Das Bild zeigt die Skyline von Yemen.
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Südwestasien

Das westliche Südasien umfasst mit der Arabischen Halbinsel die westlichste der drei großen südasiatischen Halbinseln. Zu ihr gehören die Länder Bahrain, Irak, Israel, Jemen, Jordanien, Katar, Kuwait, Libanon, Oman, Palästinensische Gebiete, Saudi-Arabien, Arabische Republik Syrien, Türkei, Vereinigte Arabische Emirate und Zypern.

Länder

Klimatisch gehört Westasien bis auf einige Randgebiete dem trocken-heißen subtropischen Wüstengürtel an. Im extrem trockenen Binnenland herrschen große Temperaturschwankungen zwischen Sommer und Winter bzw. Tag und Nacht. Die Küsten sind feuchtheiß und schwül.

Im Südwesten der Arabischen Halbinsel gibt es Gebirge, die zum Graben des Roten Meeres hin steil abfallen. Der größte Teil des Binnenlandes besteht aus Sandwüste bzw. Wüstensteppe.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Vor allem Reisende, die sich z.B. aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange im westlichen Südasien aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über drohende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Mangelhafte Hygiene ist in den meisten Ländern des westlichen Südasiens häufiger Grund für nahrungsmittelbedingte Infektionserkrankungen. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Generell gilt die Devise: "Peel it, boil it or forget it"! Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

Besonders häufig sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus), Shigellen (s. Ruhr) oder Brucella (Brucellosen).

Video: Brucellose – Ansteckung, Symptome, Verbreitung

Im Irak treten regelmäßig Fälle von Cholera auf. Die Erkrankung wird durch Bakterien, so genannte Choleravibrionen, ausgelöst, die über Lebensmittel und vor allem kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen werden. Da das Infektionsrisiko für Touristen als gering eingestuft wird, ist eine vorbeugende Schutzimpfung für Reisende in der Regel nicht erforderlich.

Auch Infektionen mit Parasiten sind in Westasien stark verbreitet. Dazu zählen vor allem Fadenwürmer (Trichinosen), z.B. Hakenwurm, bei dem die Infektion entweder durch die Haut (z.B. beim Barfußgehen) oder über Nahrungsmittel (z.B. frischen Salat) erfolgt, und Bandwürmer wie der Rinderfinnen- und der Schweinefinnenbandwurm, die durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Fleisch (z.B. in Form von Tatar) übertragen werden (Taeniose). Häufig ist auch der so genannte Hundebandwurm (Echinococcus granulosus). Eine Infektion mit diesem Erreger erfolgt über die Aufnahme von Parasiteneiern, die sich im Speichel oder Fell von Hunden befinden. Im Jemen sind Infektionen mit dem so genannten Drachenwurm zu beobachten. Der Parasit verursacht beim Menschen die Ausbildung von Hautknoten, die insbesondere an den Gliedmaßen auftreten (Drakunkulose). Die Infektion erfolgt über kontaminiertes Trinkwasser. Weit verbreitet sind in den westasiatischen Ländern darüber hinaus Infektionen mit Amöben, die zu Bauchschmerzen, Durchfällen und Leberabszessen führen können ("Amöbenruhr"). Ein anderer typischer Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis).

Für Reisende nach Westasien besteht generell ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A und Hepatitis E (infektiöse Gelbsucht). Die Viren werden vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen.

Gesundheitsrisiken durch Insekten

  • Bei den von Insekten oder Spinnentieren übertragenen Krankheiten spielt Leishmaniose, eine Infektion mit so genannten Leishmanien, eine große Rolle. Leishmanien sind Parasiten, die durch die Weibchen von Schmetterlingsmücken, insbesondere Sandmücken ("sand flies"), auf den Menschen übertragen werden. Hauptinfektionszeit ist von Mai bis Oktober. Die kutane Leishmaniose (Haut- und Schleimhautleishmaniose) ist in allen Ländern Westasiens verbreitet und führt zu geschwürigen Hautveränderungen. In den zentralen Landesteilen des Irak, im Westen Jemens, im Nordwesten Saudi-Arabiens und Syriens und im Südosten Anatoliens in der Türkei treten außerdem regelmäßig Fälle von viszeraler Leishmaniose (Leishmaniose der Eingeweide) auf, auch "Kala-Azar" genannt. Die Erkrankung befällt verschiedene Organe wie Lunge, Magen-Darm, Milz, Leber und Knochenmark.
  • In tiefer gelegenen Regionen Jemens (unter 2000m), in der Provinz Musandam im Norden Omans, in den südwestlichen Provinzen Saudi-Arabiens (mit Ausnahme der Höhenlage der Provinz Asir) und an den Hängen und Tälern der Bergkette der nördlichen und östlichen Emirate bzw. an der Grenze der Vereinigten Arabischen Emirate zu Oman besteht ganzjährig ein mittleres Risiko für Malaria. Zunehmend tritt dabei die gefährlichere Form Malaria tropica auf. In den tiefer gelegenen Regionen des Irak, im nördlichen Grenzgebiet Syriens und im Südosten der Türkei (in der Tiefebene um Adana sowie in Amikova und Cukurova Plain) besteht zwischen April und Oktober ein geringes Risiko für Infektionen mit Malaria tertiana. Zur Vermeidung einer Infektion empfiehlt es sich, für ausreichenden Mückenschutz in Form von speziellen Mückenschutzmitteln, Mückennetzen und bedeckender Kleidung zu sorgen.
  • In den Küstenregionen im Westen Saudi-Arabiens sind regelmäßig Fälle von Dengue-Fieber zu beobachten. Dengue-Fieber wird von tag- und nachtaktiven Mücken übertragen und kann zu lebensgefährlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen.
  • Im Jemen im nördlichen Teil des Gouvernorats Al-Hudaydah und den angrenzenden Provinzen kam es im Jahr 2002 bei Menschen und Nutztieren zu einem örtlich begrenzten Ausbruch von Rift-Valley-Fieber. Dabei handelt es sich um eine Virusinfektion, die von Paarhufern (Schafen, Rindern, Ziegen, Kamelen) durch Mücken auf den Menschen übertragen wird. Besonders gefährdet sind Personen, die in der Landwirtschaft arbeiten. Reisende in diese Gegenden sollten für ausreichenden Mückenschutz sorgen und den Aufenthalt in der Nähe von Stallungen oder Tierherden möglichst vermeiden.
  • Eine Infektion mit Fadenwürmern, sog. Filarien, führt zur Ausbildung einer Filariose. Filarien werden durch Mücken auf den Menschen übertragen. Sie sammeln sich bevorzugt im Bindegewebe verschiedener Organe und in den Lymphgefäßen an und verursachen je nach Art des Erregers unterschiedliche Erkrankungen. Im Jemen und im Südwesten Saudi-Arabiens treten vereinzelt Fälle von Onchozerkose auf, die durch die Filarienart Onchocerca volvulus hervorgerufen wird. Die Erkrankung führt zu schweren Hautveränderungen und Augenschäden bis hin zur Blindheit (s. Flussblindheit).
  • In Südwestasien sind immer wieder vereinzelte Fälle des Krim-Kongo-Fiebers zu beobachten. Das Virus wird von Nutztieren (Schafen, Ziegen, Rindern, Kamelen) durch Zecken auf den Menschen übertragen und kann zu lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. Ebenfalls von Zecken übertragen wird Endemisches Rückfallfieber, das in Israel auftritt. Es handelt sich dabei um eine Borrelienerkrankung mit periodisch wiederkehrenden Fieberschüben. Aktuelles:Zuletzt wurden vermehrt Fälle von Krim-Kongo-Fieber aus der Türkei gemeldet. Besonders betroffen ist das Kelkit Tal. (Stand: Dezember 2006)

Sonstige Gesundheitsrisiken

  • In verschiedenen Ländern Asiens, darunter China, Japan, Nord- und Südkorea, grassiert auf Geflügelfarmen regelmäßig die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt. Die Erkrankung führt innerhalb kürzester Zeit zum Tod der erkrankten Tiere. Da der Erreger, das Virus H5N1, auch bei Zugvögeln auftritt, besteht die Gefahr einer weltweiten Ausbreitung. Nachgewiesen wurde das Virus bei Vögeln in u.a. Irak, Israel, Jordanien, Palästina und der Türkei. Die Erreger sind auf den Menschen übertragbar und lösen schwere grippeähnliche Krankheitszustände aus, die oft tödlich enden. Seit den ersten Fällen im Jahr 2003 erkrankten mindestens 261 Personen, von denen 157 an den Folgen starben (in Aserbeidschan 8 Erkrankungen mit 5 Todesfällen, Ägypten 18 Erkrankungen mit 10 Todesfällen, China 21 Erkrankungen mit 14 Todesfällen, Dschibuti 1 Erkrankungsfall, Indonesien 74 Erkrankungen mit 57 Todesfällen, Irak 3 Erkrankungen mit 2 Todesfällen, Kambodscha 6 Todesfälle, Thailand 25 Erkrankungen mit 17 Todesfällen, Türkei 12 Erkrankungen mit 4 Todesfällen sowie Vietnam 93 Erkrankungen mit 42 Todesfällen). Aus Indonesien bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch. Einen vorbeugenden Impfschutz gegen die Erkrankung gibt es bislang nicht. Zur Vorbeugung einer Infektion wird Reisenden empfohlen, direkten Kontakt zu Hühnern und Schweinen zu meiden und Fleisch bzw. Eier vor dem Genuss auf mindestens 70°C zu erhitzen. (Stand: 27. Dezember 2006)
  • Bilharziose, eine Infektion mit Pärchenegeln (Schistosoma), ist im Irak, Jemen, in Saudi-Arabien, Syrien und der Türkei verbreitet. Die Infektion erfolgt über Schwanzlarven der Egel, die Zerkarien genannt werden. Diese schwimmen im Süßwasser umher und dringen bei Kontakt mit einem Menschen in dessen Haut ein. Verschiedene Erkrankungserscheinungen wie Fieber, Hautveränderungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Störungen der Harnblasenfunktion sowie Schädigungen der Lunge, der Leber, des Herzens oder des Gehirns können die Folge sein. Reisende werden davor gewarnt, in den betroffenen Regionen in Seen oder Flüssen zu baden.
  • Infektionen mit dem in Westasien weit verbreiteten Bakterium Chlamydia trachomatis sind Auslöser des sog. Trachom, auch Ägyptische Augenkrankheit genannt. Dabei handelt es sich um eine langwierige Entzündung der Horn- und Bindehaut des Auges, die zur Erblindung führen kann. Die Infektion erfolgt über direkten Kontakt zu Erkrankten oder indirekt über kontaminierte Gegenstände.
  • HIV-Infektionen sind in den meisten Ländern Westasiens zahlenmäßig bisher relativ gering verbreitet. Im Jemen z.B. waren im Jahr 2003 insgesamt 11.227 Menschen als HIV-positiv registriert, im Irak weniger als 1000 und in den Palästinensischen Gebieten nur 142 (Quelle: World AIDS Campaign 2004). In einigen Ländern wie der Türkei ist seit einigen Jahren eine deutliche Zunahme neuer Infektionsfälle zu beobachten. Bei sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung wird grundsätzlich das Benutzen von Kondomen empfohlen.

Impfungen

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

  • Bei Direkteinreise in die Länder des westlichen Südasiens bestehen keine Pflichtimpfungen. Reisende sollten sich jedoch möglichst rechtzeitig vor Reisebeginn bei der jeweiligen Botschaft oder Landesvertretung nach den aktuellen medizinischen Einreisebestimmungen erkundigen.
  • Bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten besteht für Reisende in den Irak, nach Jemen, Jordanien, Libanon, Oman, Saudi-Arabien und Syrien eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber).
  • Seit August 2005 müssen Einreisende nach Saudi-Arabien, die jünger als 15 Jahre sind und aus Ländern kommen, in denen das Polio-Wildvirus vorkommt, einen gültigen Impfschutz gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) nachweisen. Zu diesen Ländern gehören derzeit: Äthiopien, Afghanistan, Angola, Bangladesh, Indien, Indonesien, Jemen, Kamerun, Kenia, Kongo, Namibia, Nepal, Niger, Nigeria, Pakistan und Somalia. Diese Regelung gilt auch bei Wiedereinreise nach Saudi-Arabien aus einem der betroffenen Länder.
  • In Saudi-Arabien sind regelmäßig Ausbrüche von bakterieller Meningitis (Hirnhautentzündung, Meningokokken-Meningitis) zu beobachten. Vor allem bei Pilgerreisen nach Mekka im Zusammenhang mit der Hadj tritt die Erkrankung verstärkt auf, weshalb für Reisende nach Saudi-Arabien bei einem geplanten Besuch der Pilgerstätten der Nachweis einer 10 Tage vor der Einreise erfolgten Schutzimpfung verlangt wird. Für Reisende in den Irak wird die vorbeugende Impfung empfohlen. Die Immunisierung sollte mit einem tetravalenten Impfstoff erfolgen, der gegen die Serogruppen A, C, W, und Y wirkt, da es in der Vergangenheit unter Pilgern trotz Impfung gegen die Gruppen A und C zu Ausbrüchen von Meningitis kam. Der Impfschutz hält etwa drei Jahre an. Reiserückkehrern wird empfohlen, bei dem Auftreten von Symptomen wie starken Kopfschmerzen, hohem Fieber, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, starker Lichtempfindlichkeit und Nackensteifigkeit unbedingt einen Arzt aufzusuchen.
  • In Kuwait wird zur Erlangung einer Aufenthaltsgenehmigung gelegentlich der Nachweis eines negativen HIV-Tests verlangt. Auch in Syrien fordern offizielle Behörden, z.B. Universitäten, mitunter einen HIV-Test.

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen nach Westasien sollte in jedem Fall für einen ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Empfohlen wird die Schutzimpfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) grundsätzlich für alle Länder der Region. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion mit Poliomyelitis besteht, sollten grundsätzlich alle Reisenden die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden. Aktuelles: Im Jahr 2006 traten weltweit bisher 1.820 neue Poliofälle auf. Im Jemen kam es im Jahr 2005 seit fast zehn Jahren zum ersten Mal wieder zu Krankheitsfällen - insgesamt 478 wurden registriert. Vermutlich wurde der Erreger aus Afrika eingeschleppt. Besonders betroffen waren Hodeidah im Westen, Sana und Taiz im Süden, Hadramawt im Osten und Amran im Norden des Landes. 2006 wurde bislang ein Fall aus dem Jemen gemeldet. (Stand: 20. Dezember 2006)

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern Westasiens auftreten, sollte auch bei kürzeren Reisen rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Westasien und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen. Für sexuellen Verkehr wird deshalb das Benutzen von Kondomen angeraten.
  • Typhus ist in Westasien weit verbreitet. Vor allem bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gebieten wird eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung für alle Länder mit Ausnahme Zyperns empfohlen. Die Infektion erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und den direkten Kontakt mit erkrankten Personen. Die Schutzwirkung der Impfung hält etwa zwei Jahre an.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria wird für die Länder Westasiens im Allgemeinen nicht empfohlen. Für die Regionen mit ganzjährig mittlerem Infektionsrisiko in Jemen, Oman, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten wird die Mitnahme eines sog. Malaria-Notfallmedikamentes als ausreichend angesehen. Reisende sollten sich unbedingt bei ihrem Arzt bzw. dem städtischen Tropeninstitut nach den jeweils aktuellen Empfehlungen erkundigen.
  • Asien gilt als der Kontinent mit den meisten Tollwuterkrankungen. Jährlich werden etwa 40.000 Todesfälle aus dem asiatischen Raum gemeldet, wobei mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet werden muss. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres (in Asien vor allem Hunde). Zum Kreis der für eine Infektion besonders gefährdeten Personen gehören Rucksackreisende, Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und alle Personen mit häufigem Kontakt zu Tieren. Ein vorbeugender Impfschutz wird für Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko in allen Ländern Westasiens mit Ausnahme Bahrains, Israels, Kuwaits und Zyperns empfohlen. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten. Bei einer Bissverletzung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Sonstige Reisetipps

  • Bei der Reise- und Gesundheitsplanung sind vor allem die teilweise sehr hohen Temperaturen und die trockene Luft in den Wüstengebieten zu berücksichtigen, die zu erheblichen Belastungen des Herz-Kreislaufs führen können. Wichtig ist deshalb, immer reichlich zu trinken. Auch für ausreichenden Schutz der Haut gegen direkte Sonneneinstrahlung sollte unbedingt gesorgt werden. Auf Zypern treten in den feuchtkalten Perioden gehäuft Erkrankungen der Atemwege auf.
  • Beim Baden im Meer können Badenden Meerestiere wie Feuerquallen, Wasserschlangen, Giftfische, Rochen und Haie gefährlich werden. Reisende sollten daher grundsätzlich auf Badeempfehlungen bzw. -warnungen der örtlichen Behörden achten.
  • Darüber hinaus sollten insbesondere gesundheitlich gefährdete Menschen bei der Planung ihrer Reise daran denken, dass die medizinischen Versorgungsstandards in einigen Ländern Westasiens erheblich schlechter sind als die in Europa. Speziell für den Irak liegen derzeit wenig verlässliche Informationen über Krankheitsrisiken und medizinische Versorgungsmöglichkeiten vor. Es wird daher zu besonderer Vorsicht geraten. Die Mitnahme einer Reiseapotheke ist unerlässlich. Für den Aufenthalt sollten spezielle Reisekrankenversicherungen abgeschlossen werden, die auch einen Rücktransport bei schweren Erkrankungen oder Unfällen beinhalten. Vor Reiseantritt sind ausführliche Informationen darüber bei der jeweils zuständigen Krankenkasse einzuholen.