Man sieht einen jungen Mann, der sich die Haare wäscht.
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Haar- und Kopfhautpflege

Ob Kälte, trockene Heizungsluft, heißes Föhnen oder einfach nur Stress: Haare und Kopfhaut sind tagtäglich vielfältigen Belastungen ausgesetzt und müssen dabei auch noch einiges leisten. Sie dienen als Schutzmantel, sorgen für den richtigen Temperaturausgleich und tragen erheblich zu unserem äußeren Erscheinungsbild bei. Damit Kopfhaut und Haare gesund und funktionsfähig bleiben, sollte die Haar- und Kopfhautpflege nicht zu kurz kommen!

Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Mediziner*innen geprüft.

Allgemeines

Regelmäßiges Haare waschen steht heutzutage bei den meisten Menschen an der Tagesordnung und gehört zur Haar- und Kopfhautpflege dazu. Das dabei verwendete Shampoo entfernt Schmutz, überschüssiges Hautfett, Schweiß, abgestorbene Hornzellen, Gerüche und Rückstände von Styling- und Pflegeprodukten aus Haaren und von der Kopfhaut. Aber Shampoo soll noch mehr können: Je nach Produkt soll es die Haare zum Glänzen bringen, Volumen und einen angenehmen Duft verleihen und im Idealfall auch noch die Kopfhaut pflegen.

Sieht man sich im Drogerie- oder Supermarktregal um, findet man eine riesige Auswahl an verschiedenen Produkten für die Haar- und Kopfhautpflege vor – für jeden Haar- und auch Kopfhauttyp ist etwas dabei. Und das ist auch gut so. Denn bei der Haarwäsche und der Auswahl des Produktes sollte man immer die Beschaffenheit von Haar und Kopfhaut berücksichtigen. So gibt es Produkte für feines, trockenes, fettiges, dauergewelltes, coloriertes oder strapaziertes Haar. Auch für bestimmte Kopfhautprobleme wie Schuppen, Juckreiz oder Trockenheit bieten die Hersteller spezielle Shampoos an. Die Zusammensetzung hängt dabei von der gewünschten Wirkung und der Beschaffenheit des Haares ab.

Aber woraus setzen sich Shampoos eigentlich zusammen und welche Stoffe erzielen die erwünschte Wirkung? Zum größten Teil bestehen Shampoos zur Haar- und Kopfhautpflege aus Wasser. Es macht circa 70 bis 90 Prozent eines Shampoos aus. Weitere Bestandteile sind Reinigungssubstanzen und Schaumstabilisatoren. Je nach Shampoo und erwünschter Wirkung enthalten die Produkte darüber hinaus spezielle Pflege- und Konditionierungsstoffe, die den Haaren weitere Eigenschaften wie zum Beispiel Glanz oder bessere Kämmbarkeit verleihen sollen. Für die Behandlung spezieller Kopfhautprobleme können weitere Substanzen hinzukommen.

Was ist drin im Shampoo?

Ein Shampoo zur Haar- und Kopfhautpflege besteht in der Regel zu einem Großteil aus Wasser. Zur Basis eines Shampoos gehören außerdem Reinigungssubstanzen und Schaumstabilisatoren. Für den Reinigungseffekt sind sogenannte Tenside zuständig. Tenside sind waschaktive Substanzen, die durch ihre speziellen Moleküle feste Partikel, Flüssigkeiten oder Gase lösen können und die Haare so von Schmutz und Gerüchen reinigen. Der Schaum, der durch die waschaktiven Substanzen beim Shampoonieren entsteht, verhindert, dass sich der Schmutz wieder auf dem Haar ablagert. Tenside sorgen außerdem dafür, dass ein Shampoo seine zähflüssige Konsistenz behält: Indem sie andere Inhaltstoffe festigen oder lösen, verhindern sie, dass diese sich von Wasser trennen. Tenside sind mittlerweile biologisch abbaubar.

Neben diesen Hauptbestandteilen enthalten viele Shampoos weitere Substanzen, die sich für bestimmte Kopfhautprobleme oder für spezielle Haartypen eignen. Um den natürlichen Glanz zu unterstützen und das Haar vor Schädigungen wie Spliss oder Austrocknung zu schützen, enthalten die meisten Shampoos Pflegestoffe, wie zum Beispiel Panthenol, Proteine oder Pflanzenextrakte.

Weitere Effekte erzielt man bei der Haar- und Kopfhautpflege durch sogenannte Konditionierstoffe. Sie legen sich wie ein Film auf das Haar, der auch nach dem Waschen bestehen bleibt. Durch diesen Film fühlen sich die Haare weicher an und lassen sich besser kämmen.

Spezielle Antischuppen-Shampoos beinhalten Wirkstoffe, die gegen Pilze und deren Vermehrung auf der Kopfhaut wirken und so die Schuppenbildung stoppen. Zu den Wirkstoffen zählen Zinkpyrithion, Pirocton-Olamin und Climbazol. Zinkpyrithion und Pirocton-Olamin beseitigen außerdem Bakterien. In einigen Antischuppen-Shampoos sind darüber hinaus pflegende und die Kopfhaut beruhigende Substanzen enthalten.

Einige der Inhaltstoffe von Shampoos erleichtern deren Herstellung und Anwendung und sorgen dafür, dass das Produkt lange haltbar bleibt. Dazu gehören Schaumstabilisatoren, Verdickungsmittel und Konservierungsstoffe. Duft- und Farbstoffe verleihen den Produkten bestimmte Geruchsnoten und ein ansehnliches Aussehen – diese spezifischen Eigenschaften sollen besonders den Käufer ansprechen.

Ja nachdem, worauf die Anwendung abzielen soll, lassen sich Shampoos in drei große Kategorien einteilen: Universalshampoos, Expertenshampoos und Spezialshampoos.

Universalshampoos dienen schlicht und einfach dazu, Haar und Kopfhaut zu reinigen und gesund zu halten. Expertenshampoos erfüllen den gleichen Zweck, sie unterscheiden jedoch zusätzlich nach Haarstruktur und Haarfarbe. Spezialshampoos sind auf spezielle Haar- und Kopfhautprobleme abgestimmt.

Welches Shampoo ist das richtige?

Bei der Haar- und Kopfhautpflege gibt es einiges zu beachten. Zunächst sollte man die Beschaffenheit von Haar- und Kopfhaut untersuchen, um dann das richtige Produkt zu finden.

Trocken, fettig, fein oder glanzlos? Heutzutage bieten die Hersteller für jeden Haartyp ein speziell darauf abgestimmtes Shampoo. Und auch bei Kopfhautproblemen wie Juckreiz oder Schuppen können spezielle Produkte Abhilfe schaffen. Doch welches Shampoo ist das richtige?

Normales Haar

Wer normales Haar und eine gesunde Kopfhaut hat, sollte ein neutrales bis leicht saures Shampoo für die Haar- und Kopfhautpflege wählen. Es soll in der Hauptsache dazu dienen, die Kopfhaut von Hautfett, Schweiß und abgestorbenen Hornzellen zu säubern, aber auch Gerüche und zurückgebliebene Stylingprodukte entfernen. Shampoos für normales Haar sind mit wenigen, milden Tensiden angereichert und enthalten meist nur einen geringen Anteil an Konditionierungsmittel. Diese Shampoos bieten sich für die tägliche Haarwäsche an.

Schnell fettendes Haar

Normalerweise ist Haarfett sehr nützlich: Es bringt das Haar zum Glänzen, schützt es vor Austrocknung und hält es geschmeidig. Ohne körpereigenes Fett würden Haare spröde werden und abbrechen. Bei vielen Menschen produzieren die Talgdrüsen jedoch zu viel Talg. Dadurch werden die Haare fettig – sie wirken strähnig und schmierig. Dieser Effekt verstärkt sich, wenn die Haare dicht an dicht liegen – wie bei einem Zopf oder Knoten. Durch den Fettfilm, der sich auf dem Haar ablagert, verliert es außerdem an Volumen.

Wer zu schnell fettendem Haar neigt, dem bleibt in der Regel nur eine Möglichkeit: Häufig waschen. Denn fettiges Haar ist erblich oder hormonell bedingt. Das Problem lässt sich auf Dauer nicht vollständig beseitigen. Spezielle Shampoos für fettiges Haar können durch filmbildende Substanzen das Nachfetten reduzieren. Durch Pflanzen- und Kräuterextrakte, wie Zitronengras, Hamamelis oder Minze und haaraufrauende Stoffe sollen sie überschüssiges Fett entfernen und die Kopfhaut erfrischen. Hamamelis wird auch als Zaubernuss oder Zauberhasel bezeichnet. Die Pflanze wirkt entzündungshemmend und soll die Talgdrüsen beruhigen. Shampoos für schnell fettende Haare enthalten in der Regel keine oder nur wenig Pflegestoffe, die sich zusätzlich auf dem Haar ablagern, wie zum Beispiel rückfettende Stoffe. Häufiges Haare waschen verstärkt die Talgproduktion des Haares nicht weiter. Bei empfindlicher Kopfhaut sind milde Shampoos zu empfehlen, um Reizungen durch die häufige Haarwäsche zu vermeiden.

Wenn bei fettigem Haar gleichzeitig Schuppen auftreten, sollten Betroffene zu Antischuppen-Shampoos greifen. Die darin enthaltenen Wirkstoffe (z.B. Zinkpyrithion, Pirocton-Olamin oder Climbazol) wirken gegen Pilzerkrankungen und verhindern so die übermäßige Bildung von Schuppen. Diese Shampoos sind in jedem Drogerie- und Supermarkt oder in Apotheken erhältlich. Auch alle anderen Haarpflege- und Stylingprodukte sollten auf fettiges Haar abgestimmt sein.

Lesetipp: Haare ausfetten lassen: Sinnvoll oder unnötig?

Trockenes Haar

Trockenes, sprödes Haar entsteht, wenn die Talgdrüsen zu wenig Talg produzieren. Aber auch niedrige Luftfeuchtigkeit, Wärme oder Sonne können Haare und Kopfhaut austrocknen. Trockene Haare erkennt man daran, dass sie stumpf, glanzlos und störrisch aussehen. Gleichzeitig können trockene Schuppen auftreten. Zudem sind trockene Haare häufig elektrisch aufgeladen.

Um die Austrocknung der Kopfhaut durch die Haar- und Kopfhautpflege zu verhindern und Juckreiz und Rötungen vorzubeugen, enthalten Shampoos für trockene Haare Waschrohstoffe (Tenside), die besonders hautverträglich sind. Zusätzlich sind sie mit rückfettenden und wasserbindenden Substanzen wie Glycerin oder Harnstoff angereichert, damit die Haare feucht bleiben. In manchen Produkten für trockene Haare befinden sich Panthenol und Proteinderivate – diese legen sich schützend um die Haare und erhalten die Feuchtigkeit.

Feines Haar

Feines Haar ist in der Regel besonders empfindlich, weich beschaffen und hat wenig Volumen. Für feines Haar sollte man daher bei der Haarwäsche auf wirkstoffreiche Produkte verzichten – diese beschweren die Haare und lassen sie platt aussehen. Es bieten sich milde Wirkstoffe wie Bisabolol oder Kamillen-Extrakt an. Geeignet sind Shampoos ohne Rückfetter und Konditionierungsmittel. Um Volumen ins Haar zu bringen, enthalten Shampoos für feines Haar oft Wirkstoffe wie Yucca- oder Pfingstrosenextrakte.

Bei feinem Haar empfiehlt es sich, neben der richtigen Haut- und Kopfhautpflege regelmäßig die Spitzen zu schneiden, um Spliss vorzubeugen. Auch beim Kämmen, Bürsten und Trocknen sollte man vorsichtig vorgehen und zu heißes Föhnen möglichst vermeiden.

Schuppen und Kopfhautprobleme

Die Haut bildet in tiefer liegenden Hautschichten stetig neue Zellen, sodass sich die oberste Hautschicht ständig erneuert. Dabei werden verhornte, abgestorbene Zellen als Hornschuppen an der Hautoberfläche abgestoßen. Normalerweise verschwinden diese überschüssigen Hautpartikel mit der Haarwäsche. Wenn die Kopfhaut aber so schnell neue Zellen bildet, dass sich abgestorbene Hautschuppen zu ganzen Zellverbänden vergrößern, entstehen Kopfschuppen. Schuppen und damit zusammenhängende Kopfhautprobleme haben also nichts mit mangelnder Haar- und Kopfhautpflege zu tun – trotzdem empfinden sie die meisten Menschen als unangenehm und ungepflegt. Und nicht nur deswegen bedürfen Schuppen einer Behandlung: In den abgestorbenen Hautschuppen können sich Bakterien und Pilze ansiedeln und vermehren. Dadurch treten weitere Probleme wie Juckreiz und Hautrötungen auf.

Spezielle Antischuppen-Shampoos können helfen, das Kopfhautproblem zu beseitigen. Sie reinigen Kopfhaut und Haar besonders mild und spülen abgestoßene Hornschuppen weg. Da Schuppen einen idealen Nährboden für Bakterien und Pilze bieten, enthalten Antischuppen-Shampoos desinfizierende, antibakterielle und antimykotische (gegen Pilze wirkende) Wirkstoffe. Dazu gehören zum Beispiel Zinkpyrithion, Pirocton-Olamin und Climbazol.

Bei der Wahl des Antischuppen-Shampoos sollte zwischen trockenen und fettigen Schuppen unterschieden werden. Fettige Schuppen entstehen durch eine vermehrte Talgproduktion. Dabei bilden sich aus zähflüssigem Talg ölige Schuppen auf der Kopfhaut. Bei fettigen Haaren und Juckreiz helfen die Inhaltstoffe Steinkohlenteer und Schieferöle. Salicylate bewirken, dass sich die Schuppen leichter von der Kopfhaut lösen und gut abspülen lassen. Bei fettigen Schuppen sollten Betroffene die Haare oft waschen – die Talgproduktion verstärkt sich nicht durch häufiges Haare waschen.

Trockene Schuppen erfordern ein mildes Shampoo, das Rückfetter und feuchtigkeitsspendende Substanzen enthalten sollte, um Kopfhaut und Haare vor dem Austrocknen zu schützen. Um die Talgproduktion anzuregen, können Wirkstoffe wie Zinkpyrithion beigemengt sein. Der spezielle Wirkstoff Selendisulfid normalisiert den Prozess der Hauterneuerung und verhindert, dass zu viele überschüssige Hautpartikel entstehen. Als Alternative sollten Betroffene Substanzen versuchen, die gegen Pilzbefall wirken (Antimykotika). Denn auch bei trockenen Schuppen kann ein Pilzbefall die weißen Flocken verstärken.

Bei trockener Kopfhaut, die häufig im Zusammenhang mit Schuppen auftritt, sollten Antischuppen-Shampoos gewählt werden, die auf dieses spezielle Bedürfnis abgestimmt wurden. Diese Produkte reinigen das Haar und beruhigen gleichzeitig die Kopfhaut.