Das Bild zeigt eine indonesische Tänzerin.
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Südostasien

Südostasien umfasst die Halbinsel Hinterindien und den Malaiischen Archipel. Zu Südostasien gehören die Länder Brunei Darussalam, Indonesien, Kambodscha, Volksrepublik Laos, Malaysia, Myanmar, Philippinen, Singapur, Thailand und Vietnam.

Länder

Im größten Teil Hinterindiens herrscht tropisches Monsunklima mit feuchten, schwülen Sommern und überwiegend trockenen Wintern. Die Malaiische Halbinsel und die Indonesischen Inseln zeichnen sich durch tropisch-immerfeuchtes Klima aus.

Hinterindien und die Malaiische Halbinsel werden von zahlreichen Gebirgsketten durchzogen, die nach Süden in breite Ebenen übergehen. Tropische Regen- und Bergwälder dominieren in den stark beregneten Gebirgen Hinterindiens. Über 70% der Gesamtfläche der Malaiischen Halbinsel werden von immergrünem tropischen Regenwald eingenommen. Die Indonesischen Inseln zeichnen sich durch ausgedehnte Vulkanlandschaften aus, hier befindet sich die längste geschlossene Vulkanreihe der Erde. Die tropischen Regenwälder Indonesiens gehen in höheren Lagen in Nebelwälder über. In den Tiefebenen Sumatras und Borneos sind auch ausgedehnte Moor- und Süßwassersumpfwälder verbreitet.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Vor allem Reisende, die sich z.B. aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem südostasiatischen Land aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über drohende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Insekten

Bedeutender Überträger für Infektionskrankheiten sind in Südostasien Insekten und Spinnentiere. Schutz vor Insektenstichen bieten spezielle Insektenschutzmittel, Insektennetze und bedeckende Kleidung.

  • In allen südostasiatischen Ländern sind Dengue-Fieber-Erkrankungen sehr häufig. Dengue-Fieber wird von Mücken übertragen und kann zu lebensgefährlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. In Vietnam werden jedes Jahr landesweit zwischen 50.000 und 100.000 Erkrankungsfällen registriert. Auch in Singapur und Thailand ist es in den letzten Jahren zu einer Zunahme an Dengue-Fieber-Fällen sowohl unter der einheimischen Bevölkerung als auch unter Touristen gekommen. Da die Erkrankung durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen wird, muss rund um die Uhr für Mückenschutz gesorgt werden. Aktuelles: In den vergangenen Monaten wurden aus Kambodscha (v.a. Provinz Kampong Cham, Kandal, Phnom Penh), den Philippinen (v.a. Provinz Cotabato, Orte Kidapawan, Mlang, Antipas, Bocolod, Negros), Thailand (v.a. Provinz Chaiyaphum) sowie Vietnam (v.a. Ho Chi Minh-Stadt, Provinz Soc Trang) hohe Infektionszahlen gemeldet. (Stand: Dezember 2006)
  • In Kambodscha, Malaysia, Myanmar, auf den Philippinen und in Thailand ist Chikungunya verbreitet. Die Erkrankung wird durch Viren ausgelöst, die von tag- und nachtaktiven Mücken übertragen werden. Sie geht mit hohem Fieber, Hautrötung und extrem starken Muskel- und Gliederschmerzen einher. Häufig nehmen die Betroffenen wegen der Schmerzen eine gekrümmte Schonhaltung ein, daher der Name Chikungunya - "sich zusammenkrümmen".
  • Ebenfalls durch Mücken übertragen wird die sog. Japanische Enzephalitis. Es handelt sich dabei um eine entzündliche Erkrankung des Gehirns. Eine Infektion führt zwar nur selten zur Erkrankung, diese ist jedoch mit einer relativ hohen Sterblichkeit verbunden. Der Erreger der Japanischen Enzephalitis ist in allen Ländern Südostasiens mit Ausnahme Singapurs verbreitet. In Vietnam z.B. werden jährlich ca. 1.000 Fälle registriert, von denen etwa 10% tödlich verlaufen. Eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung wird bei Aufenthalten in Risikogebieten empfohlen. Zur Vermeidung einer Infektion empfiehlt es sich, für ausreichenden Mückenschutz zu sorgen.
  • In allen Ländern Südostasiens mit Ausnahme von Brunei Darussalam und Singapur, in denen nur vereinzelte Fälle auftreten, besteht ganzjährig ein mittleres bis hohes Risiko für Malaria-Infektionen. Nach Auskunft des örtlichen Gesundheitsministeriums erkranken z.B. in Indonesien jährlich etwa 15 Millionen Menschen an Malaria. Die Erkrankungsfälle sind hier vor allem in den letzten drei Jahren dramatisch gestiegen. Laut Angaben der Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin und Internationale Gesundheit (DTG e.V.) besteht das größte Infektionsrisiko in Irian Jaya sowie auf allen Inseln östlich von Bali einschließlich Lombok. Lediglich große Städte und Touristenzentren von Java und Bali gelten als weitgehend malariafrei. Zunehmend tritt in ganz Südostasien die gefährlichere Form Malaria tropica auf.
  • Eine Infektion mit Fadenwürmern, sog. Filarien, führt zur Ausbildung einer Filariose. Filarien werden durch Mücken auf den Menschen übertragen. Sie sammeln sich bevorzugt im Bindegewebe verschiedener Organe und in den Lymphgefäßen an und verursachen je nach Art des Erregers unterschiedliche Erkrankungen. An der Südostküste Thailands, im Nordosten von Laos bzw. landesweit in Indonesien, Kambodscha, Malaysia, Myanmar, auf den Philippinen und in Vietnam sind Bancroft- und Brugia-Filariosen verbreitet, die durch die Erreger Wuchereria bancrofti bzw. Brugia malayi hervorgerufen und auch als "lymphatische Filariosen" bezeichnet werden. Sie führen zu Fieber, Entzündung der Lymphknoten und erheblichen Schwellungen der Gliedmaßen, vor allem der Beine ("Elephantiasis").
  • In feuchten Wald- und Wiesengebieten Thailands sind Zecken verbreitet, die Lyme-Borreliose übertragen können. Dabei handelt es sich um eine in Stadien verlaufende Erkrankung, die zunächst mit Hautrötung (Erythem) und Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen einhergeht und im weiteren Verlauf zu Hirnhautentzündung, Nervenschädigungen, Herzentzündung, Hautveränderungen und chronischen Gelenkschmerzen führen kann.
  • In Indonesien, Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar, auf den Philippinen (v.a. nördliche Inseln), in Thailand (Buschland im Norden und Nordosten) und Vietnam sind regelmäßig Fälle von Fleckfieber zu beobachten. Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit Bakterien, so genannten Rickettsien, verursacht, die von Kleiderläusen oder Rattenflöhen auf den Menschen übertragen werden.
  • Die Pest kommt unter Nagetieren regelmäßig in Indonesien, Myanmar und Vietnam vor. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist indirekt über Flöhe. Unterschieden werden vier Formen der Krankheitsausprägung: Beulenpest (Bubonenpest), Pestsepsis, Lungenpest und abortive Pest. Pesterkrankungen bei Menschen sind heute nur noch selten.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Auch nahrungsmittelbedingte Infektionen sind in Südostasien sehr häufig. Eine gute Hygiene ist deshalb besonders wichtig. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Generell gilt die Devise: "Peel it, boil it or forget it"! Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

Besonders häufig sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus), Shigellen (s. Ruhr) oder Brucella (Brucellosen).

Video: Brucellose – Ansteckung, Symptome, Verbreitung

Cholera-Erkrankungen treten regelmäßig in Brunei Darussalam (Maura Distrikt), Kambodscha, Laos, Malaysia, Myanmar (Rangoon Division), auf den Philippinen und Vietnam auf. Die Erkrankung wird durch Bakterien, so genannte Choleravibrionen, ausgelöst, die über Lebensmittel und vor allem kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen werden. Da das Infektionsrisiko für Touristen als sehr gering eingestuft wird, ist eine vorbeugende Schutzimpfung für Reisende aus medizinischer Sicht nicht erforderlich.

Parasiten spielen ebenfalls eine große Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen vor allem Fadenwürmer wie Spulwurm, der über Nahrungsmittel und kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen wird, Capillaria philippinensis, ein Rundwurm, der über den Verzehr roher Fische in den menschlichen Organismus gelangt, und Hakenwurm, bei dem die Infektion entweder durch die Haut (z.B. beim Barfußgehen) oder über Nahrungsmittel (z.B. frischen Salat) erfolgt. Weit verbreitet sind in den südostasiatischen Ländern Infektionen mit Amöben, die zu Bauchschmerzen, Durchfällen und Leberabszessen führen können ("Amöbenruhr"). Ein anderer typischer Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis). Über den Verzehr von rohen oder ungenügend erhitzten Krabben, Süßwasserfischen und Krebsen sind Infektionen mit dem Lungenegel möglich. Lungenbeschwerden, aber auch Bauchschmerzen, Leber- und Bauchspeicheldrüsenbeschwerden oder Hautveränderungen können die Folge sein. Infektionen mit dem Großen Leberegel (Fasciola hepatica) entstehen durch den Verzehr roher Pflanzenteile (z.B. Wasserkresse).

Für Reisende nach Südostasien besteht generell ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A. Das Virus wird vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen.

Sonstige Gesundheitsrisiken

  • In verschiedenen Ländern Asiens grassiert auf Geflügelfarmen regelmäßig die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt. Die Erkrankung führt innerhalb kürzester Zeit zum Tod der erkrankten Tiere. Da der Erreger, das Virus H5N1, auch bei Zugvögeln auftritt, besteht die Gefahr einer weltweiten Ausbreitung. Nachgewiesen wurde das Virus bei Vögeln in u.a. Indonesien, Iran, Kambodscha, Malaysia, Myanmar, Thailand und Vietnam. Die Erreger sind auf den Menschen übertragbar und lösen schwere grippeähnliche Krankheitszustände aus, die oft tödlich enden. Seit den ersten Fällen im Jahr 2003 erkrankten mindestens 261 Personen, von denen 157 an den Folgen starben (in Aserbeidschan 8 Erkrankungen mit 5 Todesfällen, Ägypten 18 Erkrankungen mit 10 Todesfällen, China 21 Erkrankungen mit 14 Todesfällen, Dschibuti 1 Erkrankungsfall, Indonesien 74 Erkrankungen mit 57 Todesfällen, Irak 3 Erkrankungen mit 2 Todesfällen, Kambodscha 6 Todesfälle, Thailand 25 Erkrankungen mit 17 Todesfällen, Türkei 12 Erkrankungen mit 4 Todesfällen sowie Vietnam 93 Erkrankungen mit 42 Todesfällen). Aus Indonesien bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch. Einen vorbeugenden Impfschutz gegen die Erkrankung gibt es bislang nicht. Zur Vorbeugung einer Infektion wird Reisenden empfohlen, direkten Kontakt zu Hühnern und Schweinen zu meiden und Fleisch bzw. Eier vor dem Genuss auf mindestens 70°C zu erhitzen. (Stand: 27. Dezember 2006)
  • Eine neuartige Erkrankung mit der englischen Bezeichnung Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) breitete sich Anfang des Jahres 2003 in Ostasien aus. Diese Form der Lungenentzündung hat ihren Ursprung wahrscheinlich in der südchinesischen Provinz Guandong, von der aus sie nach Hongkong und schließlich weltweit verschleppt wurde. Die erste Erkrankungswelle konnte erfolgreich eingedämmt werden, so dass Mitte des Jahres 2003 sämtliche Reisewarnungen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgehoben wurden. In Ostasien, speziell in China, kam es auch im Jahr 2004 immer wieder zu vereinzelten SARS-Fällen. Somit besteht nach wie vor die Möglichkeit, dass eine erneute Epidemie der Krankheit in den Ländern Asiens ausbricht. Derzeit sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings keine Veranlassung, besondere Empfehlungen zur Vermeidung eines Ansteckungsrisikos herauszugeben. Rückreisende aus Asien und deren Kontaktpersonen sollten dennoch unbedingt auf akute Beschwerden wie plötzliches, hohes Fieber (> 38°C), Atembeschwerden, Heiserkeit, Husten, Halsschmerzen, schweres Krankheitsgefühl u.ä. achten. Da die Symptome einer SARS-Erkrankung zunächst denen der Grippe (Influenza) ähneln, kann es leicht zu Verwechslungen kommen. Grundsätzlich sollte beim Auftreten der genannten Beschwerden im Anschluss an eine Reise nach Südostasien unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.
  • Alljährlich kommt es während der Trockenzeit von Januar bis April auf den Philippinen zu einem vermehrten Auftreten von bakterieller Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis). Die Bakterien werden über die Atemwege, z.B. beim Husten oder Niesen, übertragen und führen zu Kopfschmerzen, Benommenheit, schwerem Krankheitsgefühl, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Gelenkschmerzen. Insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern und alten Menschen zeigt die Krankheit oft dramatische Verläufe, die nicht selten tödlich enden.
  • Bilharziose, eine Infektion mit Pärchenegeln (Schistosoma), ist in Indonesien (Sulawesi, Java), Kambodscha (v.a. Unterlauf des Mekong), Laos, Malaysia, auf den Philippinen, in Thailand und Vietnam (v.a. Mekong-Delta) verbreitet. Die Infektion erfolgt über Schwanzlarven der Egel, die Zerkarien genannt werden. Diese schwimmen im Süßwasser umher und dringen bei Kontakt mit einem Menschen in dessen Haut ein. Verschiedene Erkrankungserscheinungen wie Fieber, Hautveränderungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Störungen der Harnblasenfunktion sowie Schädigungen der Lunge, der Leber, des Herzens oder des Gehirns können die Folge sein. Reisende werden davor gewarnt, in den betroffenen Regionen in Seen oder Flüssen zu baden.
  • Infektionen mit dem in Indonesien, Myanmar, Thailand und Vietnam verbreiteten Bakterium Chlamydia trachomatis sind Auslöser des sog. Trachom, auch Ägyptische Augenkrankheit genannt. Dabei handelt es sich um eine langwierige Entzündung der Horn- und Bindehaut des Auges, die zur Erblindung führen kann. Die Infektion erfolgt über direkten Kontakt zu Erkrankten oder indirekt über kontaminierte Gegenstände.
  • In der gesamten Region treten sporadisch Fälle von Malleus (=Nasenausfluss), auch "Rotz" genannt, auf. Erreger der Erkrankung, die mit Hautgeschwüren und Abszessbildung in inneren Organen einhergeht, ist das Bakterium Pseudomonas mallei.
  • Die Zahl der HIV-Infektionen ist in den letzten Jahren in Südostasien dramatisch gestiegen. In Vietnam z.B. sind schätzungsweise 350.000 Menschen infiziert. Der Anteil der mit HIV-infizierten Prostituierten in Vietnam wird mit 70 Prozent beziffert. Angaben der WHO zufolge sind in Asien rund acht Millionen Menschen mit HIV infiziert, allein im Jahr 2005 gab es 930.000 Neuinfektionen, 600.000 Menschen starben an den Folgen von AIDS. Vor Sextourismus wird allgemein gewarnt. Besteht dennoch sexueller Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung, wird das Benutzen von Kondomen dringend empfohlen. Von einer medizinischen Versorgung mit Blutkonserven wird in Hinblick auf mögliche HIV-Infektionen abgeraten, sie sollte nur in unmittelbar lebensbedrohlichen Fällen in Anspruch genommen werden. Auch Spritzen und Kanülen, die in den Krankenhäusern benutzt werden, können verunreinigt sein.

Impfungen

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

  • Bei Direkteinreise in die Länder Südostasiens bestehen keine Pflichtimpfungen. Reisende sollten sich jedoch möglichst rechtzeitig vor Reisebeginn bei der jeweiligen Botschaft oder Landesvertretung nach den aktuellen medizinischen Einreisebestimmungen erkundigen.
  • In allen Ländern Südostasiens besteht für Reisende bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber). In Singapur müssen auch Reisende, die sich in den letzten sechs Tagen vor der Einreise lediglich auf der Durchreise durch ein Gelbfieber-Infektionsland befanden, eine Immunisierung gegen die Erkrankung nachweisen.
  • In Indonesien wird bei der Verlängerung von Aufenthaltsgenehmigungen gelegentlich der Nachweis eines negativen HIV-Tests verlangt.

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen nach Südostasien sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Auch die Schutzimpfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) wird für alle Länder der Region empfohlen. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 waren es bislang 1.820 Fälle, darunter zwei Fälle in Indonesien (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion mit Poliomyelitis besteht, sollten Reisende grundsätzlich die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern Südostasiens auftreten, sollte auch bei kürzeren Reisen rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Südostasien und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen und ist unter der einheimischen Bevölkerung Südostasiens weit verbreitet. Bei sexuellem Verkehr sollten deshalb unbedingt Kondome benutzt werden,
  • Typhus ist in Südostasien weit verbreitet. Vor allem bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gebieten wird eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung für alle Länder empfohlen. Die Infektion erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und den direkten Kontakt mit erkrankten Personen. Die Schutzwirkung der Impfung hält etwa zwei Jahre an.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria wird für Regionen mit hohem Infektionsrisiko empfohlen. Für einige Gebiete wird die Mitnahme eines sog. Malaria-Notfallmedikamentes als ausreichend angesehen. Reisende sollten sich diesbezüglich unbedingt bei ihrem Arzt bzw. dem städtischen Tropeninstitut erkundigen.
  • Die Immunisierung gegen Japanische Enzephalitis wird bei geplanten Aufenthalten in Gegenden mit hohem Ansteckungsrisiko für alle Länder Südostasiens mit Ausnahme Singapurs empfohlen.
  • Asien gilt als der Kontinent mit den meisten Tollwuterkrankungen. Jährlich werden etwa 40.000 Todesfälle aus dem asiatischen Raum gemeldet, wobei mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet werden muss. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres, in Asien sind dies vor allem Hunde. Zum Kreis der für eine Infektion besonders gefährdeten Personen gehören grundsätzlich Rucksackreisende, Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und alle Personen mit häufigem Kontakt zu Tieren. Ein vorbeugender Impfschutz wird für Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko in allen Ländern der Region mit Ausnahme Brunei Darussalams und Singapurs empfohlen. In Indonesien wurde kürzlich auch auf der letzten bisher tollwutfreien Insel Ambon das Tollwutvirus nachgewiesen. In Malaysia ist Tollwut nur auf der malaiischen Halbinsel verbreitet. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten. Bei einer Bissverletzung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Sonstige Reisetipps

  • Bei der Reise- und Gesundheitsplanung sind vor allem die teilweise sehr hohen Temperaturen in den Ländern Südostasiens zu berücksichtigen, die zu erheblichen Belastungen des Herz-Kreislaufs führen können. Wichtig ist deshalb, immer reichlich zu trinken. Auch für ausreichenden Schutz der Haut gegen direkte Sonneneinstrahlung sollte unbedingt gesorgt werden.
  • Während der sommerlichen Trockenzeit treten in Kalimantan bzw. Zentral- und Süd-Sumatra regelmäßig großflächige Waldbrände auf, die sich in der gesamten Region als intensiver, die Atemwege reizender Dunst (Haze) bemerkbar machen. Vor allem Herz-Kreislauf- und Lungenkranke (Asthmatiker, Allergiker etc.) sollten vor der Reise diesbezüglich Rücksprache mit ihrem behandelnden Arzt halten und entsprechende Notfallmedikamente mitnehmen.
  • In einigen Regionen können dem Reisenden Gifttiere wie Schlangen oder Spinnen gefährlich werden, weshalb bestimmte Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden sollten. So ist das Schlafen auf dem Boden zu vermeiden. Vor dem Zubettgehen sollte unter die Decke geschaut werden, geschlossene Schuhe sind vor dem Anziehen auszuschütteln. Bei Ausflügen in die Natur ist knöchelhohes Schuhwerk zu tragen, in Büschen oder auf Bäumen sollte nicht herumgeklettert werden und im Dunkeln ist eine Taschenlampe zu benutzen, um zu sehen, wohin man tritt.
  • Blutegel können unangenehm sein und verschiedene Krankheiten übertragen. Besondere Vorsicht ist in feuchten Wäldern und Sümpfen geboten.
  • Darüber hinaus sollten insbesondere gesundheitlich gefährdete Menschen bei der Planung ihrer Reise daran denken, dass die medizinischen Versorgungsstandards in einigen Ländern Südostasiens erheblich schlechter sind als die in Europa. Die Mitnahme einer Reiseapotheke ist daher unerlässlich. Für den Aufenthalt sollten spezielle Reisekrankenversicherungen abgeschlossen werden, die auch einen Rücktransport bei schweren Erkrankungen oder Unfällen beinhalten. Vor Reiseantritt sind ausführliche Informationen darüber bei der jeweils zuständigen Krankenkasse einzuholen.