Das Bild zeigt eine Frau, die raucht.
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Strahlenbelastung durch Rauchen

Dass Rauchen gesundheitsschädlich ist, ist kein Geheimnis. Aber dass man auch einer Strahlenbelastung durch Rauchen ausgesetzt sein könnte, ist vielen Menschen unbekannt.

Allgemeines

Tatsache ist aber: Wer Tabak konsumiert, kommt mit einer leicht erhöhten radioaktiven Strahlung in Kontakt. Und auch Passivraucher haben darunter zu leiden: Wenn sie unfreiwillig Zigarettenrauch inhalieren, gelangen radioaktive Substanzen in ihre Lunge – das Krebsrisiko erhöht sich.

Strahlenbelastung durch Rauchen – ist die Zigarette wirklich eine Quelle radioaktiver Substanzen? In der Regel denkt ein Raucher wohl kaum darüber nach, inwieweit er beim Inhalieren radioaktiver Strahlung ausgesetzt sein könnte. Fakt ist: Tabakrauch besteht nicht nur aus Nikotin, sondern aus mehr als 4.000 einzelnen, teilweise hochgiftigen Substanzen wie Blausäure, Kohlenmonoxid oder Ammoniak.

Im Tabakrauch sind diverse Stoffe enthalten, deren krebserregende Wirkung bereits erwiesen ist. Solche krebserregenden Stoffe werden auch Kanzerogene genannt. Hierzu zählen beispielsweise Nitrit, Benzol, Arsen, Blei, Cadmium, Formaldehyd – aber auch Radon und sein hochgiftiges Zerfallsprodukt, das radioaktive Polonium-210. Polonium erhielt seinen Namen von seinen Entdeckern Marie und Pierre Curie, die das Element 1897 nach ihrer Heimat Polen benannten.

Die Strahlenbelastung durch Rauchen ist nicht zu unterschätzen: Das Element Polonium-210 ist mit ein Grund dafür, dass Rauchen einen der größten Risikofaktoren für Lungenkrebs darstellt. Das Metall ist das Zerfallsprodukt eines in der Natur vorkommenden Gases: des Radons.

Polonium-210 ist nur dann gefährlich für einen Menschen, wenn es direkt in den Körper aufgenommen wird (sog. Inkorporation), so zum Beispiel über eine Wunde, über die Nahrung – oder durch das Rauchen einer Zigarette (Inhalation).

Wer den Glimmstängel zukünftig verschmäht, sorgt nicht nur bei Nichtrauchern für Wohlwollen, sondern vermindert gleichzeitig auch die Strahlenbelastung durch Rauchen in seinem Körper – und somit auch die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken.

Strahlenbelastung

Tabakrauchen ist mit einer erhöhten Strahlenbelastung verbunden. Die im Tabak enthaltenen radioaktiven Elemente entstehen vor allem im Rahmen der natürlichen Zerfallsreihen der Elemente Uran 238, Uran 235 und Thorium 232. Besonders gefährlich ist hierbei das Polonium-210 (aus der Zerfallsreihe von Uran 238), welches aus dem Edelgas Radon entsteht. Polonium-210 wiederum zerfällt zu Blei (Pb 210).

Die in Zigaretten enthaltenden radioaktiven Stoffe wie etwa das Polonium-210 gelangen direkt in die Atemwege und lagern sich dort im Lungengewebe ab. Die entstehende radioaktive Strahlenbelastung kann die Zellen schädigen und erhöht die Wahrscheinlichkeit, an Lungenkrebs zu erkranken.

Aber wie gelangen Gase wie Radon beziehungsweise daraus entstehende Substanzen wie Polonium in den Tabakrauch? Die Zerfallsprodukte des natürlich vorkommenden Gases Radon geraten über Staubpartikel in der Luft auf die Tabakpflanzen. Die großen behaarten Blätter der Tabakpflanze und die dichte Bepflanzung auf den Tabakfeldern ermöglichen, dass die Partikel besonders gut haften bleiben. Auch im Erdboden können sich Spuren radioaktiver Elemente in unterschiedlichen Konzentrationen befinden. Wer den Tabak inhaliert, nimmt die giftigen Substanzen direkt in die Lunge auf. Die höchste Strahlenbelastung entsteht dabei durch das Zerfallsprodukt Polonium-210.

Polonium-210 ist ein silberfarbenes, radioaktives Metall und ein Zerfallsprodukt des radioaktiven Edelgases Radon, welches ständig in der Natur vorkommt. Es ist hochgiftig und krebserregend. Schon Mengen von 0,1 Mikrogramm Polonium-210 können – inhaliert, über kleine Wunden oder oral aufgenommen – im Laufe weniger Tage zum Tode führen.

In einer einzelnen Zigarette befinden sich im inhalierten Rauch (sog. Hauptstromrauch) durchschnittlich etwa 0,03 bis 1 Mikrogramm Polonium-210 pro Kubikmeter. Aber nicht nur für den Raucher, auch für den Passivraucher kann Polonium eine Gefahr für die Gesundheit darstellen: Im Hauptstromrauch sind lediglich 10 Prozent der radioaktiven Elemente enthalten, während sich etwa 30 Prozent im sogenannten Nebenstrom befinden. Der Nebenstrom ist der Rauch, der während der Zugpausen in die Umgebungsluft übergeht und auch von Passivrauchern aufgenommen wird. Weitere 40 Prozent der schädlichen Stoffe verbleiben im Zigarettenstummel, der Rest ist Teil der Asche.