Eine afrikanische, eine europäische und eine asiatische Frau lachen in die Kamera
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Teint: Rosig, frisch und einfach schön

Schöne Haut, einen strahlenden Teint – das wünschen sich die meisten Menschen. Doch die Hautfarbe lässt sich nur in begrenztem Maße beeinflussen. Denn den größten Anteil an ihr haben die Gene.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Die Haut als Spiegel der Seele

Die Haut ist nicht nur das größte Organ des Menschen, sie gilt auch als Spiegel seiner Seele. Das gilt insbesondere für die Gesichtshaut: Ist sie blass und fahl oder rosig und frisch? Beides lässt scheinbar Rückschlüsse auf die Lebensweise, den Charakter und vor allem auch die Gesundheit eines Menschen zu. Der Teint entscheidet mit, wie man sich selbst und andere wahrnimmt.

Das Wort Teint stammt aus dem Französischen und bedeutet soviel wie Färbung oder Tönung. Auch, wenn es für die Hautfarbe im Allgemeinen steht, wird es im Deutschen meist für die Farbe der Gesichtshaut verwendet. Und die sollte möglichst eines sein: strahlend schön. Forscher haben herausgefunden, dass ein rosiger bis gelblicher Teint am attraktivsten auf die meisten Menschen wirkt. Aber kann man seine Gesichtsfarbe beeinflussen?

Zunächst einmal: Zum großen Teil ist der Teint von den Genen bestimmt. Diese entscheiden darüber, welchen Ton die Haut hat: blass, hell, leicht gebräunt oder dunkel. Denn für die Pigmentierung (von lat. pigmentum = Farbe, Farbstoff) sind spezielle Zellen zuständig: die sogenannten Melanozyten. Sie sitzen in der Oberhaut (Epidermis) und geben der Haut ihre individuelle Farbe. Angeregt von der Sonneneinstrahlung bilden die Melanozyten das bräunliche Pigment Melanin. Dieses färbt die Haut und sorgt außerdem dafür, dass schädliches UV-Licht nicht in die tieferen Hautschichten eindringt.

Das Pigment Melanin befindet sich bei hellhäutigen Menschen vor allem in der untersten Schicht der Oberhaut, der sogenannten Basalzellschicht. Bei dunkelhäutigen Menschen ist es dagegen in allen Schichten der Oberhaut vorhanden.

Die Anzahl der Melanozyten unterscheidet sich kaum von Mensch zu Mensch – sehr wohl aber die Aktivität dieser Zellen. Bei einer Pigmentstörung beispielsweise produzieren die Melanozyten örtlich oder auch flächendeckend zu viel oder zu wenig Hautpigmente. Dadurch verändert sich dann an den entsprechenden Stellen die Hautfarbe. So ist zum Beispiel bei Menschen mit Albinismus die Melaninproduktion von Geburt an gestört. Dadurch ist das Pigment bei ihnen nur in sehr geringer Menge vorhanden und ihre Haut, Haare und Augen dementsprechend hell.

Im Zuge der Evolution haben sich – als Anpassung an Lebensräume und Lebensstile – verschiedene Hautfarben entwickelt, die auch unterschiedlich auf Sonneneinstrahlung reagieren: Je dunkler die Haut ist, desto höher ist ihre sogenannte Eigenschutzzeit. Das ist die Zeit, die die Haut ungeschützt der Sonne ausgesetzt sein kann, bevor sie mit Sonnenbrand reagiert.

Der US-amerikanische Hautarzt Thomas Fitzpatrick klassifizierte die verschiedenen Hautfarben in den 1970er Jahren: Vom keltischen Typ (Typ I) mit sehr heller Haut und sehr hellen Haaren bis zum schwarzen Typ (Typ VI) mit sehr dunkler Haut und sehr dunklen Haaren. Seine Einteilung in die sechs verschiedenen Hauttypen wird noch heute verwendet und ist in dieser Tabelle abgebildet:

Die sechs Hauttypen nach Thomas Fitzpatrick

Hauttyp Merkmale
Keltischer Typ (Typ I)
  • sehr helle Haut
  • Sommersprossen
  • rote oder hellblonde Haare
  • helle Augen
  • bräunt nicht
  • sehr häufig Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: 5-10 Minuten
Kaukasier, Nordischer Typ (Typ II)
  • helle Haut
  • oft Sommersprossen
  • blonde bis dunkelbraune Haare
  • helle Augen
  • bräunt nur langsam und leicht
  • häufig Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: 10-20 Minuten
Mischtyp (Typ III)
  • hellbraune Haut
  • kaum Sommersprossen
  • hell- bis dunkelbraune Haare
  • helle bis braune Augen
  • bräunt gut
  • gelegentlich Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: 20-30 Minuten
Mediterraner Typ (Typ IV)
  • mittelbraune Haut
  • keine Sommersprossen
  • dunkle Haare
  • dunkle Augen
  • bräunt sehr gut
  • selten Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: 30-40 Minuten
Dunkler Typ (Typ V, vorwiegend Menschen aus Lateinamerika, Nordafrika, Asien)
  • dunkelbraune Haut
  • keine Sommersprossen
  • schwarze Haare
  • dunkle bis schwarze Augen
  • bräunt sehr gut
  • sehr selten Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: mehr als 40 Minuten
Schwarzer Typ (Typ VI, vorwiegend Menschen aus Afrika, Ureinwohner Australiens)
  • schwarze Haut
  • keine Sommersprossen
  • schwarze Haare
  • schwarze Augen
  • extrem selten bis nie Sonnenbrand
  • Eigenschutzzeit: nahezu unbegrenzt

Wichtig: Die hier angegebenen Merkmale sind nur Anhaltspunkte für den Hauttyp und sollen einer groben Einteilung dienen – eine genaue Bestimmung ist nur durch einen Hautarzt (Dermatologen) möglich. Auch bei der hier angegebenen Hauteigenschutzzeit handelt es sich um Näherungswerte. Die tatsächliche Eigenschutzzeit der Haut kann daher höher oder auch niedriger ausfallen.

Abgesehen von dieser allgemeinen Einteilung in verschiedene Hauttypen ist die Hautfarbe auch von der jeweiligen Körperregion abhängig. So ist die Haut, die häufig der Sonne ausgesetzt ist, meist dunkler als Körperareale, die in der Regel von Kleidung bedeckt sind. Andere Körperteile, wie die Handinnenflächen oder auch die Lippen, enthalten keine oder kaum Pigmentzellen. Daher sind sie in der Regel heller. Vermehrt pigmentiert und damit dunkler als der Rest des Körpers sind dagegen beispielsweise die Brustwarzen oder auch der Genitalbereich.

Genauso, wie ein rosiger und frischer Teint allgemein als Zeichen von Gesundheit gilt, kann Blässe ein Hinweis auf Krankheiten oder zumindest Unwohlsein sein. So verändert sich die die Hautfarbe ins weißliche oder gelbliche unter anderem bei:

Wichtig: Ein blasser Hautton muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass man krank ist. Denn ob der Teint als fahl wahrgenommen wird, hängt häufig auch von den vorherrschenden Lichtverhältnissen ab.

Tipps für einen schönen Teint

Forscher haben herausgefunden, dass die meisten Menschen einen rosigen bis gelblichen Teint attraktiv finden. Doch wenn der Teint zum großen Teil durch die Gene bestimmt ist – kann man dann überhaupt etwas tun, um ihn zu verändern? Ja – zumindest in gewissen Grenzen. Denn es gibt noch weitere Faktoren, die sich auf die Hautfarbe auswirken.

Dazu gehören unter anderem:

  • der Bräunungsgrad,
  • die Durchblutung,
  • das Pigment Karotin.

Bräunungsgrad

Während in vergangenen Jahrhunderten vor allem die "vornehme Blässe" als Schönheitsideal galt, weil sie zeigte, dass man nicht draußen auf dem Feld arbeiten musste, gilt heutzutage gebräunte Haut als wünschenswert. Doch die Sonnenbräune hat auch eine Schattenseite, vor der Hautärzte immer wieder warnen: Nicht nur die Hautalterung – und mit ihr die Faltenbildung– wird durch schädliche UV-Strahlung beschleunigt, sondern auch das Hautkrebsrisiko erhöht. Daher sollte man nur sehr dosiert sonnenbaden und dabei die Haut immer mit Sonnencreme oder Ähnlichem schützen.

Durchblutung

Wie rosig der Teint ist, hängt auch davon ab, wie gut die Haut durchblutet ist. Das Blut fließt in feinen Äderchen durch das gesamte Gewebe, versorgt seine Zellen mit Sauerstoff, Flüssigkeiten und Nährstoffen. Um die Durchblutung anzuregen, gibt es vor allem eine gesunde Möglichkeit: Sport. Denn die Bewegung steigert den Blutfluss in den Hautgefäßen und sorgt für einen besseren Sauerstoffaustausch. Dadurch wird der Teint insgesamt rosiger und frischer.

Karotin

Karotin (von lat. carota = Karotte) ist ein natürlicher Pflanzenfarbstoff, der zu der Gruppe der Karotinoide gehört. Karotin sorgt für die gelblichen Nuancen in unserer Hautfarbe. Denn der Farbstoff, der mit der Nahrung aufgenommen wird, lagert sich in der Leder- und Unterhaut ab. Sichtbar wird eine Veränderung der Hautfarbe bereits dann, wenn man mindestens vier Wochen lang täglich fünf Portionen karotinoidhaltiges Obst und Gemüse isst.

Neben der Hautfärbung hat der Pflanzenfarbstoff auch noch einen anderen Effekt: Zusammen mit anderen sogenannten Antioxidantien wie Vitaminen und Spurenelementen hilft er, die Haut vor schädlichen Umwelteinflüssen zu schützen und der vorzeitigen Hautalterung vorzubeugen.

Viel Karotin enthalten unter anderem diese Lebensmittel:

  • Gemüse: Brokkoli, Chicorée, Endivie, Feldsalat, Frühlingszwiebel, Grünkohl, Kürbis, Karotte, Paprika, Spinat, Tomaten
  • Obst: Aprikose, Honigmelone, Kaki, Mango, Passionsfrucht, Physalis