar nicht ausgesetzt werden. Im ersten Lebensjahr kann die Haut noch nicht ausreichend Pigmente bilden, um sich gegen die UV-Strahlen zu schützen. Und Sonnencreme ist für die sensible Babyhaut nicht geeignet. Kinder unter einem Jahr sollte man nicht eincremen.

2. Kleidung schützt

Lange Hose, Hemd, Sonnenhut oder Schirmmütze: Auch mit der Kleidung kann man seine Haut vor UV-Strahlung schützen. Der UV-Schutzfaktor von Textilien variiert je nach Art, Dicke, Dichte und Stoffart.

Wer ganz sicher gehen will, sollte spezielle UV-Schutzkleidung tragen, die einen UV-Schutzfaktor von mindestens 40 hat. Sie ist mit einem gelben Logo unter Angabe des Schutzfaktors versehen, zum Beispiel UPF 40+ (UPF= Ultraviolet Protection Factor).

Körperstellen, die nicht bedeckt werden, sollten Sie mit einem passenden Sonnenschutzmittel eincremen.

3. Passenden Lichtschutzfaktor auswählen

Welche Sonnencreme sich für Sie am besten eignet, hängt von Ihrem Hauttyp und der UV-Intensität vor Ort ab. Verwenden Sie eine Sonnencreme, deren Lichtschutzfaktor (LSF) dem eigenen Hauttyp gerecht wird und der UV-Stärke vor Ort angemessen ist. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt für Kinder einen Lichtschutzfaktor von mindestens 30, für Erwachsene mindestens 20.

Außerdem sollte das Mindesthaltbarkeitsdatum der Creme nicht überschritten werden, angebrochene Packungen sollten schnell verbraucht und nicht lange gelagert werden.

Grundsätzlich sollten Sie zu Beginn einer Sonnensaison auf Präparate mit einem höheren Lichtschutzfaktor setzen, zum Beispiel mit einem Lichtschutzfaktor von 30, 35 oder 50. Der jeweilige Lichtschutzfaktor ist auf der Sonnencreme angegeben.

Wichtig: Wählen Sie eine Sonnencreme, die vor UV-B- und UV-A-Strahlen schützt. Zwar wird der Sonnenbrand durch den UV-B-Anteil der UV-Strahlung verursacht. Doch auch UV-A-Strahlung schadet der Haut. Sie dringt nämlich – anders als die UV-B-Strahlung – bis in die tiefen Hautschichten durch und kann dort bleibende Schäden hervorrufen. Diese äußern sich dann etwa in vorzeitiger Hautalterung und schlimmstenfalls durch Hautkrebs.

Meiden Sie unseriöse Sonnencremes. Solche Präparate erkennen Sie an Aussagen wie "100%iger Schutz" oder an der heute nicht mehr gültigen Klassifizierung "Sunblocker". Sie vermitteln eine vermeintliche Sicherheit vor schädlicher UV-Strahlung, die es nicht gibt, da ein bestimmter Anteil an UV-Strahlung die Haut auch bei Anwendung von Sonnenschutzmitteln erreicht.

4. Sonnenschutzzeit berechnen

Berechnen Sie Ihre persönliche Sonnenschutzzeit, indem sie die Eigenschutzzeit der Haut mit dem Lichtschutzfaktor (LSF) in der verwendeten Sonnencreme multiplizieren. Die Eigenschutzzeit der Haut in der Sonne beträgt ohne Sonnencreme je nach Hauttyp zwischen 10 und 30 Minuten.

Ein Beispiel: Wenn Sie ein sehr heller Sonnenschutz-Test (Hauttyp I) sind, dann beträgt die Eigenschutzzeit Ihrer Haut rund 10 Minuten. Bei einer Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 15 hieße das also: 10 Minuten x 15 (LSF) = 150 Minuten. Rein rechnerisch ist Ihr Hauttyp demnach 150 Minuten oder zweieinhalb Stunden vor einem Sonnenbrand geschützt.

5. Ausreichend Sonnencreme verwenden

Es zählt die Devise: Viel hilft viel! Tragen Sie Sonnencreme immer großzügig auf. Als Faustregel gilt: Ein durchschnittlicher Erwachsener braucht etwa 35 Gramm Sonnencreme, um den Körper vollständig einzucremen, was ungefähr einer Menge von vier Esslöffeln entspricht.

6. Sonnencreme rechtzeitig auftragen

Cremen Sie sich vor dem Sonnenbad mit Sonnencreme ein. Nach dem Eincremen sollten Sie 20 bis 30 Minuten abwarten, bevor Sie in die Sonne gehen. Der Grund: Nicht alle UV-Filtersubstanzen wirken sofort, einige schützen erst mit zeitlicher Verzögerung. Achten Sie beim Eincremen besonders auf lichtempfindliche Bereiche wie Ohren, Gesicht, Kopfhaut, Nacken, Rücken und Dekolleté sowie die Fußrücken.

7. Regelmäßig nachcremen

Durch mehrmaliges Eincremen lässt sich die Sonnenschutzzeit zwar nicht verlängern. Regelmäßiges Nachcremen ist aber notwendig, um den ursprünglichen Sonnenschutz aufrechtzuerhalten. Denn durch Schwitzen, den Abrieb auf Textilien (z.B. durch Bade- oder Handtücher) sowie das Baden in Swimmingpool oder Meer geht Sonnencreme und damit Sonnenschutz verloren.

8. Sonnenbrille nicht vergessen

Sonne kann auch den Augen schaden. Außerdem ist die Haut der Augenlider dünn und empfindlich. Deshalb ist es wichtig, eine Sonnencreme zu tragen. Eine gute Sonnenbrille sollte einen Seitenschutz haben und an der Innenseite der Bügel mit der CE-Kennzeichnung (CE = Conformité Européenne) versehen sein. Dieses CE-Kennzeichen dürfen nur Produkte tragen, die den geltenden europäischen Richtlinien entsprechen.

Neben dem CE-Kennzeichen sollten Sie auch auf die sogenannte Blendkategorie achten:

  • Kategorie 1 lässt 43 bis 80 Prozent des Lichts durch und ist zum Beispiel für bewölkte Tage geeignet.
  • Kategorie 4 lässt nur 3 bis 8 Prozent des Lichts durch und bietet einen sehr guten Lichtschutz. Gut sehen kann man mit so dunklen Gläsern allerdings nicht. Daher darf man mit Sonnenbrillen dieser Tönungsstufe nicht am Strahßenverkehr teilnehmen.

Übrigens: Gute Sonnenbrillen müssen nicht teuer sein: Schon für einen Preis von unter zehn Euro kann man Sonnenbrillen kaufen, die einen adäquaten UV- und Blendschutz besitzen.

9. Erste Hilfe bei Sonnenbrand

Hat man sich doch einmal einen Sonnenbrand zugezogen, dann sollte man jegliche weitere Sonnenbestrahlung vermeiden, bis der Sonnenbrand vollständig abgeheilt ist. Kühlende, feuchte Umschläge und Feuchtigkeitsgels sowie Feuchtigkeitslotionen, die mehrmals täglich im Wechsel auf die betreffenden Stellen aufgetragen werden, wirken lindernd.

Gegen die Schmerzen helfen Medikamente mit dem Wirkstoff Wirkstoff Acetylsalicylsäure oder Wirkstoffe/Paracetamol. Sie wirken zugleich anti-entzündlich. Zudem empfiehlt es sich, viel zu trinken, am besten in Form von Wasser oder Saftschorlen. Zusätzlich können spezielle rückfettende Cremes den Heilungsprozess der betroffenen Hautstellen unterstützen.

10. Sonnenschutz von innen reicht nicht!

Möhren, Spinat, Tomaten, Aprikosen und viele andere Obst- und Gemüsesorten enthalten gelbe und orangefarbene Farbstoffe, sogenannte Carotine. Einige Carotine (das sogenannte Betacarotin) kann der Körper zu Vitamin A umwandeln. Vitamin A ist zum Beispiel wichtig für die Augengesundheit, für die Hautneubildung und die Abwehr von Krankheitserregern.

Außerdem lagert die Haut Carotinoide ein, wenn man regelmäßig größere Mengen der besagten Nahrungsmittel isst oder Tomaten- und/oder Karottensäfte trinkt. Ähnlich dem hauteigenen Pigment Melanin können die eingelagerten Carotinoide einen Teil der Sonnenstrahlung abwehren. Dieser innere Sonnenschirm bietet aber keinen ausreichenden Schutz und ersetzt keinesfalls andere Sonnenschutzmaßnahmen.