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Sub-Sahara Afrika

Zu Zentralafrika gehören die Länder Äquatorialguinea, Äthiopien, Angola, Benin, Burkina Faso, Dschibuti, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kap Verde, Kenia, Komoren, Demokratische Republik Kongo, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mauritius, Mosambik, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, São Tomé und Prìncipe, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Sudan, Vereinigte Republik Tansania, Togo, Tschad, Uganda und Zentralafrikanische Republik.

Länder

Zwar zählen alle Länder Zentralafrikas zu den Tropen, doch Vegetation und Klima sind sehr unterschiedlich. In der Zone rund um den Äquator (Guineabucht, nördliches Kongobecken) tritt Regen zu allen Jahreszeiten auf. Nördlich und südlich schließen sich Zonen mit zwei Regenzeiten um den höchsten Sonnenstand an, getrennt durch eine kurze Sommer- und eine lange Wintertrockenzeit. Am Rand der Tropen (Sudanzone, Sambesihochland) vereinigen sich beide Regenzeiten zu einer einzigen im Sommer, die mit wachsendem Abstand vom Äquator immer geringere Niederschlagsmengen bringt. Im Norden schließen sich die Trockengebiete der Sahara und im Süden die der Namib und Kalahari mit nur noch episodischen Niederschlägen an. Teile des ostafrikanischen Hochlands (Kenia) und die Somalihalbinsel sind Trockengebiete, in denen trotz ihrer äquatornahen Lage die tropischen Sommerregen weitgehend fehlen. Die trockensten Gebiete, die auch zu den heißesten der Erde gehören, liegen in der zentralen und östlichen Sahara und an der Küste des Roten Meeres. Die Westküste Afrikas ist durch den Einfluss kalter Meeresströmungen im Allgemeinen kühler als die Ostküste. Im Binnenland wird die Wärme durch die nächtliche Abkühlung gemildert und infolge größerer Trockenheit erträglicher.

Um den Äquator findet sich mit dem immergrünen tropischen Regenwald die üppigste Vegetationsform Afrikas. Nördlich und südlich schließen sich die halbimmergrünen Wälder an. Die Halbwüsten- und Wüstenvegetation der Sahara ist dürftig. Sie geht nach Süden hin in die Trocken- und Feuchtsavanne über. Charakteristisch sind hier Sukkulenten, Akazien und Wolfsmilchgewächse.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Zentralafrika ist weltweit einer der traurigen Spitzenreiter hinsichtlich Infektionskrankheiten und Gesundheitsgefahren. Zwar treten viele Infektionen örtlich begrenzt auf und beschränken sich vor allem auf ländliche Gebiete. Dennoch sollten Reisende in die Länder Zentralafrikas unbedingt über drohende Infektionskrankheiten informiert sein und die allgemeinen und speziellen Impfempfehlungen beachten. Insbesondere Reisende, die sich z.B. aus beruflichen Gründen häufig oder länger in einem zentralafrikanischen Land aufhalten, selbstständig reisen (z.B. Rucksacktouristen) oder von vornherein gesundheitliche Probleme haben, sind einem erhöhten Infektions- und Erkrankungsrisiko ausgesetzt und sollten sich gut auf die Reise vorbereiten.

Gesundheitsrisiken durch Insekten

Hauptüberträger für Infektionskrankheiten in Zentralafrika sind Insekten und Spinnentiere. Schutz vor Insektenstichen bieten spezielle Insektenschutzmittel, Insektennetze und bedeckende Kleidung. Folgende durch Insekten oder Spinnentiere übertragbare Infektionskrankheiten sollten Reisenden bekannt sein:

  • In den meisten Ländern Zentralafrikas ist das Infektionsrisiko für Malaria in ländlichen Regionen ganzjährig sehr hoch. Die Seychellen gelten als das einzige Malaria-freie Land. In Kap Verde besteht lediglich auf der Insel Sao Tiago ein minimales Infektionsrisiko. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) erkranken weltweit jährlich 300 bis 500 Millionen Menschen an Malaria, wobei rund 90% dieser Erkrankungen in Afrika, südlich der Sahara auftreten. Mehr als 1 Million Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen der Infektion. In den letzten zwei Jahren nahm die Anzahl an Malariafällen unter Reisenden aus zentralafrikanischen Ländern (v.a. Gambia und Senegal), darunter auch deutschen Touristen, stark zu. Dies wird u.a. darauf zurückgeführt, dass das Infektionsrisiko und die möglichen Folgen einer Erkrankung unterschätzt und entsprechend nur mangelhafte Vorbeugemaßnahmen ergriffen werden. Grundsätzlich wird deshalb empfohlen, bei Reisen nach Zentralafrika für ausreichenden Mückenschutz zu sorgen. Hinsichtlich der medikamentösen Prophylaxe gegen Malaria sind bei dem zuständigen Arzt bzw. städtischen Tropeninstitut unbedingt Erkundigungen nach der jeweils aktuellen Situation im Reiseland einzuholen.
  • Eine Infektion mit Fadenwürmern, sog. Filarien, führt zur Ausbildung einer Filariose. Filarien werden durch Mücken auf den Menschen übertragen. Sie sammeln sich bevorzugt im Bindegewebe verschiedener Organe und in den Lymphgefäßen an und verursachen je nach Art des Erregers unterschiedliche Erkrankungen. Bei der Onchozerkose, hervorgerufen durch die Filarienart Onchocerca volvulus, kommt es zu schweren Hautveränderungen und Augenschäden bis hin zur Blindheit (s. Flussblindheit). Der Erreger der Flussblindheit ist im tropischen Afrika weit verbreitet. Der auch als "Wanderfilarie" bezeichnete Parasit Loa loa kommt ausschließlich in den tropischen Regenwaldgebieten West, Zentral- und Ostafrikas vor. In besonders stark betroffenen Gebieten können bis zu 30% der Einwohner infiziert sein. Loa-Loa-Filarien wandern nach erfolgter Infektion im Bindegewebe umher und verursachen an Gliedmaßen, Gesicht und Rumpf Hautschwellungen ("Calabar-" oder "Kamerunschwellungen" genannt) und juckende Knötchen. Auch die Bindehaut des Auges kann befallen sein, Rötungen und Tränenfluss sind die Folge. Die sog. Bancroft-Filariose wird durch den Erreger Wuchereria bancrofti hervorgerufen und auch als "lymphatische Filariose" bezeichnet. Sie führt zu Fieber, Entzündung der Lymphknoten und erheblichen Schwellungen der Gliedmaßen, vor allem der Beine ("Elephantiasis").
  • Eine andere durch Insekten übertragbare Erkrankung ist die Leishmaniose. Leishmanien sind Parasiten, die durch die Weibchen von Schmetterlingsmücken, insbesondere den Sandmücken ("sand flies"), auf den Menschen übertragen werden und kutane ("Orientbeule") oder viszerale ("Kala-Azar") Leishmaniose auslösen können. Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zu Folge erkranken weltweit jährlich etwa 400.000 Menschen an viszeraler Leihmaniose, die in den meisten Fällen tödlich endet. Zu den weltweit am stärksten von viszeraler Leishmaniose betroffenen Gebieten zählt der Süden Sudans, eine touristisch nicht zugängliche Region. Hier sind regelrechte Epidemien der Erkrankung zu beobachten.
  • Die Schlafkrankheit wird durch Tsetsefliegen übertragen. Sie tritt ausschließlich in Afrika auf. Besonders hoch ist die Erkrankungsrate im Norden Angolas, im Tsavo-Nationalpark Kenias, im Kongo (zentrale Landesteile entlang des Kongo), in Teilen Sambias und in den Serengeti-Gebieten der Vereinigten Republik Tansania. In Burkina Faso, Guinea, Kamerun, Liberia, Malawi, Senegal, Sierra Leone, Simbabwe, Togo, Tschad und der Zentralafrikanischen Republik kommt der Erreger der Schlafkrankheit landesweit vor. Vereinzelte Herde mit relativ geringem Infektionsrisiko finden sich in Äquatorialguinea, Äthiopien (v.a. im Westen unter 2000 m Höhe), Benin, Elfenbeinküste, Gabun, Guinea-Bissau, Mali (v.a. Koulikero, Sikasso), Mosambik (Provinz Tete), Ruanda (v.a. im Westen), Sudan (v.a. im Süden) und Uganda (nördlich der Seen Viktoria und Edward). In Uganda entstand nach Meldungen der International Society for Infectious Diseases (ISTM) Ende August 2005 durch die starke Ausbreitung des Erregers im Kaberamaido Distrikt ein neues Risikogebiet. Auch für Touristen besteht ein Infektionsrisiko. So erkrankt nach Angaben der CDC (Centers for Disease Control and Prevention) jedes Jahr mindestens ein Tourist an der Schlafkrankheit. Vor allem Besuchern der ostafrikanischen Nationalparks wird zum Schutz das Tragen langer Kleidung empfohlen. Allerdings ist zu beachten, dass Tsetsefliegen durch dünneren Stoff hindurch stechen können.
  • Die Pest kommt bei wildlebenden Nagetieren in weiten Teilen Zentralafrikas endemisch, also regelmäßig, jedoch in der Regel auf ein bestimmtes Gebiet begrenzt, vor. Die krankheitserregenden Bakterien (Yersinia pestis) können beim Menschen lebensbedrohliche Erkrankungen hervorrufen. Unterschieden werden vier Formen der Krankheitsausprägung: Beulenpest (Bubonenpest), Pestsepsis, Lungenpest und abortive Pest. Die Übertragung der Pesterreger vom Nagetier auf den Menschen erfolgt meist indirekt über Flöhe, die Lungenpest ist auch direkt von Mensch zu Mensch übertragbar. Pesterkrankungen treten beim Menschen heute nur noch sporadisch auf. Bekannt sind Fälle aus Kenia (Süden), der Demokratischen Republik Kongo, Madagaskar, Malawi (Nsanje-Distrikt), Mosambik (Provinzen Tete und Zambezia), Sambia (v.a. Southern Province), Simbabwe (Matabeleland North), der Vereinigten Republik Tansania (Tanga-Provinz am Westhang der Usambara-Berge) und Uganda (im Landesinneren, v.a. Nebbis-Distrikt). Madagaskar gilt mit schätzungsweise 2.000 Fällen pro Jahr weltweit als das Land mit den meisten Pesterkrankungen (Provinzen Antananarivo, Antsiranana, Fianarantsoa, Mahajanga, Toamasina). Da die Pest, wird sie rechtzeitig erkannt und behandelt, heilbar ist, sollten sich vor allem Rucksackreisende über diese Erkrankung vor Reiseantritt ausreichend informieren. Aktuelles: Zuletzt wurden vereinzelte Fälle von Pest aus den Regionen Ndamera und Chimombo im Nsanje-Distrikt von Malawi gemeldet. (Stand: Dezember 2006)
  • In Zentralafrika verbreitet sind Borrelienarten, die so genanntes endemisches Rückfallfieber verursachen können. Die Übertragung der Borrelien auf den Menschen erfolgt durch Zecken. Rückfallfieber zeichnet sich durch periodisch wiederkehrende Fieberschübe aus.
  • In den meisten Ländern Zentralafrikas treten regelmäßig Gelbfieber-Epidemien auf. Die Erkrankung wird durch Mücken übertragen und geht mit hohem Fieber, Blutungen und Blutgerinnungsstörungen einher. Als Gelbfiebergebiete gelten Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Kongo, Liberia, Mali (südlich von 15° nördlicher Breite), Niger (südlich von 15° N), Nigeria, Ruanda, Sambia, São Tomé und Prìncipe, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan (südlich von 12° N), Tansania, Togo, der Süden von Tschad, Uganda und die Zentralafrikanische Republik.
  • In Angola, Äthiopien, Burkina-Faso, Dschibuti, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Guinea, Kap Verde, Kenia, Komoren, Mauritius, Mosambik, Nigeria, Ruanda, Sambia, São Tomé und Prìncipe, Senegal, den Seychellen, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Tansania und Togo tritt das sog. Dengue-Fieber auf. Die Krankheit wird von Mücken übertragen und kann mit lebensbedrohlichen Blutungen und Blutgerinnungsstörungen einhergehen.
  • Auf Mauritius traten im Jahr 2006 vermehrt Krankheitsfälle mit Chikungunya auf. Auch ein deutscher Tourist war davon betroffen. Die Erkrankung wird durch Viren ausgelöst, die von tag- und nachtaktiven Mücken übertragen werden. Sie geht mit hohem Fieber, Hautrötung und extrem starken Muskel- und Gliederschmerzen einher. Häufig nehmen die Betroffenen wegen der Schmerzen eine gekrümmte Schonhaltung ein, daher der Name Chikungunya - "sich zusammenkrümmen".
  • In Mauretanien tritt sporadisch das so genannte Krim-Kongo-Fieber auf. Zuletzt wurden im März 2003 mehrere Fälle in der Gegend um Nouakchott beobachtet. Das Virus wird von Nutztieren (Schafen, Ziegen, Rindern, Kamelen) über Zecken auf den Menschen übertragen.
  • In Äquatorialguinea werden regelmäßig Fälle der Japanischen Enzephalitis beobachtet. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung des Gehirns, die von Mücken übertragen wird. Eine Infektion führt zwar nur selten zur Erkrankung, diese jedoch ist mit einer hohen Sterblichkeit verbunden. Eine Schutzimpfung gegen Japanische Enzephalitis ist möglich.
  • Große Bedeutung hat Bilharziose, eine Infektion mit Pärchenegeln (Schistosoma). Die Infektion erfolgt über Schwanzlarven der Egel, die Zerkarien genannt werden. Diese schwimmen im Süßwasser umher und dringen bei Kontakt mit einem Menschen in dessen Haut ein. Verschiedene Erkrankungserscheinungen wie Fieber, Hautveränderungen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Störungen der Harnblasenfunktion sowie Schädigungen der Lunge, der Leber, des Herzens oder des Gehirns können die Folge sein. Bilharziose ist in Zentralafrika weit verbreitet. Reisende werden deshalb im Allgemeinen davor gewarnt, in Seen und Flüssen zu baden.
  • Sandflohfieber ist eine juckende Hautkrankheit, die durch Befall mit Sandflöhen ausgelöst wird und in ganz Afrika verbreitet ist.

Gesundheitsrisiken durch Nahrungsmittel

Nahrungsmittelbedingte Erkrankungen sind in Zentralafrika sehr verbreitet. Eine gute Nahrungsmittelhygiene ist deshalb besonders wichtig. Generell ist Vorsicht gegenüber Imbissständen an der Straße geboten. Obst und Gemüse sollten vor dem Verzehr mit abgekochtem Wasser gründlich abgewaschen werden. Ist dies nicht möglich, sollte nur zu schälendes Obst oder Gemüse gegessen werden. Darüber hinaus empfiehlt es sich, ausschließlich abgekochtes Wasser zu trinken (Vorsicht bei Eiswürfeln!). Mikrofilter und Entgiftungstabletten zur Reinigung von Wasser sind in Europa im Handel erhältlich. Reisende sollten sich rechtzeitig vor Beginn der Reise über die verschiedenen Möglichkeiten und Wirkungsweisen solcher Mittel informieren. Mit einfachen Hygienemaßnahmen lassen sich lästige Darminfektionen häufig vermeiden.

  • Besonders häufig sind bakteriell ausgelöste Durchfallerkrankungen (=Diarrhoen), z.B. durch Infektionen mit Campylobacter, E. coli, Salmonellen (s. Typhus), Shigellen (s. Ruhr) oder Choleravibrionen (s. Cholera). Verschiedene internationale Organisationen wie die WHO und UNICEF stellen in Zentralafrika Mittel für eine medizinische Versorgung der einheimischen Bevölkerung und eine Säuberung des Trinkwasser bereit. Auf diese Weise ist es gelungen, die Sterberate an infektiösen Darmerkrankungen unter der einheimischen Bevölkerung zu senken. Aktuelles: In Sub-Sahara Afrika herrschen in verschiedenen Ländern immer wieder Choleraepidemien. Betroffen waren im Jahr 2006 vor allem Angola, Guinea (v.a. Grenzgebiet zu Liberia), Guinea-Bissau (v.a. Bissau, Cacheu, Gabu, Biombo, Oio), Liberia, Tansania sowie Uganda. Allein im Süden Sudans (v.a. Yei, Juba) erkrankten zwischen dem 28. Januar und 14. Juni 2006 mehr als 16.000 Personen, von denen 476 starben. Auch der Norden des Sudans (v.a. Bundesstaaten Khartoum und Nord Kordofan) war von einem größeren Choleraausbruch betroffen.
  • Parasiten spielen ebenfalls eine zentrale Rolle bei der Auslösung von lebensmittelbedingten Erkrankungen. Dazu zählen vor allem Fadenwürmer, z.B. Spulwurm und Peitschenwurm, und Bandwürmer wie der Rinderfinnen- und der Schweinefinnenbandwurm, die durch den Verzehr von rohem oder nicht ausreichend erhitztem Rind- bzw. Schweinefleisch (z.B. in Form von Tatar) übertragen werden (Taeniose). Weit verbreitet sind in den tropischen und subtropischen Gebieten Afrikas Infektionen mit Amöben, die zu Bauchschmerzen und Durchfällen führen können ("Amöbenruhr"). Ein anderer typischer Erreger von infektiösen Darmerkrankungen ist Giardia lamblia, ein Dünndarmparasit, der Darmentzündungen und Durchfall verursacht (Giardiasis). Vor allem in Äquatorialguinea, Gabun, Kamerun und Liberia sind über den Verzehr von Krabben und Krebsen Infektionen mit dem Lungenegel möglich. Lungenbeschwerden, aber auch Bauchschmerzen, Leber- und Bauchspeicheldrüsenbeschwerden oder Hautveränderungen sind die Folge. In vielen Teilen Afrikas sind Infektionen mit dem so genannten Drachenwurm zu beobachten. Der Parasit verursacht beim Menschen die Ausbildung von Hautknoten, die insbesondere an den Gliedmaßen auftreten (Drakunkulose). Die Infektion erfolgt über kontaminiertes Trinkwasser.
  • Für Reisende nach Afrika besteht generell ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit Hepatitis A und Hepatitis E. Beide Viren werden vor allem durch Lebensmittel und Trinkwasser, seltener durch Schmutz- oder Schmierinfektionen übertragen.

Sonstige Gesundheitsrisiken

  • In verschiedenen Ländern Asiens grassiert auf Geflügelfarmen regelmäßig die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt. Die Erkrankung führt innerhalb kürzester Zeit zum Tod der erkrankten Tiere. Da der Erreger, das Virus H5N1, auch bei Zugvögeln auftritt, besteht die Gefahr einer weltweiten Ausbreitung. Die Viren sind auf den Menschen übertragbar und lösen schwere grippeähnliche Krankheitszustände aus, die oft tödlich enden. Seit den ersten Fällen im Jahr 2003 erkrankten mindestens 261 Personen, von denen 157 an den Folgen starben (in Aserbeidschan 8 Erkrankungen mit 5 Todesfällen, Ägypten 18 Erkrankungen mit 10 Todesfällen, China 21 Erkrankungen mit 14 Todesfällen, Dschibuti 1 Erkrankungsfall, Indonesien 74 Erkrankungen mit 57 Todesfällen, Irak 3 Erkrankungen mit 2 Todesfällen, Kambodscha 6 Todesfälle, Thailand 25 Erkrankungen mit 17 Todesfällen, Türkei 12 Erkrankungen mit 4 Todesfällen sowie Vietnam 93 Erkrankungen mit 42 Todesfällen). Aus Indonesien bestätigte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Übertragung des Erregers von Mensch zu Mensch. Einen vorbeugenden Impfschutz gegen die Erkrankung gibt es bislang nicht. Zur Vorbeugung einer Infektion wird Reisenden empfohlen, direkten Kontakt zu Hühnern und Schweinen zu meiden und Fleisch bzw. Eier vor dem Genuss auf mindestens 70°C zu erhitzen. (Stand: 27. Dezember 2006)
  • Im Norden Nigerias ist Anfang des Jahres 2004 nach der Weigerung der Bevölkerung, sich impfen zu lassen, eine neue Epidemie der Kinderlähmung (Poliomyelitis) ausgebrochen. Es handelt sich um eine akute Viruserkrankung, die zu bleibenden Lähmungen der Muskulatur oder gar zum Tod führen kann. Um eine Verbreitung der Krankheitserreger in die Nachbarstaaten Nigerias zu verhindern, startete die WHO im Februar und März letzten Jahres großangelegte Impfaktionen in den gefährdeten Ländern. Dennoch ist es zu Verschleppungen des Virus in andere afrikanische Länder gekommen. Nach Angaben des Komitees zur globalen Ausrottung der Poliomyelitis der WHO (Global Polio Eradication Initiative) stieg die Anzahl der Erkrankungen in den letzten beiden Jahren massiv an. Allein im Jahr 2005 wurden weltweit 1.938 neue Poliofälle registriert. Aktuelles: In diesem Jahr wurden weltweit bisher 1.820 Krankheitsfälle registriert, darunter: Äthiopien 16, Angola 1, Kamerun 1, Kenia 1, Kongo 11, Niger 12, Nigeria 1.043 und Somalia 32 (Stand: 20. Dezember 2006).
  • Aktuelles: Aus Kenia, insbesondere aus Rift Valley, Nyanza und Nairobi, wurden in den vergangenen Monaten vermehrt Fälle von Masern gemeldet. Auch in Uganda trat die Krankheit zuletzt in 24 Distrikten, darunter auch der Hauptstadt Kampala, verstärkt auf. Sie wird durch Viren verursacht und führt zu Hautausschlag, Fieber, Husten und Bindehautentzündung am Auge. Auch ernstzunehmende Komplikationen wie Lungen- und Mittelohrentzündung, Entzündungen des Kehlkopfes und der Luftröhre sowie Entzündungen des Gehirns und der Hirnhäute sind im weiteren Verlauf möglich. Reisenden nach Kenia und Uganda wird ein Impfschutz gegen Masern empfohlen. (Stand: Dezember 2006)
  • Alljährlich besteht in den meisten zentralafrikanischen Ländern während der sog. "Harmattan-Saison" zwischen Oktober und Mai ein erhöhtes Risiko für Infektionen mit bakterieller Hirnhautentzündung (Meningokokken-Meningitis). Der Harmattan ist ein trocken-heisser Südostwind, der auch als "Staubsturm" bekannt ist und im Bereich der West-Sahara und in Oberguinea weht. Die Bakterien werden über die Atemwege, z.B. beim Husten oder Niesen, übertragen und führen zu Kopfschmerzen, Benommenheit, schwerem Krankheitsgefühl, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und Gelenkschmerzen. Insbesondere bei Säuglingen, Kleinkindern und alten Menschen zeigt die Krankheit oft dramatische Verläufe, die nicht selten tödlich enden.Aktuelles: Im November wurden mehrere Fälle von Meningokokken-Meningitis aus dem Süden des Sudans (Greater Yei County) bekannt. (Stand: Dezember 2006)
  • Infektionen mit dem in Zentralafrika weit verbreiteten Bakterium Chlamydia trachomatis sind Auslöser des Trachom, auch Ägyptische Augenkrankheit genannt. Dabei handelt es sich um eine langwierige Entzündung der Horn- und Bindehaut des Auges, die zur Erblindung führen kann. Die Infektion erfolgt über direkten Kontakt zu Erkrankten oder indirekt über kontaminierte Gegenstände.
  • Verschiedene Viren können Fieber, das mit schweren lebensbedrohlichen Blutungen einhergeht (=hämorraghisches Fieber), verursachen. Arenaviren z.B., zu denen die so genannten Lassa-Viren gehören, sind vor allem in Westafrika verbreitet. Das Lassa-Virus führt zu einem hämorraghischen Fieber, bei dem nahezu alle inneren Organe in Mitleidenschaft gezogen werden und das entsprechend mit einer hohen Sterberate verbunden ist. Die Übertragung des Erregers erfolgt durch Hausmäuse und Ratten, z.B. über deren Urin. Reisende sollten deshalb darauf achten, dass Nahrungsmittel und Trinkwasser vor einem Kontakt mit Mäusen und Ratten geschützt sind. Marburg- und Ebola-Virus gehören zu den Filoviren, deren Überträger bisher nicht bekannt ist. Infektionen mit diesen Viren treten episodisch auf, größere Epidemien gab es bisher im Sudan, an der Elfenbeinküste, in Gabun, in der Demokratischen Republik Kongo und in Uganda. Ebolaerkrankungen haben eine Todesrate von 50-90%. Aktuelles:Lassa-Fieber tritt derzeit in vielen Ländern Sub-Saharas verstärkt auf, darunter in Ghana, Elfenbeinküste, Guinea, Liberia und Sierra Leone. Derzeit werden aus Kenia vermehrt Fälle von Rift-Valley-Fieber, einer Form von hämorrhagischem Fieber, gemeldet. Im Garissa-Distrikt sind bislang 32 Erkrankungen und 19 Todesfälle aufgetreten. (Stand: Dezember 2006)
  • Sub-Sahara Afrika ist hinsichtlich der HIV-Infektionen in der weltweiten Statistik führend. Schätzungen der WHO zufolge sind in den Ländern südlich der Sahara derzeit rund 25 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Unter der erwachsenen Bevölkerung im Alter zwischen 15 und 49 Jahren variieren die Zahlen von 0,7 Prozent im Senegal bis 16 Prozent in Sambia. Allein im Jahr 2005 gab es rund 2,7 Millionen neue Infektionsfälle, ca. zwei Millionen Menschen starben an den Folgen von AIDS. Bei sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung ist daher generell große Vorsicht geboten. Das Benutzen von Kondomen wird dringend empfohlen. Vor einer medizinischen Versorgung mit Blutkonserven wird in Hinblick auf mögliche HIV-Infektionen gewarnt, sie sollte nur in unmittelbar lebensbedrohlichen Fällen in Anspruch genommen werden. Auch Spritzen und Kanülen, die in den Krankenhäusern benutzt werden, können verunreinigt sein.

Impfungen

Pflichtimpfungen und allgemeine Vorschriften

Reisende nach Zentralafrika sollten sich grundsätzlich beim zuständigen Arzt oder Tropeninstitut bzw. ihrer Landesvertretung nach der aktuellen gesundheitlichen Situation im jeweiligen Reiseland und den Einreisebestimmungen hinsichtlich geforderter Impfungen und Gesundheitszeugnisse erkundigen.

  • Für Reisende nach Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Kamerun, die Demokratische Republik Kongo, Liberia, Mali, Niger, Ruanda, São Tomé und Prìncipe, Sambia, Sudan, Togo, Uganda und die Zentralafrikanische Republik besteht eine Immunisierungspflicht gegen Gelbfieber. Bei Reisen nach Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Dschibuti, Eritrea, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Kap Verde, Kenia, Madagaskar, Malawi, Mauretanien, Mauritius, Mosambik, Nigeria, Senegal, die Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia und die Vereinigte Republik Tansania ist der Nachweis eines Gelbfieberimpfschutzes nur für Reisende notwendig, die aus entsprechenden Infektionsgebieten kommen (Länderliste s. Gelbfieber). Da jedoch in den meisten zentralafrikanischen Ländern regelmäßig Gelbfieber auftritt, empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation (WHO) unabhängig von den jeweiligen Landesvorschriften nachdrücklich für alle Reisende in diese Region jenseits des ersten Lebensjahres eine vorbeugende Immunisierung gegen die Erkrankung.
  • Bei der Einreise nach Äquatorialguinea, Benin, Gabun, der Demokratischen Republik Kongo, Liberia, Nigeria, der Vereinigten Republik Tansania und der Zentralafrikanischen Republik wird gelegentlich für Reisende der Nachweis eines Cholera-Impfschutzes gefordert. Aus medizinischer Sicht wird die Impfung gegen Cholera für Touristen im Allgemeinen nicht empfohlen. Als Schutz vor der Erkrankung gilt in erster Linie eine gute Lebensmittel- und Trinkwasserhygiene.
  • Für Reisende nach Nigeria wird bei der Einreise aus einem anderen afrikanischen Staat der Nachweis eines Impfschutzes gegen Meningokokken-Meningitis verlangt. Da die Erkrankung in Zentralafrika generell weit verbreitet ist, wird auch für Reisende nach Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Burkina-Faso, Dschibuti, Elfenbeinküste, Eritrea, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Demokratische Republik Kongo, Mali, Mauretanien, Niger, Ruanda, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Vereinigte Republik Tansania, Togo, Tschad, Uganda und die Zentralafrikanische Republik eine vorbeugende Immunisierung gegen die Erkrankung empfohlen. Das Infektionsrisiko ist in der Zeit von Oktober bis Mai während der "Harmattan-Saison" besonders hoch.

Allgemeine Impfempfehlungen

  • Die klassischen Impfungen gegen Tetanus und Diphtherie sind - bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen - mindestens alle zehn Jahre aufzufrischen. Bei Reisen nach Zentralafrika sollte in jedem Fall für ausreichenden Impfschutz gegen diese beiden Erkrankungen gesorgt werden.
  • Auch die Impfung gegen Kinderlähmung (Poliomyelitis) wird dringend empfohlen. In einigen Ländern (z.B. Nigeria) muss bei der Einreise ein gültiger Impfschutznachweis vorgelegt werden. Bei vorhandener Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen empfiehlt sich eine Auffrischung des Impfschutzes im Zehnjahresrhythmus. Im Zweifelsfall sollten Reisende hierzu ihren behandelnden Arzt befragen.

Spezielle Impfempfehlungen

  • Da Hepatitis A-Infektionen in allen Ländern Zentralafrikas häufig sind, sollte rechtzeitig vor Reisebeginn eine Immunisierung gegen das Virus erfolgen.
  • Insbesondere bei einem längeren Aufenthalt in Zentralafrika und intensivem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung gegen Hepatitis B. Das Virus wird durch Blut oder Körperflüssigkeiten (z.B. Sperma bei Geschlechtsverkehr) übertragen und ist im mittleren Afrika unter der Bevölkerung weit verbreitet. Im Gambia z.B. sind Schätzungen zu Folge etwa 20% der erwachsenen Bevölkerung mit Hepatitis B infiziert. Bei sexuellem Verkehr sollten daher unbedingt Kondome benutzt werden. Bei der Immunisierung kann ein Kombinationsimpfstoff für Hepatitis A und B verwendet werden.
  • Da Typhus in Zentralafrika weit verbreitet ist, wird im Allgemeinen eine Schutzimpfung gegen die Erkrankung empfohlen.
  • Nach Meldungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nahm die Anzahl an Malariafällen unter Reisenden aus zentralafrikanischen Ländern in den Jahren 2003 und 2004 drastisch zu. Dies wird darauf zurückgeführt, dass das Infektionsrisiko und die möglichen Folgen einer Erkrankung unterschätzt und entsprechend nur mangelhafte Vorbeugungsmaßnahmen ergriffen wurden. Eine medikamentöse Prophylaxe gegen Malaria ist für alle Länder Zentralafrikas mit Ausnahme Kap Verdes und der Seychellen dringend anzuraten. Sie sollte allerdings nur nach Absprache mit dem zuständigen Arzt bzw. städtischen Tropeninstitut erfolgen, da bei bestimmten Medikamenten erhebliche Nebenwirkungen auftreten können.
  • Das Tollwut-Virus ist in allen Ländern mit Ausnahme Kap Verde, der Komoren und der Seychellen verbreitet. Da die Übertragung von Tollwut auf den Menschen durch den Speichel eines erkrankten Tieres erfolgt, wird insbesondere für Personen, die aus beruflichen oder anderen Gründen einem erhöhten Ansteckungsrisiko ausgesetzt sind (z.B. Forstarbeit, Jagd, Landaufenthalt), ein vorbeugender Impfschutz empfohlen. Generell ist in ländlichen Regionen Vorsicht vor streunenden Hunden oder Katzen bzw. zahm wirkenden Wildtieren geboten.

Sonstige Reisetipps

  • Schlangen und Skorpione werden für den Menschen vor allem dann gefährlich, wenn sie sich bedroht fühlen. Aus diesem Grund ist es ratsam, bestimmte Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Dazu gehört, nicht auf dem Boden zu schlafen, vor dem Zubettgehen unter die Decke zu schauen, geschlossene Schuhe vor dem Anziehen auszuschütteln, bei Ausflügen in die Natur knöchelhohes Schuhwerk zu tragen, nicht in Büschen oder auf Bäumen herumzukriechen und im Dunkeln eine Taschenlampe zu benutzen.
  • Bei der Reise- und Gesundheitsplanung sind vor allem die teilweise extrem heißen Temperaturen zu berücksichtigen, die zu erheblichen Belastungen des Herz-Kreislaufs führen können. Wichtig ist deshalb, immer reichlich zu trinken. Auch für ausreichenden Schutz der Haut gegen direkte Sonneneinstrahlung sollte gesorgt werden, da diese in den Ländern Afrikas südlich der Sahara im Allgemeinen sehr hoch ist.
  • Darüber hinaus ist - insbesondere für gesundheitlich gefährdete Menschen - zu beachten, dass die medizinischen Versorgungsstandards in den meisten Ländern Zentralafrikas erheblich schlechter sind als die in Europa. Die Mitnahme einer Reiseapotheke ist daher unerlässlich. Für einige Länder wird sogar empfohlen, notwendige medizinische Eingriffe wie Operationen nicht dort vornehmen zu lassen, sondern dafür in ein anderes Land, z.B. nach Südafrika, zu reisen. Für den Aufenthalt sollten spezielle Reisekrankenversicherungen abgeschlossen werden, die auch einen Rücktransport bei schweren Erkrankungen oder Unfällen beinhalten. Vor Reiseantritt sind ausführliche Informationen darüber bei der jeweils zuständigen Krankenkasse einzuholen.