Das Bild zeigt eine Insel im Pazifik.
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Pazifische Inseln

Die pazifischen Inseln bestehen aus drei Inselgruppen:

Länder und Inseln

  • Polynesien (griech. "Vielinselwelt"): Inseln im zentralen Pazifik
  • Melanesien ("Schwarzinselwelt"): Inseln im westlichen Pazifik
  • Mikronesien ("Kleininselwelt"): Inselgebiete im nordwestlichen und mittleren Pazifik

Zu den pazifischen Inseln gehören die Cookinseln (Niue, Tokelauinseln), Fidschi, Französisch Polynesien, Futunainseln, Guam, Kiribati, Marshallinseln, Mikronesien (Bundesstaaten), Nauru, Neukaledonien, Palau, Papua-Neuguinea, Salomonen, Samoainseln, Amerikanisch-Samoa, Tonga, Tuvalu, Vanuatu und Wallis.

Das Gebiet umschließt einen großen Teil des Ozeans mit langgestreckten, bergigen Inseln, die teilweise vulkanischen Ursprungs sind. Auf den meisten Inseln herrscht tropisch-maritimes Klima, das unter dem Einfluss von Passatwinden steht. Die westlichen Inseln sind von Regenwäldern bedeckt, während auf den kleineren Inseln im Osten vulkanisches Gestein oder gehobene Korallenkalke (Atolle) dominieren.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Insbesondere Reisende, die sich z.B. aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange auf den pazifischen Inseln aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über drohende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Mangelhafte Hygiene ist auf den pazifischen Inseln häufiger Grund für nahrungsmittelbedingte Infektionserkrankungen. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Generell gilt die Devise: "Peel it, boil it or forget it"! Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

  • Besonders häufig sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, Salmonellen (s. Typhus), E. coli oder Shigellen (s. Ruhr). Aktuelles: In Papua-Neuguinea wurden in den vergangenen Monaten vermehrt Fälle von Typhus registriert, darunter auch einige Todesfälle. Besonders betroffen sind Mt. Tawa, Bolo, Tono und Waraki. (Stand: Dezember 2006)
  • In Mikronesien treten auf der Insel Pohnpei regelmäßig Cholera-Erkrankungen auf. Cholera wird durch Bakterien, sog. Choleravibrionen ausgelöst, die über Lebensmittel und vor allem kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen werden. Eine Schutzimpfung wird für Touristen im Allgemeinen nicht empfohlen, da die Ansteckungsgefahr verhältnismäßig gering ist.
  • Auch Infektionen mit Parasiten sind auf den pazifischen Inseln stark verbreitet. Dazu zählen vor allem Fadenwürmer (Trichinosen) und Bandwürmer, die durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch übertragen werden (Taeniose). Weit verbreitet sind darüber hinaus Infektionen mit Amöben, die zu Bauchschmerzen, Durchfällen und Leberabszessen führen können ("Amöbenruhr"). Ein anderer typischer Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis).
  • Für Reisende auf die pazifischen Inseln besteht generell ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A und Hepatitis E. Die Viren werden vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen.

Gesundheitsrisiken durch Insekten

  • Auf allen pazifischen Inseln ist Dengue-Fieber verbreitet. Es wird von Mücken übertragen und kann zu teilweise lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. Hauptinfektionszeit ist von Januar bis September mit einem Gipfel im März. Da Dengue-Fieber durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen wird, muss rund um die Uhr für Mückenschutz gesorgt werden.
  • In tiefer gelegenen Regionen Papua-Neuguineas (unter 1800 m) und auf den meisten Inseln der Salomonen (vor allem Guadalcanal und Honiara) besteht ganzjährig ein hohes Risiko für Malaria-Infektionen. Eine besondere Häufung an Erkrankungsfällen ist während der Regenperioden Februar/März bzw. Oktober/November zu beobachten. Auf den meisten Inseln Vanuatus herrscht - ebenfalls ganzjährig - ein mittleres Infektionsrisiko. Lediglich in den Städten Luganville und Port Vila bzw. auf den Inseln Futura, Tongoa und Aniwa ist das Malariarisiko gering. Hauptsächlich tritt die gefährlichere Form Malaria tropica auf. Zur Vermeidung einer Infektion empfiehlt es sich, für ausreichenden Mückenschutz in Form von speziellen Mückenschutzmitteln, Mückennetzen und bedeckender Kleidung zu sorgen.
  • Durch Mücken übertragen wird auch die Japanische Enzephalitis, eine entzündliche Erkrankung des Gehirns. Eine Infektion führt zwar nur selten zur Erkrankung, diese ist jedoch mit hoher Sterblichkeit verbunden. Der Erreger der Japanischen Enzephalitis ist landesweit in Guam und in ländlichen Gebieten bzw. der Umgebung von Städten in Papua-Neuguinea verbreitet. Eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung wird bei Aufenthalten in Risikogebieten empfohlen. Zur Vermeidung einer Infektion empfiehlt es sich, für ausreichenden Mückenschutz zu sorgen.
  • Eine Infektion mit Fadenwürmern, sog. Filarien, führt zur Ausbildung einer Filariose. Filarien werden durch Mücken auf den Menschen übertragen. Sie sammeln sich bevorzugt im Bindegewebe verschiedener Organe und in den Lymphgefäßen an und verursachen je nach Art des Erregers unterschiedliche Erkrankungen. Auf allen Inseln ist landesweit Bancroft-Filariose verbreitet, die durch den Erreger Wuchereria bancrofti hervorgerufen und auch als "lymphatische Filariose" bezeichnet wird. Sie führt zu Fieber, Entzündung der Lymphknoten und erheblichen Schwellungen der Gliedmaßen, vor allem der Beine ("Elephantiasis").
  • In Papua-Neuguinea ist landesweit Fleckfieber verbreitet. Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit Bakterien, so genannten Rickettsien, verursacht, die von Kleiderläusen oder Rattenflöhen auf den Menschen übertragen werden.

Sonstige Gesundheitsrisiken

  • HIV-Infektionen sind auf den meisten pazifischen Inseln zahlenmäßig bisher nur gering oder gar nicht verbreitet. In Papua-Neuguinea ist seit einigen Jahren jedoch eine deutliche Zunahme von Infektionsfällen zu beobachten. Schätzungen der WHO zufolge sind in Ozeanien ca. 78.000 Menschen mit HIV infiziert, allein im Jahr 2005 gab es 7.200 Neuinfektionen und starben 3.400 Menschen an den Folgen von AIDS. Bei sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung wird daher grundsätzlich das Benutzen von Kondomen empfohlen.

Impfungen

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

  • Bei Direkteinreise in die pazifischen Länder bestehen keine Pflichtimpfungen. Reisende sollten sich jedoch möglichst rechtzeitig vor Reisebeginn bei der jeweiligen Botschaft oder Landesvertretung nach den aktuellen medizinischen Einreisebestimmungen erkundigen.
  • Bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten besteht für Reisende nach Französisch Polynesien, Kiribati, Nauru, Neukaledonien, Palau, Papua-Neuguinea, Salomonen, Samoa und Tonga generell eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber). Reisende auf die Fidschi-Inseln, die sich innerhalb der letzten zehn Tage vor der Ankunft in einem entsprechenden Infektionsgebiet aufgehalten haben, müssen ebenfalls einen Gelbfieberimpfschutz nachweisen.

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen in den Pazifik sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Für Fidschi, Guam, Kiribati, die Marshallinseln, Mikronesien, Nauru, Palau, Papua-Neuguinea und Vanuatu wird die Schutzimpfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) empfohlen. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Trotz aufwendiger Impfaktionen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den besonders betroffenen Regionen der Welt konnte der Erreger der Krankheit noch nicht ausgerottet werden. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 sind es bis jetzt 1.820 Fälle, die meisten davon in Nigeria und Indien (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion besteht, sollten Reisende grundsätzlich die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen auf allen pazifischen Inseln auftreten, sollte auch bei kürzeren Reisen rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt im Pazifik und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen und ist unter der einheimischen Bevölkerung weit verbreitet. Bei sexuellem Verkehr sollten deshalb unbedingt Kondome benutzt werden. Bei der Impfung gegen die Erkrankung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden.
  • Typhus ist im Pazifik generell weit verbreitet. Vor allem bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gebieten wird eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung für alle Länder empfohlen. Die Infektion erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und den direkten Kontakt mit erkrankten Personen. Die Schutzwirkung der Impfung hält etwa zwei Jahre an.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria wird für Papua-Neuguinea und die Salomonen empfohlen. Für Reisende nach Vanuatu wird die Mitnahme eines so genannten Malaria-Notfallmedikamentes als ausreichend angesehen. Reisende sollten sich diesbezüglich unbedingt bei ihrem Arzt bzw. dem städtischen Tropeninstitut erkundigen.
  • Die Immunisierung gegen Japanische Enzephalitis wird bei geplanten Aufenthalten in Gegenden mit hohem Ansteckungsrisiko für Guam und Papua-Neuguinea empfohlen.

Sonstige Reisetipps

  • Bei der Reise- und Gesundheitsplanung sind vor allem die hohen Temperaturen zu berücksichtigen, die zu erheblichen Belastungen des Herz-Kreislaufs führen können. Wichtig ist deshalb, immer reichlich zu trinken. Die UV-Strahlung durch die Sonne ist auf allen pazifischen Inseln sehr intensiv. Für ausreichenden Schutz der Haut gegen direkte Sonnenbestrahlung (Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor ab 20) sollte unbedingt gesorgt werden.
  • Im Meer vor den pazifischen Inseln gibt es verschiedene Meerestiere wie Quallen, Seeigel, Korallen, Seeschlangen oder giftige Fische, die für den Menschen gefährlich werden können. Badefreudige sollten sich deshalb grundsätzlich vor Ort erkundigen, an welchen Stellen das Baden ungefährlich ist.
  • Darüber hinaus sollten insbesondere gesundheitlich gefährdete Menschen bei ihren Reisen beachten, dass die medizinischen Versorgungsstandards auf den pazifischen Inseln teilweise erheblich schlechter sind als die in Europa. Die Mitnahme einer Reiseapotheke ist daher unerlässlich. Für den Aufenthalt sollten spezielle Reisekrankenversicherungen abgeschlossen werden, die auch einen Rücktransport bei schweren Erkrankungen oder Unfällen beinhalten. Vor Reiseantritt sind ausführliche Informationen darüber bei der jeweils zuständigen Krankenkasse einzuholen.