Das Bild zeigt eine Stadt in Südasien.
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Südasien

Zu den Ländern im mittleren Südasien gehören Afghanistan, Armenien, Aserbeidschan, Bangladesch, Bhutan, Georgien, Indien, Iran, Kasachstan, Kirgisistan, Malediven, Nepal, Pakistan, Sri Lanka, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Länder

Die große Ausdehnung und wechselnde Höhenlage bewirken starke klimatische Unterschiede der einzelnen Regionen des mittleren Südasiens. Teile des Pandschab in Pakistan und Nordwestindien gehören zu den heißesten Gebieten der Erde. Im Westen überwiegt winterkaltes Wüsten- und Steppenklima, Richtung Osten und Süden subtropisches bis tropisches Klima, das durch den jahreszeitlichen Wechsel der Monsune bestimmt wird. In den Wintermonaten weht der trockene Nordost-Monsun, während der Südwest-Monsun im Sommer viel Niederschlag bringt.

Die hohen Gebirgszüge des Kaukasus, des Pamirs (das "Dach der Welt") beziehungsweise des Himalayas bilden die Grenze Südasiens im Norden. Der Westen wird durch das Hochland von Iran mit Wüsten- und Trockensavannenvegetation charakterisiert. Südlich des Himalaya erstreckt sich die Ganges-Brahmaputra-Ebene durch Nordindien, ein von Lehmboden bedecktes Schwemmland. Vorderindien wird zum größten Teil von Savannen eingenommen, die weiter östlich mit zunehmender Feuchtigkeit in tropische Regenwälder mit Rhododendren, Orchideen und Teesträuchern übergehen.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Vor allem Reisende, die sich zum Beispiel aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem südasiatischen Land aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über drohende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Insekten

Bedeutender Überträger für Infektionskrankheiten im mittleren Südasien sind Insekten und Spinnentiere. Schutz vor Insektenstichen bieten spezielle Insektenschutzmittel, Insektennetze und bedeckende Kleidung.

  • Bei den durch Insekten übertragenen Krankheiten spielt in den südasiatischen Ländern die so genannte Japanische Enzephalitis eine große Rolle. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Gehirns, die von Mücken übertragen wird. Eine Infektion führt zwar nur selten zur Erkrankung, diese ist jedoch mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Die Hauptinfektionszeit ist während des Sommermonsuns von Mai bis Oktober. Der Erreger der Japanischen Enzephalitis ist vor allem in ländlichen und vorstädtischen Gebieten in Bangladesch, im Süden Bhutans, in Indien, im Süden Nepals, in Pakistan und in Sri Lanka verbreitet. Eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung wird bei Aufenthalten von mehr als zwei Wochen in Risikogebieten der betroffenen Länder empfohlen. Zur Vermeidung einer Infektion sind unbedingt Maßnahmen für ausreichenden Mückenschutz zu ergreifen. Aktuelles: In Indien wurden aus dem Bundesstaat Assam sowie den Grenzgebieten zu Nepal zuletzt eine große Anzahl an Erkrankungen mit Japanischer Enzephalitis gemeldet. (Stand: Dezember 2006)
  • Ebenfalls durch Mücken übertragen wird das Dengue-Fieber, das zu lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen kann. Es tritt in Bangladesch, Bhutan, Indien, auf den Malediven, in Nepal, Pakistan und Sri Lanka auf. Die örtlichen Behörden Sri Lankas registrierten im Jahr 2004 eine Zunahme der Erkrankung um fast 90 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Da Dengue-Fieber durch tag- und nachtaktive Mücken übertragen wird, sollten Reisende rund um die Uhr für Mückenschutz sorgen. Aktuelles: In den vergangenen Monaten traten auf den Malediven, vor allem im Atoll Male, vermehrt Dengue-Fieber-Infektionen auf. Mehr als 300 Erkrankungen werden hier mittlerweile pro Monat registriert. Die örtlichen Gesundheitsbehörden vermelden eine starke Zunahme der Infektion auf allen Atollen, wobei auch die lebensgefährlichen Formen Dengue hämorrhagisches Fieber und Dengue Schock Syndrom auftreten. Auch aus der Hauptstadt Bangladeshs Dhaka, aus Indien, aus Nepal (v.a. im Grenzgebiet zu Indien) sowie aus Pakistan (v.a. Stadt Karatschi) wurden zuletzt verstärkt Fälle von Dengue-Fieber gemeldet. (Stand: Dezember 2006)
  • In Bangladesch, Bhutan, Indien, Nepal, Pakistan und Sri Lanka kommt Malaria ganzjährig vor. Das Risiko für eine Infektion ist in den verschiedenen Landesteilen unterschiedlich hoch. Als malariafrei beziehungsweise mit geringem Infektionsrisiko gelten häufig Städte und Hochlagen. In Afghanistan, Armenien, Aserbeidschan, Georgien, Iran, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan herrscht vor allem in den Sommer- und Herbstmonaten ein erhöhtes Risiko für Malaria-Infektionen. Lediglich die Malediven gelten als völlig malariafrei. Aktuelles: In Indien kam es zuletzt in West-Bengalen, im Nordosten des Landes (Touristenzentrum Darjeeling) sowie im Bundesstaat Assam zu einer vermehrten Anzahl an Malaria-Infektionen. Auch in Kirgisistan (insbesondere in Kalis-Ordo, Ak-Bata und Ak-Bosogo) wurden verstärkt Fälle registriert. (Stand: Dezember 2006)
  • In Indien und Sri Lanka ist Chikungunya verbreitet. Die Erkrankung wird durch Viren ausgelöst, die von tag- und nachtaktiven Mücken übertragen werden. Sie geht mit hohem Fieber, Hautrötung und extrem starken Muskel- und Gliederschmerzen einher. Häufig nehmen die Betroffenen wegen der Schmerzen eine gekrümmte Schonhaltung ein, daher der Name Chikungunya - "sich zusammenkrümmen". Aktuelles: Aus Indien wurden im Jahr 2006 vermehrt Fälle von Chikungunya gemeldet, insgesamt sollen bis Mitte Oktober 1,25 Millionen Menschen erkrankt sein. Besonders betroffen waren Andhra Pradesh, Andaman und Nicobar Islands, Tamil Nadu, Karnataka, Maharashtra, Gujarat, Madhya Pradesh, Kerala sowie Delhi. (Stand: Dezember 2006)
  • In Bangladesch, im Nordwesten Indiens, im Iran, in Nepal und im Norden Pakistans haben in den letzten Jahren Erkrankungen mit viszeraler Leishmaniose, "Kala-Azar" genannt, stark zugenommen. Kleinere Infektionsherde kommen in Aserbeidschan und Tadschikistan vor. Leishmanien sind Parasiten, die durch die Weibchen von Schmetterlingsmücken, insbesondere Sandmücken ("sand flies"), auf den Menschen übertragen werden. Die Erkrankung befällt verschiedene Organe wie Lunge, Magen-Darm, Milz, Leber und Knochenmark. Die kutane Leishmaniose (Haut-Leishmaniose), die zu geschwürigen Hautveränderungen führt, ist aus Afghanistan, Aserbeidschan, Indien, Iran, Nepal, Pakistan und Tadschikistan bekannt. In Afghanistan besteht in Kabul sowie in den Regionen Jalalabad, Kandahar, Pawan, Balkh, Mazar-i-Sharif und Herat ein hohes Infektionsrisiko. Allein in Kabul gelten 67.000 Menschen als infiziert. In Pakistan erkrankten in der Region Kuram (Northwest Frontier Province) im Grenzgebiet zu Afghanistan im Jahr 2003 etwa 5.000 Menschen, dabei vorwiegend Kinder unter 15 Jahren. Die Infektionsgefahr kann durch gute Mückenschutzmaßnahmen erheblich reduziert werden.
  • Eine Infektion mit Fadenwürmern, sog. Filarien, führt zur Ausbildung einer Filariose. Filarien werden durch Mücken auf den Menschen übertragen. Sie sammeln sich bevorzugt im Bindegewebe verschiedener Organe und in den Lymphgefäßen an und verursachen je nach Art des Erregers unterschiedliche Erkrankungen. In Bangladesch, Indien und Sri Lanka sind Bancroft- und Brugia-Filariosen verbreitet, die durch die Erreger Wuchereria bancrofti bzw. Brugia malayi hervorgerufen und auch als "lymphatische Filariosen" bezeichnet werden. Sie führen zu Fieber, Entzündung der Lymphknoten und erheblichen Schwellungen der Gliedmaßen, vor allem der Beine ("Elephantiasis").
  • Sandflohfieber ist eine juckende Hautkrankheit, die durch Befall mit Sandflöhen ausgelöst wird. Sie hat in den letzten Jahren in der gesamten Region an Häufigkeit stark zugenommen.
  • Im Norden und Westen Pakistans, im Süden Sri Lankas, im Nordosten Indiens und landesweit in Kasachstan sind regelmäßig Fälle von Fleckfieber zu beobachten. Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit Bakterien, sog. Rickettsien, verursacht, die durch Kleiderläuse oder Rattenflöhe auf den Menschen übertragen werden.
  • In feuchten Wald- und Wiesengebieten in Armenien, Aserbeidschan, Georgien, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan sind Zecken verbreitet, die Lyme- Borreliose übertragen können. Dabei handelt es sich um eine in Stadien verlaufende Erkrankung, die zunächst mit Hautrötung (Erythem) und Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen einhergeht und im weiteren Verlauf zu Hirnhautentzündung, Nervenschädigungen, Herzentzündung, Hautveränderungen und chronischen Gelenkschmerzen führen kann. Daneben ist auch eine Übertragung der sog. Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) durch Zeckenbisse möglich, die in Aserbeidschan, Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan vorkommt und zu schwerer Hirnhautentzündung, Fieber, allgemeinen Krankheitszeichen und Krämpfen führen kann. Zeckensaison ist von April bis Oktober mit einem Häufigkeitsgipfel in den Monaten Juni und Juli.
  • Im Süden Afghanistans und im Südosten Irans (Provinz Sistan-Baluchistan) treten ganzjährig vereinzelte Fälle von Krim-Kongo-Fieber auf. Das auslösende Virus wird von Nutztieren (Schafen, Ziegen, Rindern, Kamelen) durch Zecken auf den Menschen übertragen und kann zu Fieber mit teilweise lebensbedrohlichen Blutungen führen. Ebenfalls durch Zecken übertragen wird ein Virus, das die sog. Kyasanur-Wald-Krankheit auslöst. Ende des Jahres 2003 wurden mehrere Hundert Erkrankungsfälle, darunter auch Todesfälle, aus dem Shimoga-Distrikt (Bundesstaat Karnataka) in Indien gemeldet. Die Erkrankung geht mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und bei schwerwiegenderen Verläufen mit Blutungen im Nasen-, Rachenraum bzw. Magen-Darm-Kanal einher. Eine weitere fieberhafte Erkrankung, die von Zecken übertragen wird, ist das sog. Endemische Rückfallfieber. Rückfallfieber ist eine Borrelienerkrankung und zeichnet sich durch periodisch wiederkehrende Fieberschübe aus. Fälle sind aus Afghanistan, Indien und Iran bekannt.
  • Die Pest kommt unter Nagetieren regelmäßig in Indien (Maharashtra, Gujarat) und Kasachstan vor. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist indirekt über Flöhe. Unterschieden werden vier Formen der Krankheitsausprägung: Beulenpest (Bubonenpest), Pestsepsis, Lungenpest und abortive Pest. Pesterkrankungen bei Menschen sind heute eher selten.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Auch nahrungsmittelbedingte Infektionen sind im mittleren Südasien sehr häufig. Eine gute Hygiene ist deshalb besonders wichtig. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Generell gilt die Devise: "Peel it, boil it or forget it"! Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

Besonders häufig sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, Escherichia coli, Salmonellen (Typhus), Shigellen (Ruhr) oder Brucella (Brucellosen). Vor allem in Tadschikistan werden aus verschiedenen Landesteilen immer wieder lokale Ausbrüche von Typhuserkrankungen gemeldet.

Video: Brucellose – Ansteckung, Symptome, Verbreitung

Cholera-Erkrankungen treten regelmäßig in Afghanistan, Bhutan, Indien, Iran, Kasachstan, Nepal und Sri Lanka auf. Die Erkrankung wird durch bestimmte Bakterien, so genannte Choleravibrionen, ausgelöst, die über Lebensmittel und vor allem kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen werden. Das Infektionsrisiko wird für Touristen im Allgemeinen als sehr gering eingestuft, so dass eine Schutzimpfung aus medizinischer Sicht als nicht erforderlich gilt. Aktuelles: In Afghanistan, v.a. der Hauptstadt Kabul, aber auch in Kandahar, Herat, Takhar, Konar, Khulm, Aibak, Faizabad, Kunduz und Spin Boldak, kommt es immer wieder zu größeren Ausbrüchen von Cholera unter der einheimischen Bevölkerung. Allein im Jahr 2005 waren mehr als 90.000 Personen betroffen. (Stand: Dezember 2006)

Daneben spielen Parasiten eine große Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen vor allem Fadenwürmer wie der Peitschenwurm, der über Nahrungsmittel und kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen wird, und der Hakenwurm, der entweder durch die Haut (z.B. beim Barfußgehen) oder über Nahrungsmittel (z.B. frischen Salat) in den menschlichen Organismus gelangt. Auch Bandwurminfektionen, z.B. mit Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) oder Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis), sind häufig. Eine Infektion mit Echinococcus erfolgt über die Aufnahme von Echinococcus-Eiern, die sich auf Nahrungsmitteln (z.B. Beeren) bzw. im Speichel oder Fell von Hunden befinden. Weit verbreitet sind in den südasiatischen Ländern Infektionen mit Amöben, die zu Bauchschmerzen, Durchfällen und Leberabszessen führen können (sog. Amöbenruhr). Ein anderer typischer Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis).

Für Reisende nach Südasien besteht generell ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A und Hepatitis E (Gelbsucht). Die Viren werden vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen.

Sonstige Gesundheitsrisiken

  • In verschiedenen Ländern Asiens grassiert auf Geflügelfarmen regelmäßig die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt. Die Erkrankung führt innerhalb kürzester Zeit zum Tod der erkrankten Tiere. Da der Erreger, das Virus H5N1, auch bei Zugvögeln auftritt, besteht die Gefahr einer weltweiten Ausbreitung. Die Viren sind auf den Menschen übertragbar und lösen schwere grippeähnliche Krankheitszustände aus, die oft tödlich enden. Seit den ersten Fällen im Jahr 2003 erkrankten mindestens 261 Personen, von denen 157 an den Folgen starben (in Aserbeidschan 8 Erkrankungen mit 5 Todesfällen, Ägypten 18 Erkrankungen mit 10 Todesfällen, China 21 Erkrankungen mit 14 Todesfällen, Dschibuti 1 Erkrankungsfall, Indonesien 74 Erkrankungen mit 57 Todesfällen, Irak 3 Erkrankungen mit 2 Todesfällen, Kambodscha 6 Todesfälle, Thailand 25 Erkrankungen mit 17 Todesfällen, Türkei 12 Erkrankungen mit 4 Todesfällen sowie Vietnam 93 Erkrankungen mit 42 Todesfällen). Aus Indonesien bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch. Einen vorbeugenden Impfschutz gegen die Erkrankung gibt es bislang nicht. Zur Vorbeugung einer Infektion wird Reisenden empfohlen, direkten Kontakt zu Hühnern und Schweinen zu meiden und Fleisch bzw. Eier vor dem Genuss auf mindestens 70°C zu erhitzen. (Stand: 27. Dezember 2006)
  • In Indien, Iran, Kasachstan, Nepal, Pakistan und Usbekistan sind regelmäßig Ausbrüche von bakterieller Hirnhautenzündung (Meningokokken-Meningitis) zu beobachten. Die auslösenden Bakterien werden über die Atemwege, z.B. beim Husten oder Niesen, übertragen und führen zu Kopfschmerzen, Benommenheit, schwerem Krankheitsgefühl, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Gelenkschmerzen. Insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern und alten Menschen zeigt die Krankheit oft dramatische Verläufe, die nicht selten tödlich enden.
  • Bilharziose, eine Infektion mit Pärchenegeln (Schistosoma), ist in Indien im Ratnagiri-Distrikt und im Iran (vor allem Provinz Khuzestan) verbreitet. Die Infektion erfolgt über Schwanzlarven der Egel, die Zerkarien genannt werden. Diese schwimmen im Süßwasser umher und dringen bei Kontakt mit einem Menschen in dessen Haut ein. Verschiedene Erkrankungserscheinungen wie Fieber, Hautveränderungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Störungen der Harnblasenfunktion sowie Schädigungen der Lunge, der Leber, des Herzens oder des Gehirns können die Folge sein. Reisende werden davor gewarnt, in den betroffenen Regionen in Seen oder Flüssen zu baden.
  • Infektionen mit dem in Afghanistan, Indien, Iran, Nepal und Pakistan verbreiteten Bakterium Chlamydia trachomatis sind Auslöser des so genannten Trachom, auch Ägyptische Augenkrankheit genannt. Dabei handelt es sich um eine langwierige Entzündung der Horn- und Bindehaut des Auges, die zur Erblindung führen kann. Die Infektion erfolgt über direkten Kontakt zu Erkrankten oder indirekt über kontaminierte Gegenstände.
  • In Georgien, Kasachstan und Tadschikistan ist in den letzten Jahren eine erhebliche Zunahme der Infektionsraten mit Lungentuberkulose zu beobachten (Infektionsrate etwa zehnmal höher als in Deutschland).
  • HIV-Infektionen sind im mittleren Südasien weit verbreitet. Schätzungen der WHO zufolge sind in Asien rund acht Millionen Menschen mit HIV infiziert, allein im Jahr 2005 gab es 930.000 Neuinfektionen, 600.000 Menschen starben an den Folgen von AIDS. Bei sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung ist daher generell große Vorsicht geboten. Das Benutzen von Kondomen wird dringend empfohlen. Vor einer medizinischen Versorgung mit Blutkonserven wird in Hinblick auf mögliche HIV-Infektionen gewarnt, sie sollte nur in unmittelbar lebensbedrohlichen Fällen in Anspruch genommen werden. Auch Spritzen und Kanülen, die in den Krankenhäusern benutzt werden, können verunreinigt sein.

Impfungen

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

Reisende nach Südasien sollten sich grundsätzlich beim zuständigen Arzt oder Tropeninstitut bzw. der betreffenden Landesvertretung nach der aktuellen gesundheitlichen Situation im jeweiligen Reiseland und den Einreisebestimmungen hinsichtlich geforderter Impfungen und Gesundheitszeugnisse erkundigen.

  • Bei geplanten Aufenthalten von mehr als drei Monaten bzw. bei Arbeitsaufenthalten wird im Iran und in Usbekistan der Nachweis eines negativen HIV-Tests gefordert.
  • Bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten besteht für Reisende nach Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Indien, Kasachstan, Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber). In Bangladesch wird die Schutzimpfung zusätzlich auch für Einreisende aus Botswana, Belize, Costa Rica, Guatemala, Honduras, Malawi, Mauretanien, Nicaragua, Sambia bzw. Trinidad und Tobago gefordert, in Indien mitunter für Einreisende aus Sambia, Simbabwe, Südafrika bzw. Trinidad und Tobago.
  • Gelegentlich wird bei der Einreise nach Afghanistan der Nachweis einer Cholera-Schutzimpfung verlangt.

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen nach Südasien sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Masern und Keuchhusten gehören in Afghanistan zu den häufigsten Erkrankungs- und Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge verfügen weniger als 50 Prozent aller Kinder in Afghanistan über einen Masernimpfschutz. In Zusammenarbeit mit dem örtlichen Gesundheitsministerium führen WHO, UNHCR und UNICEF derzeit große Impfkampagnen zur Vorbeugung von Masern- und Keuchhusteninfektionen durch. Bei Reisen nach Afghanistan ist insbesondere für Kinder unbedingt auf einen gültigen Masern- und Keuchhustenimpfschutz zu achten.
  • Die Schutzimpfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) wird für alle Länder der Region empfohlen. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 waren es bislang 1.820 Fälle, darunter 597 Fälle in Indien, 38 Fälle in Pakistan, 29 Fälle in Afghanistan, 2 Fälle in Nepal sowie 15 Fälle in Bangladesch (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion mit Poliomyelitis besteht, sollten Reisende grundsätzlich die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern des mittleren Südasiens auftreten, sollte auch bei kürzeren Reisen rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt im mittleren Südasien und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B kann bei der Immunisierung verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen und ist unter der einheimischen Bevölkerung weit verbreitet. In Georgien z.B. gelten ca. 20 Prozent der erwachsenen Bevölkerung als Hepatitis-B-infiziert. Bei sexuellem Verkehr sollten deshalb unbedingt Kondome benutzt werden.
  • Typhus ist in der gesamten Region verbreitet. Vor allem bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gebieten wird eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung empfohlen. Die Infektion erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und den direkten Kontakt mit erkrankten Personen. Die Schutzwirkung der Impfung hält etwa zwei Jahre an.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria wird lediglich für tiefer gelegene Regionen mit hohem Infektionsrisiko empfohlen. Für viele Gebiete wird die Mitnahme eines so genannten Malaria-Notfallmedikamentes als ausreichend angesehen. Reisende sollten sich diesbezüglich unbedingt bei ihrem Arzt bzw. dem städtischen Tropeninstitut erkundigen.
  • Die Immunisierung gegen Japanische Enzephalitis wird bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gegenden mit hohem Ansteckungsrisiko für Bangladesch, Bhutan, Indien, Nepal, Pakistan und Sri Lanka empfohlen.
  • Für die durch Zeckenbisse verursachte Früh-Sommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) gibt es eine spezielle Impfempfehlung bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Regionen in Aserbeidschan, Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan.
  • In Indien, Iran, Kasachstan, Nepal, Pakistan und Usbekistan sind regelmäßig Ausbrüche von bakterieller Hirnhautenzündung (Meningokokken-Meningitis) zu beobachten. Eine Impfung gegen die Erkrankung mit einem Impfstoff gegen alle Serogruppen (A, C, W, Y) mindestens zwei Wochen vor Reisebeginn wird empfohlen.
  • Asien gilt als der Kontinent mit den meisten Tollwuterkrankungen. Jährlich werden etwa 40.000 Todesfälle aus dem asiatischen Raum gemeldet, wobei mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet werden muss. 80 Prozent der weltweit gemeldeten Todesfälle wegen Tollwut stammen aus Indien. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres (in Asien vor allem Hunde). In Indien z.B. werden v.a. in größeren Städten immer wieder Passanten auf der Straße von tollwütigen Hunden attackiert. Im Jahr 2005 infizierten sich in Deutschland Patienten erstmalig infolge einer Organtransplantation mit Tollwut. Die Organspenderin hatte sich Ende 2004 in Indien aufgehalten und war dort vermutlich von einem Hund gebissen worden. Reisenden, die einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind, wird in allen Ländern des mittleren Südasiens mit Ausnahme der Malediven die aktive Schutzimpfung gegen Tollwut empfohlen. Zum Kreis der für eine Infektion besonders gefährdeten Personen gehören Rucksackreisende, Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und alle Personen mit häufigem Kontakt zu Tieren. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten. Bei einer Bissverletzung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Darüber hinaus ist bei der Reiseplanung zu beachten, dass bei einer erfolgten Infektion die Behandlung gegen Tollwut nicht in allen Ländern gewährleistet ist, da die entsprechend wirksamen Medikamente fehlen.

Sonstige Reisetipps

In den höher gelegenen Gebirgsregionen ist die Intensität der Sonneneinstrahlung durch die sauerstoffarme Höhenluft und den geringen atmosphärischen Druck extrem hoch. Für ausreichenden Schutz der Haut gegen direkte Sonnenbestrahlung sollte deshalb unbedingt gesorgt werden. Die teilweise sehr hohen Temperaturen können zu erheblichen Belastungen des Herz-Kreislaufs führen. Wichtig ist deshalb, immer reichlich zu trinken.

In den Höhenlagen ab 2500 m (Bhutan, Indien, Nepal, Pakistan, Tadschikistan) kann es etwa 6-12 Stunden nach Ankunft zur Ausbildung von Symptomen einer Höhenkrankheit wie Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens, verstärkte Atmung, beschleunigter Puls, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Schwindel, Schlafstörungen sowie Schwellungen der Gliedmaßen und des Gesichts kommen. In schwerwiegenden Fällen führt die Erkrankung zum Tod. Eine eingehende Gesundheitsberatung durch den Facharzt vor Reiseantritt ist unbedingt zu empfehlen.

In einigen Regionen können dem Reisenden Gifttiere wie Schlangen oder Spinnen gefährlich werden, weshalb bestimmte Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden sollten. So ist das Schlafen auf dem Boden zu vermeiden. Vor dem Zubettgehen sollte unter die Decke geschaut werden, geschlossene Schuhe sind vor dem Anziehen auszuschütteln. Bei Ausflügen in die Natur ist knöchelhohes Schuhwerk zu tragen, in Büschen oder auf Bäumen sollte nicht herumgeklettert werden und im Dunkeln ist eine Taschenlampe zu benutzen, um zu sehen, wohin man tritt.

Darüber hinaus sollten insbesondere gesundheitlich gefährdete Menschen bei ihren Reisen beachten, dass die medizinischen Versorgungsstandards in den meisten Ländern des mittleren Südasiens erheblich schlechter sind als die in Europa. In Tadschikistan z.B. gibt es in der Hauptstadt Duschanbe laut Auskunft des Auswärtigen Amtes der BRD keine ausreichende notärztliche Versorgung. Die Mitnahme einer Reiseapotheke ist daher unerlässlich. Für den Aufenthalt sollten spezielle Reisekrankenversicherungen, die auch einen Rücktransport bei schweren Erkrankungen oder Unfällen beinhalten, abgeschlossen werden. Vor Reiseantritt sind ausführliche Informationen darüber bei der jeweils zuständigen Krankenkasse einzuholen.