Zwei Freundinnen am Strand
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Haut im Sommer

Der Körper ist auf Sonne angewiesen. Mit ihrer Hilfe bildet er Vitamin D. Für die Haut ist Sonnenlicht aber auch eine Belastung – und eine Gefahr. Hier erfahren Sie, was im Sommer zu trockener oder juckender Haut führen kann, wie man die Haut optimal vor UV-Strahlung schützt und welche Pflege sie im Sommer braucht.

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Haut im Sommer

Reichhaltige Pflegecremes kann man sich im Sommer in der Regel sparen: Dank der Wärme verteilt sich das natürliche Hautfett gleichmäßig auf der Körperoberfläche. Genau wie Butter wird es bei höheren Temperaturen flüssig. Je flüssiger der Fettfilm auf der Haut, umso besser werden auch trockenere Bereiche (z.B. die Lippen) mit Fett versorgt. Hinzu kommt, dass die Innenräume im Sommer nicht mehr von trockener Heizungsluft erfüllt sind – ebenfalls eine Erleichterung für die Haut.

Das einzige Pflegeprodukt, das die Haut im Sommer dringend braucht, ist Sonnencreme. Diese enthält Stoffe, die UV-Strahlen davon abhalten, der Haut zu schaden. Es gibt chemische und physikalische UV-Filter.

Physikalische Filter (z.B. Titandioxid) legen sich auf die Haut und reflektieren UV-Strahlen, sodass diese gar nicht erst nicht in die Haut eindringen können. Chemische UV-Filter (z.B. Benzoate, Sulfonate) dringen in die Haut ein, nehmen die UV-Strahlung auf und hindern sie daran, die Haut zu schädigen. Die meisten Produkte enthalten mehrere verschiedene UV-Filter, damit sie einen ausreichenden Schutz bieten.

Allerdings ist die Schutzwirkung immer begrenzt. Wie lange der Schutz ungefähr anhält, kann man ausrechnen: Man multipliziert den Lichtschutzfaktor (LSF) der Creme mit der Eigenschutzzeit der Haut. Die Eigenschutzzeit hängt vom Hauttyp ab. Beim hellsten Hauttyp (Hauttyp I) beträgt sie zum Beispiel nur etwa 10 Minuten, beim Hauttyp IV bis zu 30 Minuten.

Warum wird die Haut im Sommer dunkler?

Die Haut wird im Sommer dunkler, weil sie vermehrt Melanin bildet. Melanin ist der Fachbegriff für braune und gelbliche bis rötliche Farbteilchen, mit denen sich die Haut gegen Sonne wappnet. Man kann sich diese Partikel vorstellen wie hauteigene Sonnenschirmchen, die UV-Strahlen abfangen. Produziert wird Melanin von einer bestimmten Art von Hautzellen, den sogenannten Melanozyten.

Je länger die Haut der Sonne ausgesetzt ist, umso mehr Melanin setzen die Melanozyten frei. Und je mehr Melanin sich in den oberen Hautschichten sammelt, umso gebräunter erscheint sie.

Bei vielen Menschen bräunt sich die Haut allerdings nicht (nur) flächig, sondern (auch) punktuell. Sie bekommen

Diese Hautveränderungen können einander recht ähnlich sehen. Sie entstehen jedoch auf unterschiedliche Arten. Muttermale bilden sich, wenn sich Melanozyten in der Haut vermehren und punktuell zusammenlagern. Darüber hinaus gibt es Muttermale, die aus Ansammlungen von Nävuszellen bestehen. Diese Hautzellen bilden ebenfalls Melanin. Anders als die Melanozyten geben sie den Farbstoff jedoch nicht an die Umgebung ab. Muttermale können angeboren sein oder erst im Laufe des Lebens durch Sonneneinstrahlung hervorgerufen werden. Die Neigung zu Muttermalen ist erblich bedingt.

Sommersprossen bestehen nur aus dem Farbstoff Melanin, nicht aus Melanozyten oder Nävuszellen. Es findet auch keine Vermehrung dieser Zellen statt.

Altersflecken bilden sich in der Regel erst ab dem 35. Lebensjahr. Betroffen sind meist Körperstellen, die besonders viel Sonnenlicht abbekommen: Gesicht, Hände und Arme. Bei Altesflecken handelt es sich – wie bei Sommersprossen – um Melaninflecken. Im Gegensatz zu Sommersprossen, die in der dunklen Jahreszeit blasser werden oder sogar verschwinden, bleiben Altersflecken jedoch das ganze Jahr über sichtbar.

Manche Menschen glauben, dass die Bräunung der Haut als Sonnenschutz ausreicht. Das ist ein Irrtum. Zwar bräunt sich die Haut tatsächlich als Schutz gegen die verstärkte Sonneneinstrahlung. Dieser Eigenschutz kann die Haut jedoch nur eine Zeit lang vor Sonnenbrand bewahren. Andere Schäden durch UV-Licht – von Falten bis hin zu Hautkrebs – verhindert die Bräune nicht.

Juckende Haut im Sommer

Wenn die Haut im Sommer juckt, können folgende Gründe dahinter stecken:

  • Sonnenbrand
  • Sonnenallergie (Polymorphe Lichtdermatose)
  • Hitzepickel durch verstopfte Schweißdrüsen
  • Medikamente, die in Kombination mit UV-Strahlung eine allergische Reaktion auslösen (z. B. Antibiotika aus der Gruppe der Sulfonamide, bestimmte Psychopharmaka, Östrogene und Diuretika)
  • Wiesengräserdermatitis (bestimmte Pflanzen enthalten Stoffe, die bei manchen Menschen Hautentzündungen hervorrufen können, wenn man die Haut nach dem Kontakt mit der Pflanze der Sonne aussetzt)

Zudem gibt es Hautkrankheiten, die mit Juckreiz einhergehen und sich im Sommer verstärken können – Neurodermitis zum Beispiel.

Trockene Haut im Sommer

Im Sommer trocknet die Haut nicht so leicht aus wie im Winter. Trockene Haut im Sommer ist meist ein Zeichen dafür, dass die Schutzschicht auf der Haut geschwächt ist. Dafür kann es verschiedene Gründe geben, zum Beispiel:

  • zu viel Sonne
  • häufiger Temperaturwechsel (etwa zwischen stark klimatisierten Räumen und der warmen Außenluft)
  • Reinigung mit zu aggressiven Produkten
  • zu häufiges und/oder langes Duschen, Baden oder Schwimmen

Damit die Haut sich regenerieren kann, sollte man sie so gut es geht schonen und vor schädlichen Einflüssen schützen. Das bedeutet vor allem:

  • an Sonnenschutz denken
  • nicht zu häufig, zu lange oder zu heiß duschen
  • auf aggressive Reinigungsprodukte verzichten
  • nach dem Duschen die Haut sanft mit dem Handtuch abtupfen (nicht zu kräftig rubbeln)
  • die trockenen Hautbereiche nach dem Duschen oder Waschen eincremen

Je weniger Duschgel, Shampoo und sonstige Reinigungsmittel, umso besser für die Haut. Alle Produkte, mit denen die Haut in Berührung kommt, sollten ihrem natürlichen pH-Wert (5,5) angepasst sein.

Wenn die Haut trotz dieser Maßnahmen trocken ist, steckt möglicherweise Neurodermitis, Schuppenflechte, eine Allergie oder eine andere Hauterkrankung hinter dem Problem. Was viele nicht wissen: Wenn die Haut schuppt, ist nicht immer Trockenheit der Grund, im Gegenteil: Auch ein Übermaß an Fett kann zur schuppenden Ekzemen führen. Man nennt sie seborrhoische Ekzeme.

Welche Behandlung im Falle einer Hautkrankheit hilft, kann nur die Hautärztin oder der Hautarzt beurteilen.

Davor sollte die Haut im Sommer geschützt werden

Auch wenn viele Menschen Sonnenbräune als schön empfinden: Die verstärkte UV-Strahlung im Sommer bringt auch einige Gefahren für die Haut mit sich. Ein Zuviel an UV-Strahlung kann unter anderem folgende Schäden und Krankheiten hervorrufen:

  • Sonnenbrand (Oft bleibt dieser zunächst unbemerkt und kommt erst zum Vorschein, wenn es schon zu spät ist. Bereits eine leichte Rötung kann ein Zeichen dafür sein, dass die Haut geschädigt ist.)
  • Sonnenallergie
  • Alterungserscheinungen (z.B. Falten und Altersflecken)
  • Hautkrebs
  • Pigmentflecken (Melasma)

Darüber hinaus gibt es Krankheiten, die sich durch Sonneneinstrahlung verschlimmern können. Dazu zählen etwa

Um die Haut vor den schädlichen Einflüssen der UV-Strahlung zu schützen, sollte man es mit dem Sonnenbaden nicht übertreiben und für ausreichenden Sonnenschutz sorgen. Allerdings ist die Schutzwirkung von Sonnenschutzmitteln immer begrenzt. Darum ist es empfehlenswert, die Haut im Sommer nicht nur einzucremen, sondern auch mit zusätzlichen Maßnahmen gegen die Sonne zu wappnen, zum Beispiel durch:

  • lange Kleidung
  • Sonnenhut
  • Sonnenbrille

Wichtig: Kinderhaut reagiert besonders empfindlich auf Sonne. Darum sollte man Kinder niemals ungeschützt der prallen Sonne aussetzen. Babys sollte man der Sonne grundsätzlich fernhalten: Im ersten Lebensjahr kann die Haut noch nicht genügend Pigmente bilden, um einen wirksamen Eigenschutz aufzubauen. Und Sonnencreme ist für die sensible Babyhaut zu belastend.

Video: 6 Tipps zum optimalen Sonnenschutz