Das Bild zeigt einen Baum in Südafrika.
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Südliches Afrika

Zum südlichen Afrika gehören die Länder Botsuana, Lesotho, Namibia, Saint Helena, Südafrika und Swasiland.

Länder

Die Küstengebiete im äußersten Süden unterliegen einem gemäßigten Klima mit mäßig warmem Frühjahr, trockenen, heißen Sommern und kühlen, regenreicheren Wintern. Nördlich schließen sich die Trockengebiete der Namib- und Kalahari-Wüste mit episodischen Niederschlägen an.

Große Teile des Binnenlandes zeichnen sich durch Savannen und Graslandschaften mit unterschiedlich starkem Baumbewuchs aus. Die Vegetation der Halbwüsten- und Wüstenregion der Namib ist abwechslungsreicher als die der Sahara im Norden Afrikas. Durch Anpassung an die Trockenheit hat sich in der Namib eine Vielzahl besonderer Pflanzen entwickelt, z.B. Pflanzen mit großen, wasserspeichernden Knollen oder sukkulenten, fast ganz in die Erde versenkten Blättern (Mittagsblumengewächse, auch als "lebende Steine" bekannt). Die Hartlaubvegetation des Kaplandes im äußersten Süden wird von Heidekraut- und Silberbaumgewächsen dominiert.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Vor allem Reisende, die sich z.B. aus beruflichen Gründen häufig oder sehr lange in einem südafrikanischen Reiseland aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sollten über folgende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Nahrungsmittelbedingte Infektionen sind im südlichen Afrika weit verbreitet. Eine gute Nahrungsmittelhygiene ist deshalb besonders wichtig. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Leitungswasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen häufig vermeiden.

  • Besonders verbreitet sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus), Shigellen (s. Ruhr) oder Choleravibrionen (s. Cholera).
  • Daneben spielen Parasiten eine zentrale Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen vor allem Fadenwürmer, z.B. Spulwurm, und Bandwürmer wie der Rinderfinnen- und der Schweinefinnenbandwurm, die durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Rind- bzw. Schweinefleisch (z.B. in Form von Tatar) übertragen werden (Taeniose). Weit verbreitet sind in den subtropischen Gebieten des südlichen Afrikas Infektionen mit Amöben, die zu Bauchschmerzen, Durchfällen ("Amöbenruhr") und Leberabszessen führen können. Ein anderer typischer Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis).
  • Für Reisende in den Süden Afrikas besteht ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A und Hepatitis E. Beide Viren werden vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch direkten Körperkontakt zu Erkrankten übertragen.

Gesundheitsrisiken durch Insekten

  • Aufgrund der jahreszeitlich bedingten starken Regenfälle gibt es im Norden Botsuanas (Boteti, Chobe, Ngamiland, Tutume), in Namibia und in Südafrika in den Monaten November bis Juni vermehrt Brutplätze für Insekten, insbesondere Mücken. In dieser Zeit besteht daher in den genannten Ländern ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen, die durch Mücken übertragen werden (v.a. Malaria und Dengue-Fieber).
  • Infektionen mit Malaria treten in Botsuana, Namibia, Südafrika und Swasiland insbesondere im Norden ganzjährig auf. Nach Süden hin nimmt das Risiko einer Infektion ab. In Namibia werden Malariainfektionen ganzjährig im Norden des Landes und in der Caprivi-Region, vor allem entlang des Sambesiflusses und der Flüsse Kunene und Kavango beobachtet. Saisonal bedingt, besonders während der Regenzeit, tritt Malaria in Namibia vermehrt im Etosha Nationalpark, in Kakaoland, Ovamboland und Bushmenland (Tsumkwe) auf. In Südafrika sind in den letzten Jahren zunehmend Fälle von Malaria tropica zu beobachten. Im Krügerpark und in der nördlichen Küstenebene der Provinz Kwazulu-Natal tritt Malaria endemisch auf. In Swasiland ist die Erkrankung vor allem in den Tief- und Regenwaldebenen im Osten (Big Bend) verbreitet. Als malariafrei gelten der Süden Namibias, der Südwesten Südafrikas, Lesotho und St. Helena. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken weltweit jährlich 300 bis 500 Millionen Menschen an Malaria, wobei rund 90% dieser Erkrankungen in Afrika, südlich der Sahara auftreten. Mehr als 1 Million Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen einer Infektion. Für ausreichenden Mückenschutz in Form spezieller Antimückenmittel, Mückennetze und bedeckender Kleidung sollte bei Aufenthalten in den betroffenen Gebieten unbedingt gesorgt werden.
  • Zu den von Insekten und Spinnentieren übertragenen Krankheiten gehört auch das sog. Dengue-Fieber. Die Erkrankung wird durch Mücken auf den Menschen übertragen und kann zu lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen führen. In Namibia, Südafrika und Swasiland tritt Dengue-Fieber landesweit auf. Daneben gibt es Rift-Valley-Fieber, eine durch Mücken von Paarhufern (Ziegen, Schafe, Rinder) übertragene Virusinfektion.
  • Endemisches Rückfallfieber, das im südlichen Afrika zu finden ist, wird durch verschiedene Borrelienarten verursacht. Die Übertragung der Borrelien auf den Menschen erfolgt durch Zecken. Rückfallfieber zeichnet sich durch periodisch wiederkehrende Fieberschübe aus.
  • Die Schlafkrankheit wird von Tsetsefliegen übertragen. Sie tritt im südlichen Afrika nur in Botsuana (Okawango-Sümpfe) und Namibia (Norden des Landes) auf. Zu beachten ist, dass Tsetsefliegen auch durch dünneren Stoff hindurch stechen können. Es sollte daher zum Schutz vor Infektionen für entsprechend dicke, lange Kleidung gesorgt werden.
  • Pest-Erkrankungen treten im südlichen Afrika nur noch sporadisch in Namibia (Ohangwena-Region im Norden) und in Südafrika (v.a. Norden) auf. Die Übertragung der Pesterreger vom Nagetier auf den Menschen erfolgt meist indirekt über Rattenflöhe. Unterschieden werden vier Formen der Krankheitsausprägung: Beulenpest (Bubonenpest), Pestsepsis, Lungenpest und abortive Pest. Da die Pest, wird sie rechtzeitig erkannt und behandelt, heilbar ist, sollten sich v.a. Rucksackreisende über diese Erkrankung vor Reiseantritt ausreichend informieren.
  • Große Bedeutung hat Bilharziose, eine Infektion mit Pärchenegeln (Schistosoma). Die Infektion erfolgt über Schwanzlarven der Egel, die Zerkarien genannt werden. Diese schwimmen im Süßwasser umher und dringen bei Kontakt mit einem Menschen in dessen Haut ein. Verschiedene Erkrankungserscheinungen wie Fieber, Hautveränderungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Störungen der Harnblasenfunktion sowie Schädigungen der Lunge, der Leber, des Herzens oder des Gehirns können die Folge sein. Bilharziose tritt in Botsuana (v.a. entlang des Okawango), Namibia (v.a. Caprivi-Streifen), Südafrika und Swasiland regelmäßig auf.

Sonstige Gesundheitsrisiken

  • In Namibia, das seit 1996 als poliofrei galt, wurden im Jahr 2006 19 Fälle von Kinderlähmung (Poliomyelitis) beobachtet. Vermutlich handelt es sich dabei um eingeschleppte Fälle aus Angola. Kinderlähmung ist eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Trotz aufwendiger Impfaktionen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) in den besonders betroffenen Regionen der Welt konnte der Erreger der Krankheit bisher nicht ausgerottet werden. So ist nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren sogar massiv angestiegen. Ursache hierfür ist das Wiederauftreten der Krankheit in Ländern, die bereits als poliofrei galten. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. In diesem Jahr sind es bis jetzt 1.820 Fälle, die meisten davon in Nigeria und Indien. (Stand: 20. Dezember 2006)
  • Im südlichen Afrika sind HIV-Infektionen weit verbreitet. In Südafrika z.B. sind Schätzungen zufolge 10-20% der erwachsenen Bevölkerung infiziert, in Lesotho sind es 23%. Bei sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung ist daher generell große Vorsicht geboten. Das Benutzen von Kondomen wird dringend empfohlen. Vor einer medizinischen Versorgung mit Blutkonserven wird in Hinblick auf mögliche HIV-Infektionen gewarnt, sie sollte nur in unmittelbar lebensbedrohlichen Fällen in Anspruch genommen werden. Auch Spritzen und Kanülen, die in den Krankenhäusern benutzt werden, können verunreinigt sein.

Impfungen

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

  • Bei Direkteinreise in die südlichen Länder Afrikas bestehen keine Pflichtimpfungen. Da sich die medizinischen Einreisebestimmungen jedoch immer wieder ändern, sollten sich Reisende generell bei der jeweiligen Botschaft oder Landesvertretung nach den aktuellen Regelungen erkundigen.
  • Bei der Einreise aus entsprechenden Infektionsgebieten besteht für Reisende in alle Länder des südlichen Afrikas eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber (Länderliste s. Gelbfieber) (in Südafrika mit Ausnahme von Kindern im ersten Lebensjahr).

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen in die südlichen Länder Afrikas sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Auch die Impfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) wird dringend empfohlen, da Verschleppungen des Erregers aus zentralafrikanischen Ländern möglich sind. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollte hierzu der behandelnde Arzt befragt werden.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen im Süden Afrikas häufig auftreten, sollte rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen. Insbesondere für Reisende nach Botsuana, Namibia, Südafrika und Swasiland wird Hepatitis A-Impfschutz empfohlen.
  • Vor allem bei längerem Aufenthalt im südlichen Afrika und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Das Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen, weshalb bei sexuellem Verkehr unbedingt Kondome benutzt werden sollten. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden.
  • Da Typhus im Süden Afrikas weit verbreitet ist, wird Touristen eine Impfung generell empfohlen.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria sollte bei Reisen in die betroffenen Gebiete Botsuanas, Namibias, Südafrikas und Swasilands nur nach Absprache mit dem zuständigen Arzt oder städtischen Tropeninstitut erfolgen. Für Reisende nach Lesotho und St. Helena besteht kein Prophylaxebedarf.
  • Das Tollwut-Virus ist im Süden Afrikas nur in ländlichen Gebieten verbreitet. Als tollwutfrei gilt St. Helena. Vorbeugende Impfungen gegen die Erkrankung werden im Allgemeinen bei normalen Reisenden nicht durchgeführt. Da die Übertragung von Tollwut auf den Menschen durch den Speichel eines erkrankten Tieres erfolgt, sollten sich Personen, die aus beruflichen oder anderen Gründen für eine Ansteckung besonders gefährdet sind (z.B. Forstarbeit, Jagd, Landaufenthalt), bei Reisen in die südlichen Länder Afrikas über Impfmöglichkeiten informieren. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten.

Sonstige Reisetipps

  • Schlangen und Skorpione werden für den Menschen vor allem dann gefährlich, wenn sie sich bedroht fühlen. Aus diesem Grund ist es ratsam, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dazu gehört, nicht auf dem Boden zu schlafen, vor dem Zubettgehen unter die Decke zu schauen, geschlossene Schuhe vor dem Anziehen auszuschütteln, bei Ausflügen in die Natur knöchelhohes Schuhwerk zu tragen, nicht in Büschen oder auf Bäumen herumzukriechen und im Dunkeln eine Taschenlampe zu benutzen.
  • Bei der Reise- und Gesundheitsplanung sind vor allem die extrem heißen Sommertemperaturen zu berücksichtigen, die zu erheblichen Belastungen des Herz-Kreislaufs führen können. Wichtig ist deshalb, immer reichlich zu trinken. Auch für ausreichenden Schutz der Haut gegen direkte Sonneneinstrahlung sollte gesorgt werden, da diese im Süden Afrikas im Allgemeinen sehr hoch ist.
  • Darüber hinaus ist - insbesondere für gesundheitlich gefährdete Menschen - zu beachten, dass die medizinischen Versorgungsstandards in einigen Ländern des südlichen Afrikas (Botsuana, Swasiland) erheblich schlechter sind als die in Europa. Die Mitnahme einer Reiseapotheke ist daher unerlässlich. Für den Aufenthalt sollten spezielle Reisekrankenversicherungen abgeschlossen werden, die auch einen Rücktransport bei schweren Erkrankungen oder Unfällen beinhalten. Vor Reiseantritt sind ausführliche Informationen darüber bei der jeweils zuständigen Krankenkasse einzuholen.