Das Bild zeigt die chinesische Mauer.
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Ostasien

Zu Ostasien gehören die Länder Volksrepublik China (einschließlich Hongkong und Macao), Japan, Demokratische Volksrepublik Korea (Nordkorea), Republik Korea (Südkorea), Mongolei und Taiwan.

Länder

Ostasien wird von außertropischem Monsunklima mit starken Regenfällen im Frühjahr, Sommer und Winter beherrscht. In der Mongolei und im Nordosten Chinas herrscht winterkaltes Klima mit Temperaturen bis -30°C, in Zentralchina ist das Klima wüstenhaft trocken. Die Temperaturunterschiede zwischen den verschiedenen Regionen Ostasiens sind im Sommer weniger stark ausgeprägt als im Winter.

Markant sind in Ostasien die ausgedehnten Hochländer Chinas, die Gebirgsroste (schmale Höhenstreifen, die wie Stäbe eines Rostes nebeneinander gelagert sind) und das fruchtbare, vom Jangtsekiang durchflossene Rote Becken in Sichuan. Das Hochland von Tibet und Qinghai bildet die größte zusammenhängende Hochfläche der Erde mit einer Durchschnittshöhe von 4000 m. Die Halbinsel Korea ist sehr gebirgsreich. In Ostchina, Korea und Japan dominieren Laubwälder mit verschiedenen Arten wie Christusdorn, Trompetenbaum, Götterbaum und Magnolie. Westchina und die Mongolei werden von Steppen- und Wüstenvegetation eingenommen.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Vor allem Reisende, die sich z.B. aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem ostasiatischen Land aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über drohende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Insekten

  • Bei den durch Insekten übertragenen Krankheiten spielt in den ostasiatischen Ländern die Japanische Enzephalitis eine große Rolle. Dabei handelt es sich um eine entzündliche Erkrankung des Gehirns, die von Mücken übertragen wird. Eine Infektion führt zwar nur selten zur Erkrankung, diese ist jedoch mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Hauptinfektionszeit ist April bis Oktober. Verbreitet ist der Erreger der Japanischen Enzephalitis vor allem in den zentralen und östlichen Provinzen Chinas, in den warmen ländlichen Gebieten im Süden Japans und landesweit, vor allem in ländlichen Gebieten, in Nord- und Südkorea bzw. Taiwan. Aus der Mongolei sind keine Infektionsfälle bekannt. Bei längeren Aufenthalten in Risikogebieten wird eine reisemedizinische Beratung zur Vorbeugung der Erkrankung dringend empfohlen. Auch eine Schutzimpfung sollte gegebenenfalls in Betracht gezogen werden. Zur Vermeidung einer Infektion empfiehlt es sich, für ausreichenden Mückenschutz in Form spezieller Antimückenmittel, Mückennetze und bedeckender Kleidung zu sorgen. Aktuelles: In der nordöstlichen Provinz Shanxi in China wurden in den vergangenen Monaten verstärkt Fälle von Japanischer Enzephalitis beobachtet, darunter auch einige Todesfälle. (Stand: Dezember 2006)
  • Im Süden Chinas besteht in den tiefer gelegenen ländlichen Regionen (unter 1500 m) ganzjährig ein mittleres Infektionsrisiko für Malaria. Im Norden Chinas und auf der koreanischen Halbinsel an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea ist das Infektionsrisiko vor allem in den Sommer- bis Herbstmonaten erhöht. Überwiegend verbreitet ist die im Vergleich zu Malaria tropica mit milderem Krankheitsverlauf einhergehende Malaria tertiana. Japan, die Mongolei und Taiwan gelten als malariafrei. Aktuelles: Zuletzt traten gehäuft Fälle von Malaria tertiana in China, in der Provinz Anhui auf. (Stand: Dezember 2006)
  • Im Süden und in zentralen Gebieten Chinas haben in den letzten Jahren Erkrankungen mit viszeraler Leishmaniose, "Kala-Azar" genannt, stark zugenommen. Leishmanien sind Parasiten, die durch die Weibchen von Schmetterlingsmücken, insbesondere Sandmücken ("sand flies"), auf den Menschen übertragen werden. Die Erkrankung befällt verschiedene Organe wie Lunge, Magen-Darm, Milz, Leber und Knochenmark. Die kutane Leishmaniose, die zu geschwürigen Hautveränderungen führt, ist vor allem aus dem Nordwesten Chinas bekannt.
  • Eine Infektion mit Fadenwürmern, sog. Filarien, führt zur Ausbildung einer Filariose. Filarien werden durch Mücken, insbesondere Kriebelmücken, und Fliegen auf den Menschen übertragen. Sie sammeln sich bevorzugt im Bindegewebe verschiedener Organe und in den Lymphgefäßen an und verursachen je nach Art des Erregers unterschiedliche Erkrankungen. In Südchina sind Bancroft- und Brugia-Filariosen verbreitet, die durch die Erreger Wuchereria bancrofti bzw. Brugia malayi hervorgerufen und auch als "lymphatische Filariosen" bezeichnet werden. Sie führen zu Fieber, Entzündung der Lymphknoten und erheblichen Schwellungen der Gliedmaßen, vor allem der Beine ("Elephantiasis").
  • In China, an der südlichen Küste, ist Dengue-Fieber verbreitet. Betroffen sind vor allem die östlichen Provinzen Fujian und Zhejiang. Auch in Taiwan haben vor allem im Süden des Landes die Erkrankungen stark zugenommen. Dengue-Fieber wird von tag- und nachtaktiven Mücken übertragen und kann zu teilweise lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. Aktuelles: In der chinesischen Provinz Guangdong sprachen die örtlichen Gesundheitsbehörden zuletzt eine Dengue-Fieber-Warnung aus. (Stand: Dezember 2006)
  • Im Buschland im Süden Chinas, in den Flusstälern im Süden Japans und landesweit in Südkorea und Taiwan sind regelmäßig Fälle von Fleckfieber zu beobachten. Die Erkrankung wird durch eine Infektion mit Bakterien, sog. Rickettsien, verursacht, die durch Kleiderläuse oder Rattenflöhe auf den Menschen übertragen werden.
  • Die Pest kommt unter Nagetieren, vor allem Murmeltieren, in China (Provinzen Qinhai, Xizang) und der Mongolei vor. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt meist indirekt über Flöhe. Unterschieden werden vier Formen der Krankheitsausprägung: Beulenpest (Bubonenpest), Pestsepsis, Lungenpest und abortive Pest. Pesterkrankungen bei Menschen treten heute eher selten auf.
  • In feuchten Wald- und Wiesengebieten in China, Japan, Südkorea und Taiwan sind Zecken verbreitet, die Lyme-Borreliose übertragen können. Dabei handelt es sich um eine in Stadien verlaufende Erkrankung, die zunächst mit Hautrötung (Erythem) und Allgemeinsymptomen wie Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen einhergeht und im weiteren Verlauf zu Hirnhautentzündung, Nervenschädigungen, Herzentzündung, Hautveränderungen und chronischen Gelenkschmerzen führen kann. Zeckensaison ist von April bis Oktober.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Nahrungsmittelbedingte Infektionen sind in Ostasien häufig. Eine gute Hygiene ist deshalb besonders wichtig. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen oft vermeiden.

Besonders häufig sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus), Shigellen (s. Ruhr) oder Brucella (Brucellosen).

Video: Brucellose – Ansteckung, Symptome, Verbreitung

Cholera-Erkrankungen sind regelmäßig in China, insbesondere Zentralchina, und der Mongolei zu beobachten. Die Erkrankung wird durch Bakterien, so genannte Choleravibrionen, ausgelöst, die über Lebensmittel (z.B. rohe Meeresfrüchte) oder verunreinigtes Trinkwasser aufgenommen werden. Da das Infektionsrisiko für Touristen jedoch relativ gering ist, wird ein vorbeugender Impfschutz im Allgemeinen als nicht erforderlich angesehen.

Daneben spielen Parasiten eine große Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen vor allem Fadenwürmer wie der Peitschenwurm, der über Nahrungsmittel und kontaminiertes Trinkwasser aufgenommen wird, und der Hakenwurm, der entweder durch die Haut (z.B. beim Barfußgehen) oder über Nahrungsmittel (z.B. frischen Salat) in den menschlichen Organismus gelangt. Weit verbreitet sind in den ostasiatischen Ländern Infektionen mit Amöben, die zu Bauchschmerzen, Durchfällen und Leberabszessen führen können ("Amöbenruhr"). Ein anderer typischer Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis). Über den Verzehr von rohen oder ungenügend erhitzten Krabben, Süßwasserfischen und Krebsen sind Infektionen mit dem Lungenegel möglich. Lungenbeschwerden, aber auch Bauchschmerzen, Leber- und Bauchspeicheldrüsenbeschwerden oder Hautveränderungen können die Folge sein. Infektionen mit dem Großen Leberegel (Fasciola hepatica) entstehen durch den Verzehr roher Pflanzenteile (z.B. Wasserkresse).

Für Reisende nach Ostasien besteht generell ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A. Das Virus wird vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen.

Sonstige Gesundheitsrisiken

  • In verschiedenen Ländern Asiens, darunter China, Japan, Nord- und Südkorea, grassiert auf Geflügelfarmen regelmäßig die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt. Die Erkrankung führt innerhalb kürzester Zeit zum Tod der erkrankten Tiere. Da der Erreger, das Virus H5N1, auch bei Zugvögeln auftritt, besteht die Gefahr einer weltweiten Ausbreitung. Die Viren sind auf den Menschen übertragbar und lösen schwere grippeähnliche Krankheitszustände aus, die oft tödlich enden. Seit den ersten Fällen im Jahr 2003 erkrankten mindestens 261 Personen, von denen 157 an den Folgen starben (in Aserbeidschan 8 Erkrankungen mit 5 Todesfällen, Ägypten 18 Erkrankungen mit 10 Todesfällen, China 21 Erkrankungen mit 14 Todesfällen, Dschibuti 1 Erkrankungsfall, Indonesien 74 Erkrankungen mit 57 Todesfällen, Irak 3 Erkrankungen mit 2 Todesfällen, Kambodscha 6 Todesfälle, Thailand 25 Erkrankungen mit 17 Todesfällen, Türkei 12 Erkrankungen mit 4 Todesfällen sowie Vietnam 93 Erkrankungen mit 42 Todesfällen). Aus Indonesien bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch. Einen vorbeugenden Impfschutz gegen die Erkrankung gibt es bislang nicht. Zur Vorbeugung einer Infektion wird Reisenden empfohlen, direkten Kontakt zu Hühnern und Schweinen zu meiden und Fleisch bzw. Eier vor dem Genuss auf mindestens 70°C zu erhitzen. (Stand: 27. Dezember 2006)
  • Eine neuartige Erkrankung mit der englischen Bezeichnung Severe Acute Respiratory Syndrome (SARS) breitete sich Anfang des Jahres 2003 in Ostasien aus. Diese Form der Lungenentzündung hat ihren Ursprung wahrscheinlich in der südchinesischen Provinz Guandong, von der aus sie nach Hongkong und schließlich weltweit verschleppt wurde. Die erste Erkrankungswelle konnte erfolgreich eingedämmt werden, so dass Mitte des Jahres 2003 sämtliche Reisewarnungen von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aufgehoben wurden. Allerdings besteht nach wie vor die Möglichkeit, dass eine erneute Epidemie der Krankheit in Asien ausbricht. Derzeit sieht die Weltgesundheitsorganisation (WHO) allerdings keine Veranlassung, besondere Empfehlungen zur Vermeidung des Ansteckungsrisikos herauszugeben. Rückreisende aus Asien und deren Kontaktpersonen sollten dennoch unbedingt auf akute Beschwerden wie plötzliches, hohes Fieber (> 38°C), Atembeschwerden, Heiserkeit, Husten, Halsschmerzen, schweres Krankheitsgefühl u.ä. achten. Da die Symptome einer SARS-Erkrankung zunächst denen der Grippe (Influenza) ähneln, kann es leicht zu Verwechslungen kommen. Grundsätzlich sollte beim Auftreten der genannten Beschwerden im Anschluss an eine Reise nach Ostasien unverzüglich ein Arzt aufgesucht werden.
  • Bilharziose, eine Infektion mit Pärchenegeln (Schistosoma), ist in den zentralen und östlichen Landesteilen Chinas weit verbreitet. Die Infektion erfolgt über Schwanzlarven der Egel, die Zerkarien genannt werden. Diese schwimmen im Süßwasser umher und dringen bei Kontakt mit einem Menschen in dessen Haut ein. Verschiedene Erkrankungserscheinungen wie Fieber, Hautveränderungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Störungen der Harnblasenfunktion sowie Schädigungen der Lunge, der Leber, des Herzens oder des Gehirns können die Folge sein. Reisende werden davor gewarnt, in den betroffenen Regionen in Seen oder Flüssen zu baden.
  • Infektionen mit dem in China weit verbreiteten Bakterium Chlamydia trachomatis sind Auslöser des so genannten Trachom, auch Ägyptische Augenkrankheit genannt. Dabei handelt es sich um eine langwierige Entzündung der Horn- und Bindehaut des Auges, die zur Erblindung führen kann. Die Infektion erfolgt über direkten Kontakt zu Erkrankten oder indirekt über kontaminierte Gegenstände.
  • HIV-Infektionen sind in China, Japan, Südkorea und Taiwan weit verbreitet. Schätzungen der WHO zufolge sind in Asien rund acht Millionen Menschen mit HIV infiziert, allein im Jahr 2005 gab es 930.000 Neuinfektionen, 600.000 Menschen starben an den Folgen von AIDS. Bei sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung ist daher generell große Vorsicht geboten. Das Benutzen von Kondomen wird dringend empfohlen. Vor einer medizinischen Versorgung mit Blutkonserven wird in Hinblick auf mögliche HIV-Infektionen gewarnt, sie sollte nur in unmittelbar lebensbedrohlichen Fällen in Anspruch genommen werden. Auch Spritzen und Kanülen, die in den Krankenhäusern benutzt werden, können verunreinigt sein.

Impfungen

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

Reisende nach Ostasien sollten sich grundsätzlich beim zuständigen Arzt oder Tropeninstitut bzw. der betreffenden Landesvertretung nach der aktuellen gesundheitlichen Situation im jeweiligen Reiseland und den Einreisebestimmungen hinsichtlich geforderter Impfungen und Gesundheitszeugnisse erkundigen.

  • In China wird von allen Einreisenden eine Gesundheitserklärung gefordert. Bei geplanten Aufenthalten von über einem Jahr (mitunter auch bei kürzeren Aufenthalten) wird der Nachweis eines negativen HIV-Tests verlangt. Gelegentlich müssen Einreisende bei längeren Aufenthalten zusätzlich ein ausführliches Gesundheitszeugnis in chinesischer und englischer Sprache, das von der Chinesischen Botschaft beglaubigt wurde, vorlegen. In Taiwan wird mitunter bei der Einreise aus südostasiatischen Ländern eine Gesundheitserklärung verlangt. Bei geplanten Aufenthalten von mehr als drei Monaten bzw. dem Besuch einer örtlichen Schule oder Universität in Taiwan wird der Nachweis eines negativen HIV-Tests gefordert. Auch für Reisende nach Südkorea wird bei längeren Aufenthalten gelegentlich ein negativer HIV-Test verlangt.
  • Bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten besteht für Reisende nach China und Taiwan eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber).

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen nach Ostasien sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Auch die Schutzimpfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) wird für Reisende nach Ostasien empfohlen. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Im Jahr 2006 sind es bis jetzt 1.820 Fälle, die meisten davon in Nigeria und Indien (Stand: 20. Dezember 2006). Solange ein gewisses Risiko für eine Infektion mit Poliomyelitis besteht, sollten grundsätzlich alle Reisenden die Schutzimpfung durchführen. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern Ostasiens auftreten, sollte auch bei kürzeren Reisen rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Ostasien und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden. Das Hepatitis-B-Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen und ist unter der einheimischen Bevölkerung Ostasiens weit verbreitet. Bei sexuellem Verkehr sollten deshalb unbedingt Kondome benutzt werden.
  • Typhus ist in China, Nordkorea, Südkorea, der Mongolei und Taiwan verbreitet. Für Reisende in diese Länder wird vor allem bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gebieten eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung empfohlen. Die Infektion erfolgt im Wesentlichen über Lebensmittel, Trinkwasser, kontaminierte Gegenstände und den direkten Kontakt mit erkrankten Personen. Die Schutzwirkung der Impfung hält etwa zwei Jahre an.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria wird lediglich für tiefer gelegene Landesteile im Süden Chinas empfohlen. Für die anderen Gebiete in China und für die betroffene Region an der Grenze zwischen Nord- und Südkorea wird in der Regel die Mitnahme eines Malaria-Notfallmedikamentes als ausreichend angesehen. Reisende sollten sich diesbezüglich unbedingt bei ihrem Arzt bzw. dem städtischen Tropeninstitut erkundigen.
  • Die Immunisierung gegen Japanische Enzephalitis wird bei geplanten Aufenthalten in ländlichen Gegenden mit hohem Ansteckungsrisiko für alle Länder mit Ausnahme der Mongolei empfohlen.
  • Asien gilt als der Kontinent mit den meisten Tollwuterkrankungen. Jährlich werden etwa 40.000 Todesfälle aus dem asiatischen Raum gemeldet, wobei mit einer hohen Dunkelziffer gerechnet werden muss. In China wurden im Jahr 2003 1.297 Tollwutinfektionen bei Menschen registriert. In Südkorea, v.a. in der Provinz Kyonggi südlich von Seoul, in Paju City und in Youngju County haben die Infektionsfälle zugenommen. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch den Speichel eines erkrankten Tieres, in Asien sind dies vor allem Hunde. Trotz der Impfpflicht für Hunde (mit Ausnahme der Hunde, die zum Verzehr vorgesehen sind) stieg in China die Anzahl der Infektionsfälle, die von Hunden ausgelöst wurden, im Jahr 2003 gegenüber dem Vorjahr deutlich an. Zum Kreis der für eine Infektion besonders gefährdeten Personen gehören Rucksackreisende, Jäger, Waldarbeiter, Tierpfleger, Tierärzte und alle Personen mit häufigem Kontakt zu Tieren. Ein vorbeugender Impfschutz wird in allen Ländern Ostasiens mit Ausnahme Japans für Personen mit erhöhtem Ansteckungsrisiko empfohlen. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten. Bei einer Bissverletzung sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.

Sonstige Reisetipps

  • Bei der Reise- und Gesundheitsplanung sind vor allem die teilweise sehr hohen Temperaturen in einigen Ländern Ostasiens zu berücksichtigen, die zu erheblichen Belastungen des Herz-Kreislaufs führen können. Wichtig ist deshalb, immer reichlich zu trinken. Auch für ausreichenden Schutz der Haut gegen direkte Sonneneinstrahlung sollte unbedingt gesorgt werden.
  • Darüber hinaus sollten insbesondere gesundheitlich gefährdete Menschen bei ihren Reisen beachten, dass die medizinischen Versorgungsstandards in einigen Regionen erheblich schlechter sind als die in Europa. Die Mitnahme einer Reiseapotheke ist daher unerlässlich. Für Reisende nach Nordkorea wird sogar empfohlen, zur Behandlung ernsterer Erkrankungen in ein anderes Land zu reisen. Generell sollten für den Aufenthalt in Ostasien spezielle Reisekrankenversicherungen abgeschlossen werden, die auch einen Rücktransport bei schweren Erkrankungen oder Unfällen beinhalten. Vor Reiseantritt sind ausführliche Informationen darüber bei der jeweils zuständigen Krankenkasse einzuholen.