Ein älteres Paar läuft barfuß Hand in Hand an einem Sandstrand entlang.
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Mit Herzschrittmacher in den Urlaub

Gerade wer zum ersten Mal mit Herzschrittmacher verreisen möchte, fragt sich oft, ob der Schrittmacher die Reise in allen Situationen wirklich unbeschadet übersteht. Ist diese Sorge begründet?

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern geprüft.

Reisevorbereitung

Die gute Nachricht: Allgemein können Menschen mit Herzschrittmacher unbeschwert in den Urlaub fahren oder fliegen – vorausgesetzt, sie tragen den Schrittmacher schon seit mindestens drei Wochen.

Zur Sicherheit empfiehlt es sich jedoch, sowohl bei der Urlaubsplanung als auch auf Reisen einige Dinge zu beachten. Eine sorgfältige Reisevorbereitung ist das A und O für einen unbeschwerten Urlaub mit Herzschrittmacher.

So sollten Menschen mit Herzschrittmacher von vornherein versuchen, im Urlaub übermäßigen Reisestress, lange Autofahrten, extreme Hitze oder Kälte, Aufenthalte in über 2.000 Metern Höhe und stark belastende körperliche Aktivitäten zu vermeiden. Besprechen Sie auch frühzeitig mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt, ob aus medizinischer Sicht etwas gegen Ihre Reiseplanung spricht.

Bevor es losgeht:

Lassen Sie vor dem Urlaub Ihren Herzschrittmacher kontrollieren. Wenn Sie in ein Gebiet reisen, in dem eine gute medizinische Versorgung nicht gewährleistet ist, sollte die letzte Schrittmacherkontrolle nicht länger als ein halbes Jahr her sein. Erkundigen Sie sich auch vorab, wo Sie Ihren Schrittmacher im Notfall an Ihrem Urlaubsort kontrollieren lassen können. Und nehmen Sie unbedingt Ihren Herzschrittmacherausweis mit auf die Reise.

Unabhängig von den Schrittmacherkontrollterminen gilt: Wenn Sie einen verlangsamten Herzschlag bemerken, bewusstlos werden oder im Schrittmacherbereich ein Muskelzucken verspüren, besorgen Sie sich auf jeden Fall ärztliche Hilfe.

Was Sie im Urlaub beachten sollten

Fliegen

Zwar gilt ein Aufenthalt in großer Höhe für Menschen mit Herzschrittmacher wegen des geringen Luftdrucks nicht als empfehlenswert. Auf Flugreisen müssen sie trotz Flughöhen von 10.000 Metern und mehr dennoch nicht verzichten. Denn an Bord eines Passagierflugzeugs herrscht ein Luftdruck, der etwa so hoch ist wie in Gebirgshöhen von rund 2.000 bis 2.400 Metern.

Sicherheitskontrolle am Flughafen

Wenn Sie zur Fluggastkontrolle durch die mit Metalldetektoren bestückte Schleuse gehen, kann Ihr Herzschrittmacher einen Alarm auslösen. Geben Sie darum vorher bei der Sicherheitskontrolle Bescheid, um sich per Hand beziehungsweise mit einem Handdetektor absuchen zu lassen (Herzschrittmacherausweis vorzeigen!).

Erwähnen Sie gegenüber dem Sicherheitspersonal, dass starke elektromagnetische Felder die Elektronik des Herzschrittmachers grundsätzlich stören und so dessen Funktion vorübergehend beeinträchtigen können. Darum ist es auch wichtig, den Metalldetektor nicht mehrfach kurz hintereinander über den Schrittmacher zu führen.

Sonnenbaden

Wer eine Herzerkrankung hat, sollte mit ausgiebigen Sonnenbädern grundsätzlich eher vorsichtig sein. Achten Sie unbedingt auf ausreichenden Sonnenschutz, um einen Sonnenbrand zu vermeiden – vor allem in dem Hautbereich, unter dem der Herzschrittmacher sitzt. Sie müssen sich aber keine Sorgen machen, dass Ihr Schrittmacher in der Sonne durch die Wärme überhitzt oder durch UV-Strahlen Schaden nimmt.

Wandern in den Bergen

Wenn zwischen Ihrem Wohn- und Urlaubsort ein größerer Höhenunterschied besteht, sollten Sie in den ersten ein bis zwei Urlaubstagen etwas kürzer treten, damit Sie sich erst an die Höhe gewöhnen können. Dann steht auch längeren Wanderungen nichts mehr im Weg.

Wenn Sie dabei nicht gerade Extremtouren in großen Höhen ab 5.000 Metern planen, sondern eher im Mittelgebirge bis 1.500 Metern wandern möchten, können Sie sicher sein, dass Ihr Herzschrittmacher in der Höhe weiter funktioniert. Und solange Sie sich bei Ihren Touren zum Beispiel unterhalten können, ohne Luftnot zu verspüren, ist auch für Ihr Herz alles im grünen Bereich.

Tauchen

Beim Tauchen müssen Sie allerdings größere Vorsicht walten lassen. Allgemein gilt für Menschen mit Herzschrittmacher: nicht tiefer als fünf Meter tauchen! Denn je tiefer Sie abtauchen, desto höher ist der Druck unter Wasser – und dieser kann Flüssigkeit aus Ihrem Körpergewebe heraus- und in den Schrittmacher hineindrücken: Dadurch können Schäden an der Elektronik entstehen.