Das Bild zeigt zwei Südeuropäer neben einem Orangenstrauch.
© Jupiterimages/Brand X Pictures

Südeuropa

Zu Südeuropa gehören die Länder Albanien, Andorra, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Frankreich, Gibraltar, Griechenland, Italien, Kroatien, Liechtenstein, Malta, Mazedonien, Monaco, Montenegro, Österreich, Portugal (einschließlich Azoren und Madeira), Rumänien, San Marino, Serbien, Schweiz, Slowenien, Spanien (einschließlich Kanaren) und Ungarn.

Länder

Der größte Teil Südeuropas liegt in der gemäßigten Klimazone mit milden, relativ ausgeglichenen Temperaturen über das ganze Jahr, die auf Wärmetransporte durch Meeresströmungen und vorherrschende Westwinde zurückzuführen sind. An der atlantischen Küste ist die Regenmenge am höchsten, nach Osten hin wird sie geringer. Im Osten fällt die Hauptregenzeit auf den Sommer, im Westen sind die reichlich fallenden Niederschläge über das ganze Jahr verteilt, zeigen allerdings ein Maximum im Herbst oder Frühwinter. Der Einfluss des Atlantischen Ozeans nimmt im Mittelmeergebiet ab. Diese Region gehört dem warmen Gürtel der gemäßigten Klimazone, der subtropischen Winterregenzone, an. Die Sommer sind hier heiß und trocken. Im äußersten Südosten an der unteren Wolga herrscht sommerheißes Kontinentalklima.

Die nördliche Region Südeuropas bis zum Balkan wird von Laub- und Mischwäldern mit z.B. Eichen, Linden, Buchen und Schwarzkiefern bedeckt. Südlich der Linie Kiew - Tula - Ufa beginnen trockene Grassteppen, die bis zum Schwarzen Meer und dem Kaukasus reichen. Die Mittelmeerländer gehören zum mediterranen Florengebiet mit Buschvegetation und immergrünen Hartlaubgewächsen.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Insbesondere Reisende, die sich aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem südeuropäischen Reiseland aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über drohende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Vor allem in den südlichen, im Sommer teilweise sehr heißen Ländern Südeuropas sind lebensmittelbedingte Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen) keine Seltenheit. Eine gute Nahrungsmittelhygiene ist hier besonders wichtig. Gemüse sollte vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Gemüse gegessen werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

Bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus), Shigellen (s. Ruhr) treten vor allem im westlichen und östlichen Süden und verstärkt in den Sommer- und Herbstmonaten auf. Daneben spielen besonders Parasiten eine zentrale Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen Bandwürmer, insbesondere der Rinderfinnen- und der Schweinefinnenbandwurm (Taeniose), und Fadenwürmer (Trichinellose), die durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Rind- bzw. Schweinefleisch (z.B. Hackfleisch-Spieße, Würste) übertragen werden. Aus Kroatien und Serbien-Montenegro werden regelmäßig Fälle von Trichinellose-Erkrankungen berichtet. In Österreich, der Schweiz, Teilen Frankreichs und den Mittelmeerländern ist der so genannte Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis) verbreitet. Eine Infektion mit dem Erreger erfolgt über die Aufnahme von Echinococcuseiern, die sich auf Nahrungsmitteln (z.B. Waldbeeren) befinden. Vor allem im Südosten Südeuropas können durch den Verzehr von rohen Pflanzenteilen (z.B. Wasserkresse) Infektionen mit dem großen Leberegel (Fasciola hepatica) auftreten.

In verschiedenen Gebieten Rumäniens, besonders im Donaudelta, werden jedes Jahr während der Sommermonate Fälle von Cholera-Erkrankungen beobachtet. Cholera wird durch Bakterien, so genannte Choleravibrionen, ausgelöst, die über Lebensmittel und vor allem kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen werden. Eine Schutzimpfung wird für Touristen im Allgemeinen nicht empfohlen. Eine gute Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene ist besonders wichtig.

In den Mittelmeerländern können so genannte Brucellosen auftreten. Dabei handelt es sich um Infektionen mit dem Bakterium Brucella, die durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren (Rindern, Schweinen, Ziegen) oder indirekt über kontaminierte Lebensmittel, vor allem nichtpasteurisierte Milch und Milchprodukte auftreten. Beim Menschen geht die Erkrankung mit heftigen Fieberschüben und einem Befall von Leber, Milz, Knochenmark und Lymphbahnen einher.

Video: Brucellose – Ansteckung, Symptome, Verbreitung

In Montenegro und Serbien treten landesweit ganzjährig Erkrankungen mit Tularämie auf. Die Erkrankung wird durch direkten Kontakt mit erkrankten Tieren oder indirekt über Nahrungsmittel und Trinkwasser auf den Menschen übertragen. Reisenden nach Serbien-Montenegro wird empfohlen, sich von Tierstallungen fernzuhalten.

In Albanien, Bulgarien, Bosnien und Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, San Marino, Serbien und Rumänien werden regelmäßig Typhus-Erkrankungen beobachtet. Die Übertragung erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände oder direkten Kontakt zu erkrankten Personen. Durch Zecken oder Mäuse übertragener Typhus kommt sporadisch vor allem in der mediterranen Küstenregion vor.

Gesundheitsrisiken durch Insekten

  • Bei den durch Insekten oder Spinnentieren übertragenen Krankheiten spielt in Südeuropa die sog. Leishmaniose eine große Rolle. Leishmanien sind Parasiten, die durch die Weibchen von Schmetterlingsmücken, insbesondere Sandmücken ("sand flies"), auf den Menschen übertragen werden. Die kutane Leishmaniose (Leishmaniose der Haut), die zu geschwürigen Hautveränderungen führt, tritt in Albanien (v.a. Küstenregionen), Frankreich (Mittelmeerküste, Korsika), Griechenland (vereinzelt auf dem Festland, Ionische Inseln, Kreta), Italien (Süden, Mittelmeerinseln), Kroatien (Küstenregionen im Süden, Inseln), Malta, Monaco, Montenegro, Portugal, Serbien und Spanien (Mittelmeerküste, Balearen: Mallorca, Menorca, Ibiza, Formentera, Cabrera) auf. Viszerale Leishmaniose (Leishmaniose der Eingeweide), auch "Kala-Azar" genannt, befällt verschiedene Organe wie Lunge, Magen-Darm, Milz, Leber und Knochenmark. Sie ist aus Albanien (v.a. Küstenregionen), Frankreich (Mittelmeerküste, Korsika), Griechenland (Süden, Inseln einschließlich Kreta), Italien (Süden, Mittelmeerinseln), Kroatien (Küstenregionen im Süden, Inseln), Malta, Monaco, Montenegro, Portugal, Serbien und Spanien (Mittelmeerküste, Balearen) bekannt. Hauptflugzeit der Schmetterlingsmücken ist in den Monaten Juni und August. Auch wenn das Infektionsrisiko für Touristen meist nur gering ist, sollten Vorsichtsmaßnahmen gegen Mückenstiche getroffen werden.
  • In allen Ländern Südeuropas sind insbesondere während der warmen Jahreszeit in Wald- und Wiesenregionen Zecken verbreitet, die Lyme-Borreliose übertragen können. Dabei handelt es sich um eine in Stadien verlaufende Erkrankung, die zunächst mit Hautrötung (Erythem) und Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen einhergeht und im weiteren Verlauf zu Hirnhautentzündung, Nervenschädigungen, Herzentzündung, Hautveränderungen und chronischen Gelenkschmerzen führen kann. Die Zeckensaison beginnt im Frühjahr und endet meist Anfang November.
  • Daneben ist auch eine Übertragung der sog. Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) durch Zeckenbisse möglich. Sie kommt in Albanien, Bosnien-Herzegowina (v.a. Norden), Bulgarien (v.a. in Flussniederungen), Frankreich (Elsaß, Lothringen), Griechenland (westlich von Thessaloniki), Italien (Norden, Provinz Belluno), Kroatien (Nordosten), Liechtenstein, Österreich (Donaugebiete, Wachau, Gebiet um St. Poelten, Wien, Burgenland, Kärnten, Steiermark, entlang der ungarischen und slowenischen Grenze), Rumänien, Serbien, Montenegro, Slowenien und Ungarn (Westen) vor. Auch in der Schweiz treten v.a. im Norden in Gebieten unterhalb von 1000m Höhe regelmäßig Erkrankungen auf. Besonders betroffen sind die Kantone Bern, Zürich, Schaffhausen und Aargau, wobei etwa 50 Prozent der Fälle aus dem Kanton Zürich stammen. Die Erkrankung verursacht schwere Hirnhautentzündung, Fieber, allgemeine Krankheitszeichen und Krämpfe. In Österreich konnte die Erkrankungsrate durch eine konsequente Durchimpfung der einheimischen Bevölkerung in den letzten Jahren erheblich gesenkt werden. In Albanien, Montenegro, Rumänien und Serbien ist darüber hinaus eine Variante der FSME-Erkrankung zu beobachten, die durch Lebensmittel (insbesondere Ziegen-, Schaf- und Kuhmilch) übertragen wird.
  • In den südwestlichen Regionen des Kosovo tritt ganzjährig das sog. Krim-Kongo-Fieber auf. Die Erkrankung wird von Nutztieren (Schafe, Ziegen, Rinder) über Zecken auf den Menschen übertragen und kann zu Fieber mit lebensbedrohlichen inneren Blutungen (hämorrhagisches Fieber) führen. Zeckenschutz ist daher unbedingt empfohlen.
  • Aus Rumänien werden immer wieder einzelne Fälle von West-Nil-Fieber gemeldet. Es wird durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen und bewirkt eine mitunter lebensbedrohliche Entzündung des Gehirns (Enzephalitis). Besonders gefährdet für einen schwerwiegenden Verlauf der Infektion sind Kinder unter fünf Jahren, ältere Menschen und Personen mit geschwächter Immunabwehr.

Sonstige Gesundheitsrisiken

  • In verschiedenen Ländern Asiens grassiert auf Geflügelfarmen regelmäßig die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt. Die Erkrankung führt innerhalb kürzester Zeit zum Tod der erkrankten Tiere. Da der Erreger, das Virus H5N1, auch bei Zugvögeln auftritt, besteht die Gefahr einer weltweiten Ausbreitung. Nachgewiesen wurde das Virus bei Vögeln in u.a. Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Frankreich, Griechenland, Italien, Kroatien, Montenegro, Österreich, Rumänien, Schweiz, Serbien, Slowenien und Ungarn. Die Erreger sind auf den Menschen übertragbar und lösen schwere grippeähnliche Krankheitszustände aus, die oft tödlich enden. Seit den ersten Fällen im Jahr 2003 erkrankten mindestens 261 Personen, von denen 157 an den Folgen starben (in Aserbeidschan 8 Erkrankungen mit 5 Todesfällen, Ägypten 18 Erkrankungen mit 10 Todesfällen, China 21 Erkrankungen mit 14 Todesfällen, Dschibuti 1 Erkrankungsfall, Indonesien 74 Erkrankungen mit 57 Todesfällen, Irak 3 Erkrankungen mit 2 Todesfällen, Kambodscha 6 Todesfälle, Thailand 25 Erkrankungen mit 17 Todesfällen, Türkei 12 Erkrankungen mit 4 Todesfällen sowie Vietnam 93 Erkrankungen mit 42 Todesfällen). Aus Indonesien bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch. Einen vorbeugenden Impfschutz gegen die Erkrankung gibt es bislang nicht. Zur Vorbeugung einer Infektion wird Reisenden empfohlen, direkten Kontakt zu Hühnern und Schweinen zu meiden und Fleisch bzw. Eier vor dem Genuss auf mindestens 70°C zu erhitzen. (Stand: 27. Dezember 2006)
  • In den Wintermonaten treten in Südeuropa saisonal bedingt gehäuft Grippeerkrankungen (Influenza) auf. Insbesondere für ältere Menschen, Kinder und Personen mit geschwächtem Immunsystem ist eine Grippe-Schutzimpfung mindestens zwei Wochen vor Reisebeginn unbedingt zu empfehlen.
  • Aktuelles: In Bulgarien, insbesondere in Plodiv, traten zuletzt vermehrt Fälle von infektiöser Gelbsucht, Hepatitis A, auf. (Stand: Dezember 2006)
  • Vor allem in Südosteuropa hat in den letzten Jahren eine starke Verbreitung von HIV-Infektionen stattgefunden. Das Benutzen von Kondomen ist bei sexuellem Verkehr deshalb unbedingt zu empfehlen. Vor einer medizinischen Versorgung mit Blutkonserven wird für einige Länder in Hinblick auf mögliche HIV-Infektionen gewarnt, sie sollte nur in unmittelbar lebensbedrohlichen Fällen in Anspruch genommen werden. Auch Spritzen und Kanülen, die in den Krankenhäusern benutzt werden, können verunreinigt sein.

Impfungen

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

Bei Direkteinreise in die Länder Südeuropas bestehen keine Pflichtimpfungen. Da sich die medizinischen Einreisebestimmungen der einzelnen Länder immer wieder ändern können, sollten sich Reisende generell bei der jeweiligen Botschaft oder Landesvertretung nach den jeweils aktuellen Regelungen erkundigen.

Bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten besteht für Reisende nach Albanien, Griechenland, Malta und Portugal (bei Reisen auf die Azoren bzw. nach Madeira) Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber).

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sollten - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
  • Allen Reisenden nach Südeuropa wird eine Impfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) empfohlen. Bis vor wenigen Jahren noch kam die Erkrankung in den meisten südeuropäischen Ländern endemisch, also regelmäßig und örtlich auf bestimmte Gebiete begrenzt, vor. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 sind es bis jetzt 1.820 Fälle, die meisten davon in Nigeria und Indien (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion besteht, sollten Reisende grundsätzlich die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Für Reisende in die Mittelmeergebiete und nach Südosteuropa besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A. Das Virus wird vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen. Eine spezielle Impfempfehlung existiert derzeit für Reisende nach Albanien, Bulgarien, Bosnien und Herzegowina, Griechenland, Süditalien, Kroatien, Portugal, Serbien und Montenegro, Rumänien und Ungarn.
  • Hepatitis B tritt endemisch in Südosteuropa, insbesondere in Albanien, Bosnien und Herzegowina, Bulgarien, Griechenland, Süditalien, Kroatien, Mazedonien, Portugal, Rumänien, Serbien und Montenegro bzw. Slowenien auf. Vor allem bei einem Aufenthalt in diesen Ländern von mehr als drei Monaten empfiehlt sich deshalb eine Impfung gegen das Virus, das durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen wird. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Für sexuellen Verkehr wird das Benutzen von Kondomen angeraten.
  • Eine Impfung gegen Typhus wird Reisenden nach Albanien, Bulgarien, Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, San Marino, Serbien, Montenegro und Rumänien empfohlen. Die Schutzwirkung hält etwa zwei Jahre an.
  • Bei Landaufenthalten in den entsprechenden Risikogebieten wird vor allem während der warmen Jahreszeit eine Impfung gegen die durch Zeckenbisse verursachte Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) empfohlen.
  • Das Tollwut-Virus ist in Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Frankreich, Kroatien, Mazedonien, Monaco, Österreich, Rumänien, Serbien, Montenegro, Slowenien und Ungarn bei Wildtieren, insbesondere Füchsen, und wild lebenden Haustieren verbreitet. Eine Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres (z.B. durch Biss). In ländlichen Regionen ist deshalb vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren besondere Vorsicht geboten. Vorbeugende Impfungen gegen Tollwut werden im Allgemeinen bei normalen Reisenden nicht durchgeführt. Personen, die aus beruflichen oder anderen Gründen für eine Ansteckung besonders gefährdet sind (z.B. Forstarbeit, Jagd, Landaufenthalt), sollten sich bei Reisen nach Südeuropa über Impfmöglichkeiten informieren.

Sonstige Reisetipps

Bei der Reise- und Gesundheitsplanung sind vor allem die mitunter extrem heißen und schwülen Sommertemperaturen zu berücksichtigen, die zu erheblichen Belastungen des Herz-Kreislaufs führen können. Wichtig ist deshalb, immer reichlich zu trinken. Auch für ausreichenden Schutz der Haut gegen direkte Sonneneinstrahlung, die in den südlichen Ländern im Allgemeinen sehr hoch ist, sollte rechtzeitig gesorgt werden. Schutz gegen Mücken bieten spezielle Antimückenmittel, Mückennetze und bedeckende Kleidung.

Darüber hinaus sollten insbesondere gesundheitlich gefährdete Menschen bei ihren Reisen beachten, dass die medizinischen Versorgungsstandards in einigen Ländern Südeuropas, vor allem in Albanien, Bosnien-Herzegowina, Serbien und Montenegro, teilweise noch sehr unterentwickelt sind. Für viele Länder, z.B. Albanien, Bosnien-Herzegowina, Bulgarien, Serbien, Montenegro und Kroatien, müssen spezielle Reisekrankenversicherungen abgeschlossen werden, da die Kosten für eine medizinische Behandlung in diesen Ländern von der eigenen Versicherung nicht übernommen werden. Vor Reiseantritt sollten Informationen darüber bei der jeweils zuständigen Krankenkasse eingeholt werden.