Das Bild zeigt ein Schild mit einem Känguru.
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Australien und Neuseeland

Australien umfasst das australische Festland sowie Tasmanien, Furneaux Islands, Kings Island, Hunter Islands, die Torres Straight Inseln im Norden und die Inseln vor der australischen Westküste.

Allgemeines

Der kleinste Kontinent der Erde liegt auf der Südhalbkugel beiderseits des südlichen Wendekreises. Er ist ein Land der Weite mit verhältnismäßig geringen Höhenunterschieden. Die Lage auf beiden Seiten des Wendekreises bedingt ein insgesamt trockenes Klima, das durch den jahreszeitlichen Wechsel von ausgeprägten Regen- und Trockenzeiten bestimmt wird.

Im wechselfeucht-tropischen Norden fallen die Niederschläge im Südsommer (Dezember bis März). Der Südosten und Südwesten erhalten ihre Niederschläge im Winter (Juni bis September). Im Landesinneren und im Nordwesten bleibt es ganzjährig trocken. In Australien kommt es häufig zu großen Dürren. Sie können mehrere Jahre andauern und gehen mit Hitzeperioden einher, bei denen über mehrere Wochen Temperaturen von über 40°C herrschen. Im Küstenbereich Nordostaustraliens sind tropische Regenwälder zu finden, die nach Süden in subtropische Regenwälder übergehen. West- und südwärts der Regenwaldgebiete dehnen sich Eukalyptuswälder aus. Das Binnenland wird von Savannen- und Halbwüsten eingenommen.

Neuseeland umfasst die Nord- und Südinsel sowie Stewart Island, die Chatham Islands, Campbell Island, die Kermadecinseln, die Antipodes Islands, die Bounty Islands, Auckland Islands, Snare Islands und Threekings Islands. Charakteristisch für die Nordinsel ist das vulkanische Hochland mit noch aktiven Vulkanen, Thermalquellen und Geysiren. An das zentrale Hochland grenzen im Westen und Süden Bergländer. Die Südinsel wird von den vergletscherten Gebirgsketten der Neuseeländischen Alpen durchzogen, die nach Süden in ein ausgedehntes Fjordland übergehen. Neuseeland liegt in den südlichen gemäßigten Breiten und hat ein hochozeanisches Klima. Die Niederschläge verteilen sich über das ganze Jahr mit einem Maximum auf der Nordinsel während des Winters. Charakteristisch sind die relativ geringen Temperaturschwankungen zwischen den Winter- und Sommermonaten. Vorherrschende Vegetation sind Grasfluren. Im Norden der Nordinsel herrschen immergrüne Lorbeer-Koniferen-Wälder vor, auf der Südinsel Scheinbuchen und baumförmige, bis zu 10 m hohe Farne.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

In Australien und vor allem in Neuseeland besteht für Reisende eine verhältnismäßig geringe Gefahr, sich besondere Infektionskrankheiten zuzuziehen. Im Allgemeinen sind deshalb nur wenige Vorsichtsmaßnahmen nötig. Dennoch sollten vor allem Reisende, die sich aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem der beiden Länder aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, über folgende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Nahrungsmittel

  • Nahrungsmittelbedingte Infektionen sind eher selten. Die üblichen durch Bakterien wie Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus) oder Shigellen (s. Ruhr) ausgelösten Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen) können auftreten. In Australien sind darüber hinaus Infektionen mit Amöben möglich, die zu Bauchschmerzen, Durchfällen und Leberabszessen führen können ("Amöbenruhr"). Ein in beiden Ländern verbreiteter Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis).

Insekten

Durch Insekten oder Spinnentiere übertragene Krankheiten spielen in Australien eine größere Rolle als in Neuseeland. Aufgrund der stärkeren Regenfälle und der warmen Temperaturen von Dezember bis Juni sind in Australien die Vermehrungsbedingungen für Insekten besonders günstig (feuchte Brutplätze etc.). Entsprechend höher ist in dieser Zeit die Gefahr für Infektionskrankheiten, die durch Insekten übertragen werden. Es empfiehlt sich daher, für ausreichenden Schutz in Form von Insektenmitteln, Insektennetzen und bedeckender Kleidung zu sorgen.

  • Das sog. Dengue-Fieber tritt im Norden Australiens in Nord-Queensland, auf den Torres Straight Inseln und in Cairns auf. Die Krankheit wird von tag- und nachtaktiven Mücken übertragen und kann zu lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. Vor allem in der Regenzeit zwischen Dezember und Juni sind Infektionen mit Dengue-Fieber relativ häufig.
  • Ebenfalls durch Mücken übertragen wird Japanische Enzephalitis. Es handelt sich dabei um eine entzündliche Erkrankung des Gehirns, die auf den Torres Straight Inseln Australiens verbreitet ist. Eine Infektion führt zwar nur selten zur Erkrankung, diese ist jedoch mit einer relativ hohen Sterblichkeit verbunden. Da das Infektionsrisiko für Touristen relativ gering ist, wird eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung im Allgemeinen nicht empfohlen.
  • Das sog. Ross-River-Fieber, auch epidemische Polyarthritis genannt, wird durch Viren verursacht, die von tag- und nachtaktiven Mücken übertragen werden. Verbreitet sind die Erreger in Australien vor allem in Neu Süd Wales, in West-Australien und in Tasmanien. Die Erkrankung beginnt mit Fieber und starken Gelenk- bzw. Muskelschmerzen, die unter Umständen mehrere Wochen oder Monate anhalten können. Derzeit sind keine Impfungen zur Vorbeugung der Infektion und auch keine Medikamente zur Behandlung der Krankheit bekannt.
  • In Australien sind Zecken landesweit verbreitet. Sie können die sog. Lyme-Borreliose übertragen. Dabei handelt es sich um eine in Stadien verlaufende Erkrankung, die zunächst mit Hautrötung (Erythem) und Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen einhergeht und im weiteren Verlauf zu Hirnhautentzündung, Nervenschädigungen, Herzentzündung, Hautveränderungen und chronischen Gelenkschmerzen führen kann. Reisende können sich durch das Tragen von langer Kleidung vor Zeckenbissen schützen. Nach einem Aufenthalt im Freien sollte der Körper auf mögliche Zeckenbisse abgesucht werden. Wird eine Zecke entdeckt, lässt sie sich am besten mit einer Zecken-Pinzette entfernen.

Sonstige Risiken

  • HIV-Infektionen sind in Australien relativ häufig, in Neuseeland eher mäßig verbreitet. Bei sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung wird grundsätzlich das Benutzen von Kondomen empfohlen.

Impfungen

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

  • Bei Direkteinreise bestehen keine Pflichtimpfungen. Reisende sollten sich jedoch möglichst rechtzeitig vor Reisebeginn bei den Botschaften oder Landesvertretungen beider Länder nach aktuellen medizinischen Einreisebestimmungen erkundigen.
  • Bei der Einreise nach Australien besteht für Reisende jenseits des ersten Lebensjahres, die sich innerhalb der letzten sechs Tage vor der Ankunft in Australien eine Nacht oder länger in einem entsprechenden Infektionsgebiet aufgehalten haben, eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber).

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen nach Australien oder Neuseeland sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Nach den Kriterien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gelten Australien und Neuseeland als poliofrei. Ein ausreichender Impfschutz gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) ist dennoch grundsätzlich zu empfehlen, da die Erkrankung in vielen Regionen der Welt nach wie vor häufig auftritt. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 sind es bis jetzt 1.820 Fälle, die meisten davon in Nigeria und Indien (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion mit Poliomyelitis besteht, sollten grundsätzlich alle Reisenden die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da in Australien und Neuseeland sporadisch Hepatitis A-Infektionen durch kontaminiertes Trinkwasser oder Lebensmittel auftreten können, ist eine Immunisierung gegen das Virus grundsätzlich zu empfehlen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Australien oder Neuseeland wird auch die Impfung gegen Hepatitis B empfohlen. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen. Für sexuellen Verkehr wird deshalb das Benutzen von Kondomen angeraten.

Sonstige Reisetipps

  • Bei der Reise- und Gesundheitsplanung sind vor allem die teilweise sehr hohen Temperaturen und die trockene Luft im Binnenland Australiens zu berücksichtigen, die zu erheblichen Belastungen des Herz-Kreislaufs führen können. Wichtig ist deshalb, immer reichlich zu trinken. Sowohl in Australien als auch in Neuseeland ist die UV-Strahlung durch die Sonne sehr intensiv. Für ausreichenden Schutz der Haut gegen direkte Sonnenbestrahlung (Sonnenschutzmittel mit Lichtschutzfaktor ab 20) sollte unbedingt gesorgt werden.
  • Im Meer vor Australien gibt es verschiedene Meerestiere wie Quallen, Seeigel oder Korallen, die für den Menschen gefährlich werden können. Badefreudige sollten sich deshalb grundsätzlich vor Ort erkundigen, an welchen Stellen das Baden ungefährlich ist.
  • In Australien gibt es giftige Schlangen und Spinnen. Bestimmte Vorsichtsmaßnahmen sollten deshalb grundsätzlich getroffen werden. So ist das Schlafen auf dem Boden zu vermeiden. Vor dem Zubettgehen sollte unter die Decke geschaut werden, geschlossene Schuhe sind vor dem Anziehen auszuschütteln. Bei Ausflügen in die Natur ist knöchelhohes Schuhwerk zu tragen, in Büschen oder auf Bäumen sollte nicht herumgeklettert werden und im Dunkeln ist eine Taschenlampe zu benutzen, um zu sehen, wohin man tritt.
  • Die medizinische Versorgung ist in beiden Ländern gut. In Australien muss allerdings unter Umständen auch in Notfällen mit längeren Wartezeiten für eine Behandlung gerechnet werden. Reisende nach Australien sind verpflichtet, alle eingeführten Medikamente bei der Ankunft zu deklarieren. Für Reisende nach Neuseeland wird empfohlen, dringend notwendige Medikamente selbst mitzubringen, da im Land nicht alle in Deutschland zugelassenen Medikamente erhältlich sind. Für Medikamente, die Narkotika enthalten, müssen bei der Einreise nach Neuseeland die entsprechenden Rezepte bzw. die Originalverpackungen vorgelegt werden (Zollvorschrift). Für den Aufenthalt sollten spezielle Reisekrankenversicherungen abgeschlossen werden, die auch einen Rücktransport bei schweren Erkrankungen oder Unfällen beinhalten. Vor Reiseantritt sind ausführliche Informationen darüber bei der jeweils zuständigen Krankenkasse einzuholen.